» »

Wer einmal lügt...

K#rachxt hat die Diskussion gestartet


Wie seht ihr das? Aus aktuellen Anlass (Faden dazu [[http://www.med1.de/Forum/Beziehungen/714559/ hier]]) würde ich gerne eine allgemeine Diskussion starten.

Mir ist gerade folgendes passiert: ich habe vor vielen Jahren jemanden angelogen, die Lüge letztendlich aber aufgeklärt, mich bei der betroffenen Person entschuldigt und mich mit ihr ausgesprochen. Sie hat mir verziehen und es entwickelte sich im Laufe der Jahre eine sehr innige und vertraute Freundschaft. Seit dieser einmaligen Lüge war ich immer aufrichtig und ehrlich, habe sie nie im Stich gelassen und war immer für sie da.

Nun wurde diese Freundin offenbar von einer ihrer drei engsten Bezugspersonen hintergangen und angelogen. Ob das tatsächlich so gewesen ist und welche der drei Personen es war, lässt sich nicht beweisen, aber auf Grund meiner damaligen Lüge denkt sie, dass ich es war.

Wie gesagt, einen Faden zu der konkreten Situation gibt es bereits, aber ich frage mich seit dieser Begebenheit: kann jemand, der einmal einen Fehler gemacht und gelogen war, das jemals wieder gut machen und sich von dem Lügner-Stempel losmachen? Wenn ja, wie?

Oder ist es eben die Quittung für unehrliches Verhalten, im Zweifelsfall als "Hauptverdächtiger" dazustehen, selbst wenn dieses jahrelang zurückliegt und man mit seinen Mitmenschen seither immer ehrlich umgeht und nicht mehr lügt?

Und zuletzt: mir ist klar, dass eine Lüge ein schwerwiegender Vertrauensbruch ist. Dennoch frage ich mich, warum eine Lüge mehr wiegt, als ganz viele Jahre, in denen das Vertrauensverhältnis wieder aufgebaut wurde und es einen ehrlichen, innigen, liebevollen Umgang ohne jegliche Lügen und mit großem Vertrauen zueinander gab?

Hat man eine Chance, die Regel "Einmal Lügner, immer Lügner" zu brechen?

Antworten
EehemEaligWer NuBt9zer b(#5094x07)


Das kommt doch sicherlich auch auf die Schwere der Lüge an. Darf man fragen, weswegen genau du gelogen hast?

Kjrachmt


Man darf schon, aber ich wollte hier gerne allgemein diskutieren und nicht auf meinen Einzelfall bezogen. :-)

Es war sicher keine kleine Lüge, aber sie wurde mir verziehen und mit der Zeit konnte ein tolles, tiefes Vertrauensverhältnis aufgebaut werden. Bis zu beschriebener Situation.

Ebhemaliger Nujtzer (E#57301x2)


Hat man eine Chance, die Regel "Einmal Lügner, immer Lügner" zu brechen?

Kracht

bei mir kommt es mehr auf die Tiefe der Verletzung an und vor allem auch wer mich wie und weshalb belogen hat. Deshalb kann ich das so nicht sagen.

Vorsichtig bin ich mittlerweile beim "Urteilen" geworden, von diesem "wer einmal lügt, dem glaubt man nicht" halte ich nicht viel.

Es gibt keinen Menschen- der nicht einmal in seinem Leben gelogen hat- den möchte ich sehen 8-) - das würde heißen- keiner glaubt deshalb dem anderen.

M^oni2kax65


Es war sicher keine kleine Lüge, aber sie wurde mir verziehen und mit der Zeit konnte ein tolles, tiefes Vertrauensverhältnis aufgebaut werden.

Vielleicht war das dann doch eher einseitig, mag sein, dass du mehr in dieser Freundschaft gesehen hast als sie. Vielleicht auch nie so richtig verziehen..

Slparhgawk


Ich sehe das ebenfalls so, wie Porzellanseele das geschrieben hat....jeder von uns hat im Leben schonmal gelogen...ob es nun eine kleine Notlüge, oder eine große, verletztende Lüge war...diesen Schnitzer "erlaubt" sich wohl jeder Mensch mal...manche eben weniger oft, andere dafür umso öfter! :)

Im ersten Moment, gerade wenn man von der Lüge unheimlich betroffen und gegebenenfalls auch gekränkt ist, ist es verdammt leicht sich zu denken "diesem Menschen glaube ich nie wieder etwas!"...aber die Zeit vermag (in meinen Augen) nunmal fast alle Wunden zu heilen. Kann man also einem Menschen, der einen angelogen hat (und das eben auch auf extreme Weise) verzeihen? Das kommt eben auf den Menschen an, der darüber "zu entscheiden hat", aber ich bin der Ansicht, dass jeder Mensch eine weitere Chance verdient hat und für mich würden z.B. die Jahre mehr wiegen als diese eine Lüge, vorallem eben auch weil es irgendwann ja "Schnee von gestern" wäre! :)

In deinem konkreten Fall könntest du dir ja auch ebenso die Frage stellen, ob du IHR verzeihen kannst, dass sie die vielen Jahre, in der ihr diese Beziehung aufgebaut habt, von einem Moment auf den anderen wegwirft...und so wie ich das sehe, schmerzt es dich, aber die Freundschaft ist dir sehr sehr wichtig, also wichtiger als die genannte Tatsache...sonst würde es dich nicht derart beschäftigen! :)_

c>ontra#blem


Es gibt den Spruch: "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht!"

Aber ich halte das für übertrieben. Bei einer Lüge kommt es auch immer auf den Sachverhalt an. Viele Lügen kann man auch nachvollziehen. Es ist ein Unterschied, ob man jemand Kranken z.B. belügt, um ihn zu schonen, ihm Dinge vorenthält oder ob man in verbrecherischer Absicht lügt und einen Ladendiebstahl bestreitet.

Ich hatte mal eine Bekannte, die von Lügen nur so durchzogen war. Die erklärte eine Lüge mit der nächsten Lüge. Dieser Frau würde ich nie nie wieder glauben und sollte sie noch so die Wahrheit sprechen.

Aber Menschen deren Lügen ich nachvollziehen konnte, denen glaube ich beim nächsten Mal durchaus wieder.

Und: es gibt keinen Menschen, der noch nie gelogen hat! Dann dürfte man eh keinem mehr glauben. *:)

EOhemaliger9 Nu!tzer a(#r5302x18)


Käme ganz auf die Art der Lüge (auch hinsichtlich der Folgen für andere) und die Motivation desjenigen für die Lüge an.

Wer seine Unglaubwürdigkeit in einem (sensiblen) Bereich bereits unter Beweis gestellt hat, dem würde ich persönlich dort auch weniger (oder ggf. gar nicht mehr) trauen.

M@atze]B7erlxin


Bei Galileo haben die mal behauptet, dass jeder Mensch pro Tag sehr oft lügt. Ich weiß leider nicht mehr die Zahl, aber es war unglaublich hoch. Irgendwas im hohen zweistelligen evtl war es sogar dreistelligen Bereich, wenn ich mich recht erinnere.

Zum Thema: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es Leute gibt die viel lügen und Leute die weniger lügen. Wenn ich einmal bemerkt habe, dass eine Person oft lügt, hat diese für mich ganz klar den enstpechenden Stempel und jede Äußerung wird von da an nicht mehr wirklich so ernst genommen, wie von einem Wenig-Lügner.

Was auch noch interessant ist: Die Leute die häufig lügen, zweifeln auch häufer die Aussagen von anderen Leuten an, während die ehrlichen Menschen halt eher dazu tendieren, die anderen Menschen für genauso ehrlich zu halten.

E;hemalPiger Nuetzer (x#530218)


Irgendwas im hohen zweistelligen evtl war es sogar dreistelligen Bereich, wenn ich mich recht erinnere.

pro Tag? ":/ ... Mit wem haben Menschen denn durchschnittlich so oft Kontakt am Tag, dass die so oft lügen (können)?

Ich nehme mal an, dass es um "soziale Lügen zur Konfliktvermeidung" geht oder? Also dieses typische:

"Wie geht es dir?" -> "gut"-Zeug.

Aber das sind weniger Lügen für mich, sondern soziale Floskel-Rituale, die ich anfangs immer etwas seltsam fand aber dann imitiert habe, weil man damit tatsächlich als sozial angepasster und kompetenter gilt und seine Ruhe hat im Miteinander.

M8atzTeB0erxlin


ja pro Tag. Ich nehme auch an, das sehr viel als "Lügen" gewertet wurde, was evtl nur ne Floskel war oder wenn jmd etwas übertreibt, rundet etc.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH