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"Posttraumatische Belastungsstörung"

PAoweLrPsuff8i


Ich habe deinen Faden durchgelesen und ich glaube, dich plagen massive Schuldgefühle. Du kommst nicht damit zurecht, dass du dein Kind abgetrieben hast.

Selbst hier sprichst du von einem Sternenkind. Faktisch ist es das aber nicht. Zumindest ist ein Sternenkind für mich ein Kind, dass ohne fremde Hilfe im Mutterleib stirbt. Ich möchte kein Öl ins Feuer gießen, aber anhand der Terminologie, die du benutzt, schiebst du das schon von dir Weg. So als möchtest du diese Tatsache verdrängen und es so aussehen lassen, als wäre dein Kind von alleine gestorben.

Verdrängen ist jedoch das, was uns nicht schlafen lässt.

Du musst diesen niederen Gefühle zulassen und dich um genau diese kümmern. Deine Schuldgefühle sind genauso wichtig wie dein kleines Kind. Sei gut zu dir. Rede mit dir. Erst wenn du selber verstehst, dass du keine Schuldgefühle haben musst und deine Entscheidung, dieses kranke Kind abzutreiben, richtig waren, wirst du wieder schlafen können.

Ich bin auch in Therapie und das funktioniert bei mir am besten. Leider schiebe ich solche Sachen immer weg, versuche, schnell wieder normal zu sein - aber leider macht es das nur noch schlimmer. Das beste ist also, sich genau damit auseinander zu setzen.

So als Ansatz, was denn in einer Verhaltenstherapie passieren würde. Auch da wirst du nicht geschohnt. Auch da wird dir das knallhart um die Ohren geworfen. Auch da wirst du Rotz und Wasser heulen. Du wirst diesen Menschen hassen, der dir gegenüber sitzt, weil er dir all diese schlimmen Sachen sagt, die du am liebsten ganz tief in dir vergraben wolltest. Dir wird es Tage nach dm Gespräch noch schlecht gehen. Schlechter als vorher. Doch irgendwann kommt die Wende und man kann endlich wieder atmen.

Bitte nimm mir den Beitrag nicht böse, er ist auch nicht so gemeint. Ich glaube, hier traut sich auch niemand, die Sache offen anzusprechen @:)

PUowerJPufxfi


Weitere Dinge, die sehr schnell ohne Therapeuten helfen, sind Sport und kleine Sachen, die du gerne magst.

Nimmst du dir genügend Zeit für dich selber oder ist das schon "Zeitverschwendung" für dich? Die meisten vernachlässigen sich selber komplett, was die Schlinge nur noch enger zu zieht. Je schlechter du dich behandelst, desto schlechter geht es dir.

Mach eine Liste mit den Dingen, du du gerne machst. Puzzeln, lesen, shoppen, weiß der Geier.

Mach davon mindestens 2 pro Tag. Nimm dir diesen Moment. Ohne Kind.

Ich weiß, das ist schwer. Aber dein Ideal dieser "Übermutter" ist das Problem. Du verzeihst es dir nicht.

Davon solltest du Abstand gewinnen. Du musst keine perfekte Mutter sein. Es ist auch okay, mal das Kind wegzugeben und nur Zeit für sich zu haben.

Wenn du von dieser Vorstellung loslässt, wird es auch einfacher, dir deinen vermeintlichen Fehler zu verzeihen.

nuaja0naguxt


Hallo Honey,

ich versuche mal zusammenzufassen, um weiteren Schreibern Zeit zu sparen:

Stationäre Therapie und Tagesklinik willst du nicht, da du dein Kind selbst betreuen willst. Medikamentöse Unterstützung lehnst du ebenfalls ab. Du suchst ausschließlich nach Tipps zum Thema, wie du an eine ambulante Gesprächstherapie kommst. Richtig?

Meine Meinung widerspricht deinen Wünschen, deshalb in Sternchen.

Ich denke wie PowerPuffi, dass du dir die Entscheidung gegen deine Schwangerschaft schönredest. Und ich denke, dass eine ambulante Therapie nicht reichen wird. Ich habe eine gute Erfahrung mit Antidepressiva gemacht und glaube, dass deine totale Abwehrhaltung dagegen falsch ist.

Ich gehe außerdem davon aus, dass dein Kind einiges von der abgebrochenen Schwangerschaft mitbekommen hat und auch jetzt spürt, dass es dir nicht gut geht.

Wünsche dir unabhängig davon alles Gute @:)

Haoneyy9|1_mit5_MiInix13


Powerpuffi

Tja was soll ich sagen? Natürlich habe ich Schuldgefühle! Immerhin hab ich den ausschlaggebenden Satz gesagt "wir haben uns entschieden das Kind nicht zu bekommen", als wir zum Frauenarzt gingen.

Ich glaub mir ist in meinem Leben nichts schwerer gefallen.

Ich war es die die Zäpfchen genommen hat, um die Geburt einzuleiten, ich war es, die das Kind zur Welt gebracht hat, obwohl es noch nicht an der Zeit war.

Ich hasse mich dafür.

Und mein Herz hätte nichts lieber als dieses Kind, genau jetzt, genau hier, genau in meinem Arm.

Jetzt zum aber:

Ich weiß dass ich trotzdem das Richtige getan habe.

Ich weiß dass mein Kind schmerzen, OPs und Einschränkungen gehabt hätte. Und das jedes Jahr, jeden Tag aufs neue.

Das kann ich einem Menschen, den ich mehr liebe als mein Leben, nicht antun. Und genau deswegen haben wir für das Kind, gegen die Krankheit entschieden.

Mein Kind - mein sternenkind (laut Definition sind das alle Kinder die unter 500g zur Welt kommen, egal ob eingeleitet oder als Fehlgeburt) - wir immer ein Teil von mir sein. Auch wenn er nicht bei mir ist.

Was mir mehr zu schaffen macht - natürlich ist der Verlust meines Kindes furchtbar für mich, versteh mich nicht falsch! - sind Dinge die im Krankenhaus passiert sind als ich zur Ausschabung musste im Anschluss. Das ist der Hauptgrund für meine Albträume.

Und genau das möchte ich u.a. Mit aufarbeiten...

Natürlich muss die Trauer auch verarbeitet werden, aber da weiß ich dass die Zeit mir sicher helfen wird.. Bei dem anderen bin ich mir sicher dass die Zeit da keine Wunden heilt, deswegen brauch ich Hilfe.

Zeit für mich... Das ist eine gute Frage... Ich nehme mir Zeit für mich, lese aktuell sehr viel, aber das mache ich nachts, meistens um die bösen Gedanken zu verdrängen, dann wenn ich eh nichts anderes zu tun habe.

Tagsüber kümmere ich mich ums Kind, wenn er in der Kita ist war ich arbeiten bzw jetzt mache ich in der Zeit den Haushalt oder kümmere mich um meine Großmutter, gehe für sie einkaufen usw.

Natürlich hab ich auch mal Momente wo ich alleine bin, ne halbe Stunde Bade, mir dann die Nägel mache, aber Hobbys nachgehen (außer nachts zu lesen) oder Freunde alleine ohne mein Kind treffen? Das gab es ewig nicht mehr.

Ich hab mal professionell Tennis gespielt, ich liebe Volleyball... Beides im Verein, aber für beides blieb keine Zeit mehr.

Vielleicht wäre es ein guter Schritt damit wieder anzufangen....zumindest mit einem davon... :)z

Najanagut

Du liegst richtig. Medikamente möchte ich wirklich nicht. Ich komm so klar.

Ich bin als Jugendliche vom ritzen und Co auch weggekommen ohne mir Tabletten einzuwerfen, und ich denke ich schaffe das wieder.

Die Nebenwirkungen sind ja auch nicht ohne und ich möchte wie gesagt voll einsatzfähig sein und gleichzeitig möchten wir ja auch noch ein Kind bekommen wo Tabletten eben hinderlich wären....

Ja, mein Kind hat natürlich mitbekommen dass sein "Momo", Moritz sein Bruder, nicht Mehr da ist. Dass er jetzt ein Stern ist.

Allerdings hat er jetzt schon 3-4 Wochen nicht mehr von ihm gesprochen und ich denke er ist mit dem Thema durch.

Dass es mir nicht gut geht merkt er glaube ich (hoffe ich) nicht. Denn für ihn bin ich nach wie vor voll da, gebe mir Mühe gute Laune zu haben, abzuschalten sobald wir zusammen sind.

Die Trauer und die Angst kommt wenn ich alleine bin.

Aber man soll ja niemals nie sagen, Kinder sind sensibler als wir denken...

Aber ich bin weit davon entfernt wie meine psychisch kranke Mutter zu sein. Ich behandle ihn nicht unfair, schreie ihn nicht an, o.ä.

So sah meine Kindheit nämlich aus und ich würde nie so mit meinem Kind umgehen wie meine Mutter mit mir - auch wenn sie nur so war, weil sie psychisch krank war.

Im Gegenteil: die liebe die ich Moritz jetzt nicht mehr geben kann, gebe ich unserem "großen", denn das hat er verdient!

d=ana\ex87


Ich finde eigentlich hälst du dich ganz gut. Es war eine beschissene Situation in der man sich eigentlich nur falsch entscheiden konnte und damit scheinst du soweit zu leben wie das eben geht. das in Krankenhäusern manchmal Dinge laufen die einen nachhaltig traumatisieren können weiß ich selbst, irgendwie ist das alles so automatisiert und das Personal erschreckend oft abgestumpft, da wird man oft überfahren und wenn man da eh verletzt und verwundbar ist kann das tief gehen.

Ich drück dir die Daumen das die Kostenübernahme klappt, lass deinen Mann ruhig da nochmal anrufen, von der KK aus damit du schneller an die Absagen kommst. Falls das nichts hilft kann man sich immer noch um Klinik kümmern, da gibt es auch welche die einen mit Kind aufnehmen, aber erstmal würde ich das als überzogen empfinden. @:) @:)

H\oney91_^miat_Minxi13


Dankeschön @:) ich werde auf jedenfall Montag berichten was bei der KK rausgekommen ist!

PpowerPmuffi


Wie stellst du dir denn diese "Hilfe" vor?

Das ist nicht wie im Film. Eine Verhaltenstherapie ist harte und unangenehme Arbeit. Dir sitzt nicht jemand gegenüber, der nur mit dem Kopf nickt, sondern dir vor den Latz knallt, was du für kranke Scheiße machst und wie du damit aufhören kannst.

Das beinhaltet, dass man viele Dinge machen muss, auf die man absolut keine Lust hast - wie zum Beispiel das Kind weglegen. Du würdest das aktuell nicht machen oder? Aber ich denke, genau hier liegt der Schlüssel.

Du siehst dich aktuell als Opfer. Bist komplett passiv deinem schrecklichen Schicksal ausgeliefert. Dir wird niemand gegenüber sitzen, der dich bemitleidet, sondern jemand, der dir einen Perspektivwechsel anbietet. Du wirst plötzlich aktiv. Du bist dem Leben nicht ausgeliefert. Du hast es in der Hand, denn du bist kein Opfer.

Natürlich ist es nicht so schön, was dir passiert ist, aber wir erleben alle schlimme Dinge. Jetzt gilt es, zuversichtlich in die Zukunft zu sehen und die Vergangenheit loszulassen :)_

Keine Zeit für Sport gibt es nicht. Dein Mann kann das Kind betreuen oder jemand anderes. Sport hilft bei mittelschweren Depressionen genauso gut wie ein Antidepressivum. Möchtest du keines nehmen, ist das die Alternative - und dazu auch noch gesund. 45 Minuten Ausdauersport. Geh Joggen. Mach ein YouTube-Video. Vollkommen egal. Bewegung gleicht Körper und Geist aus. Außerdem macht sie dich müde. Das heißt, du hast gleich zwei Vorteile.

Wenn dich diese Dinge glücklich machen, dann sind sie genau richtig. Auch das stand zum Beispiel in meiner Therapie auf dem Plan. Zeit für mich. Satt Dinge zu tun, die ich gerne hatte, saß ich lieber nur rum und hab mir überlegt, wie schrecklich mein Leben sei.

dGanaxe87


Es ist aber auch jede Verhaltentherapie anders. Verschieden von Therapeut zu Therapeut und Klient zu Klient. Das macht nicht jeder so wie deiner, PowerPuffi. Da muss Honey danna uf ihr GEfühl hören wer zu ihr passt und dem oder der behandelnden dann eben auch den richten Tob zu treffen. Honey und ihr Mann sind ja schon zusammen in Behandlung, sie hat also schon eine Idee wie es gehen kann.

HPonxey91<_mitH_Minix13


Ich war von 10 Jahren an in therapie, bis ich 19 war.

Ich hatte verschiedene therapieformen, mehrere Psychologen.

Manches hat mir geholfen, anderes weniger.

Ich weiß dass ich mir im Endeffekt nur selber helfen kann, aber ich muss einfach REDEN, ich will einfach alles aussprechen. Alles was für mich so schrecklich ist.

Ich will hören dass das im Krankenhaus nicht meine Schuld war (nicht die Sache mit der Abtreibung. Dass das meine Entscheidung war, weiß ich), ich will wissen was ich tun kann damit das niemand anderem mehr passiert.

P)o.werPbufxfi


Okay und trotzder massiven Therapieerfahrung ist kein System mehr vorhanden, dass dich auffangen kann?

Wenn du reden magst, wäre vllt ein Brief eine Möglichkeit, deine Gedanken aus dem Kopf zu bekommen?

Weinst du noch oder ist es eher so, dass du dich zwingst, normal zu sein? Also das Bedürfnis nach Trauer unterdrückst, wenn es sich meldet oder du generel nicht mehr traurig bist und auch nicht weinen kannst?

Schade, dass du auf den Rest nicht eingehst. Ich glaube, du möchtest primär Mitleid und irgendwie doch lieber keine Hilfe - zumindest keine, bei der du etwas ändern musst?

LkichtAJm@Horizxont


@ Honey91_mit_Mini13

Ich weiß ja nicht, was da im Krankenhaus war… Aber manchmal hilft es schon, die Sache auszusprechen. Jemandem zu erzählen. (Egal wie sehr man dabei weinen muss.) Hast Du das schon?

ich will wissen was ich tun kann damit das niemand anderem mehr passiert

Ob man das wirklich verhindern kann? (Wie gesagt, ich weiß ja nicht, was da passiert ist…)

H|onney91*_mi\t_Mixni13


Naja klar nutzt mir meine therapieerfahrung: panikattacken krieg ich ohne großes zu tun wieder in den Griff, ich Ritze mich nicht obwohl ich manchmal das Bedürfnis habe usw.

Ein Brief ... Mhm möglich. Aber ein Brief gibt mir kein feedback was ich tun kann. Das ist das was mir an der Stelle eben fehlt.

Klar Weine ich noch, nachts Vorallem. Deswegen lese ich ja.

Ich möchte meinen Kopf ausschalten. Ich les dann meistens so lange bis mir wirklich die Augen zufallen und ich innerhalb von 1-2 Minuten schlafe. Sobald ich wieder anfange zu denken ist es mit dem Schlaf nämlich gegessen :-(

Auf was möchtest du denn dass ich noch eingehe? Ich dachte ich hätte alles irgendwo beantwortet ":/

Hyoney91_m-it_M*ini13


Ja, ich habe es jemanden erzählt. Einem sehr guten Freund von mir. Bzw ich habe es ihm geschrieben weil mir das leichter viel. Feedback wollte ich in dem Moment aber nicht, nur dass es jemand weiß...

Jetzt möchte ich aber wirklich etwas tun... Ich denke schon dass man verhindern kann dass das nochmal passiert... Ich wünsche es mir zumindest... Ich hab um ehrlich zu sein die Hoffnung dass ein Psychologe mir bestätigt was ich vermute/ und dass ich mich dann an die ärztekammer wenden kann...

Und wenn er mir das nicht bestätigt, wünsche ich mir zumindest dass er mir zeigt wie ich trotzdem damit umgehen kann... :-/

Alles etwas kompliziert...

H2oncey91_Tmit_MCinix13


Leichter fiel* nicht viel %:|

Yjelixza


Hallo Honey,

vor genau einem Jahr steckte ich in einer ähnlichen Situation wie du seit Sommer diesen Jahres. Ich habe auch ein Familienmitglied unter traumatischen Bedingungen verloren, Schuldgefühle spielen auch eine große Rolle.

Ich habe auch ein Kind, zu dem Zeitpunkt noch Baby gewesen und weiß wie es ist, dass dir irgendwie nichts zu helfen scheint und du einfach funktionieren musst.

Auch wollte ich eine Therapie anfangen und stand vor dem selben Problem mit den langen Wartezeiten. Ich habe auch wo vor gesprochen und mich auf die Warteliste setzen lassen, bis heute nichts von gehört :)

Bei einer Familienberatungsstelle habe ich auch vorgesprochen und die haben mir auch angeboten ab und an mal zu reden, aber da hat für mich die Chemie nicht gestimmt.

Irgendwie habe ich auch akzeptiert, dass mir niemand helfen kann außer ich selber.

Es war echt ganz schlimm mit mir, ich habe mich wochenlang wie kurz vorm Zusammenbruch gefühlt und befürchtet es hört niemals auf.

Nach einem halben Jahr ging es langsam bergauf und falls ich den Therapieplatz irgendwann bekomme, nehme ich den auch, aber ja ich komme jetzt wieder klar.

Wie du mit der Tatsache, dass du dein Kind verloren hast und auch deiner Vergangenheit, psychisch kranke Mutter (hatte ich auch), dem Ritzen und allem umgehst, zeugt von großer Stärke.

Ich will dir jetzt nicht raten, einfach so weiterzuleben ohne dir proffessionelle Hilfe zu suchen, aber falls es nicht klappen sollte in nächster Zeit, glaube ich trotzdem, dass du es schaffst wieder aus dem Loch heraus zu kommen.

Grüße *:)

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