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Wie werde ich meine Obsession für diesen Menschen los

BKonnieX Beqnnextt hat die Diskussion gestartet


Ich war vor 4 Jahren in einer ganz schlimmen Krise und medikamentös ganz schlecht eingestellt und habe mich in einen Kumpel "verliebt".

Wir hatten vielleicht 2 Monate lang engeren Kontakt mit Schreiben, Telefonieren und auch Treffen, aber bis auf eine lange Umarmung ist nichts vorgefallen, da ich verheiratet bin und er auch ein Freund meines Mannes war.

Es war eine rein freundschaftliche Geschichte, mein Mann und ich wollten damals verstärkt was mit Freunden unternehmen, da ich starke Depressionen hatte und da ich auch mal alleine rauswollte, aber sonst keine sozialen Kontakte mehr hatte, hat er sich um mich gekümmert. Die Gefühle meinerseits für ihn wurden immer stärker (bzw. die manische Depression immer schlimmer) und die Situation immer unangenehmer, daher wurde der Kontakt von Seiten des Freundes abgebrochen, da er sich nicht in die Ehe einmischen wollte.

Ich habe ihm seither noch 3 x geschrieben, wie leid mir alles tut, die Freundschaft kaputt gemacht zu haben und dass es mir mittlerweile wieder besser geht. Ich wurde jedesmal ignoriert/blockiert, was letztendlich besser so ist.

Das Problem ist, ich kann ihn nicht vergessen. Ich denke mehrmals täglich an ihn. Mit großer Sehnsucht. Was sehr belastend ist.

Ich habe auch schon analysiert, warum ich ihn so toll fand.

Er hat mir gespiegelt, wie ich gerne gewesen wäre/sein würde.

Er hatte ähnliche depressive Episoden und lebte sehr zurückgezogen, ließ niemanden an sich heran und konnte sich toll abgrenzen. Ich hingegen konnte zumindest damals nicht alleine sein, war total abhängig von anderen Menschen. Er hat aber trotz der Melancholie sein Leben sehr gut gemeistert, war beruflich erfolgreich. Ich eiere heute noch herum.

Und er hat mein Helfersyndrom angesprochen, weil er wiegesagt auch leicht depressiv war.

Er hat mich im Herzen berührt, wie noch kein anderer Mensch zuvor und ich glaube, ich konnte ihn auch ein bisschen positiv beeinflussen (er hatte damals starken Liebeskummer). Er sagte, ich sei seine beste Freundin. Er fehlt mir seit 4 Jahren unendlich.

Aber ich werde ihn nie mehr wieder sehen, nie mehr mit ihm sprechen und muss das lernen zu akzeptieren.

Wie schaffe ich das?

Wie werde ich die Obsession los?

Antworten
MCachdieaXugenzux666


Normalerweise hätte ich jetzt gesagt: Die Zeit wird's richten.

Aber nach vier Jahren...?

Ich tue mich generell auch schwer damit, von Leuten "loszukommen" in Fällen wie deinen. Aber wenn genug Zeit vergeht, flaut das doch immer ab. Und je länger es dauert, desto weniger wird das Gefühl.

Jetzt hab ich zwar was gesagt, aber einen Tipp habe ich eigentlich gar nicht... Aber ich verstehe dich von den Gefühlen her sehr gut! :)_

Nfot`MLichae*ljCainxe


Wie schaffe ich das?

Wie werde ich die Obsession los?

Vielleicht ein Gedankenanstoss dazu... Wenn ich Deinen Beitrag lesen habe ich das Gefühl den Schlüssel zur "Befreiung" hast Du schon selbst gefunden:

Er hat mir gespiegelt, wie ich gerne gewesen wäre/sein würde.

Du machst da was an ihm fest, was Du selbst umsetzen musst und es wäre gut, wenn Du das erst mal innerlich entwirrst. was hindert Dich daran so zu sein wie Du Dich durch seine Augen gesehen hast?

Solange Du das nicht auseinandernimmst ist jede Konaktaufnahme mit ihm durch die Erwartungshaltung geprägt, dass ER Dir dieses Gefühl gibt. Davon dass er Dir das Gefühl gibt wirst du aber nicht so wie Du gerne sein möchtest. Das ist nur eine Ersatzbefriedigung. Es geht darum, dass Du aktiv wirst wie Du gerne sein würdest. Wie das aussehen könnte - das Bild hat er Dir irgendwie vermittelt und das ist Dir kostbar. Mach was draus. Das bringt ihn nicht "zurück", aber es wird vermutlich dieses Abhängigkeitgefühl stark linden was Dich momentan an ihn bindet. Es hilft zu sortieren.

Mein Eindruck ist: Das ganze war ein emotionales Wollknäul wo keiner wusste welche Gefühle wohin gehören. Irgendwann nahm er die Schere und schnitt durch. Das kann manchmal in so einer Situation die einzige Möglichkeit sein um zu merken: Ah da gehört was mir und das gehört dem anderen und abgesehen davon bleibt noch was übrig was uns beiden gehört ( die Freundschaft).

Vielleicht merkst Du, wenn Du Dich geändert hast, dass von eurer Freundschaft dann wirklich nicht mehr viel übrig ist. Oder aber es fällt Dir leichter die anderen aspekte der Freundschaft zu erkennen.

Wie Du es auch drehst und wendest: Wenn Du so sein möchtest wie Du Dich gesehen hast bist Du derjenigen, der das angehen muss und kann! Geh es an. Schritt für Schritt. Das wär mein Tipp.

Wenn Du diesen Teil Deines Wollknäuls tatsächlich auflöst hat das Auswirkungen auf Deine Obsession. Welche kann Dir keiner sagen. Aber es befreit Dich aus dieser Starre in der Du momentan bist. Du weisst wie Du sein willst - go!

B8on'nie Bwennentt


Auch Verständnis tut gut, also danke! @:)

Ich hätte auch gehofft, dass es mit der Zeit besser wird, aber ich befürchte, dass es in die Richtung Zwangsgedanken geht.

Ich hab mich ja schon bisschen informiert, was man da so machen kann und ich schaue nicht mehr auf sein Profil, habe schon vor über 3 Jahren alles gelöscht, was mich an ihn erinnern könnte, aber es reichen die Erinnerungen, die ich an ihn habe, um die meine Gedanken immer wieder kreisen.

Was könnte ich denn sonst noch machen?

B[onniOe qBenn+etxt


NotMichaelCaine

Auch dir dankeschön :)*

Bis auf das Berufliche, wo ich mich einfach nicht verwirklichen kann, weil ich 1. nicht so belastbar bin und 2. wegen meinen Kindern eingeschränkt bin, habe ich mich tatsächlich dahingehend verändert, dass ich mit mir allein sein kann. Dazu später mehr...

Danke jedenfalls für den guten Denkanstoß!

Blonnie rBennextt


Mich wühlt das ganze Nachdenken darüber sehr auf :°(

Vielleicht ist es auch, dass er immer ganz genau wusste, was er wollte. Er hatte ganz genaue Vorstellungen, die er strikt verfolgte, ohne Umwege.

Ja, ich kann mittlerweile gut mit mir alleine sein, so gut dass ich eine soziale Phobie entwickelt habe ":/ von einem ins andere Extrem...

Und ich habe nach wie vor keine Ahnung was ich will und wer ich bin. Ich eiere immer noch herum, einfach alles betreffend.

Ich hänge immer noch in der Depression und ertrage das Leben mehr als dass ich es genieße.

Meine Psyche hat den Wunsch nach Verbesserung/Veränderung an seine Person gebunden.

Ich weiß aber trotz jahrelanger Therapie und unzähliger Medikamente nicht, was ich machen soll/kann, um glücklicher zu sein. Ich stecke definitiv fest.

aPn _rxe


Bist du schon zu lange mit deinem Mann zusammen das du von deiner Ehe nicht mehr zehren kannst? Wenn ja, solltest du dein Problem dort mal in Angriff nehmen.

BLonn8ie Bepnnxett


Mir fällt momentan alles wahnsinnig schwer. Ich muss gut aufpassen nicht zusammen zu brechen, da die Arbeit, die ich momentan habe, sehr gut bezahlt ist und gute Arbeitszeiten hat. Die will ich nicht verlieren, das ist meine einzige Chance mich beruflich endlich zu etablieren.

Mein Mann und ich sind sehr lange schon zusammen und ich bin auch schon länger unglücklich in der Ehe (ich habe keine partnerschaftlichen, sondern nur noch freundschaftliche Gefühle für ihn). Während der Paartherapie und in meiner Einzeltherapie habe ich immer gesagt bekommen, dass ich das "Problem" bin.

Also ja, der Wunsch nach Trennung/Scheidung ist da, weil ich einfach nicht mehr kann. Mein Mann weiß aber alles von mir, setzt mich nicht unter Druck und unterstützt mich wo er kann. Alles was er will, ist, dass wir zusammen bleiben und da ich eh nicht weiß, was ich will, ob ich ohne ihn glücklicher wäre und weil es für die Kinder sicher schöner so ist, wie es jetzt ist, bleiben wir eben zusammen.

Ich kann ja auch nichts schlechtes über ihn sagen. Ich komm ja nur mit mir selbst nicht klar.

aKn_rxe


Was dir fehlt sollte klar sein. Mit dem einen darfst du nicht. Mit dem anderen kannst du nicht.

B`onni!e cBenxnett


So klar, so einfach, so wahr.

Bmon@nie Bfennetxt


Vor ein paar Stunden noch habe ich es klar gesehen.

Jetzt brechen die bisherigen Muster wieder durch.

"Ich darf meinen Mann nicht verlassen": Er ist ein herzensguter Mensch und hat das nicht verdient. Er hat nichts getan, was das rechtfertigt. ICH bin diejenige, bei der was falsch läuft. Zitat der Therapeutin "Ich kann ja nur keine Nähe zulassen". Zitat der anderen Therapeutin "Ich verwechsle Liebe mit Verliebtsein".

Außerdem sind die Eltern meines Mannes zu meinen Ersatzeltern geworden, da meine eigenen nicht für mich dasein können. Ich würde auch die Liebe meiner Schwiegereltern verlieren.

Ich würde meine ganze Familie verlieren und zerstören, nur weil ich mal wieder "Leidenschaft" spüren will...

Momentan würde ich mich lieber umbringen wollen, als meinen Mann zu verlassen. Und gleichzeitig würde ich doch gerne wissen, ob ich nicht zumindest eine Zeit lang glücklicher wäre, alleine, mich selbst findend. Oder irgendwann mit einem neuen Partner.

Aber ist das nicht verdammt egoistisch und selbstsüchtig? Und absolut unsinnig, zum Scheitern verurteilt? Wäre ich deshalb nicht eine furchtbar schlechte Mutter?

Ich weiß nicht, was ich will, ich weiß nicht, was gut für mich ist.

Aber ich weiß jetzt, dass sich dieser Kampf in mir in dieser Person, diesem Freund manifestiert hat. Und ich schätze, bis ich das nicht geklärt habe, wird mich das verfolgen, wird diese Obsession nicht aufhören.

a!n_8re


Guten Morgen Bonnie Bennett

Da du deinen Mann nicht verlassen kannst und er sehr verständnisvoll zu schein scheint, würde ich die Karten offen legen und ihm von deinem "Problem" erzählen. Dein Freund drückt nur aus was dir fehlt. Es könnte genau so gut jemand anders sein wenn du länger mit jemandem Näher zusammen bist.

Der übernächste Schritt wäre eine kurzfristige Trennung damit du deinen Mann auch mal wieder zu vermissen lernst.

Ne, egoistisch und selbstsüchtig bist du sicher nicht. Glaub mir, so wie dir geht es seeeehr vielen Menschen die dementsprechende Lösungen verfolgen oder halt im Sumpf steckenbleiben.

BHonnie 5Benxnett


Danke an_re, für deine Worte.

Aber die Katze beißt sich hier in den Schwanz.

Ich kann ihn nicht verlassen und er wird von sich aus auch nicht gehen.

Die Karten liegen auf dem Tisch, mein Mann weiß das alles, wir sprechen seit 4 Jahren regelmäßig und offen darüber.

Offene Beziehung/Ehe kommt für uns beide auch nicht in Frage, er würde da nur leiden und mich würde nur eine Affäre auch nicht glücklich machen.

Jetzt steck ich schon so lange im Sumpf fest, da kommt es auf ein paar Monate oder Jahre auch nicht drauf an.

Cdinn[amo\n4


Hallo Bonnie Bennett,

hier wurde zwar schon länger nix mehr geschrieben, aber deine Geschichte hat mich betroffen gemacht, weswegen ich dir schreiben möchte:

Aus meiner Sicht sind deine Therapeuten Idioten. Gut, ich war bei den Gesprächen nicht dabei und du kannst hier auch nur einen Ausschnitt liefern.

Deine Therapeuten sind aber definitiv NICHT dazu da, dir zu sagen, was für dich richtig und falsch ist! Deine Therapeuten sollten und müssten dir eigentlich helfen, deinen eigenen Weg zu finden.

Während der Paartherapie und in meiner Einzeltherapie habe ich immer gesagt bekommen, dass ich das "Problem" bin.

Das ist Blödsinn und ich hoffe einfach mal, dass das so nicht gesagt wurde und du das nur so durch deine depressive Brille zusammengefasst hast.

Zitat der Therapeutin "Ich kann ja nur keine Nähe zulassen". Zitat der anderen Therapeutin "Ich verwechsle Liebe mit Verliebtsein".

Das ist ebenso Käse. Von deiner Obsession hättest du doch Nähe zulassen können, nicht wahr? Therapeutin 1: Widerlegt. Und ich glaube eher, dass deine Therapeuten Leidenschaft mit Verliebtsein verwechseln, als dass du Liebe mit Verliebtsein verwechselst.

Also, liebe Bonnie:

Deine Gefühle sind gut und richtig und sie sind der Kompass, nach welchem du dich richten solltest. Sie sind das Einzige in deinem Leben, dem du immer bedingungslos vertrauen darfst. Wichtig hierbei ist in deiner speziellen Situation nur, dass du aus deinen Gefühlen nicht zu vorschnell Handlungen ableitest, da du halt depressiv bist. Allerdings solltest du auch nicht gar nicht handeln.

Depressionen treten selten völlig grundlos und losgelöst von den Umständen und deinem Umfeld auf. Ich vermute, dass du deine Bedürfnisse stark zurückstellst und unbefriedigt lässt. Das macht dich unglücklich. Und da du so unglücklich bist, weißt du auch gar nicht mehr, was deine wahren Bedürfnisse sind, die du erfüllen solltest. Das macht dich wiederum handlungsunfähig und noch unglücklicher. Ein Teufelskreis.

Das ist alles sehr verständlich, aber du musst da dringend raus!

Ich würde dir ja jetzt empfehlen, einfach mal eine Kur zu machen, wo du raus kommst. Aber vielleicht nix mit psychotherapeutischen Schwerpunkt, weil in Kliniken eher Stabilität als Veränderung bewirkt werden soll und das brauchst du ja eben nicht. Alternativ kannst du auch mal Schlafentzug probieren. Du stehst morgens auf und gehst erst am Abend des nächsten Tages wieder schlafen, machst also die Nacht durch. Gut ist es, wenn du jemanden hast, der das mit dir macht, damit ihr euch gegenseitig wach halten könnt. Wenn du es durchgehalten hast, sind die depressiven Symptome für einen kurzen Zeitraum, 12 - 48 Stunden, glaube ich, sehr stark gemildert. Das könnte dir auch helfen, abseits deiner Depression klarer zu sehen. Zu sehen, ob da z.B. noch Gefühle für deinen Mann sind und wenn sie das nicht sind, solltest du dich trennen! Und wenn erstmal nur zeitweise um zu sehen, was das mit dir und deiner Familie macht. P.S.: Ganz wichtig hierbei: Sollte dir der Schlafentzug helfen, mache es trotzdem nicht zu häufig! Das wäre ungesund. Erfahrungsgemäß würde ich dir empfehlen, das nicht öfter als 2 x im Monat zu machen.

Deine Obsession hat dir gezeigt, dass da noch Liebe in dir ist, dass da Leben und Leidenschaft in dir ist. Deshalb kannst du ihn nicht loslassen.

Sollte keine Leidenschaft und partnerschaftliche Liebe mehr für deinen Mann da sein, hast du Alles recht, zu gehen. Niemand hat eine Trennung verdient, dein Mann auch nicht. Aber es hat auch niemand verdient, in einer unglücklichen Beziehung auszuharren. Und sieh es doch mal so: Indem du dich trennst, gibst du auch deinem Mann die Chance, einen anderen Menschen zu finden, der ihn so zurückliebt, wie er es verdient. Und du gibst auch dir selbst die Chance, wieder echte Liebe und Leidenschaft zu finden.

Viel Glück @:) !

Jtu#li-Sbonne_


Kann es sein, dass du deinen Freund zu sehr idealisierst und je länger du keinen Kontakt zu ihm hast, umso schlimmer wird es? Viele idealisieren dann Personen und in Wahrheit wahr es gar nicht so perfekt usw.

Oder möchtest du aus der Ehe ausbrechen und du bist auf der Suche nach einem neuen Partner?

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