» »

Borderline-Austauschfaden! Wer möchte sich austauschen?

DPumVbo13 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen.

Ich habe die Diagnose bordaline bekommen. Leider kann ich damit recht wenig anfangen im Moment. Darüm eröffne ich hier den Faden. Vielleicht sind hier mehrer unter euch die sich austauschen möchte.

Für mich wäre es super. Denn ich habe die Diagnose dennoch weiß ich sehr wenig darüber und es ist leichter mit betroffenen darüber zu schreiben als Internet Seiten zu studieren.

Vielleicht bis bald :)_

Antworten
DvumboF13


Ich fange einfach mal ein wenig an.

Was macht ihr bei hoher Anspannung?

Hat jemand schon mal eine dbt Therapie gemacht ?

JQulxey


Hohe Anspannung: diverse Stresstoleranzskills.

DBT: ja, 4 mal.

sfchnecrke198x5


Hallo Dumbo!

Ich habe schon in deinen anderen Fäden mitgelesen / mitgeschrieben. :)_

Was macht ihr bei hoher Anspannung?

Mir hat Ablenkung immer recht gut geholfen: Puzzeln, Sudoku, med1... :=o

Oder mein Freund, der mich einfach in den Arm nimmt. Das schlägt von der Wirkung her jede andere Strategie um Längen! Außerdem habe ich eine Lorazepam-Bedarfsmedikation (die ich aber nur sehr selten beanspruche).

Hat jemand schon mal eine dbt Therapie gemacht ?

Nein, ich nicht. Ich habe bei einer psychoanalytischen Therapie angefangen (erste Anlaufstelle) und habe dann mit einer Verhaltenstherapie weiter gemacht. Die VT hat bei mir auf jeden Fall wirklich sehr, sehr viel gebracht. :)^

Für mich wäre es super. Denn ich habe die Diagnose dennoch weiß ich sehr wenig darüber und es ist leichter mit betroffenen darüber zu schreiben als Internet Seiten zu studieren.

Ich persönlich habe mich schon ein paar Jahre vor Therapiebeginn mit BL befasst (übers Internet, weil ich mal gucken wollte, warum ich mich selber verletze). Tja, damals fand ich die Diagnose auf mich üüüüüberhaupt nicht zutreffend. Mit der Zeit, im Verlaufe der Therapie, habe ich aber immer mehr eindeutige Verhaltensweisen feststellen können. Das kam einfach mit dem differenzierteren / klareren Blick auf sich selber.

Nach der Diagnose war es für mich nicht leicht, weil ich sozusagen das Gefühl hatte, dass alles, was ich über mich weiß, irgendwie Käse ist. Wie differenziert man zwischen "Borderline-Attitüde" und ernstgemeinter Ansage? Wo fange ich (als Charakter) an und wo hört die Diagnose auf?

Was ich beim Austausch mit anderen Betroffenen gemerkt habe:

- die meisten fühlten sich von Kindheit an "anders". Also nie durchschnittlich, sondern in der Rolle des Außenseiters / des Exoten

- viele haben frühkindliche Traumata erlitten oder hatten nie ein richtiges Elternhaus

- die Ausprägung (das heißt, die Weise, wie sich die Krankheit manifestiert) ist bei jedem sehr verschieden

- Therapien bieten Hoffnung

- mir selber geben - neben den Therapien - Medikamente die nötige Stabilität

- allgemein wird bei Borderline von einer unheilbaren Krankheit gesprochen, aber das stimmt einfach nicht. Logisch, die Ursachen (z.B. Missbrauch in der Kindheit) kann man nicht heilen, aber man kann damit leben lernen.

:)* :)* :)_ :)_ :)_ :)* :)*

acufIla[ufXforxm


die meisten fühlten sich von Kindheit an "anders". Also nie durchschnittlich, sondern in der Rolle des Außenseiters / des Exoten

Wird das dann zur selbsterfüllenden Prophezeiung? In der Schule (und vielleicht auch noch später) Aussenseiter, Mobbing-Opfer, weil man schon mit diesem "anders-" ("schlechter-"?) Gefühl an die anderen herantritt?

s"chnecske1h985


Wird das dann zur selbsterfüllenden Prophezeiung? In der Schule (und vielleicht auch noch später) Aussenseiter, Mobbing-Opfer, weil man schon mit diesem "anders-" ("schlechter-"?) Gefühl an die anderen herantritt?

Nein. Weil mir dieses "Anders-Sein" erst mit jahre- oder jahrzehntelangem Abstand wirklich bewusst geworden ist. Ich hatte ein starkes, sehr, sehr starkes Bedürfnis, mich anzupassen. Aber ich konnte es nie, eben wegen diesem "anders-Gefühl". Vielleicht besser ausgedrückt: Ich hätte es mir sooooooooo sehr gewünscht, dass ich Freunde mit nach Hause bringen kann. Aber ich wusste - das geht nicht oder nur seeehr eingeschränkt. Weil meine Mutter keine Fremden im Haus wollte, weil ich (diffus) spürte, dass meine Familie nicht "normal" war.

Anders ist ja auch nicht gleich schlechter. Anders meint nur "abweichend von der Norm".

s.chn4ecke1k985


PS: selbsterfüllende Prophezeiung deute ich eher als Zustand, der eingenommen wird, weil man aus dem Inneren heraus eine fiktionale Rolle einnimmt. Meine Rolle war nie fiktional, ich wusste, was geht und was nicht. Irgendwann schon im Voraus, ohne die Personen nochmal gezielt danach zu befragen.

a_ufrlaufxform


hat mich an mich selber erinnert (und tuts jetzt auch wieder).. "ich wäre gerne wie ihr aber ich bin es leider nicht". Dabei wird man "suchend", und damit schwach und ein leichtes Opfer für Aussenseiterrollen. Ich dachte jahrelang, "Schäden sind durch Schul-Mobbing entstanden" aber mir ist dann irgendwann klargeworden, dass die bereits auch eher ein Symptom waren und der wahre Schaden schon vorher entstanden war, eben weil ich mit diesem "ich bin irgendwie anders"-Gefühl rumgelaufen bin.

Ich hab mich auch die ganze Zeit anders verhalten, ich war nicht dabei, ich gehöre nicht dazu, ich mache "normale Dinge" nicht, ist ja auch ganz klar, ich bin ja auch halt anders..

sTc0hnecke$1985


Hm, bei mir hat das Mobbing definitiv richtig, richtig viel Schaden angerichtet.

Vorher (also vor Schuleintritt) war ich sehr isoliert, kein Kontakt mit Kindern / Lebensentwürfen außerhalb der eigenen Familie. Natürlich war das Mobbing daher irgendwie inhärent (ich war die einzige, die nicht im Kindergarten war), aber vor diesem Kontakt zur Außenwelt war ich das glücklichste Kind auf der Welt. x:) x:) x:)

Der Schuleintritt brachte mich nicht nur in die erste richtige soziale Interaktion mit Gleichaltrigen (und daher stammen auch viele Probleme), sondern mit fortschreitendem Alter bekam ich auch immer mehr von der Dysfunktionalität im Elternhaus mit.

Ich glaube, der Vergleich mit anderen ("normalen" oder "besseren" Sozialstrukturen) erschafft ja auch Vergleichsmöglichkeiten und damit Leiden.

Anders-Sein bei mir: Intellektuelle Interessen, Jungs-Hobbies, riesige Familie (vs. zwei-Kinder-Haushalt), Beruf meiner Eltern, Förderung von sozialen Kontakten außerhalb des Elternhauses, Wohnort (isoliert vs. zentral) usw. usw.

aouflaufUforxm


bei mir hat das Mobbing definitiv richtig, richtig viel Schaden angerichtet

Ohne jeden Zweifel! Bei mir auch. Aber es ist halt nicht die "Primär-Ursache", was ich aber lange Zeit dachte. Eigentlich ist es der Super-Gau. Man ist schon angeknackst und kommt dann so richtig unter die Räder. Und dazu kommt, und das war das allerschlimmste, in solchen Situationen keinerlei Rückhalt im Elternhaus sondern die implizite Ansage, dass ich daran (aufgrund meiner allgemeinen Minderwertigkeit) auch noch selber schuld sei.

Vermutlich gibts genau dieses Muster wie Sand am Meer.

das glücklichste Kind auf der Welt

Ja, ich auch, funktionierend im symbiotischen System der Eltern. Nur leider dadurch nicht kompatibel zur sonstigen menschlichen Gesellschaft. Ich hab jahrelang gedacht "warum kann es mit anderen Kindern nicht auch so nett sein wie mit meinen Eltern, mit denen komme ich doch immer gut klar".

mit fortschreitendem Alter bekam ich auch immer mehr von der Dysfunktionalität im Elternhaus

Jo, und auch von der eigenen, daher rührenden, oder?

Djumubo1x3


Hallo zusammen.

Danke für eure Kommentare hier. Ich war leider länger hier nicht online. Hatte viel um die Ohren. Selber mit mir viel zu kämpfen in den letzten Tagen und dann hätten wir auch noch ein Wasser Schaden was jetzt noch viel Ärger macht.

Ich war heute bei meiner Hausärztin und habe ab heute noch ein weiteres Bedarfs Medikament bekommen. Jetzt kann ich noch 5 mg Diazepam nehmen. Kennt jemand das Medikament ?

Sie meinte heute wieder zu mir ob ich es nicht für besser halte wieder in eine Klinik zu gehen?!? Und ich weiß gar nicht warum. Also doch. Ach keine Ahnung.

oder mein Freund der much einfach in den Arm nimmt

Das hätte ich auch gerne. Also er nimmt mich in den Arm aber ich fühle mich dadurch nicht besser. In der Klinik hatte ich ein mitpatienten der das auch immer gemacht und es hat gut. Vllt weil er einfach merkte wann es richtig ist und wann nicht. Das schafft mein Freund nicht.

allgemein wird bei bordaline von einer unheilbaren Krankheit gesprochen

Ist das denn anders ?

Also ich habe die Diagnose bekommen und sie steht jetzt bei mir seit 4 Wochen. Aber man hätte die Symptome schon vorher wusste sie nur nicht ein zu ordnen. Jetzt seitdem ich die Diagnose habe finde ich es aber noch schwere damit zu leben. Wenn ich jetzt weiß das ich nie wieder ohne Anspannung leben kann das ist für mich unvorstellbar. Ich möchte so nicht leben. Ja ich weiß nicht wie es weiter gehen soll. Ich hatte letze Woche wieder so ein Tief das meine anspannt sehr Hock war und ich nicht mehr leben wollte.

Mobbing

Also ich war auch ein Außenseiter. Ich war auch eher das masweib wenn ich es so sagen darf. Ich habe Fußball gespielt. Hatte kurze Haare und Klamotten waren mir egal. Deswegen würde ich auch ein wenig schief angeguckt aber ich würde es nicht als Mobbing bezeichnen. Ich hatte immer Freunde in der Klasse. Die waren auch etwas anderes und das war gut so. Ich bin nie im Strom mitgeschwommen sonder in eine andere Richtung. Bei mir lag es einfach alles nur am Elternhaus.

Ich frage mich auch wie ich je wieder arbeiten soll. Ich habe davor auch ganz normal gearbeitet aber ich wusste einfach mit den Symptomen nichts anfangen sie waren da und es war so. Aber jetzt sieht man das alles ein wenig anderes wie sieht es bei euch mit arbeiten aus?

Webkante lebt ihr mit der Diagnose ?

Könnt ihr euch echt alle vorstellen ein Leben damit zu verbringen?

Danke euch :)_ :)_

Jnulexy


Ist das denn anders ?

Definitiv! Wie schnecke schon schrieb: man kann damit leben lernen. Ich bin jetzt seit fast 9 Jahren in Behandlung und mir geht es echt besser. Man muss halt Geduld haben ;-) Und hart an sich arbeiten. Hilfe annehmen. Wenn ich bedenke, dass ich vor 2 Jahren noch geschlossen untergebracht war (insgesamt war ich 1,5 Jahre am Stück da) und jetzt in meiner eigenen Wohnung lebe, mich kaum mehr verletze und wenn dann nur sehr oberflächlich, mich so schnell nichts mehr aus der Bahn wirft (früher reichten Kleinigkeiten und ich wurde total instabil. Jetzt momentan halte ich körperliche Leiden + OP vor 1 Monat echt gut aus, noch vor einem halben Jahr musste ich nach einer anderen OP in die Psychiatrie weil es mich total aus der Bahn geworfen hat usw. Und auch die Weihnachtszeit, die mich immer total zurückgeworfen hat, halte ich momentan scheinbar ganz gut aus. :)^ (auch wenn in diesem Forum hier einige der Meinung sind, dass sich bei mir nichts verändert hat in den letzten Jahren %-| meine Helfer vor Ort und ich sind anderer Meinung!)

Zum Diazepam: Vorsicht und nur in absoluten Notfällen nehmen, macht sehr schnell sehr abhängig!

aHufla;uffiorxm


Hm, ist "borderline" denn nicht eh ein eher schwammiger Begriff, und keine trennscharfe Diagnose? Die Symptome sind ja auch sehr weit gefächert und gehören alle irgendwie in den Kontext "allgemein emotional nicht sehr stabile Persönlichkeit". Von daher - also, es ist auch nur ein Wort, mehr nicht. Oder ist der Stand der Forschung da mittlerweile weiter?

Ich schreib hier ja auch ab und an, obwohl es bei mir keine deratige Diagnose gibt, aber ich empfinde ich ab und an durchaus "borderlinig angehaucht", ich kenne auch relativ häufig das Gefühl von Anspannung, vor allem meistens eigentlich völlig ungerechtfertigt in Anbetracht der Auslöser , und komme schlecht mit alleine sein klar, "Trennungen" gehen gefühlt viel tiefer als sie rational gesehen sind, bereits einen Tag mal alleine verbringen löst irgendwas aus, was eigentlich nicht sein sollte.

Man liest ja oft, dass Anspannung ein Kernsymptom ist - geht es euch auch entsprechend? Häufig dieses düstere, unangenehme, nervös-angespannte Gefühl, als hätte man andauernd Zahnarzttermine oder Prüfungen vor sich, obwohl gar kein Auslöser zu erkennen ist? Bei mir gibt es zumindest immer Auslöser, aber die sind in der Regel banal und lösen sowas bei "normalen Leuten" nicht aus.

E"hemaliiger vNutzexr $(#52x8611)


@ Schnecke1985:

Nein. Weil mir dieses "Anders-Sein" erst mit jahre- oder jahrzehntelangem Abstand wirklich bewusst geworden ist. Ich hatte ein starkes, sehr, sehr starkes Bedürfnis, mich anzupassen. Aber ich konnte es nie, eben wegen diesem "anders-Gefühl". Vielleicht besser ausgedrückt: Ich hätte es mir sooooooooo sehr gewünscht, dass ich Freunde mit nach Hause bringen kann. Aber ich wusste - das geht nicht oder nur seeehr eingeschränkt. Weil meine Mutter keine Fremden im Haus wollte, weil ich (diffus) spürte, dass meine Familie nicht "normal" war.

Und mal wieder lese ich ein Post von dir und muss feststellen, dass ich das so auch erlebt habe... Kommt bei dir öfter vor. :°(

Allerdings war ih im Kindergarten. Sogar schon in der Kinderkrippe (mit 6 Monaten rein).

Krass. Aber ist trotzdem gut zu wissen, nicht die einzige zu swin, die soetwas erlebt hat.

@ auflaufform:

(Cooler Nickname!)

Und dazu kommt, und das war das allerschlimmste, in solchen Situationen keinerlei Rückhalt im Elternhaus sondern die implizite Ansage, dass ich daran (aufgrund meiner allgemeinen Minderwertigkeit) auch noch selber schuld sei.

Wie bei mir. Meine Mutter immer so: "Was hast DU jetzt wieder gemacht?"

Ich: "Garnichts Mama, der Junge hat mir einfach so die Nase gebrochen" (ich war voller Blut)

Mutter: "Wie soll ich DAS (zeigt auf den Blutfleck auf der Jacke) je wieder raus bekommen.

JXulexy


@ auflaufform

Man liest ja oft, dass Anspannung ein Kernsymptom ist - geht es euch auch entsprechend? Häufig dieses düstere, unangenehme, nervös-angespannte Gefühl, als hätte man andauernd Zahnarzttermine oder Prüfungen vor sich, obwohl gar kein Auslöser zu erkennen ist

Ja also mir geht es zumindest oft so. Ich versuche dann meist, den Auslöser zu finden, aber oft ohne Erfolg. Ok, das ist mit den Jahren auch besser geworden... Ist wohl doch was dran an der These, dass Borderline mit zunehmenden Alter besser wird ;-)

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH