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Soll ich die Therapeutin wechseln?

wkasianxet hat die Diskussion gestartet


Hallo, Ich bin 17 und gehe seit 1 1/2 Jahren zur Therapie. (immer dieselbe). Ich leide unter massiven Angststörungen, Zwangsstörungen,... Damals als ich das erste mal zur ihr ging war ich in der Hoffnung sie könnte mir helfen, damit ich wieder normal zur Schule gehen könnte. (Habe es damals nur unregelmäßg zur Schule geschafft). Sie war zwar freundlich, aber es dauerte eine Zeit bis ich mich wohl fühlte. (Damit meine ich nicht, dass ich eine Zeit brauchte aufzutauen, ich war von anfang an offen und konnte problemlos über alles sprechen) Sie "versprach" mir, dass es kein Problem sei und so wie sie mich einschätzt ich LOCKER nächstes Jahr meine "Probleme" los sei oder zumindest mein Schulproblem gelöst sei. Das beruhigte mein Misstrauen und ich ging anfangs 2x die Woche zur Therapie (6 Monate) und dann redurzierten wir es auf 1x. Ich kam zu jedem Termin.

Und jetzt das Update -> 1 1/2 Jahre später... ich musste die Schule abbrechen und kann nicht einmal mehr alleine zum Supermarkt um die Ecke. Ich mache dafür sicher nicht alleine meine Therapeutin verantwortlich. Das hat sicher auch mit mir und den Umständen zu tun. Aber ich hätte mir schon irgendwie erwartet, dass es Berg auf gehen würde...

Ich weiß das ist die TV Welt aber im Fernsehen sehe ich immer wie der Therapeut den Klienten Aufgaben gibt, ihnen Fragen stellt und mit ihnen wirklich arbeitet. Ist das normal? Sollte es so sein? Denn meine Therapeutin macht nichts.

Hier ein Ablauf meiner Stunde (immer so) Ich komme hinein, sie fragt wie es mir geht. Ich erzähle ihr was in der letzten Woche passiert ist. (Meine Probleme haben elterlichen Ursprungs) also erzähle ich von Vorfällen in der Woche in Bezug meiner Eltern. Und das wars. Dazwischen wirft sie immer Sätze ein wie "Aber ich finde du hast das alles GANZ TOLL hingekriegt. Trotz der Umstände." "Und wie fühlst du dich dabei?" "Da muss es dir doch mies gehen oder?" "Das klingt furchtbar ABER ich finde trotzallem bist du SUPER und SO intelligent geworden." 95% der Stunde erzähle ich nur und 5% fragt sie mich sowas und das wirklich JEDE Stunde? Müsste sie nicht langsam wissen wie es mir in solchen Situationen geht?

Soll das so sein? Ich meine wozu habe ich da einen Therapeuten? Das kann ich auch meiner Freundin erzählen. Die sagt dann dasselbe. Nur bezahl ich der nicht 60€.

Außerdem bin ich jetzt umgezogen und mein neuer Wohnort ist sehr weit weg von ihr. Soll ich die Therapeutin wechseln? Eigentlich ist sie ja ganz nett. Nebenbei: Sie ist nichteinmal auf jugendliche spezialisiert sondern auf Schwangere. Außerdem würde es ja wieder ur lang dauern bis die/der neue mich kennengelernt hat und meine Lebensgeschichte kennt. Ist jede/r Therapeut/in so?

Geht jemand von euch auch in Therapie? Wie läuft eure Stunde ab? :-)

Antworten
S|upnfl/o;wer_x73


Ich berichte mal von der "anderen" Seite... ;-)

Aufgaben: Das hängt vom Therapieverfahren ab. Wenn Du so etwas möchtest, ggf. auch Übungen in Begleitung, dann musst Du eine Verhaltenstherapie machen. Die läuft genauso ab. Andere Verfahren (Tiefenpsychologie, Psychoanalyse) arbeiten eher an tieferliegenden Mustern und Erkenntnis und hoffen, dass sich die Symptome darüber indirekt von alleine auflösen. Bei Zwangsstörungen sieht die Beweislage für VT aber am besten aus.

Abbruch/Wechsel: Allein aufgrund der neuen Distanz wäre ein Wechsel gerechtfertigt. Ggf. mit Wartezeit auf einen neuen Therapieplatz (könnte der evtl. durch Klinik/Tageslinik überbrückt werden?). Da müsstest Du überlegen und schauen. Ggf. könnte man die Wartezeit durch einen Therapeuten ohne Kassenzulassung via "Kostenerstattungsverfahren" verkürzen.

Was man auch sagen muss:

1. Versprechungen sind eher unseriös. Es ist aber ein feiner Grat zwischen Ermutigen/Hoffnung machen und unrealistischen Versprechungen.

2. Man muss ggf. auch erkennen, dass eine ambulante Therapie nicht intensiv genug ist, ega welches Verfahren und welcher Therapeut. Das gibt es, aber dann sollte der Therapeut da deutlich werden und betonen, dass MEHR Therapie nötig ist. Ich habe immer wieder Patienten, die ich quasi in die Klinik schicke. Die dann mit ersten Erfolgen wiederkommen, auf denen wir dann toll aufbauen und weitere Fortschritte erzielen können.

3. Wie offen bist Du bzgl. Deiner Unzufriedenheit? Forderst Du gezieltere Hilfe? Deiner Schilderung nach ist der Part der Therapeutin etwas zu gering (wobei: Welches Verfahren ist es?). Das Lob, was kommt, aber durchaus nicht unangemessen. Aber so ein bisschen an der Realität vorbei (würde aber zu TP/PA passen: Positive Veränderungen kommentieren/bemerken, weil es um die geht und eben nicht um die Symptome, die DIR das Leben schwer machen. Vereinfacht formuliert.)

Das erstmal kurz & knapp... bzgl. Wechsel stellt sich dan die Frage, wie viele Sitzungen noch vorhanden sind bzw. bewilligt werden könnten bis zum Erreichen der Obergrenze und ob ggf. ein Verfahrenswechsel in Frage kommt.

w+asiKnet


@ Sunflower_73,

Meine Therapeutin ist nicht auf Kasse, eine neue Therapeutin zu finden wäre für mich weniger das Problem, eher, dass ich von neu anfangen müsste.

Ich denke meine Therapeutin verwedet das Verfahren Tiefenpsychologie, das würde am ehesten noch zu treffen.

Mir wurde bereits damals (von Ärzten) ein ambulanter Aufenthalt empfohlen, was ich aber abgelehnt habe, da ich damals noch zur Schule ging und ich nicht mit anderen Jugendlichen zusammen sein wollte.

Aber eigentlich möchte ich auch jetzt auf keinen Fall in eine Klinik.

Meine Zwangsstörung hat sich gebessert, da ich meine Zwänge eigentlich nur wegen der Schule machte. Ich habe nur mehr hin und wieder Ticks. Es belastet mich eher meine Angststörung. Da ich nirgens hin kann und sozusagen auf andere angewiesen bin.

Ich bin nicht offen mit meiner Unzufriedenheit weil ich nicht gern den Mund aufmach...ich sage zwar dass ich finde, dass es nichts bringt, darauf reagiert sie aber nur indem sie sachen sagt wie "Du bist trotzig" oder "Wir haben schon so viel geschafft"

Wir haben uns keine bestimmte Zahl an Sitzungen ausgemacht, am Anfang haben wir ein Jahr gesagt, da bin ich aber schon drüber.

S_unflotwerz_7x3


1. Für Angststörungen gilt dasselbe wie für Zwänge, was die Effektivität von Therapieverfahren betrifft.

2. Gerade als offensichtlicher Selbstzahler solltest Du mehr über das angewandte Verfahren wissen.

3. Und gerade für Selbstzahler sollte man sich (zunächst) an den Vorgaben bzgl. Sitzungsanzahl/Therapiedauer orientieren, die auch für von Kassen/Versicherungen finanzierte Therapien gelten. Sonst droht alles zu so einer endlosen Sache zu werden, oder "Pseudo-Freundschaft". Therapie ist ein Arbeitsbündnis auf Zeit, und das sollte man auch mit Selbstzahlern so handhaben.

w^asin-et


Okay danke für die Info.

Dann werd ich mich informieren

Wir hatten ein Jahr vereinbart. Doch da alles schlimmer wurde haben wirs verlängert.

Freundschaft verbinde ich nicht mit dieser Frau. Ich freue mich weder auf eine Sitzung noch fühle ich mich nach einer besser. Ich denke ich werde wechseln.

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