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Langeweile ist tödlich

TGechR76 hat die Diskussion gestartet


Guten Abend

ich beobachte an mir seit längerem das ich bei langeweile kaputt gehe. Langeweile kommt schon auf wenn Routine im Leben ist.

Wenn ich nicht irgend etwas habe, was das "Aufregungslevel" anhebt, wirkt sich das auf meine Laune extrem aus.

Das kann bis zu Anzeichen einer Depression gehen.

So richtig los ging es beim Bungeespringen vor Jahren. Der Kick dabei war so extrem (bis dahin hab ich noch nie solch intensive Gefühle gespürt), hat aber wieder nachgelassen mit der Zeit. Dann war ich Fallschirmspringen weil ich dachte wenn Bungee so viel ausgelöst hat, was wird dann erst in noch größerer Höhe passieren? War aber nicht der hit, es hat das Gefühl gefehlt... hmmm... ich find die Gefahr war nicht real. Beim Springen mit Seil an den Beinen ist der Boden sichtbar beim Absprung, beim Fallschirm nicht.

Ich geh Tauchen. Je tiefer es geht je wohler fühl ich mich. Gedanke an die Gefahr, die besteht je tiefer es geht, kommt nicht direkt (aber evtl unterbewusst?). ich hab aber das Gefühl wenn es nicht an die Grenzen geht, dann zählt es nur halb...

dann arbeite ich im Aussendienst, wenn ich nach Hause fahr fühl ich mich am wohlsten bei Nacht, >200km/h und extrem laute Musik. Da kommen Glücksgefühle auf die ich im normalen Leben nicht spür.

Ab und zu muss ich beruflich ins Ausland. Ich geh nicht nach Österreich, ich geh freiwillig in Gebiete wo keine Fahrt mit dem Auto ohne Polizeischutz stattfindet. (es fehlt etwas wenn diese Reisen nicht regelmäßig stattfinden).

Mit meiner Freundin möchte ich eine Familie gründen und hab Angst dass ein bodenständigeres Leben, was mit Kind aber wichtig wäre, mich und die Beziehung zerstören wird.

Kann das jemand aus eigener Erfahrung nachvollziehen?

Und wenn ja, wie seit ihr damit umgegangen?

Gruß und einen schönen Abend

Antworten
wMeihnIacht]ssXterxnchen3


Klingt auf jeden Fall so, als hättest du dich schon so an diese Kicks gewöhnt, dass du den "Normalzustand" schon als öde empfindest... Dann fällt man natürlich insgesamt tiefer. Aber wie man das lösen könnte.. tja. Keine Ahnung.

mIistyFmounntaixns


Ich kann dir ein bisschen nachempfinden. Ich stehe zwar nicht auf echte Gefahr oder Angst haben und Bungee jumping oder Fallschirmspringen reizen mich auch nicht unbedingt... aber ich komme gerne an meine Grenzen und ich stelle mich immer wieder meinen Ängsten und mag dieses Glücksgefühl, wenn man es dann geschafft hat / es vorbei ist. Ich mag es auch ganz gerne ruhig aber hin und wieder liebe ich schon so einen Adrenalinkick.

...fühl ich mich am wohlsten bei Nacht, >200km/h und extrem laute Musik. Da kommen Glücksgefühle auf die ich im normalen Leben nicht spür.

das kenn ich, geht mir auch oft so..

Routine finde ich einerseits gut und auch im gewissen Maß erstrebenswert aber als alltäglicher Trott kann sie ein echter Trauerkloß sein.. Bei geregelten Arbeitszeiten freue ich mich zwar über meine gewonnene Freizeit (die ich planen und gestalten kann), aber ich zähle die Tage bis zum Wochenende. Ist jeder neue Tag anders als der Letzte, gibt mir das neue Motivation und Antrieb, aber mir fehlt die Zeit für einige wesentliche Dinge.. und irgendwann fühle ich mich dann so.. rastlos.

Ich bin jetzt über 30... dachte mit 30 hab ich schon das erste Kind.., Familie.. und das ist auch immer noch mein Plan :)z aber ich mache mir schon auch Sorgen, was das dann für ein Leben sein wird und ob ich damit zurecht komme. Ob ich mit einem Kind nicht überfordert bin, während ich geistig total unterfordert bin. Ob ich mich mit Kind und muttigerechtem Job nicht total langweile...

Ich mag verrückte, spontane Aktionen, ich mag Outdooraktivitäten und Partys und ich bin grundsätzlich für jeden Scheiß zu haben. In meinem Kopf (und wahrscheinlich auch in der Realität) beißt sich das mit einem Familienleben.

Also nein, einen Rat kann ich dir nicht geben..

:)D

T7ech7x6


das Gefühl über die bisherigen Grenzen gegangen zu sein kenn ich ja . Aber was mich auch beunruhigt, das Glücksgefühl hält immer weniger an. Früher konnte ich davon zehren. Heute... heute reicht ein Augenzwinkern und es ist weg.

Wenn es ab und zu mal reichen würden den Adrenalinspeicher zu füllen, dann wäre das ja kein Problem. Aber ich habe gerade das Gefühl er müßte nicht sporadisch, sondern dauernd gefüllt werden weil die Talfahrt sonst zu extrem wird...

In der Arbeit ist es schon so weit das ich mir sicher bin wenn ich keine Herausforderungen mehr habe, dann muss ich mir über kurz oder lang was neues suchen.

Denkst Du bist mit einem Kind überfordert oder bist mit der Situation überfordert dass das jetzige Leben so nicht weitergehen kann?

m.istymounztainxs


Aber was mich auch beunruhigt, das Glücksgefühl hält immer weniger an.

Vielleicht liegt das bei dir daran, dass es keine neuen Aktiväten sind, sondern Dinge, die du schon gemacht hast und kennst? Oder du bist schon süchtig nach Adrenalin?

Bei mir ist es jedenfalls nicht so extrem, ich finde auch, dass ich schon ruhiger geworden bin. Also ich bin allgemein eine ruhige, entspannte Person (schon immer), aber ich war früher wirklich non stop auf Achse. Ich glaube ich brauche mit dem Alter einfach mehr Erholungsphasen ;-D

In der Arbeit ist es schon so weit das ich mir sicher bin wenn ich keine Herausforderungen mehr habe, dann muss ich mir über kurz oder lang was neues suchen.

Meinst du allgemein eine neue Herausforderung oder eine Tätigkeit verbunden mit neuen Adrenalinkicks?

Denkst Du bist mit einem Kind überfordert oder bist mit der Situation überfordert dass das jetzige Leben so nicht weitergehen kann?

Ein bisschen von Beidem. Windeln wechseln und füttern stell ich mir nicht soo spannend vor, ein Schreibaby könnte mir glaube ich auch echt an die Nieren gehen ;-D und Gespräche über Babys und Erziehung sind auch nicht so meins^^ (Kinder mag ich natürlich schon ;-D )

Und klar würde sich mein Leben verändern, ich habe keine Probleme meine Freizeit mit spannenden Dingen zu füllen (ob ich das mit Kind noch schaffen würde, steht auf einem anderen Blatt), aber beruflich brauche ich eben auch eine Herausforderung und da siehts mau aus. Ich brauche immer Herausforderungen in meinem Leben, die mich geistig und körperlich auslasten. Kind ist auch eine Herausforderung... aber halt eine andere...

Wie steht denn deine Partnerin so zu Adrenalinkicks?

mEistnymountaxins


Also ich mag diesen positiven Stress, dieses "unter Strom sein", hin und wieder Adrenalinkicks und gleichzeitig gefordert sein. Mit Kind bin ich wahrscheinlich nur gestresst und im Alltagstrott drin ;-D

Pqerhle~79


hallo tech *:) ;-D

kennst mich noch? ;-) wie geht es dir?? meine fresse, ich war ewig nicht mehr hier.....

ich bin zwar kein adrenalinjunkie, aber habe Familie und bin derzeit immer noch vollzeitmama. die grosse wird nächsten Monat 7 und geht in die 1. klasse und die kleine ist 3 und noch zuhause. ich bin seit längerem auf arbeitssuche, da ich sehr gerne wieder 1-2 tage arbeiten möchte. mal was anderes, einen ausgleich und nicht nur immer Kinder und haushalt. und natürlich einen zusätzlichen Batzen verdienen ;-)

ich könnte mir vorstellen, dass es für eine frau, die ein aufregendes leben führt, wo immer etwas läuft und man gefordert wird, es bestimmt schwieriger sein wird irgendwann mal "nur" noch für die Familie da zu sein. zumindest am anfang, wenn das Kind noch klein ist. es bindet einem halt schon an zuhause, man ist nicht mehr so flexibel und der Tagesablauf richtet sich mehr ode weniger nach dem Kind. je nachdem ob man noch grosseltern in der nähe hat, die mal auf das Kind aupassen. ich denke, es ist wichtig, dass man sich immer wieder kinderfreie Zeiten schafft für sport, freunde, ausflüge....egal was. dieser ausgleich ist wichtig, dass einem zuhause nicht die decke auf den kopf fällt.

für dich, lieber tech, ist es vielleicht etwas einfacher, da du ja nicht zuhause bist, sondern arbeitest. du hast wohl die grössere Abwechslung und kannst dir trotz Familie noch irgendwo zeit freischaufeln für sport oder sonstwas. natürlich will auch deine Freundin/frau deine Unterstützung zuhause. und wer weiss, vielleicht merkst du ja, dass es gar nicht so langweilig ist, wenn du dich um dein Kind kümmerst, mit ihm spielst, mit ihm spazieren gehst, ihm laufen oder fahrradfahren beibringst..... das alles erfordert auch viel ausdauer ;-) und wenn du merkst, dass dein Kind zu dir aufschaut, dich bewundert und dir zeigt wie sehr es dich liebt....glaub mir, das ist ebenfalls ein adrenalinkick x:) ;-)

was ist denn deine Freundin für ein typ? auch so ein energiebündel?

*:)

G_.Tiretxen


das Gefühl über die bisherigen Grenzen gegangen zu sein kenn ich ja . Aber was mich auch beunruhigt, das Glücksgefühl hält immer weniger an. Früher konnte ich davon zehren. Heute... heute reicht ein Augenzwinkern und es ist weg.

Wenn es ab und zu mal reichen würden den Adrenalinspeicher zu füllen, dann wäre das ja kein Problem. Aber ich habe gerade das Gefühl er müßte nicht sporadisch, sondern dauernd gefüllt werden weil die Talfahrt sonst zu extrem wird...

In der Arbeit ist es schon so weit das ich mir sicher bin wenn ich keine Herausforderungen mehr habe, dann muss ich mir über kurz oder lang was neues suchen.

Denkst Du bist mit einem Kind überfordert oder bist mit der Situation überfordert dass das jetzige Leben so nicht weitergehen kann?

Tech76

Da würde ich mir dringend mal Hilfe suchen, das ist nicht normal.

Du kannst dich ja nun nicht ewig in halber Lebensgefahr befinden, um noch etwas zu fühlen. Das ist ja auch schon wie eine Sucht bei dir. Mit deinem Gefühlsleben stimmt etwas nicht.

Bbeh2inwd Theu S*cenxes


Ich geh Tauchen. Je tiefer es geht je wohler fühl ich mich. Gedanke an die Gefahr, die besteht je tiefer es geht, kommt nicht direkt (aber evtl unterbewusst?). ich hab aber das Gefühl wenn es nicht an die Grenzen geht, dann zählt es nur halb...

dann arbeite ich im Aussendienst, wenn ich nach Hause fahr fühl ich mich am wohlsten bei Nacht, >200km/h und extrem laute Musik. Da kommen Glücksgefühle auf die ich im normalen Leben nicht spür.

Das geht mir ganz genauso. Ich tauche auch, und unter 250 PS will ich kein Auto haben. Es muss immer extrem sein, sonst wird mir auch schnell langweilig. Extreme Situationen reizen mich einfach, weil ich wissen will, ob ich sie meistern kann. Normalität langweilt mich. Vor Jahren hatte ich die fixe Idee, in die Fremdenlegion zu gehen, weil ich dachte, nur dort finde ich den Adrenalinkick, den ich regelmäßig brauche. Na ja, ich hab den Gedanken aber irgendwann verworfen, weil ich nicht alle Brücken hinter mir abbrechen wollte. Dennoch, die Sehsucht bleibt.

Ich weiß aber nicht, wie ich dieses Mangelempfinden in den Griff bekommen soll. Ichgendwie bin ich rastlos und wäre gern immer unterwegs, aber der Job verbietet das leider, gerade deswegen, weil er extrem gut bezahlt wird.

In welchem Land musst Du denn im Moment mit Polizeischutz unterwegs sein? In den meisten Ländern, in denen das erforderlich ist, würde ich mich auf die staatliche Polizei nicht verlassen... aber vielleicht macht ja gerade das den Kick aus...

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