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Inneren Druck runterfahren

EIheImaligejr Nutzer u(#5801I0x2) hat die Diskussion gestartet


Hallo Zusammen,

ich habe mich hier extra angemeldet und bräuchte mal einen Rat. Mir geht es momentan nicht gut, ich bin vollkommen überlastet und kein bisschen stressresistent. Ich habe seit 3 Tagen enorme Probleme zu schlafen und fühle mich "daueraufgeregt". So als hätte ich eine Prüfung vor mir, nur vollkommen irrational und irgendwie noch schlimmer. Die Gründe dafür kenne ich, glaube ich. Es war einfach alles ein bisschen zu viel, in den letzten 3 Jahren, aber auch schon vorher. Ich lese gleich mal den Skills-Faden, wollte mir das aber einfach mal von der Seele schreiben und wäre froh, wenn ihr mir konkrete Tipps geben könntet, wie man diesen inneren, unerträglichen Druck wegbekommt und wieder zu Schlaf findet. {:(

Antworten
g)aLlWaxyxs


Ich kenne das sehr gut. Ich hatte das sehr lange, es ist immer schlimmer geworden, irgendwann habe ich dann wegen jedem Blödsinn angefangen zu weinen und konnte nicht mal in normalerweise schönen und lustigen Situationen abschalten. Es war ein richtiger Zwang an alle Probleme zu denken und ich war nur mehr unruhig und weinerlich. Ich war dann bei der Psychologin, die eine akute Belastungsreaktion diagnostizierte, was später noch in Depression umgeändert wurde.

Schlepp es nicht so lange rum, hol dir Hilfe. Geh zum Psychologen, lass dir eine Diagnose geben mit Empfehlung/Überweisung zur Psychotherapie. Das hilft wirklich, wenn man seine Probleme mal bei einer fremden, unbeteiligten Person los wird. Eventuell wird dir auch der Besuch beim Psychiater empfohlen, um über die erste schlimme Phase hinweg zu kommen, so dass du zumindest wieder schlafen kannst.

Es war schon mal ein guter erster Schritt das nieder zu schreiben, auch das hilft. Aber irgendwann gibt es einen Punkt wo man auch Hilfe suchen sollte und der Punkt ist eigentlich dann, bevor man richtig am Boden ist, so weit sollte man es nicht kommen lassen.

Es ist auch gut, wenn du den Auslöser kennst, das ist ein guter Start um diese Probleme dann auch in einer Therapie aufzuarbeiten.

Ebhemali(gezr Nujtzer (x#580102)


Danke für deine Antwort. @:)

Ich habe mich gestern abend noch per Mail an eine Psychologin gewandt. Ich fühle mich in erster Linie überreizt und gereizt, aufgeregt und ja mittlerweile heule ich auch die ganze Zeit. Das ist eigentlich nicht sehr typisch für mich. Aber diesen Zwang an alle Probleme zu denken, kenne ich auch. Allerdings geht das schon sehr lange, wenn ich ehrlich bin. Konnte es aber immer noch irgendwie wegdrücken. Jetzt gerade merke ich, dass ich keine Mechanismen mehr habe.

Ich weiß eigentlich gar nicht, welchen Auslöser ich zuerst nennen soll. Es gibt gerade so viele Punkte, die mich belasten. Und wenn ich ganz ehrlich bin, komme ich mir vor wie ein Versager, dass ich nicht einfach so weitermachen kann, wie bisher. Mir merkt man eigentlich selten an, dass etwas los ist, ich kann das alles so gut überspielen. Nur gerade bröckelt meine Fassade und auch andere merken, dass mit mir etwas nicht stimmt und damit kann ich gerade gar nicht umgehen. Obwohl ich rational genau weiß, dass das ziemlicher Blödsinn ist.

Wenn ich eine Psychotherapie mache, was ich glaube ich wirklich mal tun sollte, wie genau läuft das ab? Ich habe Sorge, dass ich auch bei einem Psychologen die Starke spiele und meine Probleme nicht benennen kann, weil sie mir banal erscheinen, sobald ich drüber rede. Die Reaktionen anderer sind aber meistens ziemlich heftig, wenn ich mal mit einigen wenigen Leuten darüber spreche. Ich glaube, bevor ich eine Therapie beginne, müsste ich erstmal diesen Teufelskreis durchbrechen. %:|

g:alaxxys


Das was du beschreibst, hätte ich genauso schreiben können. Ich war immer ein sehr rationaler Mensch (bin ich immer noch). Und dann heul ich plötzlich los ohne offensichtlichen Grund. Nach außen wird das natürlich immer versteckt, weil man sonst gleich hysterisch, gestört oder sonst was ist...außerdem will man ja auch nicht mit Freunden oder Familie darüber reden. Und ich dachte auch, dass ich überfordert bin und dass das nicht normal ist, weil tausende Leute machen das selbe wie ich (bei mir war es damals während dem Studium so schlimm) und ich bin doch ein Vollidiot, dass ich das nicht packe usw... (wobei ich immer gute Noten hatte, auch dann noch mit Depression, also Vollidiot bin ich definitiv keiner...nur die Gefühle waren einfach da).

Das herunterspielen habe ich vor der Psychologin gemacht. Da wurde dann eine akute Belastungsreaktion diagnostiziert, schon am Weg der Besserung. Leichte Medikamente sollten reichen... 2 Wochen später bin ich heulen bei ihr gesessen, weil ich einen kompletten Zusammenbruch hatte. Spiel es nicht runter, sei ehrlich. Antworte auch bei allen Tests die du machen musst ehrlich.

Und bei der Therapie, ein guter Therapeut weiß innerhalb kürzester Zeit wie er mit dir reden muss, dass du es raus lässt. Selbst wenn du es unterdrückst, irgendwann bricht es aus dir raus. Und lass dir gute Therapeuten empfehlen, die sind nämlich nicht so häufig. Ich war bei 3 verschiedenen, eine habe ich nach einer Einheit nie wieder aufgesucht, weil die so ungut war, die zweite meinte, mir gehts eh wieder gut und ich brauche keine Therapie mehr, nach 5 Stunden. Und meine jetzige, die ist total nett. Obwohl ich jetzt seit 3 Jahren keinen "Ausbruch" mehr hatte, gehe ich alle paar Wochen zu ihr, einfach mal auskotzen und paar Tips holen wie ich mit gewissen Dingen umgehen kann. Man bekommt einfach Denkanstöße, man wird "gecoacht" wie man neuerliche Ausbrüche möglichst gut vermeiden kann usw. Das nennt sich dann nicht mehr Psychotherapie sondern Coaching ;-D das ist dann einfach seltener und es ist meistens nur ein plaudern, das aber sehr gut tut. Man merkt währenddessen garnicht dass man therapiert wird, nach einer Stunde geht man raus, denkt sich, das war ein nettes Gespräch. Aber dann fängt man zum denken an...und so sollte es auch sein, die Therapie regt zum nachdenken über sich selber an und findet selber Lösungen oder glaubt es zumindest, weil die Therapeutin so gut ist, dass sie einem die Lösung der Probleme sehr gut und unbemerkt untergeschoben hat ;-D also hab keine Angst davor, die ersten paar Stunden wird es mal darum gehen eine "Bestandsaufnahme" zu machen....was sind deine Probleme (das kann einige Stunden auch dauern), was hast du bisher gemacht, wie ist deine Geschichte...und dann wird gelöst.

E;he1maliger 3N,uGtzerO (#580110x2)


Danke fürs Mutmachen. :-)

Nach außen wird das natürlich immer versteckt, weil man sonst gleich hysterisch, gestört oder sonst was ist...außerdem will man ja auch nicht mit Freunden oder Familie darüber reden. Und ich dachte auch, dass ich überfordert bin und dass das nicht normal ist, weil tausende Leute machen das selbe wie ich (bei mir war es damals während dem Studium so schlimm) und ich bin doch ein Vollidiot, dass ich das nicht packe usw... (wobei ich immer gute Noten hatte, auch dann noch mit Depression, also Vollidiot bin ich definitiv keiner...nur die Gefühle waren einfach da).

Kann ich zu 100% unterschreiben. Ich hab mein Studium angefangen, da war ich schon ziemlich am Limit und hab trotzdem Höchstleistung betrieben, mich immer wieder aufgerappelt, zusammengerissen, Zusatzaufgaben übernommen. Meine Noten sind gut bis sehr gut. Nur um mich, habe ich mich irgendwie gar nicht mehr gekümmert. Und jetzt kann ich nicht mehr. Ich nöle, bin gereizt, äußere mich in bestimmten Situation unpassend, was mir früher nie eingefallen wäre. Wenn ich mich heute so kennen lernen würde, würde ich glaube ich den Kopf über mich schütteln. Ich bin einfach über meine Grenze hinaus und mir fällt es total schwer da wieder rauszukommen. Ich sehne mich einfach gerade nur nach ein bisschen Ruhe, keine Ansprüche, keine Ansprache. Wenn ich das aber durchsetzen will, müsste ich andere "hängen" lassen, meinen Vertrag kündigen. Und ich hätte das Gefühl, "das Gesicht zu verlieren".

Ich bräuchte eigentlich dringend JETZT jemanden zum Sprechen, damit ich Entscheidungen fällen kann, aber ich fürchte die Wartezeiten sind lange und jetzt kurz vor den Feiertagen ist wohl auch nicht mehr viel zu holen. Ich fühle mich gerade sehr schuldig, weil ich Aufgaben übernommen habe, obwohl ich überlastet bin und gerade merke, dass ich dazu gar keine Kapazitäten mehr habe. {:(

Gibt es denn andere Beratungsstellen, wo man schnell und unkompliziert Hilfe bekommt?

gnaleaxyxs


Das ist in den Ländern und Städten komplett unterschiedlich. Es gibt schon öfters so psychologische Zentren, erste Anlaufstellen, die sehr spontan die Leute dran nehmen. Aber das ist immer nur kurzfristig, langfristig sollte man sich jemand niedergelassenen suchen. Aber zuerst solltest du sowieso zum Psychologen für die Diagnose, dann kann die Therapie darauf abgestimmt werden und die Krankenkasse zahlt nur, wenn du eine offizielle Diagnose hast. Bzw übernimmt sie einen Teil der Kosten. Und ich war damals wenige Tage vor Weihnachten noch bei der Psychologin, und am 29.12. gleich wieder, weil es mir dann so schlecht gegangen ist. Also gerade um die Feiertage sind Psychologen, Psychiater und Therapeuten ziemlich im Einsatz.

Exhemaliger5 NutVzer (#580x102)


Okay, danke dir! @:)

LfeCWha[tNoixr


Hallo Gudjons,

willkommen im Club! ;-D

Ich habe nicht alle Antworten gelesen, gebe ich zu. Stehe gerade sehr unter Termindruck und kann mich einfach nicht auf meine Arbeit konzentrieren, daher geistere ich gerade im Forum herum. Gleichzeitig schaffe ich es aber auch nicht, den Verlauf hier zu lesen...alles bisschen paradox.

Aber vielleicht habe ich Glück und meine Idee wurde hier noch nicht genannt:

Ähnlich wie du leide ich auch oftmals unter EXTREMER Angespanntheit, die sich bis zur Angst und Panik ausweiten kann. In vielen Fällen kann ich nichtmal einen Grund benennen, jetzt abgesehen von den üblichen Sachen, wie Studium usw. - was jetzt objektiv betrachtet alles keine Gründe für Ängste in dem Ausmaß sein dürfte/sollte/müsste. Habe auch ähnliche Symptome wie du (Schlafstörungen, Unruhe, keine Konzentration...).

Nun habe ich aber eine - für mich - relativ hilfreiche Methode gefunden: wenn ich aufgeregt bin, sowohl aus unerklärlichen Gründen oder wegen Arbeiten/Referaten (wie jetzt), setze ich mich auf meinen Hintern. Nehme Zettel und Stift zur Hand und schreibe mir Botschaften in Ich-Form. Ich tippe dir nun meine Botschaft, die ich mir gestern für heute geschrieben habe:

Ich entspanne mich und werde ganz ruhig. Ich kann mir ruhig eine Menge zutrauen. Ich habe mich schon durch so einiges durchgebissen. Ich habe in meinem Leben schon manch einen Erfolg eingefahren, und daher kann ich auf meine Fähigkeiten vertrauen. Ich bin intelligent und kompetent genug, auch dieses Referat zu meistern. Ich bereite mich ruhig darauf vor und vertraue auf meine Fähigkeiten, die bisher auch immer gereicht haben, mich vorwärts zu bringen. Ich gehe jetzt ganz ruhig und entspannt an die Arbeit, dann klappt das!

Das ist jetzt auf meine Situation bezogen. Es klingt möglicherweise total doof oder esoterisch, aber mir hilft es tatsächlich! ;-)

Vorher war ich zu panisch um überhaupt den Kopf frei zu bekommen um mich endlich an die Präsentation zu setzen.

Und am Donnerstagmorgen als ich im Zug zur Uni saß und wusste, ich muss heute eine Präsentation halten, merkte ich, wie die altbekannte Panik wieder in mir hochkroch. Ich habe mir einen Zettel genommen und mir ähnliche Sätze in Ich-Botschaften (ganz wichtig!!) aufgeschrieben. Als hätte ich mich damit "hypnotisiert", war ich auf einmal ganz ruhig. Den Zettel hatte ich die ganze Zeit in der Hosentasche.

Ich habe das Referat gut hinbekommen und der Dozent hat die Arbeit meiner Partnerin und mir noch im Seminar und vor allen anderen hervorgehoben (ist mir im ganzen Studium vllt 2-3 mal passiert). ;-D

Vielleicht magst du es ja mal ausprobieren und mitteilen, ob es gewirkt hat. :)*

E>hemaligerh Nut zer0 (#580102x)


Danke LeCheNoir! So ähnlich mache ich das auch oft selbst. Ich hab in letzter Zeit viel meditiert (und ja, auch ich mag es nicht, wenn es esoterisch angehaucht rüber kommt ;-) ), aber gerade war es so schlimm, dass gar nichts mehr geholfen hat. Ich stand 4 Tage lang wie unter Strom. So heftig hatte ich es noch nicht. Geht aber gerade wieder weg, zum Glück!

In vielen Fällen kann ich nichtmal einen Grund benennen, jetzt abgesehen von den üblichen Sachen, wie Studium usw. - was jetzt objektiv betrachtet alles keine Gründe für Ängste in dem Ausmaß sein dürfte/sollte/müsste.

Das denke ich auch. Daher auch der Wunsch, endlich mal eine Therapie anzufangen, weil ich weiß, dass bei mir hinter diesem ganzen Gestresse mehr steckt. Ist es bei dir auch so?

E heLmaliger N1ut{zer (x#580102)


ach, Sorry! LeChatNoir sollte das heißen. :[]

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