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Was während Therapiesitzung erzählen?

MXoppOen hat die Diskussion gestartet


Die Frage klingt vielleicht ein bisschen eigenartig...

Wenn ich zu meinem Therpeuten komme, beginnen wir mit seiner Frage, wie es geht/ob etwas besonderes vorgefallen ist. Ich erzähle ein paar Dinge der vergangenen Woche, und er hört zu. Sagen tut er kaum etwas. Ich will jetzt nicht undankbar klingen, es tut mir gut, dort zu sein und mit ihm zu reden, er hat mir Denkanstöße gegeben und mich auf einige "Fehler" in meinem Denken aufmerksam gemacht. Ich bin mir nur nicht sicher, ob das Ganze so zielführend ist. Ich will jetzt nicht

Dann gibt es immer diese Phasen des Schweigens. Wenn ich etwas zuende erzählt habe, zu einem Thema nichts mehr zu sagen habe, kommt der Punkt, wo der Gesprächspartner in einem "normalen" Gespräch etwas erwidern würde, mir eine Einschätzung oder Beurteilung, seine Meinung zur Thematik sagen würde. Meist bricht er dann das Schweigen, indem er eine Anschlussfrage stellt. Manchmal macht er mir Vorschläge, wie ich etwas verändern könnte. (zB darauf achten, wenn ich anfange, durch Anspannung körperlich auf etwas zu reagieren, und diese Anspannung bewusst lösen).

Mein größtes Problem ist wahrscheinlich, dass mir nie so recht was einfällt, was ich noch erzählen könnte. Ich bin es gewohnt, auf die Frage nach meinem Befinden "Gut" zu antworten, selbst wenn es mir beschissen geht. Ich bin es auch nicht gewohnt, über mich zu reden. Ich bin eher der Zuhörer, gebe allgemein wenig von mir preis. Hauptsächlich weil ich mein Gegenüber nicht langweilen will. Wenn ich doch was erzähle, kürze ich es für gewöhnlich ab aus Angst, das Interesse meines Zuhörers zu verlieren. Ich bin gut in Geplänkel, darin ein Gespräch am Laufen zu halten. Der Monolog-Typ bin ich nicht.

Ich frage mich nun öfters während der therapiefreien Zeit, was ich erzählen könnte, versuche mir Sachen Idee Ereignisse zu merken, die ich dann ansprechen könnte. Aber mir fällt nicht sonderlich viel auf. Einmal habe ich mir über die Woche hin Notizen gemacht. Während der Sitzung heute ich dann die Hälfte oder so weggelassen wg selbst-empfundener Redundanz.

Ich weiß gar nicht so genau, was ich mir jetzt von dem Faden erhoffe. Eine konkrete Fragestellung habe ich nicht, aber vielleicht gibt es ja doch den ein oder anderen, der mir einen Denkanstoß geben kann.

Antworten
f$lutghexxe


Das Verhalten deines Therapeutin ist vollkommen normal.

Wenn bei dir diese Sprechpausen entstehen, dann schau doch mal auf das Gefühl was bei dir, dabei in dir entsteht und wenn du dich traust, dann sprich dieses Gefühl an.

Du kannst ihm sagen, dass du dich z.B. jetzt in der Sprechpause unsicher fühlst, dir "dumm" vorkommst, es dir Angst macht oder dich unsicher werden lässt.

Mir hat es sehr geholfen über die aufkommenden Gefühle zu sprechen. Und den Sinn oder Unsinn von Therapien kann man nicht "be"-greifen, sondern es geschieht einfach, weil sich in dir, an deiner Einstellung etwas verändert und somit sich dann auch das drum herum verändert.

Es ist ein langsamer und langwidriger Prozess, gibt dir Zeit und Vertraue auf dein Gegenüber. Dein Therapeut weiß, was er tut ... ;-)

Ich finde es schön, dass du den Schritt gegangen bist und dir Hilfe gesucht hast, diese gefunden hast und auch einen Platz bekommen hast.

Ich wünsche dir für dein weiteren Verlauf deiner Therapie viel Kraft und Mut ... gehe ihn weiter, den begonnene Weg ...

Alles Liebe für dich :)*

f~lughxexe


P.S.

Wenn dir kein Thema einfällt, dann hilft es immer über die gerade anwesende Stimmung oder das Gefühl zu reden ... mach dir nicht so einen Druck, was du erzählen magst. Das kommt von alleine.

Hör mit dem Rumgepläkel auf, sei offen und ehrlich ... und nehme deine Maske ab und sprich über das was dich berührt, über deine Ängste, Hoffnungen, Träume ... usw. Oder welches Grundgefühl dich den Tag über begleitet hat ... damit kann der Therapeut sehr viel anfangen ...

Was für eine Art von Therapie machst du?

B,irk4enzxweig


die gesprächspausen werden gelassen,d amit du deinen gedanken lauf lassen kannst. es is viel besser, als wenn du gleich mit antworten oder fragen zubombardiert wirst. du kannst,wie die flughexe schon sagt, ja zum einen sagen, daß dir das komisch is, zum andern fragen, was dein thera denkt. die gehen nämlich dabei vonnem lenreffekt aus: du sollst lernen, zu sagen, was los is

SOtuhlabeZijn


Die Frage klingt vielleicht ein bisschen eigenartig...

Ich finde sie überhaupt nicht eigenartig. Ich könnte mit so einem Therapeuten oder so einer Therapieform auch nichts anfangen.

LFi|chtAmHgorixzont


Ich könnte mit so einem Therapeuten oder so einer Therapieform auch nichts anfangen.

Ich auch nicht. Vermutlich würde ich irgendwann anfangen, irgend einen Quatsch zu erzählen, nur um nicht zu schweigen. Oder ich würde die Stunde durchschweigen (ein wenig trotzig…). Und vielleicht alle paar Minuten sagen: "Mir fällt nichts ein."

Was Du aber tun könntest, wäre Dir ein paar Fragen zu überlegen. Du könntest Dir Situationen überlegen, in denen Du ein bestimmtes Verhalten an den Tag legst, das Dir nicht gefällt, und den Therapeuten fragen, was er Dir in diesen Situationen rät. (Dann muss er auch mal etwas sagen… Und Du bekommst ein paar Antworten…)

Nur so eine Idee.

SOunflowe=rx_73


Nicht unwichtige Frage vorab: Wegen welcher Probleme bist Du in Behandlung? Welche Diagnose wurde gestellt? Und um welches Therapieverfahren (Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie, Psychoanalyse?) handelt es sich? Je nach Diagnose und Verfahren kann das Vorgehen ganz unterschiedlich aussehen!

Was ich angesichts Deines Haderns vorschlagen würde: Sprich' genau DAS an, was Du HIER geschrieben hast!

Die geschilderten Anschlussfragen und Tipps nach einem gewissen Schweigen (das kann sich ewig anfühlen, obwohl es nicht mal eine Minute ist!) sind erstmal ziemlich normal. Aber DU scheinst ja mehr zu erwarten. WAS?

Wenn ich etwas zuende erzählt habe, zu einem Thema nichts mehr zu sagen habe, kommt der Punkt, wo der Gesprächspartner in einem "normalen" Gespräch etwas erwidern würde, mir eine Einschätzung oder Beurteilung, seine Meinung zur Thematik sagen würde.

Aber genau das sollte ein Therapeut i.d.R. NICHT tun. Patienten sind da ggf. viel zu beeinflussbar und eine Therapie ist keine Manipulation. Denkanstöße sollen nicht durch "Meinung sagen" kommen, sondern indem durch Fragen zum Weiterdenken angeregt wird. Ergebnis- und richtungsoffen. Ein Therapeut nimmt nicht an die Hand, sondern soll helfen SELBER zu entdecken, was man will, woran es hapert,...

Und wenn Du so wenig zu erzählen hast: Was ist mit den Gründen, die Dich zur Therapie gebracht haben? Die Probleme, die Dich belastet haben? Gibt es diese Situationen nicht mehr im Alltag?

Während der Sitzung heute ich dann die Hälfte oder so weggelassen wg selbst-empfundener Redundanz.

Dann fang doch mal an mit "Ich habe einige Dinge notiert, aber eskommt mir albern vor, sie hier zu nennen". DANN kann die Arbeit anfangen. Ein Therapeut kann Dich aber nur bis zu einem best. Punkt "rauskitzeln", da muss einfach was von Dir kommen. Was bedeutet, bspw. über diese recht deutliche "Selbstzensur" zu reden.

BBenit#aB.


Na, also ich geh doch dahin,weil ich irgendeinProblem habe.

Ich sage immer gleich zu Beginn der Stunde, was Sache ist.Wo ich ein schlechtes Gefühl habe, wo der Schuh drückt, was ich lernen will (Selbstbewußtsein in bestimmten Situationen,da kann man doch schon mal konkret werden).

Ich will doch was von dem. Aber wenn ich schweige wie ein Grab,wird der nicht anfangen hellzusehen.

Ich muß schon sagen, woran ich arbeiten will.

B8irk$enzwxeig


ich hab mal bei einer sitzung, als meine thera mich fragte, was es zu bereden gibt, gesagt: ich hab keine ahnung, eigentlich weiß ich heut nix.

dann hatse gesagt: na warum sind sie dann hier, dann können sie doch wieder heimfahren? ..

und ja, recht hatse.

L ichJtACmHorxizont


@ Birkenzweig

Klingt nach einer "tollen" Therapeutin.

@ BenitaB.

Ich habe das nicht so verstanden, dass die TE ausschließlich schweigt wie ein Grab. Aber irgendwann hat man eben alles gesagt und wartet auf Feedback und bekommt nur Schweigen, das fände ich auch blöd.

S]unflBowe4r_x73


dann hatse gesagt: na warum sind sie dann hier, dann können sie doch wieder heimfahren? ..

Habe ich in 9 Jahren Berufstätigkeit auch 2x gemacht. Es war das letzte Mittel um auszudrücken, welch Terminvergeudung es ist, wenn jemand keine Anliegen hat, nicht redet,... Es ist ein deutlicher Hinweis, dass es so nicht funktioniert.

Gegen Ende einer Therapie geht man in solchen Situationen auf längere Abstände, aber zu Beginn oder wenn jemand hadert und NICHTS anderes funktioniert, dann greift man mal zu diesem Mittel. Wenn man das Gefühl hat, es könnte "richtig" ankommen.

Loi:ch&tAm7HorizJoxnt


Und wenn man wirklich kein Anliegen hat? Weil sich zwischen der letzten und der aktuellen Stunde nichts Neues ergeben hat? Soll man die Therapiestunde dann gefälligst vorher absagen, oder wie? Ich glaube, zu einer Therapeutin, die mich deshalb rauswirft, wäre ich das letzte mal gegangen. Das nimmt mir jetzt gerade den letzten Mut, es auch mal mit einer Therapie zu versuchen...

BHirkEenzwexig


@ LAH ja,

es is wirklich ne tolle therapeutin. sie wusste genau, wie sie mich kriegt, zur not auch mit ironie, obwohl das den Theras ja auch untersagt is.. sie hat auch irgendwann ma mitgeheult. sie hat mich unglaublich weitergebracht mit genau dieser art

LfichtAMmHor2izont


@ Birkenzweig

Oh, ok… dann lasse ich die "" ("toll") mal weg.

S/tu$hlbexin


Habe ich in 9 Jahren Berufstätigkeit auch 2x gemacht. Es war das letzte Mittel um auszudrücken, welch Terminvergeudung es ist, wenn jemand keine Anliegen hat, nicht redet,... Es ist ein deutlicher Hinweis, dass es so nicht funktioniert.

Man bringt ja sein Anliegen ganz am Anfang vor. Aus der Schilderung des Problems ergibt sich dann auch relativ klar das Ziel der Therapie. Und dann würde ich schon von Seiten des Therapeuten eine aktivere Gesprächsführung erwarten.

Wenn es so läuft wie oben beschrieben, würde ich nämlich sagen, dass das so nicht läuft und wir hier unsere Zeit verschwenden. ;-D Ich bin wahrscheinlich völllig ungeeignet für diese Art von Therapie.

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