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Gefangen im eigenen Kopf

N6atuOrzAuPstUand hat die Diskussion gestartet


Hallo,

mich begleitet nun schon seit über 10 Jahren ein seltsames Phänomen. Ab etwa der 6. Klasse habe ich mich extrem verändert. Ich wurde aggressiv, streitsüchtig, sehr ehrgeizig und fing an hier und da zu klauen. Meine Noten wurden immer schlechter und so habe ich Klausuren und einmal sogar ein Zeugnis gefälscht (was allerdings aufgeflogen ist). Meine Launen besserten sich zur Oberstufe hin, dort wurden meine Noten auch wieder besser. Letztendlich habe ich das Abitur mit 1,3 bestanden. Allerdings in dieser Zeit weiter gelogen ohne Ende. Ich hatte eine Freundin, welcher ich eine komplett falsche Lebensgeschichte erzählt habe. Generell hatte ich unterschiedliche Freundeskreise die alle nicht miteinander in Kontakt treten durften, da sonst meine Geschichten auffliegen. Wenn jemand etwas genauer nachfragte wurde ich sehr oft aggressiv, teilweise sogar mit körperlicher Gewalt.

Mit dem Studium zog ich in eine neue Stadt, wo ich komplett aufblühen konnte. Schnell habe ich wieder Anschluss gefunden, jedoch stellten sich dort schon einige gegen meinen impulsiven Charakter. Trotzdem ist es recht einfach Leute um sich zu scharen wenn das eigene Selbstbewusstsein gegen die Decke schießt und man der vermeintlich interessanteste Mensch der Welt ist. Ich habe in dieser Zeit allerdings so viele verrückte Dinge erlebt, dass ich bald gar nicht mehr den Bedarf hatte zu Lügen - alle Storys waren so schon bunt genug. Allerdings wurde ich auch wieder aggressiver und launischer. Ich bestrafte Freunde mit Ignoranz oder ausfallendem Verhalten. Ich habe außerdem ein paar Freundinnen denen ich ziemlich gut ihre Stimmung und tagesabläufe einreden kann.

Insgesamt verhalte ich mich heute (Studium fast vorbei) manipulativ, ignorant, aggressiv und komme damit sogar sehr weit. An einem Lehrstuhl wurde mir schon eine Doktorantenstelle angeboten, desweiteren habe ich mich an meiner Arbeitsstelle als Werkstudent gut gemacht und habe dort auch Angebote in Aussicht. Eigentlich gefalle ich mir ziemlich gut, ich sehe gut aus und bekomme schnell was ich will, gehe dafür aber auch mal extra Wege in denen andere verletzt werden.

Zwischendurch kommen nur wieder Tage in denen ich mir selbst unwirklich bin. Alles was ich sage ist wie gesteuert, jemand nimmt meinen Körper und macht damit was er will und ich sitze im Kopf und gucke zu. Diese Person lügt noch extremer und wird sehr schnell körperlich aggressiv. Diese Tage sind sehr anstrengend und ich zweifle an meinem Verhalten. Dann ist das Gefühl jedoch weg und ich verhalte mich willentlich wieder wie normal.

Anfang des Jahres war ich sogar kurz in psychatrischer Behandlung, dort wurde ich aber schnell mit Neuroleptika abgespeist, die ich jedoch nicht lange genommen habe. Die Absprache mit dem Arzt erfolgte alle 6 Wochen für 20-30 Minuten, also katastrophal und ich hatte das Gefühl nicht ernst genommen zu werden.

Heute ist wieder so ein Tag wo ich an mir zweifel, ich bin quasi eine andere Person aber es fühlt sich richtiger an. Wenn ich alleine bin bin ich generell etwas reservierter. Ich würde mich gerne wieder ändern, da ich momentan Angst habe, dass ich bald explodiere.

Antworten
E~hemalligeir NutzerJ (#574x413)


Klingt nach starkem Narzismus, sowas ist behandelbar. Voraussetzung ist allerdings, dass du einsichtig bleibst und ihn auch außerhalb deiner "Phasen" als Problem anerkennst. Und natürlich musst du deinem Arzt/Therapeuten ehrlich gegenüber sein.

J-ulip-So6nnex_


Gab es einen Auslöser für dein empfinden? Wurdest du enttäuscht und machst nun andere dafür verantwortlich?

0crManAgeCan}yoxn


Sei in gewisser Hinsicht froh, dass du mit deinen Aggressionen, die sich ja sogar in körperlicher Gewalt entladen, sogar noch beruflichen Aufstieg machst, anstatt öfter einer Polizeiwache einen Besuch abzustatten, was ja in deinem Falle ehr realistisch wäre, wenn du sich ständig so verhältst.

Auch wenn du momentan noch erfolgreich mit deiner Art bist, das kann nicht auf Dauer gut gehen.

Ich hoffe, du findest noch den Grund, warum du so bist.

Es ist schwer, einen guten Therapeuten zu finden, der da mitsuchen kann.

Pillen helfen da auch nicht viel, deine Probleme können sie eh nicht lösen. Medis sind nur dafür da, dass man wieder in die Bahn kommt, wenn man sich absolut nicht mehr steuern kann oder der Zustand so unerträglich wird, dass man den Alltag nicht mehr gebacken bekommt usw...aber das ist bei dir ja nicht der Fall.

Du kannst deine Aggressionen ja bestimmt steuern, könntest sie zurückhalten, willst es wohl nur nicht.

Vielleicht wäre eine Selbsthilfegruppe etwas für dich? :)*

NHatur"zustBand


Ich steuer meine Aggressionen bewusst ja, im Endeffekt ist es aber auch nicht meine Schuld wenn Leute sich durch meine Aktionen so verhalten wie sie es tun. Ich beraube sie ja nicht ihrem freien Willen. Daher verliere ich auch schnell den Respekt und könnte mich garantiert nicht lange auf eine Gruppe einlassen. Ich war habe es während der Behandlung mit einem Therapeuten versucht, jedoch konnte er auf meine Problematik nicht wirklich reagieren. Wobei ich allerdings auch sagen muss, dass ich anderen Menschen nicht direkt offen sein kann. Ich versuche lieber fast schon reflexartig in mein Spiel mit einzubinden und zu gucken was mit ihnen passiert um dann einen eventuellen Vorteil daraus zu ziehen. Auch ein Therapeut ist nur ein Mensch und bisher hat dieser es auch nicht gemerkt.

T{ratgisc0hRerClmownfisxch


Du mußt noch dem Richtigen begegnen, der Dich zu packen und zu knacken weiß. ]:D

E)hemaliger- N=utWzeZr (#438x245)


"Borderliner-Syndrom" lässt grüßen... :=o

Da braucht man schon einen seeehr guten Therapeuten. Bis man den gefunden hat, haben es einige auch mit Selbstdisziplin hingekriegt.

fpalcoA peleZgrin}oidxes


Hallo Vitaminus,

ich weiß nicht, wie du auf Borderline kommst? Bist du Betroffener? Meiner Meinung hat das mit Borderline nichts zu tun. Ich bin Betroffene und bin nie aggressiv und streitsüchtig. Mit anderen Menschen Spielchen treiben, um sich einen Vorteil rauszuziehen? Nein, das passt gewiss nicht zu mir.

Der TEe schreibt auch gar nichts von emotionaler Instabilität, was das Hauptmerkmal von BPS ist.

Das kann meiner Meinung nur ein guter Psychotherapeut oder Psychiater herausfinden aber dazu sollte man natürlich ehrlich sein. Denn wie soll er wissen, was der Patient hat, wenn er nicht die Wahrheit erzählt.

Wenn du Angst hast zu explodieren, begeben dich in Behandlung und sei ehrlich, nur so, wirst du erfahren, was mit dir "los ist" und dir kann geholfen werden.

Lg

Eohemaliger" Nutz3er (#438x245)


Es könnte sich auch um eine Hormonstörung handeln.

Eine "Borderline"-"Diagnose" ist ungefähr so, als wollte man einen Pudding an die Wand nageln.

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