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Muss ich für ihn stark sein?

AelicegJege9nWunDderlanxd hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr alle,

Nachdem ich mittlerweile dank Therapie und Medis mein Leben im Griff habe stehe ich jetzt vor einem riesen Problem.

Zur Situation:

Ein guter Freund von mir, der auch mit mir studiert hat Suizidgedanken und ist psychisch sehr angeschlagen.

Natürlich habe ich ihm empfohlen sich Hilfe zu suchen, ihm gesagt wo er sich hin wenden kann und dass ich ihn wenn er das möchte auch begleiten würde.

Nun ist es aber so, dass er nichts von Therapie hält und sich absolut dagegen sperrt...

Ich bin aber leider die einzige die überhaupt davon weiss, da er von meinen Problemen weiss und sich von mir verstanden fühlt. Ich bin laut ihm die einzige Person bei der er nicht das Gefühl hat, dass er schwächen offenbart.

Mein Problem:

Mich nimmt die ganze Situation sehr mit, da ich ihm natürlich helfen möchte und ja auch weiss wie schlecht man sich in so einer Situation fühlt. Normalerweise würde ich das Thema bei meiner Therapeutin ansprechen, die ist aber im Moment im Urlaub.

Deswegen stehe ich im Moment ziemlich alleine in dieser Situation, habe echte Probleme mit der Situation umzugehen und mich selbst zu schützen.

War zum Beispiel die letzte Nacht bei ihm, weil er angerufen hat und gefragt hat ob ich rüber kommen könnte, weil er es alleine in der Wohnung nicht mehr aushalten würde. War dann da und bin auch die ganze Nacht dort geblieben...

Er hatte dann mitten in der Nacht eine Panikattacke und stand total neben sich, was für mich auch sehr belastend war. Ich hatte so unglaubliche Angst aber musste ja für ihn stark sein...

Warum ich das hier jetzt schreibe weiss ich garnicht so genau. Wohl um mir ein bisschen was von der Seele zu schreiben und um vielleicht ein paar Tipps zu bekommen, was ich am besten mache.

Liebe Grüße

Alice

Antworten
A7liceg/ege(nWunde2rland


Schon wieder eine schwierige Nacht gehabt.

Bin total müde, weil ich so lange wach war um ihn nicht allein zu lassen.

Das zieht so unglaublich an meinen Reserven. Aber ich traue mich nicht zu sagen, komm mal alleine klar. Habe zu große Angst, dass er dann ernst macht und sich was antut.

Andrerseits falle ich grade wieder in alte Muster zurück und schlafe wieder zu wenig, habe Alpträume und komme morgens schlecht aus dem Bett. Ich vernachlässige mich einfach selbst. Schaffe es nicht mich abzukapseln obwohl ich merke, dass ein Rückfall droht...

Weiss einfach nicht mehr weiter.

M1itt2ern?achtst/raumx20


Das ist wirklich eine doofe Situation - die ich nur allzu gut kenne.

Du solltest ihm klar machen, dass du ihm gerne hilfst sich Hilfe zu suchen, aber auch dass dich diese Situation mitnimmt, du ihn nicht immer auffangen und tragen kannst.

Meine damalige Therapeutin sagte immer das ich zuerst auf mich achten solle und das ein wenig Egoismus - vor allem in so einer Situation - sehr gesund ist.

Vorallem wenn du, wie du sagst merkst, dass ein Rückfall droht - hilf dir selbst.

Faszinierend, mir selber würde es ebenso schwer fallen wie dir und auch mein Ratschlag würde mir eher wenig helfen.. Aber bei anderen ist es ja immer leichter.

Ich wünsche dir viel Kraft.

Nzord-i8x4


Um es ganz hart zu sagen: Distanzier dich von ihm, dein Wohlergehen ist wichtiger als seines. Du bist kein Therapeut und hast einfach nicht die Kraft um jemanden mit diesen psychischen Problemen zu "betreuen" oder ihm zu helfen. Das einzige was passiert ist das er dich mit auf sein Level runter zieht und es euch dann beiden schlecht geht.

Biete ihm an das du wieder für ihn da sein wirst wenn er sich professioenelle Hilfe gesucht hat und in Behandlung ist, aber bis dahin solltest du echt mehr Egoismus an den Tag legen, helfen kannst du ihm nämlich eh nicht.

r.oom_lessplxace


Helfen schön und gut, aber man darf dabei nicht derart über die eigenen Grenzen gehen, dass man sich vollends ruiniert. Ich meine, ok, man "darf" schon, aber es wäre nicht gesund. Soviel Selbstliebe sollte man schon aufbringen, dass man ab irgendwann an sich selbst denkt.

Es ist ein erwachsener Mann, den du betütelst, du braucht nicht die Verantwortung für ihn übernehmen. Er ist bei Verstand und soll sich bitte nun mal selbst helfen. *:)

A}licegkegenW'und\erlanxd


Das was ihr sagt ist für mich schon logisch und das was ich eigentlich tun sollte. Aber ich bringe es einfach nicht übers Herz nein zu sagen wenn er total verheult vor meiner Tür steht...Kann ja schlecht meine Mitbewohner bitten zu behaupten ich sei nicht da.

Haben ja auch schon öfter über das Thema professionelle Hilfe geredet, aber da blockt er aktuell noch sehr stark :-|

@ Mitternachtstraum

Ich versuche schon mir selbst zu helfen indem ich vieles was ich in der Therapie gelernt habe anwende, aber das hilft nicht immer. Habe halt im Moment auch viel Stress im Studium, weil ich mir ein bisschen viel zugemutet habe für den Anfang und das vordert ja auch Kraft

@ Nordi

Und genau das ist das Problem. Ich habe den Eindruck, dass er alleine den Weg zu professioneller Hilfe nicht schafft. Bei mir haben damals hier im Forum einige auf mich eingeredet und auch meine Freunde haben mir das immer wieder vor Augen geführt.

Sie waren damals für mich da und haben mich langsam aber behutsam auf meinen Weg geschubbst. Da kann ich jetzt einem von ihnen nicht die Hilfe verweigern ohne dass ich mich dabei schlecht fühle.

@ roomlessplace

Klar ist er ein erwachsener Mann, aber er ist halt auch trotzdem ein Freund aus Kindertagen den ich nicht einfach so hängen lassen kann.

N&ordix84


Sie waren damals für mich da und haben mich langsam aber behutsam auf meinen Weg geschubbst. Da kann ich jetzt einem von ihnen nicht die Hilfe verweigern ohne dass ich mich dabei schlecht fühle.

Der Unterschied ist: Die Leute hier im Forum sind meistens psychisch stabiler und werden durch solche Geschichten und Probleme eher wenig beeinflusst. Du bist aber ganz offensichtlich nicht stabil und dich nehmen die Probleme deines Freundes sehr mit, dadurch bist du in dem Fall leider einfach eine denkbar schlechte Stütze für ihn.

Und wie gesagt: Die Gefahr das er dich mit in den Abgrund reißt ist sehr sehr hoch, du kannst dich leider nur schwer von ihm (bzw. besser gesagt seinen Problemen) distanzieren.

A(licege-geOnWund*erlaxnd


Und wie gesagt: Die Gefahr das er dich mit in den Abgrund reißt ist sehr sehr hoch, du kannst dich leider nur schwer von ihm (bzw. besser gesagt seinen Problemen) distanzieren.

Das liegt halt vorallem daran, dass ich weiss wie schwierig die ganze Situation ist und das es furchtbar ist, wenn man da alleine ist.

Und deswegen kann ich einen Cut mit meinem Gewissen nicht vereinbaren.

Ich habe mir schon Verboten über seine Probleme zu grübel. Das funktioniert auch gut, aber ich denke natürlich über das was ich falsch machen kann nach.

Oh man ist das alles kompliziert...will halt nicht immer nur nehmen, sondern auch mal zurück geben. :-(

P6lüscGhbi%esxt


Rede mal mit deiner Therapeutin. Vielleicht kannst du ihn mal mit zu ihr nehmen?

Nur für eine Stunde.

Aglicegeg?enWun{derland


Rede mal mit deiner Therapeutin. Vielleicht kannst du ihn mal mit zu ihr nehmen?

Nur für eine Stunde.

Die Idee an sich ist gut. Aber leider ist sie bis Januar im Urlaub und die Sitzungen im Januar werde ich wohl brauchen um das ganze aktuelle Chaos irgendwie zu bewältigen und mich um meine Angst vor dem Semesterende zu kümmern. Da kann und will ich ihn nicht dabei haben...

Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass Februar zu spät ist %:| :-o

T'es,tAxRHP


@ AlicegegenWunderland

das Gefühl, dass Februar zu spät ist %:| :-o

... Das zeigt, dass dein Bekannter dich schon am Haken hat mit seinen Problemen.

Angst, dass er dann ernst macht und sich was antut.

Er leidet - und sperrt sich aber gegen angebotene Hilfen und Vorschläge, die er selber annehmen muss. Er übernimmt NULL Verantwortung für sich selbst und versucht, es anderen, in diesem Fall DIR! aufzubürden, für ihn verantwortlich zu sein. Und genau damit damit hält er andere, in diesem Fall DICH! in Schach und auf Trab.

Es ist für eine einzelne Privatperson absolut nicht machbar, einen Suizidgefährdeten alleine zu betreuen. Dann sitzt du nämlich rund um die Uhr daneben und passt auf, wie es ihm jetzt wieder geht, und ob er sich was antut, wenn du nur mal kurz aus dem Zimmer gehst. Plus: sollte was passieren, kannst du (zumindest theoretisch) von Hinterbliebenen wg. unterlassener Hilfeleistung belangt werden.

Also:

Sollte das mit der Panikattacke und der aufkommenden Suizidalität noch mal passieren, (und wenn ers dir nur akut am Telefon erzählt!) dann biete ihm sofort am Telefon an, ihm einen Krankenwagen zu rufen, damit er wegen seiner Suizidalität sofort in deine Klinik kommt. Das ist dann die besagte Hilfeleistung! Dann ist er vor sich selbst geschützt und versorgt- und du bist aus der Schusslinie.

Im KH kriegt er sofort Gespräche mit der dortigen psychologischen Betreuung und ggf. auch Medikamente.

Auch wenns ein alter Freund ist: du kannst dich nicht von seinen Problemen tyrannisieren, latent oder offen mit Selbstmord erpressen und runterziehen lassen.

Will er das alles nicht, kannst du ihm ohne schlechtes Gewissen sagen, dass du ab jetzt nur noch einen KW für ihn rufen kannst. Es geht nicht an, dass du auf Anruf den Hammer fallen lässt und hinrennst, um stundenlang Händchen zu halten, während er seinen Panikattacken freien Lauf lässt. Ich würde ihm das auch ganz genau so sagen!

Vermutlich wird euer Kontakt dann erstmal beendet sein, weil seine Taktik, Leute mit seinen Störungen zu tyrannisieren, bei nicht mehr hinhaut.

Für ihn ist das eine Chance, endlich mal in die Strümpfe zu kommen und was für sich selbst zu tun, und du musst auch kein schlechtes Gewissen mehr haben.

Ich hoffe, dass diese Sache sich zwischen euch klären lässt. Ansonsten würde ich den Kontakt abbrechen.

*:) *:)

C}aramSalax 2


Hallo AlicegegenWunderland, ich verstehe deinen inneren Zwiespalt, aber ich kann nur eines empfehlen, höre und vertraue auf dein Gefühl.

Egal, was man im Leben macht, es geht immer darum, welche Recourcen besitzt man und was kann man davon abgeben, so dass es einem dabei weiter gut geht, ohne das Gefühl zu haben, es geht an die eigene Substanz.

Du hast deinen Weg gefunden, so dass du jetzt mehr Reserven als vorher hast. Diese reichen aber nicht für zwei, sondern nur für dich. Letztendlich ist dann eine Hilfe eine gute Hilfe, wenn sie eine Hilfe zur Selbsthilfe ist und nicht, indem man das Leben anderer mittragen muss. Man überfordert sich hier leicht, weil man Mitgefühl hat, aber dieses Mitgefühl ist auch an entsprechenden Recourcen gebunden, auf die man achten sollte.

Wenn derjenige selbstmordgefährdet ist, dann gibt es für ihn die Möglichkeit sich damit auseinanderzusetzen, indem er sich entsprechendes Material besorgt und er daraus lernt, sein Leben neu zu gestalten. Empfehlen kann ich hier Doris Wolf, Ralf Bihlmaier, Klaus Renn ect. Kann er das nicht, braucht er mehr Hilfe und Beistand, dann ist eine Therapie, eine Selbsthilfegruppe ect. die richtige Anlaufstelle.

Fühlt man sich als Freund oder Freundin von den Problemen anderer überfordert, dann würde ich mir die Frage stellen, wo ich mich selbst überfordere, wenn ich darauf eingehe. Und ich würde mir die Frage stellen, was brauche ich jetzt, um selbst damit umgehen zu können. Und dann kommt oftmals dabei heraus, dass der andere mehr für sich tun sollte oder er sollte sich alle Hilfe holen die er braucht, damit er besser zurecht kommt. Man kann innerlich eine Grenze ziehen, indem man sich selbst sagt, dass und das kann man geben, alles andere geht nicht. Man wird dann meist überrascht sein, wie wenig man dass dann real kommunizieren muss, denn sobald man das in sich selbst klar gemacht hat, spüren die anderen auch, dass sie über das Ziel hinausgeschossen sind. Man sollte die eigenen Grenzen in sich schützen und dann haben es andere auch leichter diese zu respektieren. ;-)

CjaramaJlaQ 2


Sollte natürlich so heißen:

aber dieses Mitgefühl ist auch an die entsprechenden Recourcen gebunden

APliceg&egDenlWundegrlanxd


Danke für eure Antworten! Hatte gestern nicht die Kraft noch zu antworten.

Sollte das mit der Panikattacke und der aufkommenden Suizidalität noch mal passieren, (und wenn ers dir nur akut am Telefon erzählt!) dann biete ihm sofort am Telefon an, ihm einen Krankenwagen zu rufen, damit er wegen seiner Suizidalität sofort in deine Klinik kommt. Das ist dann die besagte Hilfeleistung! Dann ist er vor sich selbst geschützt und versorgt- und du bist aus der Schusslinie.

Das wollte ich gestern abend tun nachdem ich mehr oder weniger eine Abschiedsnachricht bekommen habe. Dann hat er sich aber nochmal gemeldet, woraufhin ich ihm das dann auch ganz klar gesagt habe. Er hat sich dann entschuldigt und gemeint, wenn mich das so fertig macht will er was ändern. Ich bin ja mal gespannt.

Schlecht ging es mir nach der Aktion trotzdem. Habe ja richtig Angst bekommen und mich mit einer Panikattacke rum ärgern dürfen. Deswegen ist für mich das Thema erstmal durch. Reagiere nicht mehr auf das was er im Bezug auf sein Befinden sagt. Ich weiss, dass das nicht das beste ist aber ich hatte gestern so einen Totalabsturz dass ich nicht mehr kann.

Man überfordert sich hier leicht, weil man Mitgefühl hat, aber dieses Mitgefühl ist auch an entsprechenden Recourcen gebunden, auf die man achten sollte.

Habe deswegen ja jetzt nen Cut gemacht, weil ich das nicht mehr leisten kann.

Heute geht es mir wegen der ganzen Situation mehr als bescheiden...habe das Bett noch nicht verlassen, weil ich trotz Medis und auf mich selbst achten keinen Antrieb habe.

Habe schon versucht mich um mich selbst zu kümmern, aber bin gerade irgenwie zu verstörrt um groß was zu machen.

Habe jetzt angst mich selbst kaputt gemacht zu haben, weil ich mich überlaste...

TRestAR"HP


@ AlicegegenWunderland

:)^ :)z Super, dass du mal Tacheles mit dem Bekannten geredet hast.

Du siehst ja selber, dass der Typ dich total stresst.

wenn mich das so fertig macht will er was ändern.

Allein schon bei diesem Satz bimmeln meine Alarmglocken! Warum? Weil er sich FÜR DICH ändern will, damits DIR besser geht. Bingo ]:D

Knapp daneben ist auch daneben :-|

denn er sollte für sich selber aktiv werden. Denn andere haben mit seiner Störung rein gar nichts zu tun, die können überhaupt nichts dafür!

Ich empfehle dir dringend, diesen Kontakt sofort abzubrechen und dich wieder dir selber zuzuwenden.

das Bett noch nicht verlassen, weil ich trotz Medis und auf mich selbst achten keinen Antrieb habe.

Steh sofort auf und mach ab jetzt jeden Tag für 30 Minuten einen SEHR flotten Spaziergang. Regnets oder isses kalt, dann ziehste dich entsprechend an :)z .

Bewegung ist gut für den Körper und vor allem bessert es die allgemeine Stimmung und das Wohlbefinden auf. Wenn du das machst, kannst du möglicherweise sogar dahin kommen, dass du nur noch ganz wenig Medis brauchst.

Raff dich zusammen und tu es. Du wirst sehen, es hilft. Ausdauersport ist ein Muss, wenn man unter (depressiver) Antriebslosigkeit leidet. Ich hatte sowas auch mal, und Sport hat mich wirklich aus dem Stimmungsloch rausgeholt.

Fang heute an, und lass bloss diesen Kontakt bleiben :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*

*:) *:)

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