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Fürchterliches Zeitmanagement und dessen Auswirkungen

kHlei:ner_dqracheWnstern


Unter "Zeit für mich" verstehe ich Zeit, wo ich wirklich allein bin, ohne mit anderen Menschen zu interagieren.

Das beißt sich aber wirklich extrem mit mehrfach die Woche studenlang Vereinssport.

K`adhid[ya


Ich hatte allerdings überlegt, es auf drei Tage runterzubrechen, dann hätte ich Montag, Mittwoch, Freitag was und immer noch vier freie Abende. Aber wenn ich mich verbessern will, ist 1 - 2 Mal echt ganz schön wenig...

Wieso 1-2 x, Du sprichst doch davon, es 3 x zu machen...

Das größte Problem scheint, in allen Belangen, Deine Einstellung zu sein.

Ist natürlich einfach gesagt.

Wenn Du explizit am Zeitplan was ändern willst, dann plan den Morgen beispielsweise anders. Du brauchst doch nur solange, weil Du weisst, dass Du die Zeit hast. Also versuche alles eine Stunde früher zu machen. Morgens kannst Du bestimmt auch grundsätzlich etwas entschlacken. Ich bin durch Überstunden/Wechselschichten inzwischen auf 15 Minuten duschen und anziehen gekommen. Ja, da rasiere ich mir nicht die Beine oder schaue im Spiegel aus verschiedenen Blickwinkeln, ob ich dicker/pickliger/sonstwas bin. Das mache ich dann zu anderen Zeiten. Da Du scheinbar 2 x duschst, wenn Du Sport hast, könntest Du sowas doch bei dem Duschen einplanen, da ist später abends, Du bist wacher, alles geht schneller - schonmal morgens gut Zeit gespart.

Dann habe ich festgestellt, dass mein Gehirn morgens extrem langsam funktioniert, also suche ich mir abends heraus, was ich anziehen will. Entscheidungsprozess: null. Ich muss nur reinschlüpfen.

Das (Kleidungswahl & "Schönheitspflege") sind schonmal 2 Sachen, die Du später am Tag machen kannst, da sparst Du morgens Zeit, kannst länger schlafen und bist schneller.

Da Du ja vermutlich so lange herumschlumpfst, weil Du weisst, Du hast Gleitzeit: es wäre evt eine Möglichkeit, eine Uhr extra für Deine Morgenroutine zu stellen, die geht dann 1 Stunde vor. Starr immer auf diese Uhr, blende aus, dass es eine andere gibt, richte Dich nach dieser Zeit, da bist Du dann 1 Stunde früher auf der Arbeit.

Wenn Du heimkommst, anstatt rumzuschlumpfen, kannst Du doch einen Tee trinken, was lesen oder Computer spielen... Rumgammeln wegen Sport muss nicht sein, da hast Du doch eine Stunde, in der Du etwas machen kannst.

Vielleicht hilft es, wenn Du morgens Sachen immer in genau derselben Reihenfolge machst, beispielweise aufstehen, direkt weggehen und an den Küchentisch setzen (dann weckt der Snooze auch den Partner nichjt). Tee/Kaffee trinken/anfangen zu trinken, dann nach maximal x Minuten ins Bad gehen, Haare waschen, Handtuch drum, frühstücken (jetzt ist man ja wach), dann sind die Haare angetrocknet und das Fönen geht schneller, ggfs duschen (ich mache das immer separat vom Haare waschen), flott eincremen und anziehen, evt schminken (aber auch flott) und raus aus der Türe.

Alles, was Du vorher machen kannst, vorher machen. Falls Du also gerne Smoothie morgens trinkst oder mitnimmst zur Abends - abends machen und in den Kühlschrank damit.

Konzentriere Dich morgens auf die notwendigsten Dinge, möglichst in derselben Reihenfolge, evt eine Uhr mit 1 Stunde vorstellen und daran orientieren, und Zeitfenster mitten am Tag bewusster nutzen...

N=ordKix84


Ja jetzt mal sorry aber das klingt für mich alles nach "wasch mich aber mach mich nicht nass".

Du willst Vereinssport, Tiere, Morgens rumtrödeln und Freizeit für dich ? Das geht aber nicht, in einem Bereich musst du was ändern wenn du denn mehr Zeit für dich haben willst. Geh mit mehr Disziplin an die Morgenroutine, fang früher an zu arbeiten und mach dementsprechend früher Feierabend. Dann machst du "nurnoch" dreimal die Woche deinen Vereinssport und schon hast du sicher 10-12 Stunden pro Woche mehr Zeit für dich.

Ja, es schreibt sich so einfach weil es so einfach ist.

Kbadh?idxya


Genau, warum gibt es überhaupt so viele Beiträge in "Psychologie"? Die sollen sich mal nicht so anstellen, einfach alle was am Riemen reißen, die faulen Säcke!

%-|

h4e|uwt;e_hxier


Übergang Schule ins Berufsleben

Das sind zwei verschiedene Welten. Das Zeitbudget ist in einer Vollzeitbeschäftigung extrem gering. Ich vermute, dass du deine Angewohnheiten noch aus der Schulzeit übernommen hast. Das wird sich ändern, weil das Gefühl "alles wächst mir über den Kopf" eher zunehmen als abnehmen wird.

Habe derzeit einige Tage frei, um mal ein langsames Weihnachten zu erleben. Das ist so herzerfrischend. War mit Freunden heute frühstücken und wir waren begeistert und haben uns gefragt, warum machen wir das nicht mehr so wie früher?

Ja, früher im Studium hatte man noch Zeit für private Dinge, die einem wichtig sind. Diese Zeit gibt es mit einem Vollzeitjob nicht mehr. Basta, aus.

Denn es ist nicht nur die Zeit, die weniger wird. Von der Arbeit ist man auch erschöpft und braucht entsprechend Erholungsphasen.

Wenn Geld vorhanden, Zeit kaufen indem man eine Putzkraft einstellt, Kleidung zur Wäscherei bringt, Fensterputzer engagieren, Einkauf bringen lassen.

Ist schon schwer, dass der Tag nur 24 Stunden hat, man 6-8 Stunden davon schlafen muss, 10 Stunden auf der Arbeit verbringt, Erholungsphasen braucht und auch noch das Leben genießen möchte. Das meine ich vollkommen ernst und nicht sarkastisch. Es ist eine simple Rechnung. Nur arbeiten, schlafen, Pflichten erfüllen (kochen, Wäschewaschen, putzen ... die Liste hab ich nicht mal angefangen, weil es mich echt erstaunt, was man alles so in einen Tag "hineinquetscht".

Hoffe, du hast über die Feiertage frei.

C+opmran


und auch noch das Leben genießen möchte

Das ist der Knackpunkt, weil die Auffassung von "Leben genießen" eine sehr subjektive ist und sich auch gesellschaftlich wandelt.

Zu meiner Jugendzeit hatten wir ein deutlich geringeres Angebot von Freizeit, Konsum und Medien. Kein Internet, kein Handy, keine Fitnessstudios, Kabel- und Sat-TV kam gerade erst auf. Als ich in den Beruf bin, hat man sich mit dem Partner getroffen oder man saß auch mal zuhause und hat Musik gehört oder am Homecomputer mal was gemacht/gezockt (mein erster PC war 1989 und hat 3000 DM gekostet). 2-3 mal im Monat ging man mal aus, ins Kino oder auf ein Konzert.

Der Druck, an irgendwas teilzunehmen, ist heute ungleich höher. Das vielfältige Angebot ist ja auch schön, aber ohne ausreichende Selbstkontrolle neigt man dazu, sich zu überladen. Glücklicher geworden sind die Menschen nicht.

M[ilkry_e'77


genau mein Problem und ganz genau das Thema, das mich seit vielen Jahren so sehr beschäft.

Es ist wirklich so ein schreckliches Gefühl, dass man aufgrund des Vollzeitsjobs keine Zeit zum bewussten Leben mehr hat.

Es ist wirklich großteils nur die Abfolge von arbeiten (bin 11 Stunden unter Haus, wg. Pendeln) und Haushaltspflichten.

Für das, was Spaß machen würde, bleibt so gut wie keine Zeit mehr oder man kann es nicht richtig genießen, da man einfach erschöpft ist.

Habe immer noch keine wirkliche Lösung für mich gefunden.

Wollte die Arbeit um ein paar Stunden reduzieren, das wurde leider nicht bewilligt. :°(

N,or]di8x4


Es ist wirklich so ein schreckliches Gefühl, dass man aufgrund des Vollzeitsjobs keine Zeit zum bewussten Leben mehr hat.

Wenn das denn hier der Fall wäre ok, ist es aber nicht. Die TE hat über 5 Stunden am Tag für sich und Hobbies, wenn sie früher anfangen würde sogar 6-7 Stunden, das ist wohl schon ausreichend. Die Sache ist halt das sie zuviel gleichzeitig will bzw. nirgendwo einschnitte machen will und das geht nunmal nicht. Man schläft 6-8 Stunden und ist 8-10 Stunden für die Arbeit unterwegs, bleiben noch 6-10 Stunden für Alltag, Freizeit und Hobbies. Wenn man da ein Hobby rein packt das mehrmals die Woche über 3 Stunden frisst dann ist das eine ganz bewusste und freiwillige Entscheidung und es muss einem klar sein das man die drei Stunden für andere Dinge "verliert".

Mhilky;_xe77


Ich habe auch abends 5 Stunden, aber die reichen einfach nicht, da ja auch Haushalt, Essen und Körperpflege in diese Stunden gepackt werden müssen.

Sport mache ich auch 3 mal pro Woche abends. Das BRAUCHT man aber, wenn man in der Arbeit nur sitzt, als Ausgleich. Sonst würden Rückenbeschwerden und Übergewicht schnell schlimmer werden.

Ich würde wohl 6 - 7 Stunden abends brauchen, um halbwegs zufrieden zu sein.

Es ist halt so schwierig, wenn man viele Interessen und Freunde hat.

Man muss auf so vieles verzichten, weil man zeitlich einfach nicht dazu kommt.

Klar, manche haben noch weniger Freizeit.

Aber MIR (und der TE) reicht die Zeit einfach nicht.

Und das belastet.

N`orrdi84


Ich mache auch regelmässig Sport, aber zwischen 4x pro Woche 3 Stunden und z.B. dreimal pro Woche eine Stunde ist ein riesen Unterschied. Wenn schonmal grundsätzlich jede Woche 12 Stunden Freizeit für Sport draufgehen dann ist das viel. Solange man Spaß daran hat ist es auch kein Problem, man sollte es halt nur auch als "Zeit für sich" sehen. Wenn das ne "lästige Pflicht" ist weil man in irgendwas besser werden oder abnehmen will dann ist das eine Einstellungssache.

M-ilOkya_e7Y7


Ich komme auf 6 Stunden Sport pro Woche. Also 3 mal 2 Stunden.

Spaß macht es mir sehr viel, aber genau wie die TE sehe ich es schon einerseits als Zeit für mich, aber halt nicht GANZ für mich, wie zB allein mit einem Buch oder vorm TV.

w;inter#sonnen 0x1


Es ist wirklich so ein schreckliches Gefühl, dass man aufgrund des Vollzeitsjobs keine Zeit zum bewussten Leben mehr hat.

das ist ja hier eine ganz schöne Luxusdiskussion. ;-)

Ich glaube irgendwie hat man es verpasst, der jungen Generation zu erklären, was bewusstes Leben ist.

Doch nicht nur Freizeit und Spaß. Eine sinnerfüllende Arbeit ist doch auch bewusstes Leben. :)z

Ca 1 -2 Generationen vor uns, wurde nur gearbeitet (und deutlich merh als 8 h Stunden, nämlich von Sonnenauf- bis Untergang, sich für seinen Lebensunterhalt gesorgt und nur Sonntags oder gar am Sommerende ging es mal zum Dorftanz.

Das genoss man dann auch ordentlich, weil es eben etwas ganz besonderes war.

Nicht falsch verstehen, ich sage nicht früher war alles besser...im Gegenteil: heute haben wir es sau gut und schätzen es eventuell nur nicht genügend. ":/

Wie man auf die Idee kommen kann keine Zeit für sich zu haben, wenn man drei Stunden täglich zum Sport geht, ist mir ein Rätzel. Sport: ist auch gut, wenn man es so einrichten kann und es einem gut tut.

Aber ankommen im wirklichen Leben ist angesagt. Wie soll das mit Kindern werden? Da hat man fast nur gemeinsame Familienzeit...die eben auch unwahrscheinlich schön sein kann.

Wenn du für dich bemerkst, dass du auch mal Zeit ganz alleine für dich braucht (vielleicht ist das aber eigentlich schon die morgendliche Bummel- Gemütlichkeitszeit ...alles eine Frage der Sichtweise), dann nimm sie dir, plane sie bewusst ein, aber du wirst dann woanders etwas abziehen müssen. Der Tag hat nun mal nur 24 h !

Manchmal ist weniger oft auch mehr...also 3 mal Sport, 2 mal zu Hause alleine Zeit...

N2ordi8x4


Ich glaube irgendwie hat man es verpasst, der jungen Generation zu erklären, was bewusstes Leben ist.

Das glaube ich auch, obwohl ich ja irgendwo auch noch zu dieser Generation gehöre. ;-)

Man muss nicht immer auf allen Hochzeiten tanzen und wenn ich will dann mach ich auch mal einen Samstag lang garnix sondern spiele nur am PC, schaue ne Serie oder lese. Oder ich leg mich Mittags wieder ins Bett und verschlaf den halben Tag. Das sind dann aber auch alles ganz bewusste Entscheidungen und ich habe nicht das Gefühl etwas zu verpassen. Ich denke nicht "es ist Freitag Abend, ich muss ins Kino" oder "es ist Samstag, ich muss Hausputz machen und Abends gehts auf ne Party" und ich bin mit dieser Einstellung ziemlich zufrieden.

Cxomrxan


Eine sinnerfüllende Arbeit ist doch auch bewusstes Leben.

Das nenne ich mal Luxus - den glaube ich die wenigsten haben.

wFinterQsonLne 01


@ Comran

o.k., aber vielleicht hilft da auch eine Einstellungsänderung zur eigenen Arbeit. Wo ist der Sinn der Arbeit für mich und die Gesellschaft. Ich hoffe ja mal, dass nicht die überwiegende Mehrzal der Leute in Deutschland einen so fürchterlichen Job haben und diesen nur zum Geldverdienen ausüben müssen.

Wenn man einen solchen fürchterlichen Job hat, sollte man da vielleicht auch mal über Verändeung nachdenken...nicht immer leicht, ja weiß ich.

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