» »

Affäre mit psychisch krankem Mann

EohemaVli_ger N6utze'r (#W5806x49)


Ja, stimmt. Danke :-)

Einmal hat er gesagt, er fühlt sich so einsam, dass er sich nicht mit mir treffen kann.

SHpinnperiEn


Wer weiß, vielleicht hat es sich für ihn so angefühlt. "Wenn ich mich jetzt mit jemandem treffe, bin ich nicht mehr so einsam". Er zieht (wahrscheinlich unbewusst) irgendeinen Nutzen aus dem Gefühl der Einsamkeit. Das ist Gesunden immer ziemlich schwierig zu erklären. Oft fehlt den Leuten das Bewusstsein darüber, dass sie überhaupt eine Entscheidung treffen können. Für viele sieht das dann so aus, als ob man sich in seiner Krankheit/in Selbstmitleid suhlen würde. Ich finde das auch teilweise schwer zu trennen, obwohl ich das Gefühl selbst gut kenne, dass man sich unglaublich schlimm fühlt und denkt, es hört nie wieder auf. Und wenn man einfach keine Kraft hat diesen Zustand zu verlassen. Aber je öfter man es versucht, desto öfter sagt einem die Erfahrung, dass man sich tatsächlich nicht mehr so einsam fühlt, wenn man sich nicht selbst isoliert. In seinem Fall gibt es ja jemanden, der gerne Zeit mit ihm verbringen möchte. Und das nächste Mal hätte er vermutlich mehr Kraft, sich aufzuraffen, weil er wüsste, dass er sich dann besser fühlt. Aber das Vertrackte ist halt, dass er das selbst entscheiden und die Erfahrung selbst machen muss.

Ich hoffe das war verständlich. |-o

C"innavmonx4


Trotzdem hätte ich gern Zuverlässigkeit, keine plötzlichen Absagen und es belastet mich, wenn ich merke, dass er sich plötzlich zurückzieht. Jeden anderen hätte ich bei so einem Verhalten links liegen lassen. Aber bei ihm denke ich immer, er kann vielleicht nicht anders. Außerdem mache ich mir Sorgen, dass es ihm nicht gut tut. Immer wieder stelle ich den Kontakt her. Von seiner Seite kommt nicht viel.

Mal angenommen, er wäre nicht schizophren. Was würde dir sein Verhalten sagen?

Hast du schon mal darüber nachgedacht, dass er vielleicht prinzipiell etwas bindungsphobisch ist und das gar nix mit der Schizophrenie zu tun hat?

Oder... er vielleicht auch nicht so viel Kontakt will, so als Mensch?

Oder hat er gesagt, dass es an seiner Erkrankung liegt, dass er so unzuverlässig ist?

So oder so:

Wenn Unzuverlässigkeit etwas ist, womit du in deinem Leben nicht klarkommst, ist es erstmal scheißegal, warum der andere nicht zuverlässig ist. Wenn er das auch auf deine Bitte hin nicht abstellen kann, ist das nun mal so, und du solltest dich distanzieren.

Was ich gruselig finde, ist, dass sich jetzt so auf seine Schizophrenie fokussiert wird. Sein unstetes Verhalten muss damit gar nix zu tun haben! Das sollte Nordi als offensichtlicher Spezialist für Psychische Erkrankungen und andere Atrribute, die Beziehungen un-mög-lich machen, eigentlich wissen...

Er ist ein Mensch wie jeder andere, mit seinen Besonderheiten. Ob man da nun den Stempel "Schizophrenie" oder "Magengeschwür" oder "is so" drauf packt.

Wie es für mich derzeit klingt, hast du, liebe TE, aber immer im Kopf, dass er ja schizophren ist. Alles wird in diesem Licht betrachtet. Vielleicht täusche ich mich ja da, bitte korrigiere mich, wenn es anders ist! Aber falls es so ist, würde ich dir raten, das zu lassen. Du kannst mit ihm über die Krankheit sprechen, wenn du es willst und wenn er es will (!), sie macht ihn aber nicht aus. Und so gesehen ist sie auch kein Freifahrtschein für Verhalten, welches dich verletzt.

Ich an seiner Stelle würde es zumindest nicht wollen, dass ich jetzt als "Der Schizophrene" gelte und Alles, was ich tue, in diesen Kontext gesetzt wird.

S{ppinne4rixn


Was ich gruselig finde, ist, dass sich jetzt so auf seine Schizophrenie fokussiert wird. Sein unstetes Verhalten muss damit gar nix zu tun haben!

Generell gebe ich dir absolut recht, Cinnamon, und es ist leider oft so, dass viel mit einer Diagnose erklärt und entschuldigt werden will, das man ansonsten anders werten würde. Andererseits sehe ich hier eigentlich nirgends einen besonderen oder gar gruseligen Fokus auf seine Schizophrenie. ":/

Ich will da jedenfalls nicht missverstanden werden, weil ich selbst sehr empfindlich bin und nicht auf meine Krankheit reduziert werden möchte.

Cginn.amyonx4


Nee, Spinnerin, das ging auch gar nicht an dich! Ich habe gerade nochmal nachgelesen und das Einzige, worüber ich bei dir gestolpert bin, war:

Ihn in dem Sinne einfach besser kennen zu lernen wäre meiner Ansicht nach der richtige Schritt. Was genau vorgefallen ist, wie es ihm jetzt geht, wie es sein Leben beeinflusst, etc. Dann kann man immer noch sehen wie es weitergeht.

Wobei ich gerade merke, dass ich das vermutlich auch "falsch" gelesen habe. Ich dachte, du meintest, man solle ihn besser kennenlernen und hättest das mit dem Reden über seine Schizophrenie gleichgesetzt.

Ein Mensch hat halt ganz viele unterschiedliche Facetten und auch wenn eine psychische Erkrankung einen gewissen Einfluss auf die Persönlichkeit haben kann, IST es nicht die Persönlichkeit.

Ich war einfach nur irritiert, dass teils so stark davon abgeraten wurde, sich aufgrund der Diagnose auf ihn einzulassen.

Ich denke, ein bisschen irre sind wir alle und nach der Logik wären die Deutschen nach dem 2. Weltkrieg vermutlich ausgestorben - bei dem kollektiven Trauma hätte ja niemand mehr eine Beziehung eingehen dürfen und können.

k-leinWe_axida


Ich würde das auch lassen. Ich kenne selbst wie das ist mit einem psychisch kranken zusammen zu sein. Irgendwann lässt man sich immer mehr gefallen und versucht das immer mit seiner Krankheit zu entschuldigen. Mich hat sowas schon in tiefen Unglück und Depressionen gestürzt.

EEhe7maligear Nutz er (#5!80649x)


Danke für Eure Antworten. Ich stimme völlig zu, dass es falsch ist, ihn auf seine Erkrankung zu reduzieren. Er ist ein Mensch wie jeder andere, und wenn mich seine Unzuverlässigkeit stört, ist er eben nichts für mich. Stimmt alles. Ich kann nicht mit jemandem zusammen sein, der mich immer wieder "sitzen lässt". Habe die "Beziehung" abgebrochen und es fühlte sich ganz OK an. Dann haben wir uns zufällig getroffen und ... alles auf Anfang. Und ich bin genauso ratlos wie zuvor. Wenn ich dann sehe, wie einsam und unfähig er ist, sein Leben zu führen, bin ich nicht mehr vernünftig. Total verrückt. Ich bin nicht seine Mutter, ich bin nicht verantwortlich, ich kann ihm nicht helfen. Ich mach mich nur selbst kaputt. Ich weiß, dass es keinen Sinn hat, aber ...

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH