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Die Arbeit macht mich kaputt - Depression?

b,lueki0ttexn hat die Diskussion gestartet


Hallo liebes Forum,

ich bin seit langem stiller Mitleser und brauche nun dringend euren Rat.

Ich versuche mich so kurz wie möglich zu halten, damit alles verständlich ist.

Ich bin 22 Jahre alt und seit einiger Zeit geht es mir leider gar nicht mehr gut.

2012 habe ich meine 3-jährige Ausbildung zur Industriekauffrau in einem kleinen Unternehmen begonnen und seit dem geht es bergab mit mir. Schon nach 3 Monaten Ausbildungszeit habe ich damals um einen neuen Betrieb gemüht, da ich die Zeit dort einfach unerträglich fand. Ich fühlte mich ausgenutz, habe leider (bis heute) nie etwas Ausbildungsrelevantes in meinem Job gelernt und Sprüche wie "Schalten Sie doch mal Ihr Gehirn ein" oder "wären Sie eine 400 € Kraft, hätten wir Sie schon längst raussgeschmissen" waren tagtäglich nichts ungewöhnliches. Diese Sprüche kamen gehäuft wenn ich vergessen habe einen Karton wegzuräumen oder nach meiner Arbeitszeit nicht länger geblieben bin.

Das zieht sich bis heute hin. Im Juni 2015 habe ich meine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und dachte, dass ich der Firma noch einmal eine Chance gebe, da mir die Branche, in der ich arbeite, wirklich liegt. Außerdem versprach man mir, einen starken CUT zwischen der "Azubi"- Zeit und der "Festangestellten" Zeit zu machen.

Doch leider wird alles hier immer schlimmer. Ich gehe mittlerweile jeden Morgen mit der Angst zu Arbeit, wieder einen Anpfiff zu bekomme weil ich den Wasserkocher nicht entkalkt habe oder eine Kollegin letzte Woche um Hilfe bat (ich würde die Personalverteilung daduch umstrukturieren, man könnte mir keine Verantwortung übertragen etc). Selbst meine Kollegen kommen teilweise auf mich zu um zu Fragen, ob alles okay sei und ob die Chefs mich auf Ihrer Abschussliste hätten. (Der Auszubildenden die wir noch haben, geht es genauso). Ich habe dieses Jahr leider nicht ein einziges Mal so Urlaub bekommen, wie ich es mir gewünscht hatte. Zwischen den Weihnachtstagen und Neujahr bin ich die einzige, die arbeiten kommen muss. Alle anderen haben Urlaub bekommen.

Nachts träume ich von meiner Arbeit, wache schweißgebadet auf (habe vor ca. 1/2 Jahr auch pflanzliche Schlafmittel deswegen bekommen) und heule mich bei meinen Eltern aus, wenn ich wieder einmal Ärger auf der Arbeit bekommen habe. Die können das aber mittlerweile auch nicht mehr hören, sodass ich niemanden mehr zum reden habe. Ich ziehe mich vollkommen aus der Öffentlichkeit zurück, verbringe die Wochenenden zu Hause und bekomme ein richtiges Unwohlsein, wenn ich unter Menschen bin.

Nach der Arbeit bin ich meist so ausgelaugt, dass ich nichts mehr tun möchte, mich in mein Bett lege und weine.

Ich war schon immer ein unsicherer Mensch, vielleicht auch bedingt durch die Alkoholsucht meiner Mutter, mit der ich aufgewachsen bin.

Sollte ich mich vielleicht einem Arzt vorstellen? Oder reagiere ich einfach nur zu übertrieben auf die Sachen, die dort mit mir passieren?

Über ein paar liebe Ratschläge wäre ich sehr dankbar

Eure bluekitten

PS: Um einen neuen Job bemühe ich mich schon - Bewerbungen sind versendet. Allerdings ist die Jobsuche nicht so leicht, wie gedacht

Antworten
R8io Groandxe


Reduziere die Arbeitszeit auf 50 Prozent und bau dir ein erfüllendes Privatleben auf.

CZhilliVmi.llxidi


Mhhh,

schwer zu sagen. Fühlst Du Dich fachlich überfordert? Oder eher auf der menschlichen Seite? Was machst Du genau Einkauf, Verkauf, Buchhaltung?

Es ist nicht einfach in einem kaufmännischen Beruf Verantwortung zu übernehmen. Oft hat man mit komplexen Aufgaben zu tun in die man sich einarbeiten muss und es gibt auch oft Kollegen die auf kleinste Fehler die man macht blöde reagieren.

e9lehkwtrobxoi


Ist jetzt schwer zu beurteilen, ob du tatsächlich sehr inkompetent bist (solche Mitarbeiter gibt es - selber empfinden die das aber nicht so!), oder deine Vorgesetzten nicht als Führungskräfte taugen. So oder so solltest du dich aber nach einem anderen Job umsehen.

Ist die einzige absehbare Lösung, welche dich glücklicher machen wird.

oder willst du noch 40 Jahre so weiter arbeiten bis zur Rente?

bJluekiHttexn


@ Chillimillidi

Nein, der Job überfordert mich keineswegs. Da ich in einer kleinen Firma arbeite, mache ich so gut wie alles.

Das man mir keine Verantwortung übertragen kann hat man mir im Zusammenhang damit gesagt, dass ich ein einziges Paket im Versand nicht nach den Wünschen meines Chefs zugeklebt habe. Dabei habe ich extra erwähnt, dass mir gesagt wurde, dass das Paket so geklebt werden soll. Dann hieß es, ich würde die Verantwortung auf andere abschieben. Ist das normal?

Wenn die Vorgesetzten mehrmals im Jahr im Urlaub sind, bin ich für das Büro komplett alleine verantwortlich, was bis jetzt auch immer funktioniert hat.

Ich versteh's einfach nicht :(v

bjluekxitten


@ elektroboi

Lieben Dank für deine Antwort.

Du hast recht, ein neuer Job ist wahrscheinlich das richtige.

S8chw1arz6x66


Neuer Job oder aber Mund aufmachen, dagegenhalten! Wer halt einmal soetwas mit sich machen lässt, der ist immer wieder dran. Menschlich scheinen Deine Chefs jedoch generell nichts drauf zu haben und das auch noch alles ohne Führungsqualitäten.

bGlue6kit+t.exn


@ Schwarz666

Danke für deine Antwort. Den Mund aufgemacht habe ich schon - war leider der größte Fehler meines Lebens. Danach hat man mir nahe gelegt, dass man dann überlegen sollte, ob der Job überhaupt das richtige für mich ist (also mehr oder weniger eine mündliche Kündigung).

Dabei ging es darum, dass ich die Versandvertretung 2 Wochen im Jahr aufgrund von körperlicher Beschwerden (chronische Entzündung in den Knien) nicht mehr machen kann.

Kgl%eio


bluekitten

Ich fühlte mich ausgenutz, habe leider (bis heute) nie etwas Ausbildungsrelevantes in meinem Job gelernt und Sprüche wie "Schalten Sie doch mal Ihr Gehirn ein" oder "wären Sie eine 400 € Kraft, hätten wir Sie schon längst raussgeschmissen" waren tagtäglich nichts ungewöhnliches.

Solche Aussagen sind unmöglich und indiskutabel. :(v Natürlich darf und soll der Arbeitgeber Kritik ausüben, aber sachlich. Vor allem hat er eine Fürsorgepflicht, überhaupt wenn es sich um junge Auszubildende handelt. Also noch einmal indiskutabel. :(v

Nachts träume ich von meiner Arbeit, wache schweißgebadet auf (habe vor ca. 1/2 Jahr auch pflanzliche Schlafmittel deswegen bekommen) und heule mich bei meinen Eltern aus, wenn ich wieder einmal Ärger auf der Arbeit bekommen habe.

Haben Deine Eltern denn nichts getan, als Du es ihnen am Anfang oder auch später gesagt hat, wie Deine Vorgesetzten mit Dir umgehen?

Nach der Arbeit bin ich meist so ausgelaugt, dass ich nichts mehr tun möchte, mich in mein Bett lege und weine.

Das kann ich mir gut vorstellen. Mobbing oder eine mobbingähnliche Dauersituation ist unglaublich nervenaufreibend. Hast Du Dich in diese Richtung schon erkundigt?

Ich war schon immer ein unsicherer Mensch, vielleicht auch bedingt durch die Alkoholsucht meiner Mutter, mit der ich aufgewachsen bin.

Dabei hättest Du gar keinen Grund unsicher zu sein, im Gegenteil. Du hast eine schwere Ausbildungszeit überstanden, es geschafft trotzdem Spaß an Deinem Job zu haben. Mich wundert, dass Du die Ausbildungszeit überhaupt überstanden hast. Obwohl Du solchen indiskutablen Aussagen ausgesetzt warst, bist Du immer noch sehr selbstreflektiert und sehr wohl könnte es sein, dass Du jetzt schon depressiv bist. Die Lösung ist klar und leicht gesagt: Wechsel die Arbeit. Wie Du selbst schreibst, so geht das leider nicht so schnell. Was also kannst Du machen? Du bist stark, denn es gehört eine unglaubliche Stärke in so einer Situation zu leben. Wieso nutzt Du Deine Stärke nicht anders?

Sollte ich mich vielleicht einem Arzt vorstellen?

Ja, ich würde unbedingt zu einem Arzt gehen und ihm meine Situation erklären.

Oder reagiere ich einfach nur zu übertrieben auf die Sachen, die dort mit mir passieren?

Ganz sicher reagierst Du nicht übertrieben. ABER - hast Du denn probiert Dir dieses respektlose Verhalten zu verbitten? Wie reagierst Du denn in solchen Situationen, wenn man so abfällig über Dich spricht?

bDlueckRittxen


@ Kleio

Vielen Dank für deine aufbauenden Worte. Leider weiß ich nicht recht, wie das mit dem zitieren funktioniert und antworte dir deshalb so.

Meine Eltern standen zu jeder Zeit hinter mir, haben mich aufgebaut und mitgeschimpft. Auch wenn meine Mutter (mittlerweile trockene) Alkoholikerin ist, war Sie zu jederzeit für mich da und eine unglaublich gute Mutter.

Nur was soll man gegen einen derartigen Arbeitgeber tun? Die größte Angst war immer, meine Ausbildung zu verlieren. Also Augen zu und durch.

Genauso muss ich es jetzt auch sehen - Augen zu und durch, bis ich etwas Neues finde. Mit 22 Jahren kann ich es mir nicht leisten, arbeitslos zu werden (zumindest ist so meine Einstellung).

Ich habe mit meinen Chefs schon öfter gesprochen. Was dabei rauskommt, hat man an meiner Antwort an Schwarz666 gesehen. Es wurde mir die mündliche Kündigung "mehr oder weniger" ausgesprochen.

muond+Nsternxe


@ bluekitten

Dein Arbeitgeber hat Dich nach der Ausbildung übernommen, weil er mit Deiner Arbeitsleistung zufrieden ist.

Er sagt anscheinend nur ständig das Gegenteil, um Dich unter Druck zu setzen. Also meiner Meinung nach brauchst Du nicht allzugroße Angst vor einer Kündigung zu haben, und kannst Dich ruhig etwas mutiger für Deine Interessen einsetzen. Wenn Dir dann doch gekündigt wird, fällst Du sicher in den Schoß der Arbeitsagentur.

Ansonsten finde ich es schon ganz richtig, wenn Du Dich nebenbei um eine andere Stelle bemühst. :)^

@:)

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