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Therapeuten wechseln?

EOhema|lige0r Nut6zer (#o5780x69) hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben! Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen.

Ich bin seit September (mit kurzer Unterbrechung) wieder bei einer Psychologin in psychotherapeutischer Behandlung. Die Termine finden in Abständen von 2 bis 3 Wochen statt und die Kosten werden von der Krankenkasse gedeckt.

Nun ist es aber so, dass mir die Therapie nicht wirklich zusagt. Die Themen, die wir besprechen, empfinde ich als sehr oberflächlich. Ich würde gerne über die Dinge reden, die mich wirklich bedrücken, aber an diesen Punkt kommen wir nie.

Ich fühle mich während der Therapiesitzung nicht wirklich wohl und konnte bisher auch keine gute Bindung aufbauen. Natürlich ist nicht alles an der Therapie schlecht, aber im großen und ganzen bin ich sehr unzufrieden.

Theoretisch könnte ich den Therapeuten einmalig wechseln. Allerdings hätte ich lange Wartezeiten auf einen freien Kassenplatz und dann natürlich auch keine Garantie, dass es mir mit dem anderen Therapeuten besser gehen würde.

Eine Möglichkeit wäre eine Wahlpsychologin, die ich bei einem Selbstsicherheitstraining kennen gelernt und ziemlich in mein Herz geschlossen habe. Allerdings würde eine Therapiestunde um die 80.- kosten und ich könnte mir höchstens einen Termin pro Monat leisten. Grundsätzlich wäre ich allerdings bereit, diesen Betrag zu zahlen.

Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich wirklich wechseln soll. Hat jemand Erfahrung mit Wahlpsychologen? Gibt es einen Unterschied zwischen Wahlpsychologen und Kassenpsychologen? Sind die ev. nur auf das Geld aus? Ich hoffe, jemand kann mir diese Fragen beantworten. @:)

Antworten
d-anbae8$7


Ich würde erstmal sehen woran es liegt das ihr bisher nur so rumplätschert bevor ich alles hinschmeiße. Hast du mit deiner Therapeutin gesprochen das du unzufrieden bist?

LUich-tAmHonrizonxt


Wäre auch mein erster Gedanke. Ihr das, was Du hier schreibst, mal sagen.

Eqhem{aligepr Nu)tzer> (#5x78069)


Das hatte ich vor, beim nächsten Termin. Allerdings habe ich so meine Zweifel, ob eine Therapie, die mich so wenig zufriedenstellt, wirklich noch zu "retten" ist. ":/

LuichtAmH;orijzoxnt


Versuch macht klug. ;-)

d#anaex87


Na ja, die Frage ist erstmal was du ganz grunglegend erwartet hast und in wiefern und deine Wünsche kommuniziert hast.

Ein Therapeut kann keine Gedanken lesen und so lange seid ihr ja noch nicht dabei. Vielleicht wartet die Therapeutin auch darauf das du Vertrauen gefasst hast und dich anfängst zu öffnen. Viele brauchen da Zeit und man lernt sich erstmal so kennen, auch damit der oder die Behandelnde den Klienten einschätzen lernt. Die Frage wie der Alltag läuft, wie stabil der ist, ob da Ressourcen sind und soweiter ist ja doch sehr relevant wenn man später sehr schmerzhafte Themen streift. Einfach damit man einschätzen kann in wie weit der Klient damit umgehen kann oder ob das vielleicht ungesund/gefährlich wäre.

M5alibVub Baxy


Ja bespreche das mit ihr. Vielleicht muss erstmal deine Vorstellung von Therapie geklärt werden. Viele Therapeuten sehen sich als Begleiter zur Selbsthilfe, die Themen und die Tiefe legt der Patient fest. Die Vorstellung aus Film und Fernsehen, dass man sich hinlegt und der Therapeut die dunkelsten Geheimnisse ausgräbt während man über Rorschachbilder redet trifft glücklicherweise wenig zu.

EXhemaliOger Nuatzer (#Q57806x9)


Na ja, die Frage ist erstmal was du ganz grunglegend erwartet hast und in wiefern und deine Wünsche kommuniziert hast.

Ich bin mir nicht sicher, was ich erwartet habe. Ich hatte irgendwie die Vorstellung einer Therapie, in der ich mich richtig gut mit meiner Therapeutin verstehe, wir gemeinsam lachen und trotzdem über belastende Themen sprechen können. Und natürlich, dass ich einen gewissen Fortschritt und eine Veränderung merke.

Diese Wünsche habe ich nicht direkt offen kommuniziert, weil ich mich von der ersten Therapiestunde an unwohl gefühlt habe und die Weiterführung der Therapie im Prinzip nur eine Notlösung war.

Ein Therapeut kann keine Gedanken lesen und so lange seid ihr ja noch nicht dabei. Vielleicht wartet die Therapeutin auch darauf das du Vertrauen gefasst hast und dich anfängst zu öffnen.

Ich muss sagen, dass ich bei den meisten Themen ziemlich offen bin und viel erzähle, auch wenn es mir unangenehm ist.

Viele brauchen da Zeit und man lernt sich erstmal so kennen, auch damit der oder die Behandelnde den Klienten einschätzen lernt. Die Frage wie der Alltag läuft, wie stabil der ist, ob da Ressourcen sind und soweiter ist ja doch sehr relevant wenn man später sehr schmerzhafte Themen streift. Einfach damit man einschätzen kann in wie weit der Klient damit umgehen kann oder ob das vielleicht ungesund/gefährlich wäre.

Daran habe ich nicht gedacht und damit hast du wahrscheinlich auch Recht. Aber in dem Fall habe ich das Thema Familie angesprochen, mit dem ich auch tagtäglich konfrontiert bin. Insofern wundert es mich schon etwas.

Ich bin euch dankbar für eure Ratschläge, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie in dem Fall sinnvoll sind.

Ich habe den Eindruck, dass es im zwischenmenschlichen Bereich große Unstimmigkeiten zwischen uns gibt und einige Situationen in der Therapie empfand ich auch als sehr unangenehm.

Ich habe ihr z. B. einmal gesagt, worüber ich reden möchte, und sie hat mich trotzdem auf ein anderes, derzeit relativ irrelevantes Thema festgenagelt.

Und als ich ihr erzählt habe, dass mich meine langen Wartezeiten belasten, wies sie mich darauf hin, dass auch andere Menschen lange Wartezeiten hätten. Das stimmt natürlich, aber bei ihr klang es wie ein "Stellen Sie sich nicht so an!"

Als ich das ansprach, ignorierte sie es völlig. ":/

d~an?aex87


Mh, das klingt wirklich nicht gut. Deine Vorstellung von einer Therapie ist allerdings auch weit von der Realität entfernt. Das klingt nämlich eher wie eine Freundin denn wie eine professionelle Beratung.

Ich hab schon echt viel Therapie gemacht, aber so war das noch nie. ;-D

E)heZmaliger mNutze!r (<#57x8069)


Hm, vielleicht habe ich es auch etwas falsch rübergebracht.

Natürlich fokussiert man sich in einer Therapie hauptsächlich auf seine Probleme. Allerdings möchte ich mich mit der Therapeutin auch gut verstehen, quasi mit ihr auf einer Wellenlänge sein und auch mal herzhaft lachen können. So besser? Oder realistischer?

Ich hatte jedenfalls bei meiner letzten Therapie den Eindruck, dass das der Fall war.

daanaex87


Mh, also ich hab das so selten erlebt, also zusammen lachen oder so. Das war immer ein sehr lösungsorientierter Arbeitsvorgang. Eher wie ein produktives Teammeeting mit jemandem der sehr viel mehr Erfahrung auf dem Gebiet hat als ich. Aber ich denke das muss auch zu einem passen.

Eine frühere Freundin ging immer wieder zu einer Therapeutin wo oft zusammen gelacht wurde und sie fühlte sich da sehr wohl, aber wirklich produktiv war das nicht. Sie ließ da Druck ab in dem sie von ihren Problemen sprach, fühlte sich dann besser, aber strukturell kamen sie einfach nicht weiter. Nur alleine so ein gutes Gefühl hilft da also meiner Erfahrung nach nicht langfristig weiter.

Ansonsten sind private Therapeuten nicht besser oder schlechter als Kassentherapeuten. Sie haben ja eine abgschloßene und in Deutschland anerkannte Ausbildung, aber die Konzessionen der Kassen sind kostspielig und werden nicht unbegrenzt vergeben und systhemische Ansätze werden gar nicht übernommen. Und wie in jedem Bereich kannst du da natürlich gute wie schlechte Vertreter ihrer Berufsgruppe treffen. Sicher kann man nicht generell sagen das sie nur Geld schneiden wollen oder so.

Ich an deiner Stelle würde nochmal versuchen an dem zu arbeiten was du hast, konsequent und beharrlich deiner Therapeutin gegenüber auftreten und darauf bestehen das zu besprechen, ihre Erwartungen, deine Erwartungen und auch dein Gefühl bisher nicht ernst genommen worden zu sein. Es hindert dich ja niemand daran schonmal für in zwei Monaten einen Termin bei der privaten Therapeutin zu machen. Wenn es dann immernoch so unsinnig ist oder vorher eskaliert kannst du ebentuell auf ein Kosten-Erstattungs-Verfahren zurückgreifen wenn du ansonsten keinen Platz bekommst. So von wegen gestörtem Vertrauensverhältniss oder so.

Emhemalig3er Nutzer6 (#5780x69)


In meiner vorigen Therapie hatte ich ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Therapeutin. Wir sprachen die meiste Zeit über aktuelle Problemsituationen und haben dabei meistens nur an der Oberfläche meiner eigentlichen Probleme gekratzt. Wir verstanden uns gut, ich konnte ihr mein Herz ausschütten, aber wirklich weiter kamen wir in der Therapie nicht. Die meisten Fortschritte habe ich mir selbst, außerhalb der Therapie erarbeitet. Insofern hast du vielleicht wirklich Recht. ":/

Die Erfahrung, dass ich mit einer Therapeutin gezielt an einem tiefergreifendem Problem und der Lösung arbeite, habe ich noch nie gemacht. Und das wäre gerade das, was ich so dringend brauchen würde.

Ich würde mir eine Therapeutin wünschen, die mir beides bieten könnte. Einerseits die Möglichkeit Luft abzulassen und über aktuelle Probleme zu sprechen, andererseits auch eine kompetente Hand, die mich zu einem besseren Leben begleiten kann.

Deswegen bin ich auch so begeistert von dieser Psychologin. Weil sie so kompetent und gleichzeitig so unglaublich authentisch und sympathisch wirkt. Ich habe mich in den Trainingseinheiten sehr wohl gefühlt.

Deswegen möchte ich eigentlich auch nicht vom Gegenteil überzeugt werden, was meine derzeitige Therapeutin betrifft, wenn ich ehrlich sein soll. Werde es aber trotzdem ansprechen.

Ich hatte überlegt, ob ich nicht eventuell gleich einen Termin vereinbare und die Wahlpsychologin ausprobiere, falls das irgendwie möglich wäre. ":/

d8anlae87


Also meine wirklich effektiven Therapien waren eher ungemütlich. Manchmal hatte ich gar keine Lust aktuelles anzusprechen weil wir von dem Punkt aus immer auf die Suche gingen: Erinnert das an etwas? Ist das ein wiederkehrendes Muster? Passen die Gefühle zur Situation? Wo kann ich anders agieren und wo nicht? Etc... Besonders lustig war das nie und einfach Druck ablassen war das auch kaum je.

Ich würde es versuchen weil du für deine derzeitige Therapeutin gar nicht offen bist solange du eigentlich diese freie Dame möchtest. Denn solange wirst du bei ihr nur Argumente suchen weshalb du keine weitere Therapie bei ihr machen kannst. Aber thematisiere das offen in der kommenden Sitzung, vielleicht könnt ihr eine Pause ausmachen damit du das testen und sortieren kannst und dann bei einer anschließenden Sitzung gucken könnt ob eine Weiterführung Sinn macht oder nicht. Aber überlege dir auch was genau du von dieser einen Sitzung willst, was du da ansprechen willst. Denn sonst läösst du dich vielleicht von der Erleichterung leiten und am Ende sitzt du wieder in einer Therapie die dich nicht grundlegend weiter bringt sondern nur temporäre Erleichterung.

E"hemal;iger Nyutzer (#578J069)


Nun gut, Therapien sollen ja auch nicht immer angenehm sein - eigentlich. Darf ich fragen, welcher Therapieansatz diese Therapien hatten?

Das halte ich für eine gute Idee. Zuvor möchte ich aber mit der Wahlpsychologin sprechen und nachfragen, ob sie überhaupt einen Platz für mich hätte. Ich bin - was meine Therapien angeht - grundsätzlich sehr gründlich und bereite alles genau vor. Also sollte das kein Problem werden. :-)

dqaSnae87


Ich hab Verhaltenstherapie gemacht. Einmal in einem sehr speziellen Ansatz in einer Klinik, würde ich nur per PN schreiben weil man sonst die Klinik gooogeln könnte ;-) und dann ambulant, wobei es da auch nicht beim ersten Versuch geklappt hat.

Nachfragen würde ich vorher auch in jedem Fall.

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