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Zeitmanagement in der Therapiestunde

E>hemaliPger N5utzeNr (#Z57806x9)


Sommer? Das ist schon einige Monate her. Wie lange soll der Übergang denn genau dauern? Stehst du schon auf einer Warteliste?

Nun ja, gewisse Randbedingungen sollten schon gegeben sein, damit konstruktiv gearbeitet werden kann.

F!ly.ing wit%hsout winxgs


Ich stehe schon lange auf der Warteliste. Seit Sommer eben.

Und wie lange das jetzt dauern soll? Mh...

Ursprünglich war die Rede von wenigen Wochen, dann ist daraus November geworden, dann Ende des letzten Jahres, aber da hat sich auch nichts getan.

Ich wurde damals ausdrücklich an die PIA verwiesen, weil das eigentlich schneller gehen soll. Wie ich dann spitz bekommen habe, arbeiten da Studenten, die sich noch in der Ausbildung befinden. Also ganz ehrlich: Ob das am Ende funktioniert wie ich mir das vorstelle, steht ja noch mal auf einem ganz anderen Blatt. Ich bin da ein bisschen skeptisch.

Und im Prinzip macht die Therapeutin ihren Job ja ganz gut, nur die Rahmenbedingungen sind halt irgendwie schwierig. Ich verstehe ja, dass die jetzt nicht zu viel hoch holen wollen, wenn ich da eben so nebenher laufe und den Zweck der Stabilisierung erfüllt das ja schon besser, als wenn ich es nicht hätte. Nur würde ich halt auch mal irgendwann gern Erfolge sehen.

Oh man - es ist echt kompliziert...

E(hemaligemr NuXtzeWr (,#5780x69)


Wäre es denn nicht möglich, dass sie dich vollständig übernimmt und eben eine Ausnahme macht?

Wenn du immer nur Alltagssituationen in deinen Therapien besprichst, die die Schwierigkeiten bereiten, hilft sie dir ja erstmal nur die Situation zu reflektieren. Das kann manchmal wichtig sein, oft ist aber eine Therapie gar nicht notwendig.

Aber um deine psychischen Probleme zu bearbeiten und Erfolge zu sehen, solltest du den Fokus ev. mehr darauf richten. ":/

Es sei denn, das ist gar nicht gewünscht und die Therapie soll weiterhin nur zur Stabilisierung dienen. ":/

Fklying~ witIho#utl wiLngs


Naja - Stabilisierung ist ja schön und gut - ich glaube ohne das wäre normaler Alltag streckenweise überhaupt nicht mehr möglich. Aber das ist ganz sicherlich langfristig nicht das Ziel. Zumindest für mich nicht. Ich will ja nicht ewig irgendwelche Therapeuten brauchen und quasi mein ganzes Leben lang Stabilisierung betreiben. Oder so ähnlich.

Das mit der Ausnahme funktioniert aber nicht. Irgendwie bekommen die das versicherungstechnisch nicht hin - das hat sie mir damals auch irgendwie erklärt und ich habe es nicht ganz verstanden. Letzten Endes brauche ich ja auch nur das Outcome zu verstehen - dass es eben nicht geht.

EfhemaliZgerq Nutzelr (#Z57R8069x)


Nun, wenn die Therapie im Moment einfach nur zur Stabilisierung dienen soll, wird eben auch kein Fortschritt möglich sein. Wie auch.

Darf ich fragen, um welche Diagnosen es sich handelt?

FZlying \wit0horut <wings


@ Antfortas

Hab Dir eine pn dazu geschickt.

***

So – ich bin heute zufrieden.

Ich habe mir im Vorfeld viele Gedanken gemacht und auch alles angesprochen, über das ich sprechen wollte. Ich hatte auch noch ein Zettelchen dabei, das hat die ganze Sache ein bisschen vereinfacht. Ich mag das immer, wenn man einen "roten Faden" hat, an dem man sich lang hangeln kann. Ich weiß nur immer nicht, ob die Therapeuten das auch gut finden. Gesagt hat sie nichts dazu – nur gefragt, ob sie ihn kopieren darf, also kann sie es so blöd nicht gefunden haben.

Auf dem Zettel stand zwar echt nicht viel drauf und sie meinte am Anfang auch, dass wir noch über alles reden, was da steht. Am Ende sind wir nicht über die ersten drei Sätze gekommen, aber das war irgendwie okay, weil sie ganz klar gesagt hat, dass wir da in der nächsten Stunde weiter machen und wir die Zeit auch echt gebraucht haben. (Okay, zwischendurch war es ein kleines bisschen langatmig...)

Ich habe heute auch ein "in den nächsten Wochen…" gehört. Ich glaube, das hat sie noch nie gesagt, weil ja keiner weiß, ob es die nächsten Wochen dort überhaupt noch gibt. Aber wir haben heute mal mehr als dieses Oberflächliche gemacht und ich fand das alles ziemlich anstrengend, aber es war echt gut. Irgendwie fühlt sich das dann so an, als sei die Zeit zumindest sinnvoll investiert.

Und wir haben diesmal sogar schon zwei Termine gemacht.

E?hemali+ger &Nut|zerJ (#a578x069)


Danke! Ich habe sie schon gelesen. :-)


Ich hatte bei Terminen (Therapeut, Psychiater) sehr oft einen Notizzettel mit. Gestört hat sich daran bis dato noch niemand und mir hilft es.

Dass sie sich den Zettel kopiert hat, finde ich persönlich sehr positiv. Sie scheint wirklich auf dich eingehen zu wollen.

Kam diese Wendung von selbst oder hast du die Situation am Anfang angesprochen?

F1lyinZg withDoPut winxgs


Kam diese Wendung von selbst oder hast du die Situation am Anfang angesprochen?

Mh – ich würde mal sagen, das war Zusammenarbeit. ;-D

Ich habe am Anfang der Stunde erklärt, was mich in den letzten Wochen bzw. in besonderem Maß in der letzten Woche ziemlich beschäftigt hat und dann haben wir angefangen das abzuarbeiten. Irgendwann kamen wir dann auf den Inhalt des Zettels und ich dann so: "Ich habe zu dem Thema auch einen Zettel mitgebracht" (Oh man, wie oft ist es eigentlich schon passiert, dass ich einen Zettel geschrieben habe und ihn im spannenden Moment nicht erwähnt habe…? :=o )

Jedenfalls – ab da war das dann ja relativ einfach.

Und für die Termingeschichte bin ich eigentlich nicht verantwortlich. Es ist ihr selbst aufgefallen, dass sie momentan ziemlich überlaufen ist und wir schon die letzten Male immer Schwierigkeiten hatten, einen Termin zu finden.

Auf Deine pn antworte ich Dir später – muss jetzt erst mal noch einen Vortrag fertig schreiben.

E`hemalCiger Nutzjer (#578z069)


Na siehst du. Das ist eine gute Basis, auf der man aufbauen kann. :-)

SKorogmaxn


Und ich frage mich gerade, wie man das ein bisschen besser "timen" kann. Ob ich dann auch mal sagen darf, dass ich noch etwas anderes auf meiner Liste habe und mir beides wichtig ist. Oder irgendetwas in der Art.

Klar. Tu was immer dir gut tut in den Therapien. Aber was dir gut tut: lieber wenige Punkte tiefer besprechen, oder mehr Punkte nicht so tief, oder eben: wann Gelaber anfängt und was dir noch wichig und wertvoll ist, dann kannst, darfst ja sollst du sogar selbst bestimmen.

Der Therapeut/In wird dann schon reagieren. Und warum legst du so viel Wert auf ihre Handlungen und versuchst dann, eine Bewertung draus abzuleiten? Du bist ja dort nicht in der Schule, wo am Ende Noten gibt.

BTW: deinen Zettel kann sie als prima Grundlage für den Antrag bei der Kasse nehmen. :-) Und muss sich nicht alles merken oder aus den Fingern saugen. Sondern die Punkte, die dir für die Sitzung am wichtigsten waren, hat sie dort übersichtlich notiert - von dir. Aktuell habt ihr ja die probatprischen Sitzungen, wenn ich das richtig verstanden habe. Und nun braucht sie einen Antrag auf eine gewisse Therapieart bei der Kasse.

Für dich ist das natürlich nicht entscheidend, denn du hast ja deine Probleme, die du besprechen willst. Aber sie hat eben auch den Verwaltungskram an der Backe. Und braucht dafür Input. Gleichzeitig will sie dir aber Raum geben für deine Themen. Was immer heilig ist in Therapien: die Zeitbegrenzung. Sorgt auch dafür, dass der Patient den Therapeut als endliche Ressource begreift. Und sich Gedanken um die Priorisierung macht statt übergroße Ansprüche zu stellen.

Ich finde übrigens toll, dass das mit einigen Sitzungen jetzt zumindest mal angefangen hat, mal schauen, was draus wird. :)^

Grüße,

FDlyinxg wjithoutJ wi^ngs


Hey Leute,

mittlerweile klappt das Zeitmanagement in den Stunden wirklich sehr, sehr viel besser.

Und das mit dem Zettel wird auch so allmählich zur "Routine".

Ich mache es nicht jedes Mal, aber dann, wenn ich das Gefühl habe, dass es da ein Thema gibt, über das ich ganz wenig reden kann. Dann ist das so der Einstieg.

Nur die Terminfrequenz macht mir immer noch Sorgen.

Wobei die das dort vielleicht auch nicht unbedingt in der Hand haben, weil sie nun mal überlastet sind.

Gestern ging es mir zum Beispiel gar nicht gut. Ich hatte morgens in der Uni im Seminar sogar ein total unschönes Erlebnis. Wir sollten nur etwas vormachen, aber ich war so geistig abwesend und abgelenkt und überfordert, dass ich echt nur noch gezittert habe und geweint habe und das passiert sonst echt fast nie in der Öffentlichkeit.

War dann gestern Nachmittag auch gleich mal Thema und es war gut zu überlegen, was die Auslöser dafür waren. Das hat mir eben gezeigt, dass da auch viel zusammen kam und dass das jetzt nicht "aus heiteren Himmel" kam, wie es sich für mich zunächst angefühlt hat.

Das hat mir so ein bisschen die Angst genommen, dass das so total unvorbereitet sofort wieder passiert.

Nur das mit dem nächsten Termin – das hat gar nicht gut geklappt und zieht sich jetzt wochenlang.

Und da ist es halt egal, ob es ich gerade einigermaßen stabil bin oder nicht. Wenn sie keine Zeit haben, dann ist das so und dann muss ich irgendwie damit leben und das irgendwie selbst schaukeln.

Und das macht mich manchmal irgendwie so hilflos, weil ich mir nicht sicher bin, ob ich in Krisenzeiten die Unterstützung bekomme, die ich brauche.

Im Moment bräuchte ich glaube ich viel und jetzt habe ich eben gar keine.

ERhemali\ger NutzerH (#57806H9x)


Ich kann dich da wirklich verstehen. Ich hatte eine Zeit lang immer wöchentlich Therapien und irgendwann nur mehr alle 3 Wochen. Zu dieser Zeit habe ich mich ziemlich verloren gefühlt - und auch im Stich gelassen.

Vielleicht lässt sich ja eine Lösung mit der Therapeutin finden?

Im Notfall kannst du ja auch in's Forum schreiben. Das kann zwar keine Therapie ersetzen, aber vielleicht hilft es dir ja trotzdem. @:)

(Ich antworte dir übrigens später noch auf deine Nachricht. Die letzte Woche war das Chaos pur.)

F+lyi=nig 0without xwings


Manchmal denke ich mir auch, dass ich es vielleicht ein bisschen sehr übertreibe, dass mich diese Unregelmäßigkeit so mitnimmt. Immerhin soll ich es ja langfristig gesehen auch ohne Therapie schaffen und von daher ist das ja eine gute Übung zwischendurch immer mal wieder ins kalte Wasser geschmissen zu werden.

Andererseits: Wenn ich es im Moment nicht bräuchte, würde ich da ja nicht hingehen.

Vielleicht sollte ich auch aufhören, dieses Gefühl zu bewerten…

Zum Thema Lösung: Die gibt es… nicht wirklich. Ihr ist auch klar, dass der Abstand jetzt sehr lang ist und sie meinte, wenn etwas ist, soll ich mich melden.

Klingt ja erst mal ganz positiv, aber als ich dieser Aufforderung vor ein paar Monaten mal nachgekommen bin, nachdem ich tatsächlich zwei Tage nur noch geweint habe und so schwach war, dass ich kaum noch aus dem Bett kam hieß es nur, dass ich wenn ich das jetzt für ganz akut halte, in die Klinik fahren soll, weil die dort eben gerade niemanden haben.

Und das ist schon noch mal eine ganz andere Hemmschwelle. Finde ich jedenfalls. Und ab wann ist es wirklich "ganz akut"?

Und was veranstalten die dann da mit mir? Ich schreibe bald Klausuren und mein Umfeld erwartet, dass das diesmal klappt. Ich kann mir nicht zu viele Firenzchen leisten. In vielen Fällen reicht es ja tatsächlich, wenn jemand einfach zuhört, mit mir das Kopfchaos sortiert und der in mir schreienden Stimme, dass man doch bitte 20 Stunden am Tag zu arbeiten hat, ein bisschen den Wind aus den Segeln nimmt, wenn ich das selbst nicht mehr kann.

l{uo{marxen


Ich kann nicht sagen, was ganz akut ist. Ich kenne aber auch die Pausen, in denen meine Therapeutin mir eröffnete, dass mal drei Wochen in Urlaub ist. Na ja, hat auch irgendwie funktioniert, auch wenn ich da irgendwie auf mich verlassen musste. In Nachhinein war das gar nicht so schlecht, weil es mögliche Abhängigkeiten vermieden hat.

Zum Kopfsortieren reichen auch ein paar gute Freunde. Bei gutem Wetter kann es auch einfach mal ein langer Spaziergang mit viel Grün tun.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man langfristig nicht jeden Tag 20 Stunden arbeiten kann. Wenn dein Umfeld Ansprüche an dich stellt, kann du auch mal überlegen, wie realistisch es ist, dass du sie erfüllen bzw. nicht erfüllen kannst. Vielleicht ist das Erfüllen einfacher, als du denkst. Zum Teil ist aber auch nur ein gewisser Einsatz möglich, und dann ist das Resultat vielleicht nur bestanden, als dass es eine gute Note wird.

Natürlich ist das Ziel der Therapie, selbständig alles zu regeln. Das heißt ja nicht, dass man sich nicht Leute engagieren darf, die auf einen aufpassen.

Ich hoffe, das war verständlich.

SnunflBower_x73


Ich wurde damals ausdrücklich an die PIA verwiesen, weil das eigentlich schneller gehen soll. Wie ich dann spitz bekommen habe, arbeiten da Studenten, die sich noch in der Ausbildung befinden.

Das hast du bestimmt falsch verstanden. STUDENTEN dürfen gar nicht behandeln. Vermutlich sind es aber Ausbildungskandidaten, d.h. FERTIGE Psychologen (Diplom/Master), die halt noch die 3-6jährige Weiterbildung zum Psychotherapeuten absolvieren. Nimmt man Mediziner als Vergleich, sind es quasi Assistenzärzte, die noch ihren Facharzt machen. Ja, die haben sicherlich weniger Erfahrung, aber eben auch weniger Vorurteile, sind oft engagierter,... Im Übrigen arbeiten diese Ausbildungskandidaten ÜBERALL. Ein großer Teil der Psychologen in Kliniken sind Ausbildungskandidaten (weil die halt kein oder fast kein Gehalt bekommen, aber 12 bzw. 18 Monate in der Klinik absolvieren MÜSSEN). Wird halt nicht so transparent gemacht, aber ist so.

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