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Zeitmanagement in der Therapiestunde

F(lyinYg wYithoJut winxgs


@ luomaren:

Ja, ist verständlich.

Auf Dauer hält das aber eben die beste Freundschaft nicht aus. Nicht nur, dass ich quasi nie für jemanden erreichbar bin und egal wo ich stehe und gehe immer unter Zeitdruck stehe und damit Desinteresse vermittle – was gar nicht so gemeint ist.

Es ist eher so, dass die Erwartung von mir an mich ständig ein bisschen höher ist als das, was ich leisten kann. Wenn das ab und an mal so ist, birgt das ja durchaus Potential zur Entwicklung, aber wenn es ständig so ist, dann wird das anstrengend.

Man muss diese Diskrepanz aushalten können und oft kann ich das eben nicht. Das erzeugt so viel Druck in mir, dass ich im Prinzip gar nicht mehr weiß wohin damit und jegliche Aktivität, die mich weg von meinem Schreibtisch bringt wie spazieren gehen oder sonstiges ist absolut "verboten" und lässt diesen Druck noch mehr ansteigen.

Das hat dann zur Folge, dass alles bei mir in Wellen läuft. In den ersten Tagen geht es noch, dann werde ich durch die langen Tage und kurzen Nächte immer müder, schaffe weniger, der Druck wird noch mehr und ich bin schon fast dankbar, wenn mir alles wieder um die Ohren fliegt und ich dann endlich mal irgendwann so erschöpft bin, dass in meinem Gehirn nur noch Leere herrscht. Und wenn das dann durch ist, fange ich von vorn an.

Und die Menschen verstehen das nicht. Ich verstehe das ja selbst alles nicht. Ich WEIß, dass es total dämlich ist, aber ich komme aus dieser Schleife einfach nicht heraus. Und ehrlich: Ich weiß nicht, warum ich an der Stelle so unvernünftig bin.

Es gibt viele Menschen, die mir gesagt haben, dass sie das einfach nicht mitmachen können, weil es so unmenschlich ist und es klar sei, dass ich auf die Art den Karren irgendwann vor die Wand fahre.

Und ein "Flying, jetzt räum doch einfach mal die Sachen weg", hilft da irgendwie auch nicht. Weil es eben nicht einfach ist.

Ich glaube manchmal, dass kann einfach keiner um mich herum halten.

@ sunflower

Danke für den Hinweis. Wahrscheinlich hast Du Recht.

Also schneller geht es auf jeden Fall wirklich nicht – so viel kann ich schon mal sagen, aber ich sehe mir das auf jeden Fall an. Ich brauche ja sowieso eine Lösung

l5uom(aren


@ Flying without wings:

Es ist schon einmal gut, wenn du weißt, dass du immer wieder gleich reagierst. Ich weiß, dass es nicht einfach ist, da auszubrechen. Du könntest zumindest mal versuchen, ob du das hinbekommst. Also zum Beispiel einen Spaziergang einbauen, um den Druck zu reduzieren, damit der halt nicht über das Limit geht.

Interessant wäre auch, wer das Verbot aufgestellt hat - aber eher, um zu schauen, wie man es aufheben kann.

Hast du mal darüber in der Therapie gesprochen? Ich brauche keine Antwort dazu.

Fmlyingq without9 wingxs


Im Moment überlege ich ja allen Ernstes, ob ich der Therapeutin nächste Woche noch mal schreibe und sie frage, ob sie mich nicht noch irgendwo dazwischen einbauen kann. Vielleicht lasse ich dafür ja mal eine Stunde Uni weg oder so – sonst wird es nicht gehen - aber das Wochenende war schon wieder eine mittelschwere Katastrophe und ich glaube ich brauche einfach jemanden, der da zwischendurch nochmal ein Stopp – Schild reinstellt…

Aber ich weiß auch nicht, ob das jetzt eine gute Idee ist, oder ob das zu aufdringlich rüber kommt.

S7oro@ma4n


Ich schenk dir mal paar STOPP-Schilder zum Ausdrucken. Such dir was aus:

[[https://de.wikipedia.org/wiki/Bildtafel_der_Stoppschilder]]

Wenn du 3 davon an strategisch günstigen Orten verteilst, siehst du doch immer mal ein paar. Vielleicht nicht direkt am Lernort, aber da wo man alle paar Stunden mal hingeht.

Ansonsten schaffen Zeitwecker prima akkustische Stopp-Schilder:

"So jetzt 4 Stunden lernen, Zeitwecker auf 4 Stunden, wenn der bimmelt, ist Schluss.

Wirklich Schluss."

F"lyinPg wiSt5hout winxgs


Die Idee mit dem Wecker ist wirklich gut - darauf bin ich noch nie gekommen.

Ich glaube, das probiere ich mal aus.

F8lyingg wit>ho,ut winxgs


Gestern habe ich mal das mit dem Wecker getestet. Irgendwie hat das besser funktioniert, als ich das erwartet habe.

***

Ansonsten lief diese Woche nicht so unfassbar gut und es gab mehrere Zwischenfälle in der Uni, sodass ich doch mal bei der Therapeutin angerufen habe und nächste Woche kommen darf.

Sie meinte, ich soll mir mal Gedanken dazu machen, ob wir das mit Medikamenten überbrücken wollen.

Und mh… ich weiß es nicht. Die Studienlage ist da ja nicht so positv, was ich so im Kopf habe. Ich meine, wenn’s hilft… aber irgendwie… eigentlich ist das nicht so mein Ziel…

E|hemQaligeSr Nkutzer (#5L780x69)


Eine dauerhafte Medikation sollte niemals das Ziel sein. Aber als Überbrückung bzw. Hilfestellung um Lebenssituationen und Probleme besser meistern zu können, halte ich sie durchaus für sinnvoll.

Ich habe bisher nur positive Erfahrungen mit Anti Depressiva gemacht. :-)

FFlyinHg 5without winxgs


Dauerhaft Medikamente nehmen ist auch nicht das Ziel.

Ich weiß ja nicht mal, ob ich es jetzt für ein paar Monate möchte.

Hattest Du viele Probleme mit Nebenwirkungen und war das schwierig die wieder abzusetzen?

Euhema>liger N4utzer E(#57<8x069)


Nein. Bisher habe ich zwei verschiedene AD probiert und ich hatte keine merkbaren Nebenwirkungen. Absetzen war ebenfalls kein Problem.

Natürlich sollte das alles unter ärztlicher Aufsicht stattfinden. Ein Psychiater wäre die richtige Anlaufstelle für alle Fragen und Zweifel. :-)

FilyinSg wi0thouKt wixngs


Mh... ich habe ja einen Psychiater. Dauert eine Weile mit dem Termin, aber den kann ich fragen.

Das Problem ist natürlich, dass die schon überzeugt davon sein müssen, was sie tun. Der hatte mir im letzten Sommer schon gesagt, dass wir es damit mal versuchen können und wenn ich ich ihn jetzt nochmal frage, wird es mir dasselbe nochmal sagen. Und vielleicht ist das ja auch wirklich richtig, denn mit diesem Hin und Her und meinem teilweisen Verlust der Steuerbarkeit macht das auch echt allmählich keinen Spaß mehr.

Eine ganz andere Antwort würde ich aber wahrscheinlich bekommen, wenn ich einen Psychosomatiker fragen würde.

Und natürlich hat jeder entsprechende Studien im Repertoire.

Das klingt jetzt alles irgendwie so "böse", aber so ist das gar nicht gemeint. Klar möchte jeder für seine Patienten nur das Beste und jeder ist wohl auch überzeugt davon, dass das was er tut, richtig ist. Nur je mehr man sich damit auseinander setzt, desto unklarer wird das alles.

Ich glaube, man muss da schon ein bisschen selbst wissen, wohin man möchte. Deswegen hatte ich gefragt.

Und vielleicht wird mich ein Versuch letzten Endes auch nicht umbringen und ich sollte mir nicht zu sehr den Kopf darüber zerbrechen. Ich kann ihr da ohnehin nicht mit irgendwelchen Studien um die Ecke kommen. Da macht man sich als Patient ja ziemlich unbeliebt...

S/oromJan


Das Problem ist natürlich, dass die schon überzeugt davon sein müssen, was sie tun.

Davon kannst du stillschweigend ausgehen.

Nur je mehr man sich damit auseinander setzt, desto unklarer wird das alles.

Du wertest halt ganz viel, auch über dich selbst. Und überträgst das dann. Vielleicht gewinnen andere aus vielen Studien ja auch viele Erkenntnisse? Weil sie nur nicht so überlastet und überfordert sind? Oder nicht an "die eine Wahrheit" und "das eine Richtige" glauben? Nur mal als Möglichkeit.

Ich kann ihr da ohnehin nicht mit irgendwelchen Studien um die Ecke kommen. Da macht man sich als Patient ja ziemlich unbeliebt...

Probier's aus! Echt jetzt.

Psychotherapeuten glaube ich, sind anfangs ein bisschen wie ein Schwamm. Sie saugen das auf und beobachten dich. Sie werten erstmal nicht. Ihnen geht's nicht um Beliebtheit oder Unbeliebtheit. Sie werden erstmal versuchen, sich in dich reinzufühlen. Und wenn du der Mensch bist, der zwar Studien konsultiert, aber davon eher verunsichert ist statt erkenntnisreich, dann sagt Ihnen das was über dich aus.

Eines solltest du nicht versuchen: dich bei Psychotherapeuten "beliebt" zu machen. Was würde dir das bringen?

Eines ist klar: sobald du anhaltend (mehrere Male) und deutlich ablehnend der Therapie (also nicht nur zweifelnd/hinterfragend/kritisch, sondern deutlich ablehnend) an sich gegenüber auftrittst, wird man die Therapie von therapeutischer Seite erstmal nicht mehr fortsetzen. Worin die Chance liegt, auch wieder ohne auszukommen. Aber auch das Risiko, sich dann vernachlässigt zu fühlen.

Ich glaube, man muss da schon ein bisschen selbst wissen, wohin man möchte.

Da liegt auch meiner Meinung nach viel Wahres drin! Wenn du es mal mit Antidepressiva probieren willst, ist der Psychiater der richtige Ansprechpartner. Wenn nicht, dann nicht. Darin liegt viel Eigenverantwortung. Und die wird dir auch nicht abgenommen werden, solange du dich sozial verhältst und an sich deinen Alltag schaffst.

Ich habe auch gute Erfahrungen mit AD gemacht, aber es waren auch deutliche Nebenwirkungen dabei, worauf ich dann 2x um einen Medikamentenwechsel gebeten habe. Nach psychischer Gesundung/Stabilisierung fiel mir das Ausschleichen des letzten Medikamentes (nach etwa 12 Monaten der Einnahme davor) dann leicht.

FUlyi;ng w-ithou1t winxgs


Danke für Deinen Beitrag!

Jetzt finde ich zwischen all meinen Klausuren auch mal wieder eine Ecke Zeit…

Du wertest halt ganz viel, auch über dich selbst. Und überträgst das dann. Vielleicht gewinnen andere aus vielen Studien ja auch viele Erkenntnisse? Weil sie nur nicht so überlastet und überfordert sind? Oder nicht an "die eine Wahrheit" und "das eine Richtige" glauben? Nur mal als Möglichkeit.

Wie genau meinst Du das?

Ich meine – es gibt wohl nicht DIE Wirkung schlechthin. Also klar – die haben ja alle schon einen Wirkungsmechanismus, aber das ist ja alles auch sehr individuell und deswegen gibt es ja auch so viele verschiedene Psychopharmaka.

Das heißt letztens Endes unabhängig von allen Studien und so weiß man eh nicht, was mir jetzt hilft.

Probier's aus! Echt jetzt.

Eines solltest du nicht versuchen: dich bei Psychotherapeuten "beliebt" zu machen. Was würde dir das bringen?

Naja "beliebt" machen möchte ich mich auch nicht unbedingt. Nur vielleicht soweit, dass ich nicht gehe und sie denkt: "Oh mein Gott, bloß gut ist sie weg".

Ich werde ja später selbst mal im Gesundheitswesen arbeiten und ich weiß einfach, wie man über Leute redet die meinen, dass sie schlauer als der Arzt sind.

Das ist natürlich auch immer eine Frage, wie man seine Bedenken anbringt. Das ist ja auf mehrere Arten möglich.

Danke auch für das Schildern Deiner Erfahrungen. Ich bin mir selbst immer noch unsicher und muss aber bis Ende der Woche zu einem Entschluss gekommen sein. Ich kann das Thema natürlich auch nicht ansprechen in der Hoffnung, dass sie es auch nicht macht, aber das hilft letzten Endes auch nicht weiter.

Was ich mich nur auch immer frage: Wann ist der richtige Moment? Im Moment ist es schon alles sehr schwierig und da würde ich mir denken: Okay, so viel schlimmer kann es auch nicht kommen, da wären Medikamente vielleicht echt eine Hilfe.

Aber wenn die Klausurenphase vorbei ist und ich aus der akuten Belastung erst mal raus bin, geht es vielleicht auch wieder irgendwie ohne. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Mich wirft ja derzeit jede Kleinigkeit aus der Bahn.

Jetzt brauchen die ja aber ein paar Wochen bis sie wirken und das kann man ja alles nicht so ganz bedarfsgesteuert machen.

E/hema<lig?er N!utzeVr (#5788069)


Natürlich kann ein Psychiater nicht wissen, welche Medikamente dir helfen würden. Insofern kann es auch sein, dass du zuerst ein paar ausprobieren musst.

Bedenken/Sorgen gegenüber seinem Arzt zu äußern, ist Welten davon entfernt, zu meinen, etwas besser zu wissen als ein Mediziner.

Falls jemand deswegen schlecht über dich denken würde oder ablehnend reagiert, solltest du ohnehin eher froh darüber sein. Da fehlt es nämlich offensichtlich völlig an Professionalität und Einfühlungsvermögen.

FIlying w9ithout. wxings


Ich muss den Faden nochmal aufgreifen.

Mittlerweile dauert es nicht mehr lange, bis ich den nächsten Therapeutenwechsel machen muss.

Ich versuche gerade mit allen Seiten zu verhandeln, dass wir das noch einen Monat schieben können, bis es bei mir etwas weniger stressig wird. Meine jetzige Therapeutin hat nichts dagegen – das hätte mich jetzt ehrlich gesagt auch gewundert, weil sie mir ja seit Wochen predigt, dass ich alles immer so machen soll, wie es für mich am Besten ist. Und im Prinzip setze ich das ja gerade nur um.

Nur die neue Institution findet die Idee nicht so toll und die müssen jetzt erst mal darüber verhandeln, ob sie mir das erlauben können, noch einen Monat zu warten.

Und irgendwie… mir ist klar, dass die auch nichts für die Wartezeiten können, aber nach 9 Monaten noch einen 10. hinten dran zu hängen, macht es doch nun wirklich nicht mehr. Finde ich.

Aber irgendwie habe ich die bisher immer als etwas drängelig und unkooperativ erlebt. Dorthin zu müssen, macht mich nicht glücklich.

Ende der Woche bin ich das nächste Mal bei meiner Therapeutin. Sie weiß ja mittlerweile schon Bescheid, allerdings vermute ich nicht, dass sie ahnt, was für ein Drama das gerade für mich ist.

Das ist nicht mein erster Therapeutenwechsel und bisher war es immer so, dass ich ungefähr drei Wochen zu nichts zu gebrauchen war.

Wenn ich so umherlese und mich vorsichtig umhöre, scheint das für die wenigsten Menschen so ein Problem zu sein. Und genau das bringt mich auch immer wieder zu der Frage: Will ich das eigentlich alles noch? Irgendwie bin ich noch nicht gesund und dieses vor mich hin vegetieren als lebenswert zu bezeichnen, ist eine gewagte These, aber kann ich mir das wirklich alles wieder antun?

Denn selbst wenn ich mir überlege, diesmal tatsächlich etwas wie eine unsichtbare Mauer zwischen mich und die Therapeutin zu stellen, funktioniert das nicht. Wenn ich mich nicht darauf einlassen kann und mich darauf stützen kann, muss ich ja auch nicht hingehen.

Und jetzt habe ich keine Ahnung, wie ich das Thema zur Sprache bringen soll. Ich denke immer, ich habe irgendetwas falsch gemacht, dass das bei mir immer so läuft. Und dann bekomme ich immer Angst, dass sie dann vielleicht sofort sagt, dass das so alles nicht mehr geht, weil die Therapie kein so großer Anker werden darf, dass mir gefühlt der Boden wegbricht, wenn sich die Wege dann wieder trennen.

Und andererseits muss ich das, glaube ich, zum Thema machen.

Ich weiß es auch nicht.

Wie macht Ihr denn so etwas?

l$uvoma,rexn


@ Flying without wings:

Ich habe so etwas nicht gehabt, weil für mich klar ist, dass eine therapeutische Behandlung nicht bedeutet, dass man das eigene Hirn ausschalten soll. Auch mit dem Therapeuten bleibt dir ja nichts anderes übrig, als dein Leben selbst zu leben. Ist so.

Ich bin mir auch nicht so sicher, ob der Therapeutenwechsel die dafür passende Lösung ist, wenn du beim nächsten Therapeuten denselben Kram wiederholst.

Für mich wäre die Aufgabe, mit deiner jetzigen Therapeutin zu besprechen, wie du die Distanz behalten kannst. Beziehungsweise, dass ihr euch generell mal anschaut, wie du auf Leute reagierst, die auf dich eingehen. Anscheinend möchtest du mit denen verschmelzen. ":/

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