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Zeitmanagement in der Therapiestunde

Eshiemaliger 'Nutze<r (#W5780x69)


Ich versuche gerade mit allen Seiten zu verhandeln, dass wir das noch einen Monat schieben können, bis es bei mir etwas weniger stressig wird.

Bist du dir sicher, dass es bei dir dann wirklich weniger stressig sein wird?

Aber irgendwie habe ich die bisher immer als etwas drängelig und unkooperativ erlebt. Dorthin zu müssen, macht mich nicht glücklich.

Gib dem Therapeuten dort einfach mal eine Chance. Etwas anderes bleibt dir ja auch nicht übrig, oder?

Wenn ich mich nicht darauf einlassen kann und mich darauf stützen kann, muss ich ja auch nicht hingehen.

Grundsätzlich denke ich, dass die meisten eine gewisse Beziehung zu ihren Therapeuten aufbauen und es natürlich immer etwas traurig ist, wenn die Therapie beendet ist.

Allerdings ist es natürlich auch von Anfang an klar, dass die Beziehung rein professionell ist und natürlich zeitlich begrenzt. Der Zweck soll ja auch sein, dass man die eigenen Probleme aufarbeitet und nicht, dass man sich an den Therapeuten klammert.

Und genau das bringt mich auch immer wieder zu der Frage: Will ich das eigentlich alles noch? Irgendwie bin ich noch nicht gesund und dieses vor mich hin vegetieren als lebenswert zu bezeichnen, ist eine gewagte These, aber kann ich mir das wirklich alles wieder antun?

Wir alle haben unser Päckchen zu tragen. Gesund sein allein macht das eigene Leben nicht lebenswert. Wichtig ist es, dass eigene Leben mit Dingen zu füllen, die das eigene Leben lebenswert machen, wie z. B. Hobbys, Interessen, Freunde etc.

Und jetzt habe ich keine Ahnung, wie ich das Thema zur Sprache bringen soll.

Einfach direkt ansprechen.

Ich denke immer, ich habe irgendetwas falsch gemacht, dass das bei mir immer so läuft. Und dann bekomme ich immer Angst, dass sie dann vielleicht sofort sagt, dass das so alles nicht mehr geht, weil die Therapie kein so großer Anker werden darf, dass mir gefühlt der Boden wegbricht, wenn sich die Wege dann wieder trennen.

Du hast nichts falsch gemacht. Das passiert alles unbewusst.

Ich halte es auch für unwahrscheinlich, dass ein Therapeut die Beziehung sofort beendet. Eher wird er versuchen, das Problem in dsr Therapie zu bearbeiten.

Nachdem du ohnehin bald einen Therapiewechsel machen musst, kannst du es ja ausprobieren. @:)

FHlyin<g ewitshout wi=nxgs


Für mich wäre die Aufgabe, mit deiner jetzigen Therapeutin zu besprechen, wie du die Distanz behalten kannst. Beziehungsweise, dass ihr euch generell mal anschaut, wie du auf Leute reagierst, die auf dich eingehen. Anscheinend möchtest du mit denen verschmelzen.

Irgendwie ist es das ziemlich auf den Punkt gebracht…

Wenn ich so richtig darüber nachdenke: Sobald mich mal jemand als Mensch ernst nimmt, klammere ich mich total an diesen Menschen. Obwohl ich das eigentlich gar nicht will, weil es das glaube ich für beide Seiten unfassbar anstrengend macht. Für mich, weil da sofort die Verlusangst ist und für mein Gegenüber ist das bestimmt auch manchmal ziemlich nervig.

Bist du dir sicher, dass es bei dir dann wirklich weniger stressig sein wird?

Vielleicht nicht unbedingt weniger stressig, aber weniger wichtig. Im Moment habe ich in der Uni gerade einen Studienblock. Das bedeutet drei Wochen lang ein voller Stundenplan mit Theorie und danach sofort eine Prüfung. Ich kann mir eigentlich keinen einzigen Tag leisten, der nicht läuft.

Danach kann etwas zur Not auch mal ein paar Tage liegen bleiben. Ist nicht schön, aber ist dann eben so.

Gib dem Therapeuten dort einfach mal eine Chance. Etwas anderes bleibt dir ja auch nicht übrig, oder?

Nö – im Prinzip nicht.

Allerdings ist es natürlich auch von Anfang an klar, dass die Beziehung rein professionell ist und natürlich zeitlich begrenzt.

Natürlich war mir das auch von Beginn an klar. Und trotzdem ist es jetzt doch wieder so gekommen, dass mir das irgendwie wichtig geworden ist. Und dann habe ich immer versucht nicht dran zu denken, dass dieser Punkt ja irgendwann kommen wird. Eigentlich bin ich gar nicht so, dass ich einfach irgendwelche Dinge verdränge. Ich bade immer alles lieber direkt aus oder bereits das lange vor. Aber in diesem einen Punkt ist es anders.

Nachdem du ohnehin bald einen Therapiewechsel machen musst, kannst du es ja ausprobieren.

Ist vielleicht eine Idee. Ich kann zumindest nicht mehr viel kaputt machen, das stimmt wohl…

Eqhemalige4r NutYzer (#578x069)


Vielleicht nicht unbedingt weniger stressig, aber weniger wichtig.

Aber so weit ich mich erinnern kann, machst du das Studium ja eher aus Pflichtgefühl, als aus wirklichem Interesse.

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Mh… darüber habe ich letztens auch schon lange nachgedacht. Aber unabhängig davon, warum ich das Studium nun mache, erwartet mein Umfeld, dass ich zügig durchkomme. Da interessiert ja nicht mein Interesse, sondern die Noten, die ich dabei fabriziere.

EChemaliger ONutzefr (#V5780x69)


Aber unabhängig davon, warum ich das Studium nun mache, erwartet mein Umfeld, dass ich zügig durchkomme.

Und was würdest du gerne tun?

F>lyin<g withou$t wingxs


Ich würde gerne mal raus aus dem Alltag kommen.

Ein Jahr unterwegs sein, in fremden Ländern sein, fremde Kulturen und neue Menschen kennen lernen. So etwas.

Und das heißt für mich nicht ein Jahr Urlaub zu machen. Ich kenne viele Menschen, die sich in sozialen Projekten engagieren. So etwas würde ich gern mal machen.

Vielleicht lässt sich das nach dem Studium noch realisieren.

E-hemlaligDer NutzerT (#5S78906x9)


Vielleicht lässt sich das nach dem Studium noch realisieren.

Wieso erst nach dem Studium? Warum willst du die Erwartungen anderer Menschen erfüllen? Warum interessiert es dich überhaupt, was diese Menschen erwarten?

Wenn du immer nur das tust, was andere von dir erwarten, gibst du dein eigenes Leben auf. Du wirst zur Marionette anderer Menschen. Irgendwann wirst du das bitterlich bereuen.

F_lying% witho=ut wings


Mittlerweile sind meine Klausuren vorbei und der Stress hat etwas abgenommen.

Mal sehen, was da in den nächsten Wochen so passiert bezüglich Wechsel. Auch wenn ich das immer noch nicht will – es muss ja passieren und ich hoffe, dass ich das jetzt vor meinem nächsten Studienblock über die Bühne bekomme. Sonst habe ich ja wieder dasselbe Dilemma.

Ich habe mir in den letzten Wochen viele Gedanken gemacht, warum mir das PSZ so wichtig geworden ist. Mir war ja im letzten Sommer schon klar, dass ich da nicht ewig bleiben kann und weder die Leute dort noch ich hätten gedacht, dass es doch ein Jahr wird. Am Anfang haben wir da von wenigen Wochen geredet.

Irgendwie war mir ja immer klar, dass das keine Dauerlösung ist. Und irgendwie gibt es ja in meinem Umfeld auch Menschen, die mein Chaos des letzten Sommer unmittelbar miterlebt haben und die mir und der ganzen Problematik auch viel näher stehen, als eine Psychologin, deren Job ich von Zeit zu Zeit mal bin.

Ich glaube, es geht bei der ganzen Sache ganz viel um Sicherheit. Ich war im letzten Sommer gedanklich so viel auf Brücken und Bahngleisen unterwegs. In dem Moment war mir das nie so klar, dass es nicht das war, was ich wirklich wollte, sondern nur ein Ausdruck absoluter Verzweiflung.

Aber ich konnte ja auch die Menschen um mich herum nicht damit konfrontieren. Die haben mir zwar viel geholfen, aber so etwas hätte sie absolut hilflos gemacht.

Und an der Stelle kam das PSZ ins Spiel. Die haben immer gesagt: Melden Sie sich, wenn es nicht mehr geht.

Bisher habe ich das nie gemacht und nie gebraucht. Aber ich weiß: Es gibt eine Lösung.

Bevor ich irgendetwas tue, kann ich mich halt immer noch ans PSZ wenden (okay, das muss ich dann auch machen, aber im Notfall kann ich auch jemanden bitten, das zu tun) und dann müssen die sich etwas einfallen lassen.

Und das Wissen darum kann auch unglaublich beruhigend sein.

Ich weiß nicht, ob das gerechtfertigt ist, so zu denken. Aber für mich hat es unglaublich viel Druck aus der Sache genommen und ohne das PSZ wird der einfach schnell wieder da sein.

EWhemalmigerJ Nutezer X(#5378069x)


Und denkst du, dass du dich im akuten Notfall nicht auch wieder dorthin wenden könntest? Wenn es wirklich nicht mehr geht?

F_lyi.ng hwitho{utg wings


Ich könnte ja nachfragen, bevor ich gehe. Allerdings glaube ich das eher nicht. Die können doch nicht jedem ihrer ehemaligen Patienten das Angebot machen, sich im Notfall wieder dorthin zu wenden. Das würde doch sämtliche Kapazitäten übersteigen und wahrscheinlich hätten sie dann mit überproportional vielen Notfällen zu tun.

Exhemalige&r Nutzer D(#5G780x69)


Vielleicht machen sie für dich ja eine Ausnahme, wenn du erklärst warum es dir so wichtig ist.

F&lying IwiqthouVt wxings


Ich kann das ja mal ansprechen.

Irgendwie bin ich mir da ein bisschen unsicher. Ich weiß ja nicht, ob die so etwas kennen oder dem mit totalem Unverständnis begegnen...

Ekhemal/iger_ Nutz;er (#57806x9)


Ich bezweifle mehr als stark, dass sie dir Unverständnis entgegenbringen werden. Immerhin arbeiten dort Psychotherapeuten.

F/lyi#ng wi"thout wxings


... Die aber letzen Endes auch nur Menschen sind.

Aber... da ich ja so viel ohnehin nicht mehr kaputt machen kann... Vielleicht lohnt es sich das zu thematisieren. Wobei das glaube ich wieder so ein Thema ist, über das ich gar nicht reden kann. Da muss ich glaube ich ein Zettelchen schreiben...

E%hemalig_er Nutzzer (F#578069x)


Das wäre aber ziemlich unprofessionell, meinst du nicht? ;-)

Im Prinzip kannst du nur gewinnen. Ein Zettelchen hört sich gut an!

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