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Beste Freundin überredet mich, Stimmungsaufheller zu nehmen

SJchü{chgtern3x2 hat die Diskussion gestartet


Guten Abend,

weiß jetzt gar nicht, ob mein Thema hierher passt. Habe aber gute Erfahrungen mit den User/innen bei einem anderen Thread hier im Forum gemacht, deshalb versuch' ich es. Wäre super, wenn sich jemand die Mühe machen würde, sich das kurz durchzulesen.

Also, ich bin fast 33 Jahre alt und stand in den letzten 15 Jahren ziemlich unter Druck: Hab' studiert, danach war es sehr schwer einen Arbeitsplatz zu bekommen und selbstständig zu werden, aber nun hab' ich es geschafft. Ich hatte früher Schlafstörungen, die kommen jetzt nicht mehr so oft vor. Seit zwei Jahren habe ich einen fixen Job und ich kann mich langsam erholen. Obwohl mein Vater vor zwei Jahren an einer mittelschweren Depression erkrankt ist und ich mir Sorgen um ihn und um meine Mutter mache (ich wohne nicht mehr zu Hause - meine Eltern leben ziemlich isoliert in einem kleinen Dorf, ich hingegen wohne alleine in einer Kleinstadt) geht es mir besser. Aber ich befürchte, dass mich zwischendurch noch die Vergangenheit einholt. Ich war ja selbst jahrelang total ausgelaugt wegen meiner Bemühungen in Richtung Unabhängigkeit und da hat sich eine Freundschaft zu einer Gleichaltrigen entwickelt. Ich glaube einfach, dass ich in dieser stressigen Zeit kein Gefühl dafür entwickelt hatte, wer mir guttut und wer nicht. Diese Frau ist dann zu meiner besten Freundin geworden (wir kennen uns jetzt - mit Unterbrechungen - sieben Jahre). Wir erzählten uns alles; ich hatte oft auch den Eindruck, dass sie mir wirklich helfen wollte. Sie nimmt seit zwei Jahren, also seit sie einen Freund hat, Stimmungsaufheller und seitdem habe ich den Verdacht, dass sie sich wohler fühlen würde, wenn ich solche Medikamente nehmen würde. Vor ein paar Monaten hat sie mich dazu überredet, eine Psychotherapie zu machen, weil ich keinen Freund habe. Die hab' ich gemacht und abgeschlossen. Die Psychologin meinte nur, dass ich eine gute Intuition habe und meinem Gefühl vertrauen soll. Meiner Freundin hat das dann aber gar nicht gepasst. Sie meinte, ich solle dann zum Psychiater gehen, wegen meiner Schlafstörungen (die sich aber gebessert haben, was ich ihr immer wieder sagte) und weil ich ihrer Meinung nach diese Krankheit von meinem Vater geerbt habe. Ich Eselin bin zur Psychiaterin gegangen, weil ich mich dem stellen wollte. Wenn ich nicht hingegangen wäre, hätte es meine Freundin sicher so interpretiert, als würde ich es irgendwie abstreiten, dass ich krank bin, was ja, glaube ich, auch eines der Symptome der Krankheit wäre. Jedenfalls war ich dort und habe keine Medikamente bekommen. Die Psychiaterin hat mir einfach geraten, eine Psychotherapie zu machen, um herauszufinden, was ich im Leben möchte. Die Psychotherapie hatte ich da aber ja bereits hinter mir. Es war also viel Wirbel um nichts und ich halte diese Manipulationsversuche von meiner Freundin für wirklich gefährlich. Wie klingt diese Geschichte für eine/n Leser/in? Soll ich Abstand zu dieser Freundin nehmen?

Antworten
Mrurtiexl


Soll ich Abstand zu dieser Freundin nehmen?

Warum solltest du Abstand nehmen. Verstehe ich nicht so genau. Ratschläge einer Freundin können doch gut, hilfreich und richtig sein (müssen es aber nicht sein).

E&hemaliger ANut/zer4 (#5J780x69)


Was sagt dir deine Intuition im Bezug auf deine Freundin?

So wie ich das sehe, gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Sie macht sich einfach Sorgen und übertreibt dabei ziemlich

oder

2. Sie möchte, dass bei dir auch psychische Probleme diagnostiziert werden. Warum auch immer.

S1chXüwchter.nx32


Mmm, okay, danke. Ist also kein Grund, sie nicht mehr zu treffen? Es hat mich einfach gestört, dass sie mir so Sachen einredet.

b@lackkhearte_dque9en


Wenn man das Gefühl hat, dass einem der Kontakt zu einem Menschen gerade nicht oder nicht mehr gut tut, dann ist es doch das normalste der Welt sich innerlich abzugrenzen und gegebenenfalls den Kontakt zu reduzieren?

Ansonsten.. Meinungsverschiedenheiten für sich finde ich überhaupt nicht schlimm. Wenn allerdings die ganze zwischenmenschliche Beziehung sich da immer und immer wieder um nur ein Thema drehen würde, dann würde mich das auch nerven. Ist das denn bei dir und deiner Freundin der Fall?

Nkucmb@er Of wThe xBeast


Klingt ziemlich übergriffig, was deine Freundin so von sich gibt. Für mich wäre so eine Freundschaft nichts. Man kann sich als Freundin Sorgen machen, Tipps geben, Vorschäge machen. Aber dieses Einreden und Drägen geht gar nicht.

Du bist eine erwachsene Frau, die selber Entscheidungen treffen kann. Das scheint sie aber (bewusst) zu übergehen.

N#umber oOfA The- Beasxt


*Drängen

BHaldZurhxh


Ich würde es nicht so sinnvoll finden, die Beziehung zur Freundin gleich abzubrechen. Wenn ihr euch sieben Jahre kennt, wär das eine drastische Reaktion. Zumal es ja wohl Zeiten gegeben hat, wo sie Dir eine Hilfe war.

Aber wie wäre es denn wenn Du ihr einfach mal höflich Deine Meinung sagst?

Wie sehr leidest Du denn unter der Gesamtsituation (gelegentliche Schlafstörungen, Depression des Vaters)? Sie kann Dir durchaus Ratschläge geben, aber das ihr etwas geholfen hat, muss nicht bedeuten, dass es bei Dir auch passt. Ich hatte bei Deinem Text schon das Gefühl, dass sie sehr hartnäckig ist und Dich quasi "bequatscht" bis Du es machst. Aber eigentlich machst Du es, damit sie endlich Ruhe gibt. Es wäre anders, wenn sie Dich überzeugt hätte. Aber diesen Eindruck hatte ich - wie bereits gesagt - nicht.

SUchüZchteHrn32


Danke für die Antwort. Ja, schon. Der Kontakt ist einfach wirklich anstrengend geworden. Sie ist auch sehr besitzergreifend. Es passt einfach nicht mehr. Ich weiß nicht, ob es weil mich dieser Depressionsverdacht so belastet hat oder ob ich sonst einfach nicht mehr mit ihr kann. Sie ist einfach auch sonst sehr anstrengend und rechthaberisch. Die Sache mit meinem Vater ist zusätzlich sehr belastend für mich. Wir wohnen in der Provinz. Da sind Depressionen noch eher stigmatisiert. Ich denke schon, dass ich auf meine Psyche aufpassen muss, aber bis jetzt ging es auch ohne Medikamente (kann sein, dass ich sie auch einmal brauche, aber so lange es ohne geht, wäre es mir lieber). Ich mag es nicht, wenn man mir das aufzwingen möchte. Die kommt sicher jetzt auch wieder damit.

Sbchüc?hteCrn32


@ number of the beast:

Danke für die Antwort. Diese Rechthaberische geht mir bei ihr auf die Nerven. Das hat früher einmal gepasst, als ich das gebraucht habe, aber jetzt passt mir das nicht mehr. Hier werden eindeutig Grenzen überschritten.

S%chüychtexrn32


@ Baldurhh:

Danke für die Einschätzung. Jemand, der sich Sorgen macht, klingt anders, kommt mir vor. Wenn mir eine Freundin sagen, dass sie einen Modus gefunden hat, mit Schlafstörungen umzugehen, würde mir das reichen und ich würde sie beglückwünschen. Die Sache mit meinem Vater belastet mich natürlich, aber ist das nicht irgendwo auch normal? Brauche ich dann gleich Medikamente?

S"chüchte%rn32


*Wenn mir eine Freundin sagen würde ...

NAumbe.rb Of The ]Beaxst


Diese Rechthaberische geht mir bei ihr auf die Nerven. Das hat früher einmal gepasst, als ich das gebraucht habe, aber jetzt passt mir das nicht mehr. Hier werden eindeutig Grenzen überschritten.

Hast du ihr das schonmal konkret so gesagt? Wenn ja, was hat sie darauf geantwortet?

Du musst bedenken, dass sich Menschen nunmal ändern im Laufe der Zeit. Was früher mal zwischenmenschlich gepasst hat, kann irgendwann nicht mehr passen.

Mal ganz davon abgesehen: Eigentlich müsste sich deine Freundin darüber freuen, dass du keine Medikamente nehmen musst. Gerade heutzutage, wo die Dinger ja verschrieben werden als wären es Süßigkeiten, ist es ein gutes Zeichen, wenn man eben KEINE verschrieben bekommt.

Ich frage mich, wieso sie dir einreden will, dass du krank bist? Kann sie es nicht ertragen, wenn andere Leute auch ohne Therapie und Medikamente klar kommen? Muss sie dich irgendwie klein und schwach machen, damit sie sich besser fühlt?

Traust du ihr zu, dass sie solche Hintergedanken hat? Wenn ja, was hält dich noch an dieser Freundschaft?

B2aldurxhh


Unter normalen Umständen würde ich jetzt natürlich sagen: Gut, dann lass es Dir nicht aufzwingen und sage ruhig aber bestimmt: Danke für Deinen Ratschlag, aber ich möchte im Augenblick weder eine weitere Therapie noch medikamentöse Stimmungsaufheller; und ich möchte auch keine stundenlangen Diskussionen darüber, warum ich sie nicht möchte.

Aber Dein Nick Schüchtern32 deutet darauf hin, dass Du Dir das nicht zutraust.

Und Deine Beschreibung ihrer Persönlichkeit deutet darauf hin, dass sie Dich erziehen will bzw. Dir sagen will: Mach es so wie ich, dann wirst Du auch so glücklich.

Solange Du Dich dazu in der Lage fühlst, solltest Du schon versuchen, dieses Stimmungstief ohne Pillen in den Griff zu kriegen. Die Einnahme von Antidepressiva ist durchaus ein Eingriff in den Hirnstoffwechsel. Und ich finde, dabei sollte man immer vorsichtig sein.

Summa summarum finde ich gut und richtig wie Du damit umgehst. Das sind ganz klar belastende Situationen, aber die gehören zum Leben dazu. Erst wenn dadurch Deine Lebensqualität massiv beeinträchtigt wird, wäre die Einnahme einer Pille bzw. der Gang zum Psychiater eine Überlegung wert.

M^onsxti


Was Du beschreibst, klingt nach sehr manipulativem Verhalten Deiner Freundin. Wenn sie Stimmungsaufheller nimmt, ist das ihre Sache. Es ist aber ein Unding, dass sie jetzt versucht, Dir selbige aufzuschwatzen. Grenze Dich bitte ganz klar ab!

Könnte es sein, dass Deine Freundin einfach nur neidisch ist, weil es ihr selbst schlechter geht als ihr?

Du selbst weißt doch am besten, was Du benötigst, um Dich gut zu fühlen. Nur weil Dein Vater Depressionen hat, bedeutet das noch lange nicht, dass Du sie ebenfalls hast bzw. bekommen wirst. Vertraue auf Dein Gefühl!

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