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Ist autogenes Training gefährlich?

mSuhk+uhx2k hat die Diskussion gestartet


Um die Entspannung meiner verspannten Muskulatur zu unterstützen, habe ich mir einen Ratgeber zu autogenem Training gekauft.

Nun bin ich etwas irritiert, weil dort sehr viel Wert darauf gelegt wird, zu betonen, dass es sich um eine Selbsthypnose handelt. Vor Hypnose habe ich ziemlich Respekt, da das Risiko für mich nicht wirklich einschätzbar ist. Das Unterbewusstsein halte ich für sehr mächtig und somit stehe ich jeder Manipulation an diesem erst einmal sehr skeptisch gegenüber.

Wie schaut es nun mit autogenem Training aus? Ist die erwähnte Selbsthypnose ein Marketing-Gag? Mir ist klar, dass es aus der Hypnose hervorgegangen ist, aber zählt es auch dazu?

Antworten
SRunf]lowxer_73


1. Medizinische Hypnose hat NICHTS mit dämlicher Show-Hypnose zu tun,wo Leute vermeintlich unwissentlich alberne Dinge tun und quasi "fremdgesteuert" werden. Hypnose ist NICHTS weiter als eine besonders tiefe Form der Entspannung. Ein Risiko gibt es es dort praktisch nicht, denn man hat auch bei einer klassischen Hypnose immer die Kontrolle.

2. "Selbsthypnose", weil man sich halt SELBER in diesen Zustand bringt. Sein Unterbewusstsein gezielt manipulieren tut man dort auch nicht. Man versucht doch nur, den entspannten Zustand herzustellen!

Kurzum: Autogenes Training ist völlig harmlos. Nicht jeder kommt damit klar; mir persönlich behagt diese Art der Körperfokussierung nicht. Und aus dem beruflichen Kontext weß ich, dass viele Menschen mit der aktiveren "Progressiven Muskelentspannung nach Jacobson" besser zurechtkommen. Ich persönlich auch. Aber es ist Geschmackssache.

Swunflo4wer_73


Ergänzung:

Wenn Du Entspannung v.a. wg. verspannter Muskulatur anwenden willst UND bei AT skeptisch bist, würde ich Dir die PMR (o.g. Muskelentspannung) doch eher empfehlen.

m-uhkkuhx2k


Schon mal danke für dein Feedback!

Ja, progressive Muskelentspannung nach Jacobson ist auch eigentlich die Methode, die mir vom Konzept her eher zusagen würde, nur leider hat sie nicht funktioniert. Vielleicht probiere ich die jetzt aber auch mal, seit dem letzten Versuch sind viele Monate vergangen und ich denke ich weiß nun einiges mehr über meine Baustellen und worauf ich mich fokussieren muss. Das Problem damals war immer, dass die Muskeln sich nach der "Anspann-Phase" nicht wieder entsprechend schnell entspannt haben. Also zumindest bei denen, die ja ohnehin schon verspannt sind.

Hat denn auch jemand hier positive Erfahrungen mit autogenem Training machen können, eventuell auch negative?

PZurplweFrruit


Bei folgendem ist von autogenem Training abzuraten:

- akute Psychose

- Migräne

- Sehr niedriger Blutdruck (bzw dann nur im Liegen machen)

- Asthma

- Herzrhythmusstörungen

Wenn das bei dir nicht zutrifft, kannst du es beruhigt ausprobieren. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, vor allem beim Einschlafen. Allerdings erfordert es wie die meisten Entspannungsverfahren regelmäßige Übung.

mtuhk uh2xk


Alles klar, danke.

SRunflNowsexr_73


Hast Du mal über die Teilnahme an einem Kurs nachgedacht? Gerade bei Skepsis/Unsicherheiten/Fragen kann ein entsprechend geschulter Kursleiter gut weiterhelfen.

C?omrxan


Hypnose ist eine Mischung aus Entspannung und Suggestion. Autogenes Training ist eine Light-Variante, und jede Hypnose ist auch eine Selbst-Hypnose, da die eigenen Suggestionen zum gewünschten Zustand führen. Ob man diese sich selbst gibt oder der anleitende Hypnotiseur ist relativ egal. Ein trainierter Proband benötigt keinen Hypnotiseur für einen milden Trance-Zustand.

Für einen gesunden Menschen ist das alles ungefährlich. Es gibt kaum Gegenanzeigen und gerade das Autogene Training erreicht normalerweise nicht die Tiefe des Unterbewusstseins, die bei einer echten Hypnose-Sitzung erlangt werden kann (in Falle einiger psychischer Erkrankungen wird abgeraten, Hypnose anzuwenden). Darüber hinaus sind die Suggestionen beim Autogenen Training ganz harmloser Natur.

Ich würde mir keine Gedanken machen, sondern dieses Werkzeug zum eigenen Vorteil nutzen. Die Gefahr eines Nachteils hingegen geht gegen Null.

mouhkouhx2k


@ Sunflower

Ja habe ich, bzw. habe so etwas sogar zu Weihnachten geschenkt bekommen. Muss aber sagen, dass ich mittlerweile mein Vertrauen in die Medizin verloren habe und das ist dann bei solchen Dingen natürlich ein Problem. Einflüsse auf den Körper kann ich noch halbwegs gut selbst abschätzen, auf das Unterbewusstsein aber nicht so wirklich.

@ Comran

Gibt es denn ein Risiko, aus dem Trancezustand nicht mehr gescheit herauszukommen? Das ist nämlich die eigentliche Sorge die ich habe.

CeoYm(raxn


Gibt es denn ein Risiko, aus dem Trancezustand nicht mehr gescheit herauszukommen? Das ist nämlich die eigentliche Sorge die ich habe.

Unmöglich, man kommt immer raus. Schlimmstenfalls schläft man ein und wacht irgendwann auf. Ich habe jetzt schon viele Jahre Erfahrung mit Hypnose, nutze selbst verschiedene Techniken der Selbsthypnose per Audiofile, meine Frau hat als Probandin mit einer Bekannten in Hypnotiseur-Ausbildung auch schon Deep State-Techniken probiert und wir laufen immer noch ganz wach durch die Gegend. Aber irgendwann ist der Rapport abgerissen und danach kommt man aus Trance bei der geringsten Störung wieder raus bzw. wenn sie im Tiefschlaf endete wacht man ganz normal wieder auf.

Selbst posthypnotische Schlüsselwörter (die man aber aktiv verwenden muss) funktionieren nur, wenn man es in diesem Moment will und zulässt. Hypnose gegen den Willen ist ohnehin nicht möglich.

GUeerdexter


@ Purple Fruit

und bei Brechen und Fieber: da soll mans auch nicht machen

G*eqeArdeZtexr


Meine Erfahrung damit:

Ich war auf mehreren Gruppentherapieen. Wie man aus meiner Geschichte der letzten Jahre erkennen kann, haben sie auch wunderbar angeschlagen. (Spaß muss sein.)

Nee, und die erste davon, da haben sie uns das erklärt. Da ich im Vorfeld schon eine and. Übung erlernt hatte, was allerdings mühsam und langwierig war, war das AT erstmal keine große Hürde für mich. Nich?

Ja.

So ist das gewesen. Ich find schon, dass man es verantwortungsbewusst einsetzen sollte.

Z.B., wie oben bereits gesagt: bei Psychosen oder krankhaften Depressionen: Hände weg!

Ansonsten gibts da gute Bücher drüber. Wo einem Formeln erklärt werden, die dann sicher - generell - unbedenklich sind.

Naja, ich hab noch Erfahrung mit 4 anderen solcher Übungen. Man gönnt sich ja sonst nix. Und muss nun mal sagen, dass in vielen Situationen aber das AT das Einzige war, was ich so ein bisschen an mich ranlassen konnte. Man kann es ja auf die individuelle Sit. zurechtschustern, und muss es nicht so abarbeiten, wie die meisten and. Übungen. Deshalb bin ich froh, es weiterhin intensiv einsetzen zu können, und auch immer dankbar, wenn man mir Mut dazu macht, und mich auf meinem schweren Lebensweg auch in dieser Hinsicht zu unterstützen versucht!

G0eerd:etxer


Folgendes wäre ja jetzt wirklich unfassbar:

Die Vorstellung: einer wird gemobbt. Und kann aber nicht einfach so kündigen, das wäre nämlich eine allumfassende Kündigung... ":/ Und deshalb hält er sich mit AT so einigermaßen über Wasser. Was bleibt ihm auch übrig. Das ist den Chefs natürlich sehr unangenehm; die wollen ihn ja loswerden, oder zumindest mundtot machen. Mmh. Und jetzt gäbe es ja die Möglichkeit, wenn man einen Sozialpsychologen in der Firma hätte, dass der dem Betreffenden durch geschickte, unterschwellige Barrieren das AT madig macht. Damit er in der Folge dann das Mobbing nicht mehr aushält. Und sich dann entsprechend verhält.

Also: das hat jetzt mit diesem Faden hier überhaupt nix mehr zu tun. Nur ne Geschichte, die ich von früher her kenne. Die ist mir in diesem Zusammenhang eingefallen.

Ihr hier habts ja gerade umgekehrt gemacht: ihr habt der Zweifelnden ja geholfen, die inneren Barrieren bei der wichtigen Übung zu überwinden!

GPeefrdexter


obwohl: die angenehmsten Erfahrungen mit Entspannung, die hab ich eig. auch mit was anderem gemacht. Da gibts so ne Übung, da soll man die Atmung beobachten. Die reguliert sich dann von selber. Das ist fast schon alles. Wenn das klappt, dann kehrt wirklich Ruhe ein. (CD von Techniker KK) Ist wirklich zu empfehlen.

G>eerdnete'r


Klang die Geschichte oben krass?

Ist sie auch.

Das hat jetzt nix mehr mit dem Faden zu tun, deshalb bin ich mir nicht sicher, wie das aufgefasst wird, wenn ich es erzähle...

Naja, schreibt ja eh niemand mehr, seit ich mich eingeklinkt hab. Von daher störts vielleicht auch niemand.

ich hab mal Folgendes erlebt:

Da hatte meine Betreuung mitbekommen, dass ich bissl wackelig auf den Beinen bin, und es war denkbar, dass ich vielleicht von mir aus nicht in Behandlung gehe. Und dann hatte ich so ein bisschen das Gefühl, dass man mir künstlich das Leben schwer macht. (Das fühlte sich dann an wie Mobbing - war aber natürlich etwas anderes.) Vor ein paar Jahren.

Ich bin dann in Behandlung gegangen, und muss ganz ehrlich sagen:

Im Nachhinein, da war das eine ERLEICHTERUNG für mich, dass man mir da mal künstlich Angst gemacht hat. Krass, oder? Da hat man mir damit den Weg in die Behandlung geebnet. Welcher sonst steiniger gewesen wäre.

So.

Dummerweise hab ich nun seit 1 1/2 Jahren (!!!) das Gefühl, dass man so vorgeht.

DIES empfinde ich NICHT als Erleichterung. Sondern als Hölle auf Erden.

Und das muss auch mal gesagt werden dürfen. Dass dann wieder der Hinweis auf "meine Psychose" kommt, ist schon klar. Wie könnte es auch anders sein. Damit kann man natürlich jedem den Wind aus den Segeln nehmen. Echt fies.

Lese zur Zeit "Nichts als die Wahrheit" von diesem Max Steller. Der da von Opfern berichtet, die falsch angeklagt wurden, denen man damit das Leben zerstört hat.

Ich bin nicht angeklagt, in dem Sinne.

Aber: warum kann ich mit diesen Leuten derart mitfühlen? Mich so gut in die reinversetzen. Wie man die in Sackgassen manövriert hat, wo sie NIE WIEDER rauskommen?

Na, ich werd sicher bald aus dem Forum geschmissen. Wenn ich so weitermach. Das sagt dann alles.

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