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Menschen, die in der Gesellschaft nicht funktionieren...

K;tefxan hat die Diskussion gestartet


Guten Tag und Hallo,

seit längerem diskutieren wir im Kollegenkreis ein Problem. Ich weiß nicht, ob ich das mit wenigen Worten beschreiben kann:

Es gibt Menschen, die in unserer Gesellschaft einfach nicht "funktionieren". Unabhängig davon, welchen Status sie haben (arbeitslos, wohnungslos, in stationärer Behandlung, was auch immer), sind diese Menschen nicht in der Lage oder Willens, ihre Angelegenheiten selbst zu regeln. Ich meine jetzt NICHT die ewigen Rebellen oder Jene, die nach einer alternativen Gesellschaft streben. Ich meine die Menschen, die in Notsituationen (Wohnung gekündigt, Strom abgestellt, weitere existenzbedrohende Dinge) ohne Weiteres ihr Leben hinbekommen, alles regeln können, was zu regeln ist (Bsp.: ein junger Mann, dem Strom und Heizung abgestellt wurden, der sich aber ein Kabel vom Nachbarn zieht, damit Kühlschrank, Durchlauferhitzer und Heizlüfter betreibt und den Strom beim Nachbarn bezahlt), aber immer dann scheitern, wenn sie durch andere aufgestellte Regeln einhalten müssen (Bsp.: wieder der junge Mann, der es einfach nicht hinbekommt, einen Ratenvertrag mit dem städtischen Energieversorger zur Schuldentilgung abzuschließen, damit er wieder Strom und Gas von dort erhält).

Solche Menschen gab es wohl schon immer. Vielleicht werden es in letzter Zeit mehr oder ich nehme es einfach bewusster wahr, wer weiß. Was mich aber interessiert ist, wie genau ticken diese Menschen? Gefragt habe ich schon mehrere, ernte aber immer ein Schulterzucken, dass entweder Unwissenheit ausdrücken soll oder die Weigerung, sich damit auseinanderzusetzen.

Ich habe manchmal die Ahnung, dass solche Menschen immer dann in eine Art Starre verfallen, wenn es jemand anderen geben könnte, der die Dinge für sie regeln könnte. Oder sie "funktionieren" nur dann, wenn sie nach eigenem Dafürhalten unbedingt müssen, werden aber untätig, sobald die größte Gefahr abgewendet ist.

Mich interessiert weiter, warum manche Menschen so sind. An der Intelligenz allein kann es nicht liegen, ich habe das bereits bei unterschiedlich klugen Menschen erlebt. An einer inneren Rebellion gegen gesellschaftliche Zwänge allein aber auch nicht, oder? Zumindest wäre die nicht allen diesen Menschen bewusst.

Hat jemand schon mal Ähnliches in größeren "Mengen" beobachtet? Ist das eine Folge der heutigen Gesellschaft? Oder ist die heutige Gesellschaft eine Folge aus diesem Verhalten? Und wenn Letzteres, wo kommt dieses Verhalten her? Ist es evolutionär bedingt? Oder eine unweigerliche Folge einer sich entwickelnden Gesellschaft (analog der dekadenten Tendenzen bei den alten Römern und Griechen)? Sind das erste Anzeichen für den Niedergang einer Gesellschaft? Was ist das?

Jede menge Fragen und ein ziemlich ratloser Ktefen...

Antworten
NEotMicdhaelCoainxe


Hast Du das mal mit Deiner Frau diskutiert? Sie hat doch ein soziales Studium hinter sich?!

Sollte sie oder Du eine Universität besucht haben, wärd ihr an Luhmann sicher nicht vorbei gekommen. In seiner Systemtheorie könntest Du finden was Du suchst. Vorausgesetzt natürlich es geht Dir tatsächlich darum Zusammenhänge zu verstehn und nicht eigentlich darum zu deinem Lieblingsthema zu polarisieren.

Schau mal rein und wenn dann konkrete Fragen offen sind stell die mal in einem soziologischen Forum. Da kann Dir geholfen werden.

GEingerr1x23


Das liegt daran, dass man so wenig Stress wie möglich haben will.

Hedonismus wäre hier ein Stichwort.

G.i~nger1123


Handelt es sich um gesunde, nichtbehinderte Menschen?

Ansonsten käme AD(H)S als Ursache dafür infrage.

PIlan'exta


Ich sehe es so, dass diese Leute einfach wenig Selbstverantwortungsgefühl besitzen und Dinge, die man halt machen MUSS, damit alles funktioniert, ständig vergessen oder wie Du schon schriebst, gedacht wird, dass es sich schon von selbst irgendwie regelt.

Das ist wohl kein großes Mysterium, dass man da etwas herausfinden muß, warum das so ist. Es ist einfach Schlamperei, bei der viele Dinge Ursache sein können. Wie gesagt, kein Verantwortungsgefühl, eine Depression, ADHS, oder halt gegen Anordnungen rebellieren.

Sqeven.of>.Ninxe


Es gibt Menschen, die in unserer Gesellschaft einfach nicht "funktionieren". Unabhängig davon, welchen Status sie haben (arbeitslos, wohnungslos, in stationärer Behandlung, was auch immer), sind diese Menschen nicht in der Lage oder Willens, ihre Angelegenheiten selbst zu regeln.

Das sind doch zwei völlig unterschiedliche Dinge! Ein Mensch mit einer Behinderung (beispielsweise Autismus) hat sehr wohl den Willen zu 'funktionieren', aber er ist dazu nicht in der Lage, so sehr er sich auch anstrengen mag.

CSomreaxn


Mich interessiert weiter, warum manche Menschen so sind. An der Intelligenz allein kann es nicht liegen, ich habe das bereits bei unterschiedlich klugen Menschen erlebt. An einer inneren Rebellion gegen gesellschaftliche Zwänge allein aber auch nicht, oder? Zumindest wäre die nicht allen diesen Menschen bewusst.

Du könntest dich ehrenamtlich bei Organisationen betätigen, die genau diese Menschen unterstützen, die trotz Sozialsystem nichts auf die Kette bekommen. Ideal sind die lokalen traditionellen Bruderschaften, die vor Ort arbeiten und meistens die Betroffenen sehr lange und sehr gut kennen. Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: es gibt Menschen, die können es einfach nicht, sie überblicken Ursache und Wirkung nicht, können Konsequenzen nicht abschätzen, leben nur im Moment. Organisatorisch und planerisch komplett überfordert. Für mich ist das ein Krankheitsbild wie z.B. Legasthenie oder Dyskalkulie. Daher bestehen diese Probleme auch in der Regel ein Leben lang.

ERhemali~gerF NutzerH (#x565345)


Ktefan,

die Frage stelle ich mir auch schon seit veielen Jahren.

Ich habe aber auch noch keine Antwort darauf gefunden.

Manchmal wunder ich mich so sehr über das Verhalten einiger Menschen, es ist mir unbegreiflich, wieso das eine geht und das andere nicht.

Das Beispiel was Du genannt hast, der Mann mit dem abgestellten Strom ist so ein ganz klassischer Fall. Wieviel Ideenreichtum er an den Tag legt, um irgendwie an Strom zu kommen, teilweise sogar über jahre. Aber es nicht hinkriegt, mit dem Stromversorger einen Ratenplan zu vereinbaren - und selbst wenn er das hinkriegen sollte, den dann auch einzuhalten.

Ich weiß nicht woran das liegt. Vllt fehlt da auch einfach der blick für die Zusammenhänge. Also dass der Strom nicht nur aus der Steckdose, sondern vor allem vom Versorger kommt. Dass der Versorger dafür Geld haben möchte, welches regelmäßig bei ihm eintreffen muss. Dass man dafür nicht nur für eine regelmäßige Zahlung an den Versorger sorgen muss, sondern auch dafür, dass überhaupt Geld da ist. und so weiter und so weiter. Ich glaube, manche Menschen leben so sehr im Jetzt und Hier, dass sie einfach den blick für weitere Zusammenhänge nicht haben. Wo es dann auch nicht viel nutzt, es ihnen zu erklären wie das alles funktioniert, es hapert einfach an der Umsetzung. Welche Gründe dahinter tiefer liegen, vermag ich nicht zu beurteilen.

Krte8fxan


Ich antworte mal chronologisch abwärts:

Lost_Places: Das wäre eine Möglichkeit, dass diese Menschen zu sehr momentbezogen leben und sich über die Zusammenhänge oder das große Ganze einfach keine Gedanken machen. Nur passt für mich nicht ins Bild, dass diese Menschen auch dann ihr Verhalten nicht ändern, wenn man ihnen lang und breit erklärt, wie diese Zusammenhänge aussehen und wie ihr persönliches Problem mit ihrem sonstigen Verhalten interagiert. Mir scheint es eine Art Stumpfheit in Bezug auf Selbst- und Fremdwahrnehmung zu sein. So in der Art von Pippi Langstrumpf: "...ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt". Es wäre dann tatsächlich eine Form von verlorenem Realitätsbezug. Aber da stelle ich wieder die Frage nach dem Warum. Die Fälle sind zwar größtenteils unterschiedlich gelagert, das Verhalten ist aber in fast allen Fällen uniform. Es muss also etwas geben, was diesen Menschen gemein ist. Nur was?

Comran: Danke für den Tipp. Ich bin seit knapp zehn Jahren bei der örtlichen Bruderhilfe tätig und betreue dort in meiner Freizeit wohnungslose Männer, damit sie wieder einen Fuß in die Gesellschaft setzen können. Und auch hier ist es wieder das Leben im Moment, die Unfähigkeit (oder eben der Unwille), langfristig zu denken. Ich kann mich aber mit dem Gedanken nicht anfreunden, dass es eine "Krankheit" sein soll. Die Zahl dieser Menschen nimmt zu. Ob es mit einer immer komplizierter werdenden Gesellschaft zusammenhängt, deren Regeln immer mehr Menschen nicht folgen können, weil sie damit überfordert sind? Vielleicht...muss ich mal drüber nachdenken.

Seven.of.Nine: Ich meine Nichtbehinderte. Zumindest ohne diagnostizierte Behinderung. Ob es vielleicht nur eine Frage der Zeit ist, bis das "Lebensumständeregelunfähigkeitssyndrom" Aufnahme in das DSM findet, mag sein...

Planeta: Hm...vielleicht eine Folge der "Du-kannst-Alles-zu-jeder-Zeit-haben-und-musst-nichts-dafür-zahlen-und-auch-keine-Konsequenzen-tragen"-Gesellschaft? So nach dem Prinzip: kauf jetzt, zahl später...oder gar nicht?

Ginger: Wenn Du Hedonismus im klassischen Sinn meinst, dann nein. Der wäre ja mit dem Versuch verbunden, Schmerz zu vermeiden. Diese Menschen bringen sich aber immer und immer wieder in äußerst schmerzvolle Situationen, aus denen sie sich dann irgendwie befreien, nur um durch ihre Untätigkeit in die nächste Sch*** zu treten. Das würde ein Hedonist nicht tun. Er würde, im Gegenteil, solche Situationen vermeiden wollen und dafür auch den nötigen Aufwand in Kauf nehmen. Hedonismus im alttäglichen Sprachgebrauch, als reinrassiger Egoismus, würde da schon eher passen. Wäre ja auch eine Form der Dekadenz. Das vielleicht...

NotMichaelCaine: Ach Frau, Du mal wieder. Ja, habe ich. Dieselbe Ratlosigkeit. Vielleicht kann man das aber auch nur nachempfinden, wenn man genauso ist wie diese Menschen. Wenn man systemtheoretisch herangeht, dann wären diese Menschen ja gar nicht allein verantwortlich für ihr Verhalten, sondern würden nur entsprechend ihres sozialen Umfeldes re- und interagieren. Natürlich stimmt das teilweise, ganz so "einfach" ist es aber nicht. Diese Menschen verhalten sich so unabhängig von ihrer sozialen Schicht, ihrem Intellekt und ihrem sozialen Umfeld. Es äußert sich je nach "Stand" vielleicht etwas anders, aber betrachtet man die Menschen selbst, dann sieht man, dass sie sich IMMER so verhalten. Selbst dann, wenn sich alle Umstände in ihrem Umfeld ändern.

Und die Fragen stelle ich nicht in einem Soziologenforum, da sind die Antworten immer gleichgerichtet nach den aktuellen Studieninhalten. Die Studiengänge zu diesen Themen sind mir zu stark geprägt vom kategorischen Imperativ. Daher stelle ich die Fragen hier und bitte um Antworten von Menschen, die sich selbst Gedanken dazu machen und keine Studieninhalte runterbeten.

C6inna]mon4


Sturheit, Bequemlichkeit, andere Schwerpunkte im Leben, Rebellion - wenn man damit leben kann.

Wenn man eigentlich nicht damit leben kann, es aber auch nicht geändert kriegt, steckt vielleicht wirklich etwas Krankhaftes dahinter.

Per es würde ich das aber nicht vermuten.

Ich nehme dieses "mangelnde Verantwortungsgefühl" so nicht wahr und würde es eher "Leben für den Moment" nennen, was nicht immer schlecht sein muss.

Aber wenn es einen stört, sollte und kann man sich natürlich Hilfe holen, um die Dinge getan zu kriegen.

E7hemmalriger Nutezer (#5x65345)


Nur passt für mich nicht ins Bild, dass diese Menschen auch dann ihr Verhalten nicht ändern, wenn man ihnen lang und breit erklärt, wie diese Zusammenhänge aussehen und wie ihr persönliches Problem mit ihrem sonstigen Verhalten interagiert.

Die Meinung teile ich nicht. Du gehst davon aus, dass Du und ich und wahrscheinlich die meisten anderen Menschen so reagieren. Ich hab aber die Erfahrung gemacht, dass es eine Sorte menschen zu geben scheint, da geht's zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus. Man kann ihnen hundertmal die Konsequenzen ihres Verhaltens aufzeigen und sie geloben hundertmal Besserung und machen es trotzdem wie gehabt. Da hilft noch nicht mal das Prinzip "Lernen durch Schmerz". Da wüsste ich wirklich mal gerne, woran das liegt.

Ob es mit einer immer komplizierter werdenden Gesellschaft zusammenhängt, deren Regeln immer mehr Menschen nicht folgen können, weil sie damit überfordert sind?

Das könnte m.E. auch der fall sein.

C oDmraxn


Ich nehme dieses "mangelnde Verantwortungsgefühl" so nicht wahr und würde es eher "Leben für den Moment" nennen, was nicht immer schlecht sein muss.

Doch, es gibt das schon, wenngleich ich eine Zunahme wie Ktefan noch nicht beobachtet habe. Die Menschen fallen aber nicht zwangsläufig auf, aber zunehmend. Vor 30 Jahren hatte man noch ein festeres Familienraster und lieber haben Eltern unter die Arme gegriffen, weswegen diese Ausrutscher nie tief gefallen sind. Mit der Zunahme des Individualismus und der stärkeren Abkopplung aus festen Verbindung haben die Leute aber keine gleiche Zunahme in der Eigenverantwortung entwickelt. Im Gegenteil wurde immer mehr Vollkasko-Denken zeitgemäß (die Spuren von 50 Jahre Wohlstand) - irgendjemand wird sich schon kümmern. Ich lebe erst mal für den Moment.

Wer dann eine Schwäche hat, in Zusammenhängen auch mal weiter als 10 Jahre zu denken, der fällt dann schnell aus dem Raster und scheitert, weil er glaubt, er könne genauso leben wie es der Rest der Bevölkerung nach außen vorlebt (der aber im privaten noch den Überblick behält). Jede Entscheidung braucht eine Kompensation, weil sie Folgen nach sich trägt. Wer meint, er müsse immer ein neues Handy haben und jeden Abend sein Geld am Büdchen lassen, der muss das durch entsprechendes Einkommen kompensieren. Wer gering verdient hat und in der Rente oder Arbeitslosigkeit seine Kosten nicht decken kann, der muss das durch entsprechende Formalitäten für Wohngeld und Unterstützung kompensieren. Also auf gut Deutsch: Wissen und Arsch hoch kriegen.

C_inn.a9monx4


Ich nehme dieses "mangelnde Verantwortungsgefühl" so nicht wahr und würde es eher "Leben für den Moment" nennen, was nicht immer schlecht sein muss.

Doch, es gibt das schon,

Sag ich ja auch gar nix gegen @:) .

Ich wollte ja nur unterstreichen, dass ich... wie soll man sagen... mangelndes Verantwortungsgefühl empfinde ich als Makel. Und ich denke, dass das genannte Verhalten auch ein Makel ist, sofern man etwas dagegen tun will, aber nicht kann. Wenn man aber gerne so lebt, würde ich es eben nicht als Mangel oder Makel sehen, sondern - wie du da dann ja auch schriebst - als "Leben für den Moment".

KTtefxan


Cinnamon4 schrieb:

Aber wenn es einen stört, sollte und kann man sich natürlich Hilfe holen, um die Dinge getan zu kriegen.

Ah, aber genau das scheint ein Problem zu sein. Zunächst mal müssen diese Menschen sehr tief fallen zu müssen(Wohnungslosigkeit, Privatinsolvenz, etc.), um sich daran zu stören. Es gelingt ihnen nicht, den Schaden abzuwenden, bevor die Katastrophe eintritt, sondern erst DANACH wird der Schaden notdürftig behoben. Und selbst dann holen sie sich die Hilfe nicht da, wo sie am einfachsten und schnellsten erhältlich ist (z.B. Jobcenter und/oder Beratungsstellen), sondern frickeln lieber selbst am Problem herum, finden zwar eine kurzfristig brauchbare Lösung, machen das Gesamtproblem damit aber nur schlimmer. Insofern ist es vielleicht doch fehlende Weitsicht, oder doch gar niedriger Intellekt? Erfordert unsere heutige Gesellschaft etwa einen Intellekt von mehr als Normalmaß, um in ihr gut klarzukommen?

Lost_Places schrieb:

Ich hab aber die Erfahrung gemacht, dass es eine Sorte menschen zu geben scheint, da geht's zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus. Man kann ihnen hundertmal die Konsequenzen ihres Verhaltens aufzeigen und sie geloben hundertmal Besserung und machen es trotzdem wie gehabt.

??? Hab ich doch geschrieben. Dass sie selbst dann ihr Verhalten NICHT ändern, wenn man es lang und breit (oft, über einen längeren Zeitraum, immer und immer wieder) erklärt. Also Ignoranz?

Comran: Das wäre eine gute Erklärung. Dass der Anteil dieser Menschen an der Gesamtgesellschaft gleich hoch bleibt, dass sie aber aus verschiedenen Gründen öfter durch's Raster fallen als früher.

Diese Gründe wären dann zum Einen eine komplizierter werdende Gesellschaft mit höheren Anforderungen an das Individuum, denen mehr Menschen als früher nicht gewachsen sind. Zum Anderen ein zunehmender Drang nach Individualismus mit einhergehend abnehmender Unterstützung durch das soziale Umfeld.

Nun haben wir also (vielleicht) festgestellt, woher das Gefühl kommt, dass die Anzahl dieser Menschen zunimmt und warum sie stärker als früher einer staatlichen oder gemeinnützigen Unterstützung bedürfen.

Nicht geklärt wäre jedoch immer noch die Frage, warum diese Menschen so sind. Denn sie sind ja nicht anders als früher, sie fallen nur stärker auf. Im Grunde waren sie ja schon immer da, in der gesamten Menschheitsgeschichte. Es gab schon immer den Bettler am Straßenrand, das fahrende Gauklervolk, später den Stallburschen und bis heute den Einen, der jeden Tag den Hof der Autowerkstatt kehrt. Also einen Teil der Gesamtbevölkerung, den die Gesellschaft immer irgendwie durchschleppen muss...

Die Schlussfolgerung, dass es einfach die "Dummen" unter uns sind, die "Nichtsnutze" oder welche Bezeichnungen es noch geben mag, reicht mir nicht. Ich würde gerne wissen, was und welche inneren Vorgänge diese Leute zu den "Dummen" macht.

C>inna.monx4


Insofern ist es vielleicht doch fehlende Weitsicht, oder doch gar niedriger Intellekt? Erfordert unsere heutige Gesellschaft etwa einen Intellekt von mehr als Normalmaß, um in ihr gut klarzukommen?

Hm... ich tipp dann eher auf fehlende Einsicht/Sturheit oder aber eine Krankheit. Angststörung, Schizophrenie, was Körperliches... Das heißt nicht, dass man mit diesen Krankheiten nicht wunderbar leben kann. Manch einer leidet aber vielleicht sehr ohne zu wissen, was ihn genau plagt und ggf. eben auch ohne ärztliche/psychologische Hilfe. Resignation wäre da auch noch eine Möglichkeit.

Mangelnder Intellekt... das glaube ich weniger, dass das die Ursache ist. Ich denke, dass kann jedem Menschen passieren, egal, wie klug er ist. Manchmal stehen sich sogar Hochbegabte eben mit ihrer hohen Intelligenz selbst im Weg, weil immer Alles perfekt sein muss, oder es wird gar nicht getan. Angststörungen entwickeln sich da auch schnell, weil Alles akribisch durchdacht, aber am Ende nicht umgesetzt wird. Man weiß, wie es geht, nutzt aber das gleichzeitig als Entschuldigung, nicht in die Pötte zu kommen.

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