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Leben fortsetzen? Depression, Studium , alles schlecht.. - Roman

MMimi|kxo hat die Diskussion gestartet


Hallo, meine Situation ist sehr kompliziert..Bin 25, Studentin

Letztes Jahr im Februar hatte ich einen Zusammenbruch, aufgrund von anschließend diagnostizierten schweren Depressionen. Es dauerte eine Weile, seit Juni bin ich ambulant in Behandlung und bekomme Tabletten. Der psychologe meinte, ich solle es so ruhig wie möglich angehen und mich auf meine Genesung fokussieren.

Daher habe ich mein Studium zurückgeschraubt.Nur noch sehr wenig Seminare besucht und getan, mir ging es damit auch besser.

Jetzt wurde bei mir eine Schilddrüsenunterfunktion und weitere Probleme anhand der Blutwerte festgestellt. Diese werden nächste Woche angegangen. Auch habe ich einen Termin Ende Februar bei einer Therapeutin, weil ich nix mehr schaffe.

Klingt alles toll und als ob es gut läuft, aber mein Studium wird nur noch gefördert bis Oktober.Oktober.gefördert heißt finanziert vom Stipendium Bis dahin schaffe ich den Abschluss aber vermutlich nicht, außer, ich gebe wieder alles und riskiere einen heftigen Rückfall. Das ist sehr wahrscheinlich da ich mit 5 Seminaren und Hausarbeiten und co. schon am Limit bin! Die Depressionen sind mittlerweile besser, aber ich kann leider keinen Tagesablauf normal bewältigen. Ich bin immernoch demotiviert, ich sehe das Leben als sinnlos an (nicht immer aber) und kann Dinge nicht erledigen, die jeder andere erledigen kann. Der Psychologe in der Ambulanz meint, dadurch, dass ich die Depression schon Jahre (seit 2012 geht's bergab) mit mir herumtrage und unterdrücke, dauert es auch Jahre, bis ich wieder geheilt werde. Aber das kann ich mir nicht leisten. Ganz einfach!

Also Oktober ist die Deadline. Weiter gefördert werde ich nicht. Mein Elternhaus hat 0,0 Finanzierung, nix zu machen. Als Student darf man maximal 85 h im Monat arbeiten, damit wäre das Geld aber nicht eingeholt. es fehlen knapp 1000 Euro im MOnat über ein schwer zu bekommendes Stipendium, das ich zu meiner gesunden und produktiven Zeit bekam, als ich noch viel leistete

Was gäbe es für Möglichkeiten? Mein Verlobter meint, Kredit kommt nicht in Frage, und schlug vor, dass ich das Studium abbreche um einen normalen Job anzufangen. Ohne Ausbildung halt, einfach irgendwas, was verfügbar ist. Damit man das Geld wieder einholt. Da ich vermutlich sowieso nicht als das arbeiten kann, was ich ursprünglich werden wollte ((Grundschullehrerin, mit meinen Ausgangschancen werde ich realistisch es zu nix bringen, da ich noch ncichtmal den haushalt auf die Reihe bekomme),), wäre das eine Option. Aber irgendwie doof, da ich 5 Jahre schon studiere, mir nicht mehr soo viel fehlt, und ich in 2-3 Jahren dann definitiv fertig würde. Zumindest mit dem 1. Staatsexamen.Aber ich stehe abbrechen nicht kritisch gegenüber, mir gefallen viele, viele Dinge, ich finde schon noch was, was mir zusagt. Irgendwann.

NUn sitze ich hier heulend, da ich mit meinem Verlobten eben vor dem schlafen gesprochen habe. Dieser wird im Januar mit seinem Studium fertig und wird gegen März / April dann auf Jobsuche gehen. Er meinte, er hat so viel Stress was seine Masterarbeit angeht und ich lege die Füße hoch und lasse es mir gut gehen, das findet er ungerecht. Ich bin hin - und hergerissen. Ich tue extra wenig um zu genesen, mir geht es innerlich so dermaßen schlecht, und tue ich wieder mehr, geht es mir auch schlecht. Es ist verflixt. Er meint auch, dass wir unser Leben ab Oktober dann nicht mehr führen können, da uns ja gemeinsam das Geld fehlt, was wir bis dato hatten. Es ist schlimm. Ich ziehe ihn mit rein, ohne es zu wollen, aber tue ich etwas, ist es auch wieder schlecht. Am Liebsten wäre ich gesund und munter, wie früher, könnte produktiv alles erledigen und wäre schnell mit dem Studium fertig - Problem gelöst. Aber das ist nicht möglich. Ich habe es verbaut. Ich habe es verkackt, es ist blöd gelaufen und mein Leben geht den Bach runter.

Studium weitermachen kommt damit eigtl. nicht in Frage.

Kredit auch nicht.

Arbeiten bringt das fehlende Geld nicht komplett ein.

Elternhaus gibt es nicht.

Letztlich geht nur abbrechen. Vielleicht wäre das sogar gut. Keine Ahnung. Wirklich Motivation habe ich nicht mehr für das Studium. Ich habe viele Praktika gemacht und mir wurde so oft bescheinigt, ich wäre eine tolle Lehrerin. Aber ich weiß, dass der Beruf anspruchsvoll ist und ich ihn nicht hinbekommen würde, denn mehrere Monate zu unterrichten sind was anderes als jeden Tag ein Leben lang. Eigentlich will ich inzwischen etwas "einfacheres" machen, etwas, was lediglich das Mindeste erfordert und wo das frühe Aufstehen besonders schlimm ist, das war's.. Momentan bin ich sowieso unglücklich, dann wäre wenigstens das Geldproblem geklärt.

Das bezieht sich leider auch auf das Leben. In solchen Situationen (Achtung: Trigger) fühle ich mich sinnlos. Ich habe das Gefühl, dass ich nicht für das Leben geschaffen bin. dass ich sinnlos bin, dass ich eine Last bin (was ja Fakt ist, wenn das Geld fehlt!!), dass ich nicht einmal den Haushalt bewältigen kann, was auch immer ein Streitthema ist..wenn ich schon Zuhause bin den ganzen Tag und ewig penne, kann ich ja wohl auch die Spülmaschine ausräumen.. Seit Mai nehme ich Tabletten und faktisch hat sich nichts verändert. Ich bin oft glücklicher, aber was wirklich problematisch ist: Ich bin immer noch unproduktiv, meine Leistung ist sehr sehr sehr gering und ich sehe nur schwarz. Ich denke in diesen Situationen über den Tod nach. Bin ich offen und sage, dass ich überlege, vor den Zug zu springen (ja, das überkommt mich manchmal, aber ich kann noch klar denken um zu wissen, dass das blöd ist) sagt mein Verlobter "OH nein, ohne dich würde was fehlen, blabla, ich wäre traurig" aber wenn so ein Gespräch kommt wie vorher meine ich zu wissen, dass es ohne mich alles besser wäre. Ich wäre weg: Keiner, der isst, keiner, der Strom verbraucht, alles was kostet, fällt weg. Ich überlege und überlege und kenne mich auch mit (geeigneten)Suizidmethoden aus. Ich würde es nicht machen, denke ich. Aber ich finde gerade keine Alternative, die wirklich besser ist. Rein rational gesehen.

breche ich mein Studium ab, brauche ich einen Job. Dazu muss ich aber auch 5 x die Woche da sein. Und ob ich das schaffe, weiß ich nicht. Unwahrscheinlich, schaffe nichtmal das Mindeste, bin völlig nutzlos. Breche ich das Studium nicht ab, kann ich nebenher nicht arbeiten, und somit ziehe ich uns in den Ruin. Gemeinsam!!

Egal wie ich es drehe und wende. Es läuft darauf hinaus, dass es besser ist, wenn ich es alles lasse. Denn was bringt mir das Leben, wenn ich unglücklich bin. Und das würde ich sein, wenn ich trotz Krankheit dem normalen Leben mit Job und co. nachgehe und nur auf einen weiteren Zusammenbruch warte. :°( :°(

Ich hoffe hier auf Rat aber betrachte diesen Thread auch als Depressions-Thread, um meine Gedanken loszuwerden. Ich bin völlig fertig. Ich sehe keine Hoffnung, alles, was ich mache ist schlecht und die Zukunft sowieso. Ich bin ratlos und habe zwar Wünsche, aber egal wie ich mir es vorstelle, alles ist nicht machbar. Es scheitert am Geld, aber ohne Geld keine Zukunft. Aber mit Krankheit kein Geld und damit keine Zukunft. Tod = keine Zukunft. Ich weiß echt nicht was ich tun soll. Er schläft und muss morgen aufstehen, um zu arbeiten, um produktiv zu sein!! Und ich bin aufgewühlt und kann nicht mehr...Heue und heule und weiß, außer Taschentuchverbrauch und damit Kosten bringt es NICHTS!!!

Ich fühle mich so unter Druck, ich kann es nicht beschreiben. Meine Krankheit macht mich so dermaßen fertig, es ist schlimm und die Aussicht, dass ich Jahre zur Genesung brauchen werde, lässt alles zerbrechen und ich bin wie gelähmt. Mein Verlobter verlässt sich auf mich, jahrelang haben wir uns gegenseitig finanziert..Es droht alles zu zerbrechen. Ich überlege schon alles auf eBay zu erkaufen, was ihc besitze, damit ich mir z.B. 1 MOnat Studium raushandeln kann. ich besitze nicht viel, leider. :°(

Ist ein Hilferuf weil ich nicht weiß an wen ich mich wenden kann. Zwar haben mir Freunde gesagt "wenn was ist ruf an, jederzeit" aber ich weiß, es ist nicht ernst gemeint. Ich würde sie aufwecken und stören und letztlich wüssten sie auch nicht, wie sie mir helfen könnten. Daher wende ich mich an alle, die das hier freiwillig lesen.

Antworten
Tahats<HowItVIs


Hallo Mimiko,

ich bin zwar was jünger als du aber verstehe sehr gut wie es dir geht. Das was du da gerade durchlebst, durchlebe auch ich, vielleicht nicht genau so.

Ich verstehe vor was du angst hast, ich hab zwar keine Erfahrungswerte, aber ich will dir trotzdem schreiben. Was ist, wenn du mit einer Lebensberaterin redest(oder so etwas in der Art), auch wenn deine Situation ziemlich ausweglos erscheint, gibt es doch immer einen Weg. Ich kriege mein Leben selbst nicht auf die Reihe, hab Panikattacken und Selbstmordgedanken aber ich will wenigstens versuchen dir nur ein Stück weit zu helfen, weil ich weiß, dass es Leute gibt, besonders im Freundeskreis, die meinen es zu verstehen und da zu sein , aber in Wahrheit gar nichts verstehen und im Endeffekt dann doch nicht da sind. Und ich verstehe dich wirklich. Der Einzige unterschied ist, dass ich noch bei meinen Eltern wohne, aber dennoch die selben Gedanken über Geldsorgen habe.

Ich denke, dass du dein Studium nicht abbrechen solltest, denn wenn es dir Spaß macht und du es jetzt wegen Geldsorgen aufgibst wird es dich vielleicht unglücklich machen. Auch wenn für dich ein Kredit nicht in Frage kommt, ist es dennoch die naheliegenste Lösung. Wahrlich keine brillante aber eine Lösung. Klar diese Sache mit dem Selbstmord ist ein Gedanke der einen ständig begleitet, genau so wie der Gedanke, dass man nervt oder stört, aber es ist rational gesehen keine Lösung. Immer wenn ich diese Gedanken habe, denke ich an die schönen Dinge des Lebens, auch wenn es oft nicht einfach ist.

Ich weiß, dass ich dir nicht aus deiner Situation helfen kann aber ich denke ich habe es irgendwie versucht.. :)z

rtandomH_daxwg


Du fällst niemandem zur Last. Vielleicht solltest du deinen Fokus anstatt auf andere eher auf dich setzen. Es ist total in Ordnung dass du wenig tust und deine Akkus auflädst, und auch was dein Verlobter denkt sollte dir in erster Linie erstmal egal sein. Immerhin geht es um dein Leben und nicht um seins. Du musst nur noch lernen mit deiner Depression umzugehen und sie zu akzeptieren, damit du künftig damit umgehen kannst. Es stimmt dass du durch die finanzielle Situation und dem Stress in der Uni etc. ziemlich in der Klemme sitzt, aber sei stark und geb nicht auf! Ein 25 jähriges Mädchen das ein Abitur erfolgreich abgeschlossen hat. Du bist so diszipliniert, dass du es bis zum 1. Staatsexamen schaffst, das kann nicht jeder. Sehe das Leben nicht als eine Verpflichtung sondern als eine Welt in der du im Mittelpunkt stehst und sehe es so: du hast eine schwierige Phase in deinem Leben aber du bist kein Weichei und du wirst diese Krise überstehen, während andere das nicht könnten. Sehe es vielleicht als eine Möglichkeit dir selbst zu beweisen dass du stärker bist als du dachtest! Es kann sein, dass manche Dinge nicht klappen (eventuell verdienst du nicht genug oder du schließt dein Studium nicht ab), aber was solls? Dann gehst du einen anderen Weg, und wenn dieser nicht funktioniert dann probierst du es so lange bist du wieder auf den Beinen stehst und dich auf deine persönlichen Ziele konzentrieren kannst. Nichts ist schlimmer als das Leben zu beenden, weil das Leben das einzige ist was du hast! Wünsche dir das allerbeste @:)

ubvgx41


Es kann sein, dass Dein Leben komplett anders verlaufen wird als mal geplant war, und es kann auch sein dass noch eine längere Durststrecke vor Dir liegt. Fakt ist aber - es gibt eine Zukunft für Dich. Es kann sein, dass, wenn Du alles aus Deinem Leben entfernst, was Dich belastet, nicht mehr viel übrig bleibt (ehrlich gesagt klingt auch das Verhalten Deines Partners nicht gerade gesund für Dich), und es eine Weile doof, öde und trist ist, aber es geht IMMER irgendwie weiter, und irgendwas füllt die Leere. Ich kenne Leute, die seelisch abgestürzt sind, arbeitslos, gar gesoffen, und trotzdem die Kurve gekriegt haben, einen Job gefunden, ein nettes soziales Umfeld, und einigermaßen zufrieden sind.

Wichtig ist m.M. nach, dass Du wirklich ehrlich zu Dir bist was Dir gut tut und was nicht, und konsequent "Deinen Weg" gehst, auch wenn der evtl erstmal nix mit Geld verdienen zu tun hat. Notfalls gibts halt Hartz 4, was solls denn.. Deine Depression zwingt Dich runter aber Du bist (noch) nicht bereit "richtig abzustürzen" und alles was Dich belastet rauszuschmeissen. Vermutlich musst Du aber erstmal auf diesen Punkt kommen, damit es wieder bergauf geht.

Ich bin mir sicher, in einigen Jahren wirst Du sagen, war ne krasse Phase und ein Wendepunkt, aber gut dass ich durchgehalten hab, letztlich haben die Dinge sich gut entwickelt.

ftalco+ pe*legri8noixdes


Hallo Mimiko,

weißt du, jemand der noch nie im Leben eine richtige Depression durchmachen mußte, kann es schwer nachvollziehen, wie es dem Erkrankten dann wirklich geht. Viele denken, man sollte sich nur etwas zusammenreißen aber das geht eben leider nicht auf Dauer, irgendwann klappt dann nichts mehr. Dein Partner versteht dich sicherlich deshalb nicht, weil er noch nie dieses Problem hatte.

Kann er nicht einmal mit zum Psychologen gehen, damit er erklärt bekommt, wie es einem schwer depressivem Menschen wirklich geht?

Ich glaube kaum, daß du in deinem Zustand dich auf Arbeitssuche und eine komplett unbekannte, neue Arbeit machen kannst. Arbeiten bei einer Depression ist genauso nicht einfach, wie studieren. Das kostet auch Kraft.

Lg

mYcf&undZae


Hi Mimiko,

eine Frage: wie meinst du das genau mit dem 1. Staatsexamen, dem Abschluss im Oktober und dem Satz, du würdest in 2-3 Jahren dann sicher fertig mit dem Studium werden?

Ich bin mir unschlüssig, wie ich das verstehen soll. Wenn du jetzt noch einmal Vollgas gibst und einen Rückfall riskierst, wärest du dann komplett fertig mit dem Studium? Oder "nur" mit dem 1. Staatsexamen? Oder wäre das 1. Staatsexamen erst in 2-3 Jahren?

Sorry, dass ich an dieser Stelle aufm Schlauch stehe, aber um meine Einschätzung zu geben, wäre es schon wichtig, dass ich das richtig verstanden habe.

Und ich habe eine sehr sehr ähnliche Situation hinter mir (bzw befinde ich mich aktuell noch darin, allerdings schon eindeutig auf dem Weg der Besserung), daher würde ich dir gerne meine Einschätzung dazu auch geben.

Liebe Grüße :)*

EJhemalig,er Nu^tzer H(#578z069)


Liebe Mimiko,

was würdest du eigentlich am liebsten tun? Wenn alles möglich wäre?

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