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Manipulationen

c5os(mqoKlighxt hat die Diskussion gestartet


In meinem Freundeskreis haben wir letztens über ein Thema gesprochen, über das wir letztendlich keinen gemeinsamen Konsens finden konnten. Im Grunde kam das Gespräch über die Platzierung und Bewerbung bestimmter Lebensmittel in Supermärkten auf, die so ausgelegt sind, dass dem Käufer intuitiv suggeriert wird, dieses Produkt kaufen zu müssen und endete damit, dass die Frage offen blieb, weshalb manche Menschen sich auch im zwischenmenschlichem Bereich ganz offensichtlich manipulieren lassen, während andere Menschen bewusste Manipulationen ziemlich direkt erkennen.

Ich habe dann gegoogelt und als Definition für Manipulation folgende Erklärung gefunden:

" Als Manipulation bezeichnet man ganz allgemein die Handhabung und Steuerung eines Menschen durch geschicktes Ausnutzen seiner Anlagen und Eigenschaften, mit dem Ziel, ihn für unmittelbar fremde Ziele - und hier füge ich persönlich meinerseits ein: ihn auch unmittelbar für die eigenen Ziele - zu benutzen. "

Ich habe die Art der Manipulation für eigene Ziele selbst schon einige Male erlebt, in diversen Foren z. B., in denen als Mittel zur Befriedigung der eigenen Bedürfnisse manipulierende User andere User derart beeinflussten, ohne das den betroffenen Usern überhaupt bewusst wurde, dass sie lediglich als Mittel zur Befriedigung der eigenen Bedürfnisse des manipilierenden Users genutzt wurden.

Nun würde mich aber doch interessieren, warum manche Menschen sich so leicht manipulativ beeinflussen lassen, sich ohne Vorbehalte öffnen und ohne jedwedes Gespür für den manipulierenden User selbst privatestet Gepflogenheiten öffentlich preisgeben, während andere Menschen unmittelbar und ziemlich direkt spüren, dass das Interesse des manipulierenden Users lediglich in der Befriedigung seiner eigenen oftmals selbst nicht auslebbaren Bedürfnisse liegt.

Antworten
Cbhanc+e007


Interessantes Thema! :)z

" Als Manipulation bezeichnet man ganz allgemein die Handhabung und Steuerung eines Menschen durch geschicktes Ausnutzen seiner Anlagen und Eigenschaften, mit dem Ziel, ihn für unmittelbar fremde Ziele - und hier füge ich persönlich meinerseits ein: ihn auch unmittelbar für die eigenen Ziele - zu benutzen. "

Da würde ich auch gern noch etwas ergänzen, wenn ich darf.

Meiner Erfahrung nach gibt es Menschen, welche bewusst manipulieren und denen ihr Ziel bekannt ist.

Es gibt aber auch die - ich vermute sogar, die Mehrheit - welche diesen Vorwurf weit von sich weisen würden und auch wirklich überzeugt sind, es nicht zu tun. Eben, weil es unbewusst abläuft. Ihnen ist ihr (eigentliches) eigenes Ziel gar nicht präsent. Oft geht es da nicht um einen Mehrwert, der erzielt werden soll, sondern um einen Mangel, der versucht wird, auszugleichen.

Und an diesem Punkt, im letzteren Fall, sind sich manipulierte Person und Manipulierer wieder erstaunlich nahe. Ich würde sogar denken, dass beide Personen beides in einem sein können. Im Wechselspiel. Wie zwei Zahnrädchen, die zu diesem Zeitpunkt und an dieser Stelle ineinander passen.

Menschen, die ganz bewusst manipulieren und auch bewusst in Kauf nehmen, auf Kosten des Gegenübers zu agieren, betrachte ich schon als sehr böswillig. Menschen, die sich über Gebühr manipulieren lassen (da gibt es für mich schon Abstufungen) als sehr gutgläubig und teilweise auch naiv. Oft wird sogar freiwillig die Verantwortung fürs eigene Wohlergehen an den anderen übergeben.

Aber warum? Ich fühle mich nicht in der Lage, das umfassend zu beantworten. Dazu kann ich mir viel zu viele Gründe vorstellen, die dazu führen, dass man sich so verhält, wie man es eben tut.

Nur grob: Erfahrungen in der Vergangenheit, erlernte Muster, teilweise sicher auch der IQ (siehe naiv - die Konsequenz des eigenen Handelns nicht überblicken) etc.

Bin gespannt, was andere dazu schreiben. :)D

ciosmoFlighKt


Chance007

Oft geht es da nicht um einen Mehrwert, der erzielt werden soll, sondern um einen Mangel, der versucht wird, auszugleichen.

Da stimme ich dir voll und ganz zu, und das habe ich auch annäherend so in meinem Thread - letzter Absatz - geschrieben.

Menschen, die ganz bewusst manipulieren und auch bewusst in Kauf nehmen, auf Kosten des Gegenübers zu agieren, betrachte ich schon als sehr böswillig. Menschen, die sich über Gebühr manipulieren lassen (da gibt es für mich schon einige Abstufungen) als sehr gutgläubig und teilweise auch naiv.

Und auch da stimme ich dir voll und ganz zu, wobei ich für den Manipulierenden noch die Eigenschaft " gemein " und " niederträchtig " und für den Manipulierten noch die Eigenschaft " leicht lenkbar " hinzufüge.

C6ha)nceI0x07


Da stimme ich dir voll und ganz zu, und das habe ich auch annäherend so in meinem Thread - letzter Absatz - geschrieben.

Ja, ich weiß. Ich war so schön im Fluss und es sprudelte noch mal aus mir raus. ;-)

Wobei ich zumindest insofern meine eigenen Aussagen relativieren muss, dass ein Mensch, der manipuliert wird, eben nicht zwingend naiv sein muss (so wie der Manipulierende nicht zwingend böswillig sein muss). Da kommt es auch ein wenig drauf an, wie "gut" der Manipulierende ist.

LNichtAhmHor$izonxt


teilweise sicher auch der IQ (siehe naiv - die Konsequenz des eigenen Handelns nicht überblicken) etc.

(Chance007)

Haben IQ und Naivität etwas miteinander zu tun?

CVhabnce-00x7


Haben IQ und Naivität etwas miteinander zu tun?

Nicht zwingend. Aber das geht oft Hand in Hand mMn, ja.

LwichNtAmHorizNonxt


Mir hat mal jemand gesagt, der etwas von Psychologie versteht, dass selbst der intelligenteste und gebildetste Mensch eine schwache Stelle hat, und wenn man die findet, kann man sich jeden zum kleinen folgsamen Hündchen dressieren.

Allerdings bedarf es dazu sicherlich eines genauso intelligenten Manipulators.

CFhanc0e00x7


Daher meine Ergänzung von 20:58, LichtAmHorizont.

LlichtuAmHor4izxont


Ok. :-)

Ich halte mich übrigens für hochgradig manipulierbar. Und ich hasse es.

c*o2smoelighxt


Es gibt in fast jeden Situationen einen Überlegeneren.

So auch bei dem, der manipuliert - der Überlegene - und dem, der sich manipulieren lässt - der Unterlegene -.

LNichNtAmHorcizxont


Eine Frage, die ich mir stelle, ist: Hat der Manipulierte nicht auf irgendeine Art und Weise auch etwas davon? Das klingt jetzt ziemlich seltsam, aber es muss etwas geben, das man davon hat, auf etwas bestimmtes anzuspringen. Oder spinne ich jetzt?

Man sagt oft, jeder kann doch entscheiden, ob er sich beispielsweise über bestimmte Dinge aufregt oder nicht. Entscheidet man das wirklich? Will man das am Ende sogar (sich aufregen z.B.)?

cuos)moKlighxt


Irgendetwas muss den Manipulierten ja wohl reizen, wer weiss ?

Ich vermute einfach einmal am ehesten vielleicht das Thema, mit dem der Manipulator spielt.

Oder bei einem persönlichem Kennen von beiden der Manipulator selbst, seine Art eigentlich sowieso, sonst würde der manipulierte Mensch ja nicht auf ihn eingehen.

CCha@ncex007


Hat der Manipulierte nicht auf irgendeine Art und Weise auch etwas davon?

Natürlich. Zumindest am Anfang einer solchen Beziehung. Sonst wäre es ja keine Manipulation. ;-) Die Bedürfnisse werden durch den Manipulierenden erspürt und vorerst befriedigt. Sei es Zuwendung, Aufmerksamkeit, manchmal auch gespielte Hilfsbedürftigkeit, um ein Helfersyndrom zu "befriedigen". Da gibt es viele Bedürfnisse.

So wird Vertrauen aufgebaut. Wer möchte sich nicht wahrgenommen und gemocht fühlen? Vielleicht hier unsichere Menschen noch eher als sehr selbstsichere.

Irgendwann, wenn das Vertrauen aufgebaut ist, kann das dann sicher auch kippen. Vielleicht wird auch der Manipulierte absichtlich und in kleinen Schritten klein gemacht (also seine Bedürfnisse lange nicht mehr erfüllt, aber seine Loyalität ausgenutzt). Das dürfte davon abhängen, ob das dafür nötig ist, die Bedürfnisse des Manipulierenden zu befriedigen oder ob das nicht nötig ist, wie lange die Bedürfnisse des Manipulierten ebenfalls erfüllt werden.

cIosm_olGight


Wobei im Internet die Manipulation ja eigentlich nur von dem favorisiertem Thema des Manipulators ausgehen kann.

Persönlich kennen werden sich in der Regel die User im anonymen Netz ja nicht.

Und falls sich solch ein manipulierbarer Mensch in dem von einem manipulierenden User favorisiertem Thema wieder findet, er dieses Thema selbst favorisiert, er es im realen Leben vielleicht nicht explizit ausleben kann oder er sein vielleicht ansonsten im realen Leben zu gering auslebbares Mitteilungsbedürfnis damit stillen kann, er ggfs. ein übertrieben grosses Selbstdarstellungsbedürfnis hat - da gibt es im Grunde eigentlich unendlich viele Gründe und Beispiele -, ist er dann doch der optimale ausnutzbare Erfüller für die Bedürfnisse des manipulierenden Users.

E*hemalirger Nut0zer @(#578x069)


Kommt es nicht auch auf die Art man einen Menschen manipuliert bzw. zu welchem Zweck.

Menschen mit gewissen psychologischen Tricks zu manipulieren, umselbst besser im Leben voranzukommen (und ohne jemanden zu schaden) finde ich legitim.

Andere aus reinem Egoismus grob manipulieren zu wollen, halte dagegen für mehr als verwerflich. Das sollte jemand, der einen gefestigten Charakter hat, aber eigentlich schnell merken.

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