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Depressionen, finde meinen Weg nicht mehr

sWuns3et_x2015 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich weiß grad einfach nicht mehr weiter. Ich versuche mal, es ansatzweise zu erklären.

Ich leide unter Depressionen, schon seit Jahren. Nun ging es mir vor einem Jahr ca. recht gut und dann ging es los.

Erstmal habe ich von heute auf morgen meine Therapie verloren, da die Therapeutin schwanger war und ein Beschäftigungsverbot bekam. Die Therapie hatte mir bis dahin wirklich viel geholfen und ich war soo optimistisch, endlich mein Trauma mit ihr verarbeiten zu können. Pustekuchen. Hatte daran schwer zu knabbern, da ich sehr schwer Vertrauen aufbaue und die Therapie vor dieser leider unschön geendet hat. :°(

Dann erfuhr ich, dass ich mit Datum 31.03. diesen Jahres meinen Job verlieren werde. Es gibt einen Sozialplan und ich gehöre nun zu den Auserwählten. :°(

Nun bin ich schon freigestellt und es geht nur noch bergab mit mir. Ich schaffe es einfach nicht, gegenzulenken. Ich schaffe es nicht, mir einen neuen Job zu suchen. Ich weiß, dass ich es hätte längst tun müssen und es jetzt knapp wird bis April... ich kann einfach nicht. Ich traue mir nichts mehr zu, fühle mich dumm, als ob mich jeder hasst. Ich habe eine Riesenangst, mich zu bewerben, mich vorzustellen, von einem Jobanfang mal ganz zu schweigen.

Allein die Bewerbungsphase schaffe ich nicht, ich hab einfach keine Kraft dazu. Mir graut es vor April, wenn ich mich arbeitslos nennen muss. :°(

Mein Alltag sieht so aus, dass ich meist erst raus gehe, wenn es schon dunkel wird, nachts ins Bett gehe und bis mittags schlafe, oder einfach im Bett liegen bleibe, bis ich mich aufraffen kann, mal unter die Dusche zu gehen... mir ist fast alles zuviel, ich kann niemanden mehr in meine Wohnung lassen, weil ich sie nicht aufgeräumt bekomme. Ich sehe, dass die Blumen vertrocknen, aber ich schaff es nicht, sie zu gießen...

Ich schäme mich total, aber ich weiß nicht mehr weiter. Ich merke seit Monaten, dass ich wieder eine Therapie brauche, aber habe es nicht geschafft, mich zu kümmern. Ich habe eine Psychiaterin, bei der sich seit August nur noch Rezepte hole, aber nicht mehr zum Gespräch hingehe. Ihr letzter Satz damals war "Frau XYZ, wenn Sie nicht aufstehen, kann ich Ihnen nicht helfen". Da hat sie recht, das weiß ich... bin sehr unsicher, ihr alles so zu erzählen... ich weiß einfach nicht mehr weiter, und mit jedem Tag näher an April geht es mir schlechter... :°(

Ich weiß nicht genau, was ich mir hier erhoffe, ich musste es einfach mal rauslassen. Ich kann einfach nicht mehr klar denken und weiß nicht, was ich machen soll… momentan möchte ich nur schlafen, um nicht denken zu müssen. Es ist grad schon ein Akt zu entscheiden, ob ich in den Supermarkt oder in den Getränkemarkt gehe oder doch nur zu einem usw…. :°(

Antworten
L\aune9bexer


@ sunset_2015

Ich kenne deine beschriebenen Probleme nur zu gut. Hier darfst du mal alles heraus lassen. Geh doch wieder zu deiner Psychiaterin, die hat mit so etwas täglich zu tun und sollte das nötige Verständnis haben. Du musst dich nur einmal aufraffen. Oder geh zu deinem Hausarzt und lass dir eine Überweisung in die Psychiatrie geben, dort wird ein Kriesen Intervention's Programm angeboten. Es soll fälle wie deine auffangen, dort gibt es Sozialarbeiter, die bei Problemen mit der Arbeitsargentur helfen. Und dort hast du den geschützten Raum um endlich mal innere Ruhe zu finden.

Ekh?emali3ger N]utzxer (#F578T069)


Ich denke auch, dass ein Klinikaufenthalt notwendig ist, damit du wieder auf deinen Weg findest.

Ich kann verstehen, dass du es im Moment nicht leicht hast. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass durch einen Verlust oft auch wieder Schönes und Zufriedenstellendes ergeben hat. @:)

Natürlich ist im Moment alles sch****, aber irgendwann wird es definitiv wieder besser. :°_

C|ont,inuxe


@ sunset_2015,

dem Beitrag von Launebeer kann ich nur zustimmen.

Wie es scheint solltest du erst mal dringend medikamentös

eingestellt werden, damit du die Depris los wirst.

Aber erstmal musst du mindestens 1 mal am Tag raus - an die frische Luft,

unter Menschen sein.

Ich weiß, es fällt schwer sich sich dazu durchzuringen,

aber du wirst merken, sobald du das Haus verlassen hast,

geht es dir schon ein bischen besser.

Du brauchst Erfolgserlebnisse, muss ja nicht gleich was Weltbewegendes

sein, z.B. für Jemanden etwas einkaufen oder ihm/ihr einen Gefallen tun.

Eine Möglichkeit wäre für eine gewisse Zeit in eine Tagesklinik zu gehen.

Deine Psyche muss wieder zur Ruhe kommen (genesen),

vorher macht es evtl. wenig Sinn, sich um Arbeit zu kümmern.

Ich spreche aus eigener Erfahrung.

Ich hoffe, dass ich dir einige Anregungen geben konnte

und wünsche dir viel Kraft auf deinem Weg.

s"unse{t_20x15


Ich möchte mich ganz herzlich für Eure Antworten bedanken! @:)

Ich hatte längere Zeit ungeplant kein Internet, und über Handy hab' ich es einfach nicht geschafft, soviel Text zu schreiben. %:| Es war wirklich nicht meine Absicht, Eure Beiträge unbeantwortet stehen zu lassen. Entschuldigt bitte.

Irgendwie hab' ich die letzten Wochen alles nur geschehen lassen und resigniert. :°(

Ich versuche nun endlich mal, auf Eure Beiträge einzugehen.

Also Medikamente nehme ich schon, Antidepressiva und Lithium.

Inzwischen habe ich einen Termin bei meiner Psychiaterin ausgemacht, der nun am Freitag ist. Ja, sie sollte da Verständnis haben... ich kann sie eben noch nicht wirklich einschätzen, da ich noch nicht so lange bei ihr bin. Die Male, die ich bei ihr war, ging es mir immer deutlich besser, als es momentan der Fall ist. Ich hoffe wirklich sehr auf ein gutes Gespräch!!

Die Arbeitsagentur, da war ich auch mittlerweile zum Gespräch. Ich muss mich nun bewerben... und schaff's einfach nicht. Vier Stellenausschreibungen haben sie mir bis jetzt schon geschickt. Ich habe nichts gemacht bisher... schäme mich. Bin nicht zu faul zum arbeiten, aber es geht grad gar nichts... nichts... ich schaffe ja nicht mal den Haushalt, schaffe es nicht, mir vernünftig was zu essen zu machen, alles ist zuviel. :°(

Ich verliere mehr und mehr den Mut, sammle mehr und mehr Probleme an und schaffe nichts. Bin völlig fertig und meine Gedanken gehen immer in die falsche Richtung. Dass es keinen Sinn mehr hat, dass ich es endlich verstehen muss, dass es sinnlos ist, noch weiter zu kämpfen. Ich will mich jetzt nicht wirklich umbringen, aber die Gedanken sind da, dass es doch alles nie besser wird und ich keine Kraft mehr habe... usw.. :°(

Ich möchte einfach in keine Klinik (mehr), obwohl ich ja merke, dass es so nicht mehr weitergeht. Selbst wenn ich paar Stunden rausgehe (ich zwinge mich fast jeden Tag), fühle ich mich fremd und falsch in der Welt. Furchtbares Gefühl.

Ich warte nun noch das Gespräch am Freitag ab und dann mal sehen... :°(

spunsetE_201x5


Morgen ist der Termin bei der Psychiaterin. Bin jetzt schon nervös. Hab' einfach Angst, dass sie mich nicht versteht. Unverständnis und Ablehnung ist grad was, was ich ganz schwer verkraften würde. :-(

E#hlemaligefr Nutzler ({#5f780x69)


Was würde denn gegen einen erneuten Klinikaufenthalt sprechen?

Ich kann die Angst verstehen, allerdings hat sie eindeutig den falschen Job, würde sie so reagieren. Mach dir keinen Kopf - im Ernstfall kannst du dich natürlich an's Forum wenden und wir finden eine Lösung. :-)

s#un!set_2x015


Danke. :-)

Habe grad Jobangebote geschaut und ab und an kommt mir der Gedanke, ob ich nicht einen Job suchen soll... ins kalte Wasser springen... hab' nur Angst, dass es schief geht... und mir fehlt auch die Kraft dafür... konnte nicht mal den Weg zum Fotographen hinter mich bringen bisher... Ich weiß so gar nichts grad... außer, dass ich vor 15.00 kaum noch aufstehe... :-(

Klinik... klar wäre das möglich... puh, das ist ein so großer Schritt... ich habe Tiere und die halten mich momentan als einziges am Leben, für die muss ich da sein und ich würde sie so verdammt vermissen... :-(

s2unset]_20u1x5


Ich schreib' einfach mal... bin irgendwie etwas "durcheinander" nach dem Termin bei der Psychiaterin heute.

Also ich hab' ihr alles erzählt, wie es mir geht, die Jobsache usw.. Irgendwann sagte sie "Ich kann Ihnen nicht mehr helfen." Mir würden keine anderen Medikamente helfen, weil meine "gut" sind.

Als ich auf das Thema Suizid kam (nicht, dass ich es vorhabe, aber dass es immer eine Option für mich ist) meinte sie "Wenn das Ihre Lösung ist...".

Dann kam sie mit dem Vorschlag Klinik und da ich nicht gleich stationär möchte, sagte sie "Wie bitte soll ich Ihnen noch helfen, was soll ich tun?" Und "Sie bremsen sich selbst und mich aus". Und dann wieder "Ich kann Ihnen nicht mehr helfen".

%:|

Ich verstehe zum Teil wirklich, dass sie nicht viel tun kann momentan. Ich hätte nur gern ein bisschen Verständnis gehabt... aber ich überlege auch, ob mir diese klaren Worte einiges klarmachen können... ???

KwlWeixo


Hast Du jemanden, der Dich unterstützt?

sXuns/etp_201x5


Also eine gute Freundin von mir, sie ist da für mich und mit ihr kann ich auch gut reden. Sie hat auch Depressionen und versteht so Dinge, die Nicht-Depressive nicht nachvollziehen können. Aber da sie eben auch (leicht) depressiv ist, mag ich auch nicht alles dort abladen. Und wenn es in Richtung "keine Lust mehr zu leben" geht, versteht sie mich auch nicht mehr.

Andere Bekannte/Freunde habe ich, merke aber immer wieder, dass eben das Verstehen fehlt im Sinne von Nachvollziehen. Das ist auch normal, nur ziehe ich mich dann schneller zurück.

Also so massig Hilfe hab' ich nicht unbedingt.

K&leio


sunset_2015

Was denkst Du denn, was im Moment wichtiger wäre? Die Therapie oder einen Job zu finden?

s-unsdetx_2015


Das ist das Problem... ich bin so zerrissen... mir geht's einfach schlecht momentan und ich traue mir nicht mal ein Vorstellungsgespräch zu, geschweige denn, einen neuen Job anzufangen (wenn ich überhaupt in absehbarer Zeit noch was finden würde). Andererseits merke ich auch, dass mir der Gedanke an April, wenn ich eben wirklich ohne Job dastehen werde, fast Angst macht. Es gibt mir noch mehr das Gefühl, dumm, unfähig, nutzlos usw. zu sein, was ich ja eh sehr schnell habe bei mir selbst. Und irgendwie hat mich der Verlust des Jobs schon mächtig runtergerissen. :°(

Andererseits kämpfe ich echt seit vielen Jahren immer wieder mit den Depressionen und ich hab' die letzten Monate das Gefühl, dass mich jedes neue Tief weiter, tiefer fallen lässt, als das letzte. Ich will und kann nicht mehr lange so damit leben. Wobei ich hier nicht weiß, ob mir eine ambulante Therapie nicht auch erstmal den nötigen Halt bieten könnte und die Aufarbeitung dessen, was noch fehlt, der Kernteil aller Probleme eigentlich, dann erfolgen könnte.

Sie meinte heute zu mir "Eine Therapie ist ein langer Prozess, das bringt Ihnen doch jetzt gar nichts". Wobei ich genau das anders kenne aus meinen bisherigen ambulanten Therapien. Denn genau der Halt, den ich dann erstmal bekam, war ein Stück Sicherheit für mich.

Sie hätte mich heue die nächste Psychiatrie eingewiesen.

Fakt ist, dass ich an das Trauma muss und das ist in der Psychiatrie wohl nicht so möglich. Klar gibt der Rahmen in der Klinik Sicherheit, aber mit der Aufarbeitung wäre ich auch nicht so viel besser dran, als ambulant.

Ich bin so zerrissen. Ich kann so nicht weitermachen, es muss sich dringend etwas ändern, nur kann ich grad nicht wirklich abwägen, was ich machen soll. :(v

K?lNeino


Das ist das Problem... ich bin so zerrissen... mir geht's einfach schlecht momentan und ich traue mir nicht mal ein Vorstellungsgespräch zu, geschweige denn, einen neuen Job anzufangen (wenn ich überhaupt in absehbarer Zeit noch was finden würde). Andererseits merke ich auch, dass mir der Gedanke an April, wenn ich eben wirklich ohne Job dastehen werde, fast Angst macht. Es gibt mir noch mehr das Gefühl, dumm, unfähig, nutzlos usw. zu sein, was ich ja eh sehr schnell habe bei mir selbst. Und irgendwie hat mich der Verlust des Jobs schon mächtig runtergerissen. :°(

Du hast geschrieben, dass Du Jobs zugeschickt bekommen hast? Von wem?

Fakt ist, dass ich an das Trauma muss und das ist in der Psychiatrie wohl nicht so möglich. Klar gibt der Rahmen in der Klinik Sicherheit, aber mit der Aufarbeitung wäre ich auch nicht so viel besser dran, als ambulant.

Gibt es eine Möglichkeit, Dich ambulant weiterbehandeln zu lassen?

Möchtest Du etwas über Deine Depression und Deinem Trauma schreiben?

Ich bin so zerrissen. Ich kann so nicht weitermachen, es muss sich dringend etwas ändern, nur kann ich grad nicht wirklich abwägen, was ich machen soll. :(v

Wie schaut denn Dein Alltag aus?

sUunsete_201x5


Du hast geschrieben, dass Du Jobs zugeschickt bekommen hast? Von wem?

Vom Jobcenter, da ich mich fristgerecht arbeitssuchend gemeldet habe.

Gibt es eine Möglichkeit, Dich ambulant weiterbehandeln zu lassen?

Ich muss mir erstmal einen Therapeuten suchen... auch das ist mir lange bewusst, aber ich habe es bisher nicht geschafft. Ich bräuchte aber dringend jemanden. Wo ich das Gefühl von Sicherheit erstmal bekomme, der mir Halt gibt - und mit dem dann endlich an das Trauma kann...

Möchtest Du etwas über Deine Depression und Deinem Trauma schreiben?

De Wurzel aller Probleme liegt wohl in der Kindheit... Mi****auch. Irgendwie habe ich es nie geschafft, das aufzuarbeiten. Einiges aus meiner Kindheit oder später schon, damit komme ich gut klar, aber irgendwie ist da noch einiges, wo ich bisher nicht dran konnte. Aber es beeinflusst mein Leben eben immernoch und ich glaube, bevor das abgearbeitet ist, wird nichts "gut" werden. Ich möchte es auch mal rauslassen - und dann bestenfalls hinter mir lassen.

Wie schaut denn Dein Alltag aus?

Katastrophal. :-X Momentan gehe ich zwischen 02.00 und 03.00 ins Bett und stehe dann kaum noch vor 15.00 auf. Dann mache ich mich fertig und verlasse nochmal die Wohnung gegen 17.00 oder so. Einkaufen, Freunde sehen (momentan aber meist nur eine Freundin, weil mich zuviel gute Stimmung runterzieht), meine Mutter besuchen. Abends zurück, Fernseher an und alles von vorn. %:|

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