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Der sinnvollste Weg

U!rlaub|exrin15 hat die Diskussion gestartet


Hallo liebes Forum,

dieser Beitrag fällt mir genauso schwer zu schreiben wie in meinem realen Leben auch auszusprechen.

Ich hab mich für eine (erneute) Therapie entschieden, aber die Warteliste ist lang und ich weiß auch nicht ob dieser Weg der richtige ist.

Ich erhoffe mir einen Gedankenaustausch mit euch, vielleicht gesellt sich der ein oder andere mit Sorgen noch hinzu.

Vielleicht versteht der ein oder andere mich auch und kann mir raten, was mit mir nicht stimmt, einen Lösungsansatz für die richtige Stelle. In meiner Familie fängt man mich zwar auf, bügelt meine "Aussetzer" aus, aber mit jemanden reden kann ich nicht.

Dabei würd ich mich gern ändern wollen, würde wieder gern glücklich und zufrieden sein. Nicht von Anspannung und Angst ausgefüllt.

Seit einigen Monaten geht es mir psychisch sehr schlecht, ich schlafe kaum, bin nur noch angespannt, habe Panikattacken und bin vor allem abends extrem unruhig und übernervös. Ich lache kaum noch und wenn dann fühle ich mich schlecht, hab ein schlechtes Gewissen. Wenn ich in den Spiegel schau, sehe ich nichts mehr, was ich noch mag. Ich sehe mich als Zumutung für meinen Mann und meine Kinder.

Ich empfinde mich als Versager, da ich doch alles wieder habe und es anscheinend nicht würdige. Ich hab so hart gekämpft für meine Gesundheit und für ein normales Leben und jetzt kann ich nichts genießen und auch nicht annehmen. Ich hab das Gefühl, es nicht verdient zu haben. Aber auf der anderen Seite empfinde ich Wut, da ich gedanklich nie Ruhe habe, immer wenn ich denke, ein Problem geschafft zu haben, kommt das nächste.

Und tatsächlich ist seit meinem Urlaub vorbei bei mir.

Konkret beschäftigt mich momentan folgende (mögliche ???) Auslöser (?)

Ich weiß nicht warum ich früher kaum Probleme damit habe, heute aber anscheinend doch.

Nach langer, schwerer Erkrankung bekam ich eine spezielle Op, die mehr als gelungen war, aber während dessen sehr kompliziert war und auch leider einige Komplikationen mit sich zog. So wurde ich operiert ohne Narkose und leider wirkten weder Betäubungsmittel, noch Beruhigungsmittel ausreichend, sodass ich etwa 3/4 der Op bei vollem Bewusst- und Schmerzbewusstsein durchstehen musste. Ich kann nicht alles schreiben, was währenddessen war, ich war während der Op ein völlig anderer Mensch, und im realen Leben kann ich darüber nicht mehr sprechen, früher hab ich darüber reden können, ich war sogar erleichtert und auch irgendwie stolz das hinter mich zu haben. Nach der Op stellte man mir einen Psychiater zur Seite, der das ganze abwertete und meinte, dass ich mir keine Sorgen wegen eines Traumas machen solle, das würde keins geben und ich glaubte ihm. Ich ging nach Hause, schwer angeschlagen und totkrank, aber ich erlebte ein wundervolles Jahr, in dem ich wirklich aufblühte und mir ging es gut.

Ich hab mich dann entschieden ein Jahr danach meine Gebärmutter zu entfernen und seit dem laufe ich unrund.

Ich kann keine Apotheke mehr betreten ohne Herzrasen, keine Zahnarztpraxis mehr ohne die selben Symptome. Blutabnahmen sind eine Qual (ich hatte nie Probleme mit Behandlungen) mein letztes MRT endete einfach nur peinlich. Ich hab mich danach so geschämt, aber ich konnte nix dagegen machen. Ich flippte in der Röhre total aus, hab geheult wie ein Kind, nur gezittert (ich hab während der ersten Op, stark aufs Kontrastmittel reagiert und die schlimmen Schmerzen während der Op waren u.a. starke Nierenkoliken).

Das MRT wurde daraufhin abgebrochen, und mir wurde nahegelegt beim nächsten eine andere Praxis auszusuchen, die mich sedieren würden.

Dann hatte ich gehofft, dass unser erster Urlaub ein wenig Ruhe bringen würde und dass ich mich von den letzten Krankenhausaufendhalte erholen würde, aber dieser endete ja auch wieder in einem. Dann zusätzlich der Tot der Katze in selben Zeitraum.

Der Tot meiner Oma (die ich noch "gefunden" habe), der kam zwar nicht plötzlich, aber schwer war es trotzdem.

Mein Vater verklagt mich und ich musste den Kontakt abbrechen (das ist zwar ein eigenes und anderes Thema, aber es beschäftigt und belastet mich extrem).

Was also kann ich selbst tun um irgendwie die Zeit zur Therapie zu überbrücken? ich möchte nicht gänzlich versinken in Panik und diesem Gefühl, was ich nicht beschreiben kann.

Mein HA hat dort selbst angerufen und auf Dinglichkeit hingewiesen. Medikamente haben wir ausprobiert und noch kein passendes gefunden, von dem ich nicht heftig erbrechen muss, Halluzinationen oder "komaähnliche" Schlafzustände habe (das ist ein wenig sarkastisch gemeint), da ich noch arbeiten gehe, haben wir das Ausprobieren vorerst gelassen, da es mir dann danach körperlich noch schlecht geht und ich eh kaum Energie habe. Sodass ich aktuell ein reines Schlafmittel zur Akutmedikation habe, wenn ich mal wieder gar nicht zu Schlaf komme.

Es tut mir leid, das ganze ich extrem lang geworden |-o :-(

Trotzdem hoffe ich, dass sich jemand zu mir gesellen mag @:)

Antworten
ERhemaligBer Nutpzer (#57806x9)


Hat dein Hausarzt dein Blutbild überprüfen lassen?

Ich persönlich würde dir raten, ehesmöglich einen Termin bei einem Psychiater zu vereinbaren.

Wenn es dir so schlecht geht wäre ev. ein Aufenthalt in einer Klinik sinnvoll. Dort könnte herausgefunden werden, warum es dir so schlecht geht und wie man dir weiterhelfen kann.

Selbst kannst du natürlich auch etwas tun, aber ich weiß nicht, ob es in deinem Fall reicht.

- Es gibt viele Bücher zu dem Thema, vielleicht kannst du dir hilfreiche Tipps holen. Vielleicht gibt es sogar das Angebot einer Selbsthilfegruppe in deiner Nähe.

- Suche dir einen Ausgleich, wenn es dir nicht gut geht. Geh spazieren oder lies ein Buch. Pass gut auf, dass es dir beruflich nicht zu viel wird.

- Nimm Rücksicht auf dich. Es ist okay, dass es dir wieder schlechter geht. Du musst kein schlechtes Gewissen haben und dich auch nicht das durch schämen. Du kannst nichts dafür.

Gibt es Freunde, mit denen du über deine Sorgen reden kannst? Wie sieht es mit deiner Ehe aus? Hat dein Ehemann Verständnis? Wie alt sind deine Kinder?

E/hem%ali~ger NuItzer (#578x069)


und dich auch nicht dafür schämen.

Tut mir leid - Handy. %-|

U;rla0uberixn15


Freunde hab ich nicht viele. Meine kürzlich wiedergefundene Freundin aus der Schulzeit, mit ihr reden kann ich auch, allerdings gebe ich zu, ist diese Freundschaft nicht so weit gefestigt, dass ich ihr meinen ganzen Kummer aufladen könnte. Meine andere Freundin hat eben erst ihre Mutter verloren und ihr kann ich das alles nicht auch noch aufladen.

Also fresse ich alles in mich hinein. Und kaue Fingernägel.

Zur Klinik rät mir meine wiedergefundene Freundin auch, aber vor einem Klinikaufenthalt habe ich Angst. Zum einen, dass es sich negativ auf die Kinder auswirkt (sind im Grundschulalter) und auch, dass es Konsequenzen geben wird, in Form von Jugendamt. Mir hat meine Familie in meiner frühen Kindheit eingedrichtert, dass Mütter mit psychischen Erkrankungen die Kinder weggenommen werden. Und zum anderen habe ich eben erst mit meiner neuen Arbeit begonnen und dort hab ich endlich mal Ruhe, es mobbt mich keiner oder zieht mich über den Tisch, dazu macht mir die Arbeit Spaß, die würde ich definitiv verlieren, wenn ich jetzt in eine Klinik gehe.

Deswegen fällt das als "Erstmaßnahme" flach.

Ich weiß auch gar nicht ob es überhaupt schon so ernst ist, dass ich eine Klinik müsste? Ich tue mir ja in dem Sinn nichts an (außer die Fingernägel bis zur Unkenntlichkeit zerkauen) und Selbstmord werde ich auch nicht begehen. Es ist zwar so, dass ich mir eine Art "Todeszustand" wünsche, aber eben nicht tot. Es ist schwer zu beschreiben, aber wenn ich könnte, dann würd ich gern die Zeit anhalten und mich in eine dunkle Ecke verkriechen und einfach so lange schlafen bis ich mich vergessen habe.

Ich danke dir herzlich für deinen Rat, an Selbsthilfegruppe hab ich gar nicht gedacht. Gibt es in unserer Kreisstadt sogar. Nur zu welcher geht man? Ich hab laut Hausarzt ein reaktive Depression - beim Psychiater war ich bereits vor zwei Jahren, in einer Art Gesprächstherapie, dieser hat mich in der Zeit mit Gesprächen "aufgepäppelt" als ich auf der Warteliste stand für meine Op. Aber er meinte damals, es ist kein Krankheitszustand den ich habe, da helfen auch keine Medis. Ich war ja auch nach der ersten Op vollkommen fit. Oder hab ich das nur verdrängt? Ich hab eben sehr viel erlebt, auch die Zeit vor der Op war sehr schwer. Ich hatte entbunden und war danach totkrank, wäre fast gestorben, ich war Im Wochenbett von den Babies getrennt und bekam niemanden zur Seite gestellt, ich wurde einfach entlassen als halben Pflegefall und hatte mich um zwei Kinder zu kümmern. Die Zeit für die Hebamme war längt vorbei. Heute weiß ich, dass ich überfordert war. Aber keiner sah das, jeder meinte wie prima doch alles klappt, aber innerlich war ich da schon tot und hab einfach funktioniert, dann in ersten Jahren verschlechterte sich mein Allgemeinzustand und ich war nur noch gereizt. Ich hatte 24 Stunden Schmerzen und das einzige was half war hochdosiertes Tilidin - das haute mich aber so um, wie soll das mit Kleinkindern funktionieren? Also hielt ich die Schmerzen aus und ging zu dem Psychiater. Meine Kinder mussten viel wegstecken, das sehe ich heute. Aber ich hab auch das Gefühl, dass viel schief gelaufen ist damals. Ich hätte Hilfe gebraucht, aber keiner reagierte. Das hat sich seit den Op's wirklich gebessert. Ich hab das beste aus der Situation gemacht und ich hörte oft, dass ich keine schlechte Mutter war oder bin. Das ist mir auch das allerwichtigste, meine Kinder stehen an erster Stelle. Aber die werden immer größer, sie wollen und brauchen mich nicht mehr so viel um sich. Deswegen wünsche ich mir, dass ich mich wieder selbst brauche und vor allem will. Ich will auch wieder für mich funktionieren. Ich kann mein Hobby nicht mehr ausführen, weil ich völlig blockiert bin und das schon seit drei Jahren.

Meine Kinder kriegen davon nix mit. Ich funktioniere ja, meine ganze Energie geht für sie drauf. Aber wenn sie abends im Bett sind, merke ich jedes Mal, dass es so nicht weiter gehen kann.

Vielleicht hab ich von Anfang an die Krankheit nicht verarbeitet, es ging damals mehr als schief im Krankenhaus. Ich hab viel böses erlebt unter anderen, dass mich eine Schwester misshandelt hat. Dann die Aussage vom Arzt, dass ich womöglich sterbe. Ich hatte mit mir abgeschlossen, es war sogar ok für mich, ich hätte friedlich sterben können, die Kinder und mein Mann waren schon gar nicht mehr in meinem Kopf. Ich war selig. Es war eher ein Schock nach Hause gekommen zu sein und ich war oft mehr als verwirrt noch zu leben. Das hat sich irgendwann gelegt, aber irgendwie auch nicht wirklich.

Ich lebe eigentlich für die Kinder. Und auf die kann ich stolz sein, sie sind wirklich tolle Kinder. Sehr klug und fleißig in der Schule, sehr ehrlich und haben einen tollen schrägen Humor. Für sie lohnt es sich auch weiter zu machen, aber es muss sich für mich was ändern, ich möchte auch für mich leben. Ich empfinde keine positiven Gefühle mehr und wenn sind sie sehr abgeschwächt. Ich kann nicht eindeutig sagen ob ich meinen Mann liebe oder ob es von der Gefühllosigkeit kommt in mir. Ich empfinde auch so für andere. Für meine Kinder nicht, die liebe ich, das sag ich direkt aber es ist ein seltsames Gefühl, als wäre es verwässert.

Negative hingegen sind stark ausgeprägt. Vor allem Wut auf mich, Gefühle des Versagens. Ich komme mir dumm vor und nutzlos. Ich denke, dass ich nichts wäre, und auch nichts mehr wert. Ich bin finanziell abhängig von meinem Mann, da ich selbst nicht mehr arbeiten kann als wenige Stunden am Tag ( es ist eine Verbesserung, davor ging gar nichts, nicht mal Haushalt ohne Hilfe), dass ich eben auch nichts mehr wert bin als Frau, wegen meiner HE (Kinder hätte ich ja sowieso keine mehr bekommen sollen, aber trotzdem krieg ich den Gedanken nicht aus dem Kopf). Dazu eben die Figurprobleme durch die Schwangerschaft. Ich hab einen Gedanken im Kopf, dass ich ohne meinen Mann sowieso keinen "Marktwert" mehr hätte. Was würde ein Mann noch von mir wollen? Ich kann eh keine Karriere mehr machen, hätte zwei Kinder fremde! Kinder. Dazu kann ich keine eigenen mehr gebären und schön ist an mir auch kaum noch was.

Ich lüg mir an guten Tagen selbst ins Gesicht, aber tatsächlich sind das meine Gedanken, wenn ich sie denn mal zu lasse. Und ich denke, solche sind nicht normal. Ich denke, dass igendwann, irgend"was" irgendeinen Auslöser etwas zerstört hat. Ich weiß aber nicht wann und was.

Früher war ich so nicht, ich war zwar schon immer speziell, da ich eine Phobie habe seit frühster Kindheit, und dementsprechend vermied ich manches, aber heute lebe ich damit ganz gut. Ich hab ein paar wenige Dinge, die müssen sein (also Zwangshandlungen), die sind aber auf ein minimalstes runter geschraubt und ich weiß von meiner Familie, dass ich eben beinahe normal ticke.

Ich kann echt nur sagen, wie schwer mir das fällt, das alles so nackig darzulegen. Aber irgendwann muss mal Schluss sein, es muss geändert werden. Zwar hab ich das früher oft gesagt und vor lauter Panik doch nichts in Angriff genommen, aber jetzt ist Schluss. Vorher war die Situation vielleicht noch alleine zu schaffen, jetzt aber nicht mehr. Zuviel Altmüll und zuviel neuer..

EKhemaligMer gNutzer '(#578A069)


Urlauberin15

Freunde hab ich nicht viele. Meine kürzlich wiedergefundene Freundin aus der Schulzeit, mit ihr reden kann ich auch, allerdings gebe ich zu, ist diese Freundschaft nicht so weit gefestigt, dass ich ihr meinen ganzen Kummer aufladen könnte. Meine andere Freundin hat eben erst ihre Mutter verloren und ihr kann ich das alles nicht auch noch aufladen.

Das ist natürlich schwierig. Aber manchmal reicht es schon, Kleinigkeiten mit anderen zu teilen, damit es einem selbst etwas besser geht.

Weiß dein Mann, wie es dir geht? Warum möchtest du mit ihm nicht über deine Probleme reden?

Zur Klinik rät mir meine wiedergefundene Freundin auch, aber vor einem Klinikaufenthalt habe ich Angst. Zum einen, dass es sich negativ auf die Kinder auswirkt (sind im Grundschulalter) und auch, dass es Konsequenzen geben wird, in Form von Jugendamt. Mir hat meine Familie in meiner frühen Kindheit eingedrichtert, dass Mütter mit psychischen Erkrankungen die Kinder weggenommen werden.

Ein Klinikaufenthalt wird sich nicht negativ auf die Kinder auswirken, ganz im Gegenteil. In der Klinik würdest du die notwendige Hilfe und Unterstützung bekommen, die du brauchst, um auch weiterhin gut für deine Kinder Sorgen zu können.

Dass dir das Jugendamt deine Kinder wegen eines Klinikaufenthaltes wegnimmt, ist völliger Unsinn. In der heutigen Zeit wird außerdem sehr viel dafür getan, damit Kinder in der Familie bleiben können.

Eine psychische Erkrankung eines Elternteiles ist keine Seltenheit und auch keine Schande. Wichtig ist, dass sich der Betroffene Hilfe sucht.

Und zum anderen habe ich eben erst mit meiner neuen Arbeit begonnen und dort hab ich endlich mal Ruhe, es mobbt mich keiner oder zieht mich über den Tisch, dazu macht mir die Arbeit Spaß, die würde ich definitiv verlieren, wenn ich jetzt in eine Klinik gehe.

Es wäre natürlich Schade, wenn du die Stelle verlieren würdest. Aber deine Gesundheit sollte definitiv vorgehen. Später würdest du mit Sicherheit wieder eine Arbeit finden, die dir Spaß macht.

Ich weiß auch gar nicht ob es überhaupt schon so ernst ist, dass ich eine Klinik müsste? Ich tue mir ja in dem Sinn nichts an (außer die Fingernägel bis zur Unkenntlichkeit zerkauen) und Selbstmord werde ich auch nicht begehen. Es ist zwar so, dass ich mir eine Art "Todeszustand" wünsche, aber eben nicht tot. Es ist schwer zu beschreiben, aber wenn ich könnte, dann würd ich gern die Zeit anhalten und mich in eine dunkle Ecke verkriechen und einfach so lange schlafen bis ich mich vergessen habe.

Man muss nicht zwangsläufig suizidgefährdet sein, damit ein Klinikaufenthalt notwendig ist. Du scheinst so sehr in deinen Problemen gefangen zu sein, dass eine ambulante Therapie vielleicht auch erst nach einem Klinikaufenthalt wirklich möglich wäre.

Ich danke dir herzlich für deinen Rat, an Selbsthilfegruppe hab ich gar nicht gedacht. Gibt es in unserer Kreisstadt sogar. Nur zu welcher geht man?

Ich weiß nicht, welche Angebote es bei euch gibt - aber grundsätzlich würde ich zu einer Selbsthilfegruppe für Depressionen raten. Oder zu einer "normalen" Selbsthilfegruppe, an der jeder teilnehmen kann.

Dort könntest du über offen deine Probleme sprechen und auch die professionelle Meinung einer Therapeutin hören. Ich denke, dass dir das ganz gut tun würde.


Ich hab laut Hausarzt ein reaktive Depression - beim Psychiater war ich bereits vor zwei Jahren, in einer Art Gesprächstherapie, dieser hat mich in der Zeit mit Gesprächen "aufgepäppelt" als ich auf der Warteliste stand für meine Op.

Ich würde dir wirklich raten, dich wegen einer Diagnose und Medikamenten an einen Psychiater zu wenden. Als Facharzt kann er dir wesentlich besser helfen, als ein normaler Hausarzt.

Aber er meinte damals, es ist kein Krankheitszustand den ich habe, da helfen auch keine Medis.

Es gibt natürlich auch Lebensumstände und Erlebnisse, bei denen eine Trauerreaktion normal und gesund ist.

Damit kann er in der Vergangenheit auch Recht gehabt haben, aber deine derzeitige Situation hat definitiv Krankheitswert.

Ich war ja auch nach der ersten Op vollkommen fit. Oder hab ich das nur verdrängt?

Menschen funktionieren oft wenn sie es müssen - trotz belastender Umstände und einer schwierigen Vergangenheit. Die negativen Gefühle kommen häufig erst dann, wenn der Mensch zur Ruhe kommt und "Platz" für sie ist.

Das ist z. B. auch der Grund, warum die Menschen gerade dann krank werden, wenn sie von der Arbeit Urlaub haben.

Ich hab eben sehr viel erlebt, auch die Zeit vor der Op war sehr schwer. Ich hatte entbunden und war danach totkrank, wäre fast gestorben, ich war Im Wochenbett von den Babies getrennt und bekam niemanden zur Seite gestellt, ich wurde einfach entlassen als halben Pflegefall und hatte mich um zwei Kinder zu kümmern.

Vielleicht hab ich von Anfang an die Krankheit nicht verarbeitet, es ging damals mehr als schief im Krankenhaus. Ich hab viel böses erlebt unter anderen, dass mich eine Schwester misshandelt hat. Dann die Aussage vom Arzt, dass ich womöglich sterbe.

Das hört sich nach einer sehr schwierigen und belastenden Zeit an. Ich nehme an, dass du damals mit niemanden darüber reden konntest und auch später nie die Möglichkeit hattest, das alles zu verarbeiten.

Das kann natürlich eine Ursache dafür sein, dass es dir jetzt so schlecht geht.

Deswegen wünsche ich mir, dass ich mich wieder selbst brauche und vor allem will. Ich will auch wieder für mich funktionieren. Ich kann mein Hobby nicht mehr ausführen, weil ich völlig blockiert bin und das schon seit drei Jahren.

Das halte ich für einen sehr gesunden und verständlichen Wunsch. Wodurch wirst du blockiert?

Wie könntest du an diesen Punkt kommen?

Könntest du dir nicht etwas Zeit freischaufeln? Wie würdest du diese Zeit gerne verbringen?

Meine Kinder kriegen davon nix mit. Ich funktioniere ja, meine ganze Energie geht für sie drauf. Aber wenn sie abends im Bett sind, merke ich jedes Mal, dass es so nicht weiter gehen kann.

Kinder bekommen mehr mit, als man denkt.

Gibt es ev. eine Möglichkeit, dass dich dein Ehemann und/oder Verwandte mehr mit den Kindern unterstützen könnten?

E9hemaliAger Nut"zer (#1578n069)


Ich lebe eigentlich für die Kinder. Und auf die kann ich stolz sein, sie sind wirklich tolle Kinder. Sehr klug und fleißig in der Schule, sehr ehrlich und haben einen tollen schrägen Humor. Für sie lohnt es sich auch weiter zu machen, aber es muss sich für mich was ändern, ich möchte auch für mich leben. Ich empfinde keine positiven Gefühle mehr und wenn sind sie sehr abgeschwächt. Ich kann nicht eindeutig sagen ob ich meinen Mann liebe oder ob es von der Gefühllosigkeit kommt in mir. Ich empfinde auch so für andere. Für meine Kinder nicht, die liebe ich, das sag ich direkt aber es ist ein seltsames Gefühl, als wäre es verwässert.

Das ist ein typisches Symptom für eine Depression.

Seit wann empfindest du so?

Negative hingegen sind stark ausgeprägt. Vor allem Wut auf mich, Gefühle des Versagens. Ich komme mir dumm vor und nutzlos. Ich denke, dass ich nichts wäre, und auch nichts mehr wert. Ich bin finanziell abhängig von meinem Mann, da ich selbst nicht mehr arbeiten kann als wenige Stunden am Tag ( es ist eine Verbesserung, davor ging gar nichts, nicht mal Haushalt ohne Hilfe), dass ich eben auch nichts mehr wert bin als Frau, wegen meiner HE (Kinder hätte ich ja sowieso keine mehr bekommen sollen, aber trotzdem krieg ich den Gedanken nicht aus dem Kopf). Dazu eben die Figurprobleme durch die Schwangerschaft. Ich hab einen Gedanken im Kopf, dass ich ohne meinen Mann sowieso keinen "Marktwert" mehr hätte. Was würde ein Mann noch von mir wollen? Ich kann eh keine Karriere mehr machen, hätte zwei Kinder fremde! Kinder. Dazu kann ich keine eigenen mehr gebären und schön ist an mir auch kaum noch was.

Ich lüg mir an guten Tagen selbst ins Gesicht, aber tatsächlich sind das meine Gedanken, wenn ich sie denn mal zu lasse. Und ich denke, solche sind nicht normal. Ich denke, dass igendwann, irgend"was" irgendeinen Auslöser etwas zerstört hat. Ich weiß aber nicht wann und was.

Dein Selbstbild hat ziemlich gelitten. Wichtig wäre, dass du dich nicht nur über deine finanzielle Situation, deine Gebärfähigkeit oder deine Figur definierst. Du bist doch viel mehr als das.

Es wäre sehr wichtig, dass du an dir selbt etwas Gutes tust - wie ein Workout im Fitnesscenter oder ein Besuch im Beautysalon. Oft genügen auch Kleinigkeiten wie ein Schaumbad, etwas Leckeres zu essen oder deine Lieblingsmusik während einer Autofahrt. Und mach dich öfter mal schick, einfach so.

Ganz wichtig: Fokussiere dich nicht immer auf die negativen Dinge, sonder achte auch ganz bewusst auf deine positiven Seiten.

Früher war ich so nicht, ich war zwar schon immer speziell, da ich eine Phobie habe seit frühster Kindheit, und dementsprechend vermied ich manches, aber heute lebe ich damit ganz gut. Ich hab ein paar wenige Dinge, die müssen sein (also Zwangshandlungen), die sind aber auf ein minimalstes runter geschraubt und ich weiß von meiner Familie, dass ich eben beinahe normal ticke.

Um welche Phobie handelt es sich denn?

Sofern du deine Zwangshandlungen gut im Griff hast und auch deine Phobie dein Leben nicht im großen Maß beeinflusst, würde ich das aktuell als dein kleinstes Problem sehen. Natürlich solltest du das aber trotzdem in einer Therapie bearbeiten.

Ich kann echt nur sagen, wie schwer mir das fällt, das alles so nackig darzulegen. Aber irgendwann muss mal Schluss sein, es muss geändert werden. Zwar hab ich das früher oft gesagt und vor lauter Panik doch nichts in Angriff genommen, aber jetzt ist Schluss. Vorher war die Situation vielleicht noch alleine zu schaffen, jetzt aber nicht mehr. Zuviel Altmüll und zuviel neuer..

So ehrlich zu sich und anderen zu sein, fällt vielen schwer. Aber nachdem du dir selbst die Situation und die Notwendigkeit von Hilfe eingestanden hast, hast du den ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht. :-)

Jetzt ist nur wichtig, dass du dran bleibst!

E"hemaligTer Nut>zer (#5A780x69)


Übrigens: Es gibt auch Anlaufstellen für Krisen oder auch Telefonnummern, wo man anrufen kann.

Dort werden sie dir sicher weiterhelfen können. :-)

U rlaube@rin15


Ich danke dir wirklich herzlich für die Zeit, die du dir nimmst Antfortas.

Das hilft mir momentan wirklich. Zwar merke ich, dass ich hinterher angespannt und nervös bin, wenn ich über das ganze rede, aber irgendwann muss es ja mal ein Anfang geben.

Im realen Leben und vor ein paar Wochen, als ich endlich (mit Hilfe meines Mannes) meinem Hausarzt von dem Zustand berichtet habe, hab ich drei Anläufe gebraucht bis ich es aussprechen konnte. Es ist auch so, dass ich es gar nicht richtig aus mir rausbringe. Meine Stimme versagt und wird brüchig. Und leider fange ich an zu heulen.

Aber auf der Warteliste zur Therapie stehe ich ja schon, jetzt bitte ich meinen Mann darum mir mit der Selbsthilfegruppe noch zu helfen ( es ist tatsächlich so, dass ich es mir selbst schwer fällt tätig zu werden, ich hab einfach Panik vor allen möglichen Praxen)

Aber ich sehe es ein, dass ich es ohne Facharztpraxis wohl auch nicht schaffe, vielleicht spreche ich das nochmal mit meinem Mann beim Hausarzt an (er ist noch der einzige, dem ich noch vertraue, ich hab soviel erlebt, auch mit Behörden und anderen Praxen, dass man glauben kann, man wäre bei einer schlechten Fernsehserie).

UQrlauxberin15


Weiß dein Mann, wie es dir geht? Warum möchtest du mit ihm nicht über deine Probleme reden?

Ja, das weiß er. Er bekommt es ja leider auch ab. Ich hab extreme Stimmungsschwankungen und leider weiß er nie wo er bei mir dran ist. Manchmal schwenkt das richtig über, wenn ich morgens aufstehe und es mir bombig geht, dann schwenkt oft zum Mittag die Laune um und ich könnte dann nur noch heulen oder werde zickig. Ich merke auch noch eine Art Zyklus und PMS. Leider kann ich mich ohne Mens so gar nicht auf meinen Körper verlassen und weiß überhaupt nicht mehr wo ich dran bin. Sodass ich oft nicht weiß was PMS ist und was nicht. Ich kann aber auch kaum 3 Wochen und länger PMS haben %:|

Mein Mann unterstützt mich, er kümmert sich um alles was meinen Vater betrifft, ich hab ihm dafür auch eine Vollmacht ausgefüllt. Und er redet nicht mehr mit mir darüber. Das belastet mich zwar auch und ich frag oft, was diesmal wieder kommt, aber seit dem ich mich nicht mehr selbst kümmern muss, geht es besser. Aber reden kann man so mit meinem Mann nicht. Er ist besorgt und weiß oft nicht was er sagen soll, ignoriert daher auch viel, was mich trifft und unverstanden bleibt. Es tut mir weh und ich fühl mich dann missverstanden und im Stich gelassen. Es ist unfair, aber leider bin ich in den Situationen, in denen ich dann mal reden kann oft bedürftig für Trost und körperlicher Nähe, was er aber nicht kann, weil er nicht so ist. Deswegen lasse ich es gleich im Vorfeld.

Ein Klinikaufenthalt wird sich nicht negativ auf die Kinder auswirken, ganz im Gegenteil. In der Klinik würdest du die notwendige Hilfe und Unterstützung bekommen, die du brauchst, um auch weiterhin gut für deine Kinder Sorgen zu können.

Dass dir das Jugendamt deine Kinder wegen eines Klinikaufenthaltes wegnimmt, ist völliger Unsinn. In der heutigen Zeit wird außerdem sehr viel dafür getan, damit Kinder in der Familie bleiben können.

Ich werde es im Hinterkopf behalten. Heute weiß ich, dass bei mir keine Probleme mit den Kindern vorliegen, klar natürlich, auch ich hab Erziehungsfehler gemacht, gerade früher, als sie noch klein und vor allem schwierig waren, ich fuhr schnell aus der Haut und hab oft gebrüllt und viel geschimpft. Das hab ich völlig geändert. Meine Kinder werden weder geschlagen noch psychisch fertig gemacht. Sie sind geprägt, das auf jeden Fall, aber ich sehe es auch positiv. Aus ihnen wurden sehr rücksichtsvolle Menschen. Die eine ist sogar sehr sensibel, das ist ein bisschen problematisch, weil sie sich gern reingesteigert, aber auch gut, da sie sehr emphatisch ist. Die andere kümmert sich um ihre Klassenkameraden und ist oft ein Streitschlichter und gern gesehen, wenn es Kummer gibt, auch da muss man ein bisschen darauf achten, dass sie nicht zu kurz kommt und nicht nur gibt. Aber meine Kinder sind klasse und trotz der ganzen Probleme gehören sie zu den Klassenbesten. Schämen musste ich mich nie wegen ihnen, egal wo wir waren. Ich hab echtes Glück so tolle Kinder zu haben. Und allein schon um zu wissen, wie ihr Leben weiter geht, möchte ich einfach mehr Kopf für sie haben. Es sind die einzigen Kinder, die ich je haben werde, ich will wenigsten für den Rest ihres Lebens eine bessere Mutter sein. Eine, die sich auch 100% auf die kommenden Probleme einlassen kann. Sie werden immerhin nicht mehr kleiner, aber ihr Kummer größer.

Es wäre natürlich Schade, wenn du die Stelle verlieren würdest. Aber deine Gesundheit sollte definitiv vorgehen. Später würdest du mit Sicherheit wieder eine Arbeit finden, die dir Spaß macht.

Vielleicht ja, aber sicher keine, die ich auch ausführen kann ohne Probleme zu bekommen.

Mir liegt diese Arbeit und ich schaffe sie. Ich hab genau den Zeitraum den ich wollte bzw. brauchte und das hab ich lange gesucht. Ich kann leider nicht mehr alles machen und vor allem reicht meine Energie für max. 4 Stunden am Tag.

UHrlMaub}erxin15


Es gibt natürlich auch Lebensumstände und Erlebnisse, bei denen eine Trauerreaktion normal und gesund ist.

Damit kann er in der Vergangenheit auch Recht gehabt haben, aber deine derzeitige Situation hat definitiv Krankheitswert.

Ich vermute, dass ich nach der ersten Op zu schnell die Gebärmutterentfernung machen lies. Auch war das gerade nach dem Tot meiner Oma, die wir lange in der Familie gepflegt hatten und ich hab ihr Tot komplett verdrängt. Vorher hätte ich das wunderbar verarbeiten können, es war dumm gelaufen bei der ersten Op, aber dafür bekam ich auch viel zurück.

Ja, es war schlimm, sehr schmerzhaft, die Ärzte waren gestresst, da ich nicht mehr ruhig liegen konnte, ich ha mich viel gewunden bei der Op. Die Schwester war überfordert, da ich zu viele Medikamente bekam und nichts mehr wirkte, man aber die Op nicht abbrechen konnte, man ermunterte mich dazu durchzuhalten, was ja zum Schluss auch zu 3/4 gelang, aber nur in dem man mich festhielt. Es hielten mich also bestimmt vier Leute fest, während einer, der zu Besuch beiwohnte auf mich einredete, während die anderen Besucher betreten bei Seite schauten. Und ich hab mich ganz blamiert, ich hab die Ärzte beschimpft, geschrien wie am Spieß und gebettelt. Ich hab sie richtig angebettelt mich zu narkotisieren, aber sie haben zuerst immer abgelehnt. Irgendwann hat die Narkoseschwester gesagt, sie macht nichts mehr, ich wäre schon völlig über dosiert, dann kam endlich ein Narkosearzt für die lächerlichen restlichen 20 Minuten, von 3 langen Stunden. Danach war ich auf der Intensivstation wachgeworden, mit solchen schlimmen Schmerzen, wogegen man mir nichts mehr geben durfte. Mein Herz war völlig durcheinander und bei jeder Bewegung fing es an zu rasen und die Ärzte kamen gerannt. Danach bekam ich eine Thrombose und eine Lungenembolie.

U7rlauAberin115


Es gibt natürlich auch Lebensumstände und Erlebnisse, bei denen eine Trauerreaktion normal und gesund ist.

Damit kann er in der Vergangenheit auch Recht gehabt haben, aber deine derzeitige Situation hat definitiv Krankheitswert.

Du meinst also, dass es normal ist, dass man erst viel später so reagiert?

Das halte ich für einen sehr gesunden und verständlichen Wunsch. Wodurch wirst du blockiert?

Wie könntest du an diesen Punkt kommen?

Könntest du dir nicht etwas Zeit freischaufeln? Wie würdest du diese Zeit gerne verbringen?

Ich weiß es nicht wodurch. Es ist so, dass ich es nicht mehr kann, also ich hab es verlernt. Ich war sehr kreativ und hab durch einige Kurse viel fertig gebracht, ich hatte wirklich Talent und dann von heut auf morgen wars vorbei. Ich denke noch genau gleich, ich bring mich mit Plänen bei Panikattacken total runter, dann schwing ich in Gedanken den Pinsel, misch Farben, hab ein Motiv und ich will am nächsten Tag loslegen und dann sitz ich da und es kommt nichts zustande. Die Farben verwässern, das Papier reißt, es gelingt mir keinen Pinselstrich, es ist als hätte ich es noch nie gemacht.

Gibt es ev. eine Möglichkeit, dass dich dein Ehemann und/oder Verwandte mehr mit den Kindern unterstützen könnten?

Doch, Unterstützung hab ich viel. Wie schon erwähnt von meinem Mann und auch meiner Familie, die noch übrig ist. Die ist immer da, auch jetzt haben sie mir zugesichert, dass sie mir helfen.

Das ist ein typisches Symptom für eine Depression.

Seit wann empfindest du so?

Muss eine Depression immer medikamentös behandelt werden?

Ich empfinde so extrem wie jetzt seit genau dem Sommerurlaub.

Meine geliebte Katze war tot und es zerbrach jeden Rest von Gerüst in mir. Ich hab da das erste Mal überhaupt gedacht, dass Gott oder irgendwas mich strafen will für irgendwas was ich wohl sein muss. Ich dachte echt, dass dieses Jahr nicht mehr schlimmer kommen konnte. Und es kam so. Überhaupt war 2015 ein wirklich schlimmes Jahr. Und nach dem Urlaub gingen die aktuellen Probleme mit meinem Vater los. Mit dem hatte ich schon immer ein schweres Verhältnis, er hat mich in meiner Jungend ziemlich emotional erpresst und fertig gemacht. Er hat mich in meiner Krankheit sehr im Stich gelassen und mich mehr als einmal fallen gelassen, dass ich nochmal eine so große Op hatte, weiß er gar nicht, er war eher damit beschäftigt mich davor wegen anderen Dingen fertig zu machen. Vor vier Jahren hat er meine Mutter auf eklige Weise betrogen und ist einfach abgehauen, während ich meiner Mutter von ihm die Nachricht überbringen durfte. Dabei war ich zu dem Zeitpunkt mehr als angeschlagen und stand auf der Warteliste für meine Op.

Meine Katze fehlt mir sehr, wobei ich denke, dass ich auch den Tot meiner Oma da mit reinpacke. Aber meine Katze war immer da und hat alles mit erlebt, die Geburt der Kinder, den Umzug, die schönen Sommertage im Garten, wenn sie mitten drin gelegen hat. Sie war überhaupt mein allererstes eigenes Haustier und machte mein Mann und mich damals komplett, sie war eben so etwas wie das erste Baby ;-D und sie war die einzige, die in mein Bett durfte. Ich hab sie echt geliebt, obwohl sie eine richtige zickige Diva war. Eine schlechtgelaunte Königin, die sich auch so benahm, aber die letzten Monate, die sie hatte war sie ein Engel. Und sie zeigte mir, dass mich auch lieb hat. Sie gab mir viele Nasenküsse und Liebesbisse und kam jede Nacht in mein Bett und legte sich unter die Bettdecke direkt an mein Herz. Und ich glaube sogar ganz fest daran, dass sie mich nur gekratzt hat am Tag der Abreise, dass sie nicht alleine sterben musste, denn sie hätte die letzte Woche definitiv nicht gepackt. Und geahnt hab ich es auch. Ich wusste ja, dass sie krank war und ich wusste schon ab dem Zeitpunkt, als wir den Urlaub gebucht haben, dass sie da sterben wird und so kam es auch. Und ich denke sie wusste es auch. Das mag verrückt klingen, aber ich hab so etwas schon oft erlebt.

Dein Selbstbild hat ziemlich gelitten. Wichtig wäre, dass du dich nicht nur über deine finanzielle Situation, deine Gebärfähigkeit oder deine Figur definierst. Du bist doch viel mehr als das.

Nur wieso? Wieso empfind ich das nur so? Wieso kann ich nicht einfach mehr Selbstbewusstsein daraus ziehen? Immerhin hab ich gekämpft für meine Gesundheit, hab gekämpft und nicht aufgegeben, dass ich wieder arbeiten kann. Und ich bekomme alles unter einen Hut, ich schaffe meinen Alltag ohne Hilfe. Und das mache ich alles alleine. Mein Mann arbeitet selbst soviel, dass er mir gar nicht helfen kann und warum bin ich dann nicht glücklich sondern nur müde, erschöpft und fertig?

Um welche Phobie handelt es sich denn?

Sofern du deine Zwangshandlungen gut im Griff hast und auch deine Phobie dein Leben nicht im großen Maß beeinflusst, würde ich das aktuell als dein kleinstes Problem sehen. Natürlich solltest du das aber trotzdem in einer Therapie bearbeiten.

Es ist die panische Angst vor Erbrechen, ich hab das seit meiner frühen Kindheit. Natürlich ist es schwer, wenn einer die Seuche hat und ich bekomme sie sogar auch. Aber ich ticke tatsächlich nur in dieser Zeit aus und danach, wenn es überstanden ist habe ich lange sogar keine Angst. Aber es hat sich über die Jahre eingebürgert, dass ich eben nach jedem Besuch die Toilette putzen muss und nach Schulende und die Kinder sollen dann auch duschen gehen, anstatt abends (wenn wir nicht noch weg müssen, also an den freien Tagen).

Das ist natürlich auffällig, aber ich nehme es mit Humor, es ist eben so und ich weiß, dass man eine Zwangsstörung eh nie ganz wegbekommt, also akzeptiere ich sie und lebe damit. Wenn man mich nicht kennt, merkt man mir das gar nicht an. Und mittlerweile hat sich viel getan, wie auswärts essen, in Restaurants, in Urlaub fahren können und eben kotzen wenn es sein muss ;-)

Ich muss auf meiner Arbeit extrem schmutzige Toiletten putzen, ich mache es auch und sehe es als Hilfe, ich hoffe sogar, dass mein Immunsystem dadurch stärker wird. Es ist zwar, dass ich nach Feierabend auch direkt duschen muss, weil ich doch oft schwer angeekelt bin, aber ich mag meine Arbeit trotzdem.

So ehrlich zu sich und anderen zu sein, fällt vielen schwer. Aber nachdem du dir selbst die Situation und die Notwendigkeit von Hilfe eingestanden hast, hast du den ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht. :-)

Jetzt ist nur wichtig, dass du dran bleibst!

Ich danke dir nochmal sehr für deine Hilfe @:) und es tut mir auch grad gut mal eine neutrale Meinung dazu zu hören. Und ich nehme mir den Tipp mit der Selbsthilfegruppe zu Herzen und wird mich darum am Montag gleich kümmern. Ich denke, das ist eine gute Möglichkeit die Zeit zur Therapie zu überbrücken.

E(hemaliEger Nu(tzer4 (#57_806x9)


Urlauberin15

Ich danke dir wirklich herzlich für die Zeit, die du dir nimmst Antfortas.

Die nehme ich mir sehr gerne. :-)

Das hilft mir momentan wirklich. Zwar merke ich, dass ich hinterher angespannt und nervös bin, wenn ich über das ganze rede, aber irgendwann muss es ja mal ein Anfang geben.

Im realen Leben und vor ein paar Wochen, als ich endlich (mit Hilfe meines Mannes) meinem Hausarzt von dem Zustand berichtet habe, hab ich drei Anläufe gebraucht bis ich es aussprechen konnte. Es ist auch so, dass ich es gar nicht richtig aus mir rausbringe. Meine Stimme versagt und wird brüchig. Und leider fange ich an zu heulen.

Je öfter du es schaffst, darüber zu sprechen - sei es real oder hier im Internet - desto leichter wird es dir von Situation zu Situation fallen.

Es ist völlig in Ordnung und auch verständlich, dass du dabei zu weinen beginnst. Und das zeigt auch, wie sehr dich das alles belastet. :°_

Aber auf der Warteliste zur Therapie stehe ich ja schon, jetzt bitte ich meinen Mann darum mir mit der Selbsthilfegruppe noch zu helfen ( es ist tatsächlich so, dass ich es mir selbst schwer fällt tätig zu werden, ich hab einfach Panik vor allen möglichen Praxen)

Aber ich sehe es ein, dass ich es ohne Facharztpraxis wohl auch nicht schaffe, vielleicht spreche ich das nochmal mit meinem Mann beim Hausarzt an (er ist noch der einzige, dem ich noch vertraue, ich hab soviel erlebt, auch mit Behörden und anderen Praxen, dass man glauben kann, man wäre bei einer schlechten Fernsehserie).

Es wäre sicher hilfreich, wenn dich dein Mann zum ersten Termin bei einem Psychiater begleiten könnte. Diese sind leider meistens nicht besonders angenehm, gerade wenn man noch sehr wenig Erfahrung in dem Bereich hat.

Informiert euch gut über die Fachärzte in eurer Umgebung - z. B. im Internet. Ich muss leider sagen, dass es durchaus auch sehr unsensible Exemplare gibt. Wenn es möglich ist, würde ich dir sogar raten, einen Wahlarzt zu konsultieren. Die nehmen sich in der Regel mehr Zeit und sind auch gründlicher.

Vielleicht kann dein Hausarzt auch eine Empfehlung aussprechen. Ich wundere mich aber, dass er dich nicht schon längst zu einem Psychiater überwiesen hat. ":/


Ja, das weiß er. Er bekommt es ja leider auch ab. Ich hab extreme Stimmungsschwankungen und leider weiß er nie wo er bei mir dran ist. Manchmal schwenkt das richtig über, wenn ich morgens aufstehe und es mir bombig geht, dann schwenkt oft zum Mittag die Laune um und ich könnte dann nur noch heulen oder werde zickig. Ich merke auch noch eine Art Zyklus und PMS. Leider kann ich mich ohne Mens so gar nicht auf meinen Körper verlassen und weiß überhaupt nicht mehr wo ich dran bin. Sodass ich oft nicht weiß was PMS ist und was nicht. Ich kann aber auch kaum 3 Wochen und länger PMS haben %:|

Vielleicht wäre es hilfreich, wenn du dir deine Stimmungsschwankungen immer notierst und ev. auch die Ereignisse, die dazu geführt haben könnten - möglicherweise hat es nicht nur körperliche Ursachen. Damit würdest du dich und deinen Körper besser kennen lernen und vielleicht sogar ein gewisses Muster erkennen.

Ich würde diese Stimmungsschwankungen auf jeden Fall bei dem Facharzt-Termin ansprechen.

Mein Mann unterstützt mich, er kümmert sich um alles was meinen Vater betrifft, ich hab ihm dafür auch eine Vollmacht ausgefüllt. Und er redet nicht mehr mit mir darüber. Das belastet mich zwar auch und ich frag oft, was diesmal wieder kommt, aber seit dem ich mich nicht mehr selbst kümmern muss, geht es besser. Aber reden kann man so mit meinem Mann nicht. Er ist besorgt und weiß oft nicht was er sagen soll, ignoriert daher auch viel, was mich trifft und unverstanden bleibt. Es tut mir weh und ich fühl mich dann missverstanden und im Stich gelassen. Es ist unfair, aber leider bin ich in den Situationen, in denen ich dann mal reden kann oft bedürftig für Trost und körperlicher Nähe, was er aber nicht kann, weil er nicht so ist. Deswegen lasse ich es gleich im Vorfeld.

Und wenn du ihm klar sagst, was du brauchst? Dass du gerne mit ihm über etwas reden möchtest oder gerne in den Arm genommen werden würdest? Vielleicht weiß er schlichtweg nicht, wie er in solchen Situationen richtig reagieren soll.

Nach allem, was du hier geschrieben hast, scheinst du einen wahnsinnig tollen Mann zu haben, der dir sehr viel abnimmt.

Das würde er nicht tun, wenn er kein Verständnis für deine Situation hätte und dich im Stich lassen würde. Vor allem wenn er ohnehin so viel arbeiten muss.

Vielleicht hilft es dir ein bisschen, wenn du dir das vor Augen hältst.

Ich werde es im Hinterkopf behalten. Heute weiß ich, dass bei mir keine Probleme mit den Kindern vorliegen, klar natürlich, auch ich hab Erziehungsfehler gemacht, gerade früher, als sie noch klein und vor allem schwierig waren, ich fuhr schnell aus der Haut und hab oft gebrüllt und viel geschimpft. Das hab ich völlig geändert. Meine Kinder werden weder geschlagen noch psychisch fertig gemacht. Sie sind geprägt, das auf jeden Fall, aber ich sehe es auch positiv. Aus ihnen wurden sehr rücksichtsvolle Menschen. (...) Schämen musste ich mich nie wegen ihnen, egal wo wir waren. Ich hab echtes Glück so tolle Kinder zu haben. Und allein schon um zu wissen, wie ihr Leben weiter geht, möchte ich einfach mehr Kopf für sie haben. Es sind die einzigen Kinder, die ich je haben werde, ich will wenigsten für den Rest ihres Lebens eine bessere Mutter sein. Eine, die sich auch 100% auf die kommenden Probleme einlassen kann. Sie werden immerhin nicht mehr kleiner, aber ihr Kummer größer.

Absolut alle Eltern machen Fehler. Gerade wenn es so viele Probleme gibt, fährt man schneller aus der Haut, weil man die Nerven dafür einfach nicht mehr hat. Das ist natürlich nicht gut, aber es ist menschlich.

Und es ist mehr als positiv, dass du das ändern konntest. Das zeigt doch auch, dass du eine sehr willensstarke Frau bist. Und man merkt deutlich, wie stolz du auf deine Kinder bist. :-)

"Tolle Kinder" bekommt man übrigens nicht einfach so. Das hat durchaus auch etwas mit den Genen und der Erziehung zu tun. Man kann also durchaus sagen, dass du und dein Mann sehr gute Arbeit geleistet habt. ;-)

Vielleicht ja, aber sicher keine, die ich auch ausführen kann ohne Probleme zu bekommen.

Mir liegt diese Arbeit und ich schaffe sie. Ich hab genau den Zeitraum den ich wollte bzw. brauchte und das hab ich lange gesucht. Ich kann leider nicht mehr alles machen und vor allem reicht meine Energie für max. 4 Stunden am Tag.

Der Sinn eines Klinikaufenthaltes wäre doch, dass es dir wieder besser geht; dann wärst du in den nächsten Monaten bestimmt auch wieder in der Lage, mehr als 4 Stunden zu arbeiten.

Ob ein Klinikaufenthalt angebracht und vielleicht auch notwendig wäre, solltest du auf jeden Fall mit einem Psychiater abklären.


Ich vermute, dass ich nach der ersten Op zu schnell die Gebärmutterentfernung machen lies. Auch war das gerade nach dem Tot meiner Oma, die wir lange in der Familie gepflegt hatten und ich hab ihr Tot komplett verdrängt. Vorher hätte ich das wunderbar verarbeiten können, es war dumm gelaufen bei der ersten Op, aber dafür bekam ich auch viel zurück.

Wie meinst du das? Was hast zu zurückbekommen?

Ja, es war schlimm, sehr schmerzhaft, die Ärzte waren gestresst, da ich nicht mehr ruhig liegen konnte, ich ha mich viel gewunden bei der Op. Die Schwester war überfordert, da ich zu viele Medikamente bekam und nichts mehr wirkte, man aber die Op nicht abbrechen konnte, man ermunterte mich dazu durchzuhalten, was ja zum Schluss auch zu 3/4 gelang, aber nur in dem man mich festhielt. Es hielten mich also bestimmt vier Leute fest, während einer, der zu Besuch beiwohnte auf mich einredete, während die anderen Besucher betreten bei Seite schauten. Und ich hab mich ganz blamiert, ich hab die Ärzte beschimpft, geschrien wie am Spieß und gebettelt. Ich hab sie richtig angebettelt mich zu narkotisieren, aber sie haben zuerst immer abgelehnt. Irgendwann hat die Narkoseschwester gesagt, sie macht nichts mehr, ich wäre schon völlig über dosiert, dann kam endlich ein Narkosearzt für die lächerlichen restlichen 20 Minuten, von 3 langen Stunden. Danach war ich auf der Intensivstation wachgeworden, mit solchen schlimmen Schmerzen, wogegen man mir nichts mehr geben durfte. Mein Herz war völlig durcheinander und bei jeder Bewegung fing es an zu rasen und die Ärzte kamen gerannt. Danach bekam ich eine Thrombose und eine Lungenembolie.

Das hört sich wirklich schrecklich an. Wie geht es dir, wenn du an diese Situation zurück denkst?

Hast du heute noch körperliche Probleme?

E#hemaligegr Nnutzer 8(#5 78069x)


Du meinst also, dass es normal ist, dass man erst viel später so reagiert?

Ja. Die leitende Therapeutin hat uns das so erklärt, wie ich es dir geschrieben habe. Sie scheint das in ihrer Tätigkeit als Therapeutin häufig zu erleben.

Ich weiß es nicht wodurch. Es ist so, dass ich es nicht mehr kann, also ich hab es verlernt. Ich war sehr kreativ und hab durch einige Kurse viel fertig gebracht, ich hatte wirklich Talent und dann von heut auf morgen wars vorbei. Ich denke noch genau gleich, ich bring mich mit Plänen bei Panikattacken total runter, dann schwing ich in Gedanken den Pinsel, misch Farben, hab ein Motiv und ich will am nächsten Tag loslegen und dann sitz ich da und es kommt nichts zustande. Die Farben verwässern, das Papier reißt, es gelingt mir keinen Pinselstrich, es ist als hätte ich es noch nie gemacht.

Schwierig. Es ist jedenfalls gut, wenn du dich mit den Plänen runterbringen kannst. Ich würde nicht aufgeben.

In manchen Kliniken gibt es übrigens auch das Angebot einer Ergotherapie - dort hättest du die Möglichkeit unter Aufsicht zu malen.

Abgesehen davon gibt es doch sicher auch andere Dinge, die du gerne tust. Beispielsweise ein Buch lesen. Oder einen Spaziergang machen.

Doch, Unterstützung hab ich viel. Wie schon erwähnt von meinem Mann und auch meiner Familie, die noch übrig ist. Die ist immer da, auch jetzt haben sie mir zugesichert, dass sie mir helfen.

Das ist sehr gut. So kannst du dir hoffentlich auch die Zeit nehmen, die du brauchst, um gesund zu werden.

Muss eine Depression immer medikamentös behandelt werden?

Kommt auf die Schwere und die Ursache der Depression an. Wenn eine Depression körperliche Ursachen hat, wird eine Medikation sicher sinnvoll sein.

Wenn die Ursache der Depression in der Vergangenheit oder Gegenwart einer Person liegt, ist es notwendig, in einer Psychotherapie daran zu arbeiten. Medikamente können dabei aber sehr hilfreich sein, z. B. damit der Patient die Psychotherapie überhaupt machen kann.

Ich empfinde so extrem wie jetzt seit genau dem Sommerurlaub.

Meine geliebte Katze war tot und es zerbrach jeden Rest von Gerüst in mir. Ich hab da das erste Mal überhaupt gedacht, dass Gott oder irgendwas mich strafen will für irgendwas was ich wohl sein muss. Ich dachte echt, dass dieses Jahr nicht mehr schlimmer kommen konnte. Und es kam so. Überhaupt war 2015 ein wirklich schlimmes Jahr. Und nach dem Urlaub gingen die aktuellen Probleme mit meinem Vater los. Mit dem hatte ich schon immer ein schweres Verhältnis, er hat mich in meiner Jungend ziemlich emotional erpresst und fertig gemacht. Er hat mich in meiner Krankheit sehr im Stich gelassen und mich mehr als einmal fallen gelassen, dass ich nochmal eine so große Op hatte, weiß er gar nicht, er war eher damit beschäftigt mich davor wegen anderen Dingen fertig zu machen. Vor vier Jahren hat er meine Mutter auf eklige Weise betrogen und ist einfach abgehauen, während ich meiner Mutter von ihm die Nachricht überbringen durfte. Dabei war ich zu dem Zeitpunkt mehr als angeschlagen und stand auf der Warteliste für meine Op.

Der Tod deiner Katze kann natürlich der Tropfen gewesen sein, der das Fass zum überlaufen gebracht hat.

Möchtest du etwas über deine Kindheit und Jugend erzählen?

Welches Verhältnis hast du zu deiner Mutter? Gibt es eine gewisse Abhängigkeit zu deinem Vater?

Meine Katze fehlt mir sehr, wobei ich denke, dass ich auch den Tot meiner Oma da mit reinpacke. Aber meine Katze war immer da und hat alles mit erlebt, die Geburt der Kinder, den Umzug, die schönen Sommertage im Garten, wenn sie mitten drin gelegen hat. Sie war überhaupt mein allererstes eigenes Haustier und machte mein Mann und mich damals komplett, sie war eben so etwas wie das erste Baby ;-D und sie war die einzige, die in mein Bett durfte.

Die Trauer um deine Katze ist nachvollziehbar.

Konntest du denn den Tod deiner Katze und den deiner Oma bisher verarbeiten?

Nur wieso? Wieso empfind ich das nur so? Wieso kann ich nicht einfach mehr Selbstbewusstsein daraus ziehen? Immerhin hab ich gekämpft für meine Gesundheit, hab gekämpft und nicht aufgegeben, dass ich wieder arbeiten kann. Und ich bekomme alles unter einen Hut, ich schaffe meinen Alltag ohne Hilfe. Und das mache ich alles alleine. Mein Mann arbeitet selbst soviel, dass er mir gar nicht helfen kann und warum bin ich dann nicht glücklich sondern nur müde, erschöpft und fertig?

Menschen sind nicht immer logisch. Natürlich hast du für deine Gesundheit gekämpft, aber gleichzeitig hast du auch viel verloren, was dich in deinen Augen als Frau definiert hat. Das ist zumindest meine Theorie.

Ich bin mir auch sicher, dass du die negativen Seiten viel präsenter sind, als die positiven.

Zu mal ein geringes Selbstwertgefühl auch ein Symptom einer Depression ist.

Es ist die panische Angst vor Erbrechen, ich hab das seit meiner frühen Kindheit. Natürlich ist es schwer, wenn einer die Seuche hat und ich bekomme sie sogar auch. Aber ich ticke tatsächlich nur in dieser Zeit aus und danach, wenn es überstanden ist habe ich lange sogar keine Angst. Aber es hat sich über die Jahre eingebürgert, dass ich eben nach jedem Besuch die Toilette putzen muss und nach Schulende und die Kinder sollen dann auch duschen gehen, anstatt abends (wenn wir nicht noch weg müssen, also an den freien Tagen).

Das ist natürlich auffällig, aber ich nehme es mit Humor, es ist eben so und ich weiß, dass man eine Zwangsstörung eh nie ganz wegbekommt, also akzeptiere ich sie und lebe damit. Wenn man mich nicht kennt, merkt man mir das gar nicht an. Und mittlerweile hat sich viel getan, wie auswärts essen, in Restaurants, in Urlaub fahren können und eben kotzen wenn es sein muss ;-)

Ich denke nicht, dass man das pauschalisieren kann. Zwangshandlungen kann man durchaus erfolgreich therapieren.

Es ist auf jeden Fall gut für die Kinder, dass du schon so große Fortschritte gemacht hast, was das betrifft. So lange sich die Kinder nicht daran stören, dass sie gleich nach der Schule duschen müssen, ist das ja auch kein Problem.

Ich muss auf meiner Arbeit extrem schmutzige Toiletten putzen, ich mache es auch und sehe es als Hilfe, ich hoffe sogar, dass mein Immunsystem dadurch stärker wird. Es ist zwar, dass ich nach Feierabend auch direkt duschen muss, weil ich doch oft schwer angeekelt bin, aber ich mag meine Arbeit trotzdem.

Ich denke, dass das Bedürfnis nach Feierabend direkt zu duschen, in dem Fall mehr als normal ist. ;-D

Ich danke dir nochmal sehr für deine Hilfe @:) und es tut mir auch grad gut mal eine neutrale Meinung dazu zu hören. Und ich nehme mir den Tipp mit der Selbsthilfegruppe zu Herzen und wird mich darum am Montag gleich kümmern. Ich denke, das ist eine gute Möglichkeit die Zeit zur Therapie zu überbrücken.

Das lese ich gerne! :-)

Das denke ich auch. Selbsthilfegruppe können sehr viel Halt geben und vielleicht kannst du dir den ein oder anderen hilfreichen Tipp holen.

Ich wünsche dir, dass du bald eine Gruppe findest, in der du dich wohlfühlst. :-)

(Und ich hoffe, es stört dich nicht, dass ich ein paar Zitate etwas abgekürzt habe - ich wollte es nur nicht ganz so viel werden lassen.)

UNrlau*berixn15


Hallo Antfortas,

ich hoffe, ich schaffe es, die Tage auf deinen Beitrag einzugehen. Momentan belastet mich das ganze Thema wieder sehr und ich würd am liebsten den Kopf in den Satz setzen %:|

Ich muss mir momentan wieder ziemlich viele blöde Kommentare anhören und ich empfinde es mehr als anstrengend wenn meine Umwelt mir ständig versucht einzureden, dass ich alles viel zu eng sehe und durch Verdrängen alles viel besser wird. Und da ich das zur Zeit mache und still leide, geht es mir ja viel besser.

Und jeden Versuch zu erklären, dass es nicht so ist wird abgetan und widersprochen.

Ich hab es nicht geschafft die Gruppe anzurufen, ich zweifel stark an mir.

EWhemaligHer HNzutzIer (#5T780x69)


Hallo meine Liebe! @:)

ich hoffe, ich schaffe es, die Tage auf deinen Beitrag einzugehen. Momentan belastet mich das ganze Thema wieder sehr und ich würd am liebsten den Kopf in den Satz setzen %:|

Das ist vollkommen in Ordnung. Nimm dir ruhig die Zeit, die du brauchst.

Solche Phasen kennen vermutlich die meisten Menschen. Das ist ja auch verständlich, wenn man sich so einem großen Problemgegenüber sieht. Und das Gute an ihnen: Sie gehen vorüber. :-)

Ich muss mir momentan wieder ziemlich viele blöde Kommentare anhören und ich empfinde es mehr als anstrengend wenn meine Umwelt mir ständig versucht einzureden, dass ich alles viel zu eng sehe und durch Verdrängen alles viel besser wird. Und da ich das zur Zeit mache und still leide, geht es mir ja viel besser.

Leider ist es oft so, dass manche Personen die Gefühle anderer Menschen nicht ernstnehmen und ihnen praktisch das Recht absprechen, so zu empfinden, wie sie es tun.

Aber jede negative Empfindung hat seine Berechtigung. Lass dir ja nichts von diesen Leuten einreden, die haben keine Ahnung.

Versuch es nicht zu nahe an dich herankommen zu lassen und geh weiter deinen Weg. Es ist der Richtige. ;-)

Und jeden Versuch zu erklären, dass es nicht so ist wird abgetan und widersprochen.

Kannst du diese Personen nicht meiden? Versuch zumindest, dich nicht mehr auf solche Gespräche einzulassen. Das kostet dir nur unnötig Energie und die Wahrscheinlichkeit, dass diese Menschen ihre Meinung beim 101 Erklärungsversuch überdenken, halte ich für sehr gering.

Ich hab es nicht geschafft die Gruppe anzurufen, ich zweifel stark an mir.

Du hast also eine Gruppe gefunden, die dir zusagt? Wie toll! :-)

Nein, du hast es heute nicht geschafft und das ist okay. So etwas ist wirklich nicht einfach.

Versuch es morgen einfach noch einmal. @:)

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