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Identitätskrise wegen Namen

M cClxoud hat die Diskussion gestartet


Hallo, ich weiß nicht ob mein Problem nachvollziehbar ist:

Ich habe zwei Vornamen, wovon ich innerhalb der Familie immer mit dem ersten angesprochen wurde.

In den letzten Jahren bin ich Stück für Stück dazu übergegangen, bevorzugt meinen zweiten Vornamen zu verwenden.

Zunächst online, auch aus Anonymitätsgründen. Seit Studienbeginn auch im Alltag.

Jetzt sprechen mich meine Familie und alten Freunde mit meinem ersten Vornamen ansprechen, Studienkollegen, Internetbekanntschaften etc. jedoch mit meinem zweiten Vornamen.

Jetzt mag man denken, dass ein Name nur eine Aneinanderreihung von Buchstaben ist.

Ich habe aber ein Problem damit, für mich ist es als hätte ich zwei Ichs.

Mein erster Vorname ist für mich mit der Vergangenheit und negativen Erinnerungen verbunden, mein zweiter Vorname ist wie ein neues Ich, das mit der Vergangenheit nichts zu tun hat

Ich kann das Vergangene (und meinen alten Namen) nicht vollkommen ablegen, aber ich kann meinen neuen Namen nicht vollständig annehmen.

Kann das jemand nachvollziehen?

Antworten
MVi`lka,6x8


Hast du deine Familie und deine alten Freunde schon mal darum gebeten, dich ab sofort auch nur noch mit deinem zweiten Vornamen anzusprechen?

N#ike -Zoê


Du wirst jetzt vielleicht lachen, aber ganz ähnlich erging es mir auch. Ich habe letztlich meine Eltern und die alten Freunde, mit denen ich noch zu tun habe, darum gebeten, mich mit dem "neuen" Namen anzusprechen, inzwischen nennen mich alle so. Aber mir ging es eine Zeitlang auch so, dass ich das schwierig fand und sehr zwigespalten war. Heute stellt es für mich aber kein Problem mehr dar.

M`cCuloud


Ich habe meine Schwester und wenige enge Freunde darum gebeten, mich mit meinem zweiten Vornamen anzusprechen.

Sie haben das direkt akzeptiert.

Es sind nur die Menschen, denen ich vertraue und die ich in meinem "neuen Leben" haben möchte.

Mein Vater z. B. weiß nicht, dass ich jetzt einen anderen Namen verwende.

Ich nutze meinen zweiten Namen als Schutz vor der Vergangenheit (sorry wenn das überdramatisch klingt ^^) und will deshalb die Verbindung zu meinem "alten Leben" nicht.

Weil ich die aber nicht vollständig kappen kann, fühle ich mich irgendwie dissoziiert.

Das macht mir Probleme.

D9i+e Sehaerixn


im grunde finde ich deine idee mit diesen beiden vornamen ganz hinreißend und es ist toll, wieviele menschen in deinem umfeld das mittragen!

ein schritt fehlt mir ein wenig bei deinen gedanken. du sagst, dass deine vergangenheit negativ war und dein erster vorname für diese phase deines lebens steht? diese vergangenheit hat dich aber geprägt, dich zu dem gemacht, was du heute bist und wo du stehst. vielleicht solltest du diese vergangenheit deswegen nicht nur negativ sehen - wie auch den ersten vornamen nicht. sei stolz auf dich, dein dich lösen und neu beginnen, stolz auf dein neues leben, deinen nächsten schritt zum zweiten vornamen und nimm deine vergangenheit an :)_

v;am\p28


Mit einem anderen Namen, wirst du deine Vergangenheit nicht los. Ich kann schon verstehen, dass du deinen alten Namen nicht mehr haben magst und musst du auch nicht, wenn du nicht willst. Trotzdem ist es ein Fehler, vor der Vergangenheit weg zu laufen, sie wird immer mit kommen. Egal wer du bist und wo du bist. Und solange du deine Vergangenheit nicht aufarbeitest, wird sie immer präsent sein.

Und du fühlst dich deshalb dissoziiert, nicht weil jeder dich anders nennt, sondern weil du dein früheres ich von dir weg schiebst. Das hat nichts mit den Namen auf sich, alle könnten dich mit den zweiten Namen ansprechen oder mit dem ersten, du würdest dich trotzdem noch so fühlen. Dissoziation ist ein Schutz um schlimme Gefühle und Erinnerungen nicht ertragen zu müssen. Ich selbst kann davon ein Lied singen.

Mach eine Therapie um die schlimmen Erlebnisse aufzuarbeiten, das ist der einzige Weg um dich wieder ganz zu fühlen und auch wieder glücklicher.

Lg Vamp28

L7ichtA2mKHozrizoknxt


Ich kann das nachvollziehen. Es geht mir genauso. Spricht man mich mit dem offiziellen Rufnamen an, zucke ich immer heimlich zusammen. Spricht man mich mit dem anderen Namen an, fühle ich mich auch wirklich angesprochen. Ich habe mich aber daran gewöhnt und fände es auch schwierig, Menschen, die mich nicht so gut kennen (beispielsweise Kollegen), darum zu bitten, den anderen Namen zu benutzen, weil ich es dann erklären müsste und nicht will. Also ertrage ich es eben.

C,ranokx1


Ich schliesse mich vamp28 vollumfänglich an.

Habe mir somit einige lange Zeilen erspart ;-)

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