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andauernd Versagensängste im Studium

AJngstaHaseR04 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

bevor ich vor fast 3 Jahren zu studieren begonnen hatte, hatte ich meiner Meinung nach, das schönste Leben.

Die Schule machte mir Spaß, ich hatte gute Noten und nach dem Abi war ich für ein paar Monate in Kanada.

Als ich dann eine Zusage für mein Studienfach bekam, ging es los. Seitdem plagen mich durchwegs Versagensängste. Ich sehe mich einfach selber nicht als jemanden, der mein Fach so locker studieren kann und frage mich, wieso ausgerechnet

ich

(die nie wirklich ehrgeizig oder allzu zielstrebig war) dieses Studium schaffen könnte..

Vor Prüfungen ist es ganz besonders schlimm, ich habe dann 2 Monate vorher bereits einen so großen Stress und denke andauernd, dass ich die Prüfung sicher nicht schaffen kann, dass jegliche Lebensqualität verloren geht.

Ich war an meiner Hochschule schon bei der Psychologin, aber die konnte mir überhaupt nicht helfen. :(v

Wie erging es euch? Oder habt ihr Tipps, wie man alles etwas lockerer nehmen könnte?

Antworten
L~uci3!2


Es geht tatsächlich viele Studenten so. In meine Studium haben einige Burnout und psychosomatische Störungen entwickelt.

Wichtig ist zu erinnern, dass man sich Zeit nehmen kann. Dann studiert man halt ein Jahr länger, hat aber weniger Prüfungen pro Semester und so wesentlich weniger Druck. Und fällt man durch? Dann wiederholt man eben.

p"ebbYy


sind es denn "berechtigte" Versagensängste? Ich meine: sind deine Noten in den Klausuren denn eher mittelprächtig? Oder ist die Angst eher unbegründet und du bist eine gute Studentin?

Finde, das macht schon einen Unterschied..

A'ngstH,ase0x4


Und fällt man durch? Dann wiederholt man eben.

Ich habe aber totale Angst durchzufliegen. Ich habe für meine Prüfungen immer 3 Antritte und eigentlich will ich es gar nicht auf einen zweiten ankommen lassen. :-(

Oder ist die Angst eher unbegründet und du bist eine gute Studentin?

Gute Studentin.. Naja, Noten sind mittelmäßig aber bis jetzt habe ich jede Prüfung geschafft. Aber wohl nur, weil ich mich immer so reinhänge und mich so stresse... glaube ich.. ;/

mbcfnumnd ae


Wie alt bist du denn, wenn ich fragen darf?

A|ngstoHase0x4


Ja klar, 21.

Annti+goxne


AngstHase04

Was studierst du?

A8ngsVtxHase04


Was studierst du?

Medizin..

wJintersaonnex 01


Lieber Angsthase,

bei Medizin ist es leider so, dass du im Semester fast durchgehend lernen musst. Mit einem sehr diszipliniertem Zeitplan schaffen es aber dann die meisten.

Nicht zu spät anfangen. Während den Wochen lange vor den Prüfungen schon lernen....

(die wenigen, die nicht so viel lernen flunkern eben oder sind überdurchschnittlich klug)

Hast du denn schon das Physikum geschafft? Danach wird es besser.

Das gute bei Medizin ist aber, dass man als fleißiger Student echt es schafft. Das kann man ja bei Physik oder anderen stark mathelastigen Fächern nicht so sagen, da ist eben manchmal wirklich Ende mit dem Verständnis.

Bei Medizin für einen guten Abiturienten nicht und ein gutes Abi hast du ja wahrscheinlich, sonst hättest du keinen Studienplatz bekommen....

Wird schon, mache dich nicht verrückt.

E%hemalHiger NutzEer (#T4671x93)


Man muss hier auch mal definitiv ehrlich sein, Luci32 hat es ja bereits geschrieben.

Es geht tatsächlich viele Studenten so. In meine Studium haben einige Burnout und psychosomatische Störungen entwickelt.

Zu der Thematik gibt es, leider, auch zahlreiche Studien die das bestätigen.

Wie zB hier:

[[http://student.bmj.com/student/view-article.html?id=sbmj.h4521]]

Of the 1122 UK based respondents, 30% (343) declared they had experienced or received treatment for a mental health condition while at medical school. From this group, 80% (276) thought the level of support available to them was either poor or only moderately adequate. Just under 15% (167) of the survey’s respondents also revealed that they had considered committing suicide at some point during their studies.

Die Samplegröße ist zwar recht klein und es kann ein entsprechender Bias vorliegen... aber trotzdem.

Wenn du über deine Uni einen VPN-Zugang hast, wusel dich doch mal durch PubMed zu dem Thema - da wirst du sicher fündig.

Da schweigt man immer noch gern drüber bzw. ist es bis zu einem gewissen Grad nachwievor ein Tabuthema.


Was man auch nicht unterschätzen darf, und da kannst du dir mal echt auf die Schulter klopfen: Du hast bis jetzt alle Prüfungen bestanden! :)=

Das ist definitiv eine Leistung, die man nicht verstecken muss oder schmälern muss. Mittelmäßig Noten? Ist doch super!

Im Studium gibt es immer wieder KollegInnen wo man den Eindruck hat, hey, wieso ist der so entspannt? Der macht das doch sichtbar im vorbeigehen? Warum stresst mich das hier so her?

Manche Menschen können den Stress auch schlicht besser kompensieren und zeigen ihn nicht so nach aussen - das heißt aber noch lang nicht, dass es ihnen in ihrer Lernzeit (wo wir natürlich nicht dabei sind), anders geht als uns bzw. dir.

Natürlich gibt es auch echte Wunderwuzzis, die sich eine Seite einmal durchlesen und dann perfekt rezitieren können und sich das merken - aber die sind definitiv die Ausnahme als die Regel.

Egal welchen Fachbereich man anstrebt oder was man studiert, eine studentische/akademische Laufbahn fordert vor allem eins: Ausdauer. Sowohl physisch, aber auch psychisch. Das unterschätzt man am Anfang eventuell, von sowas redet natürlich auch niemand.

Gesprächsthemen a la 'Die Kollegin XY hat im ersten Jahr durch den Stress eine Essstörung entwickelt', 'Substanzmissbrauch (Alkohol u Co) ist weit verbreitet - study hard, party harder' oder 'Heute die Traueranzeige von YX gelesen, der sich scheinbar, ob des Drucks, suizidiert hat' sind nicht gerade salonfähig.


Ich drück dir ehrlich die Daumen, du bist auf einem guten Weg!

Wenn du denkst, dass dir das alles zuviel wird - und da bist du sicher nicht die Einzige, der es im Studium mal so geht - und das Gefühl hast, dass du da allein nicht mehr rauskommst, such dir entsprechend Hilfe.

Wenn dir die Psychologin deiner Uni nicht weiterhelfen konnte oder du zu der einfach keinen guten Draht hast, dann wende dich eventuell an jemand anderen, oder besprich das Thema mal mit deinem Hausarzt, damit der dich entsprechend weitervermitteln kann.

LYaunejbeer


@ AngstHase04

Ich arbeite am Institut für Botanik an der Uni Hannover und kenne dein Problem auch von einigen unserer Studenten.

Du hast anfangs geschrieben, dass du immer eine Gute Schülerin warst, erinnere dich daran vor einer Klausur oder Prüfung. Mach es dir bewusst und du hast dich immer gut vorbereitet, Stärke dein Selbstvertrauen, in dem du dich erinnerst was du bereits geschafft hast. Such dir Ablenkung in den Tagen davor. Etwas das dir viel Spaß macht und bei dem du entspannen kannst. Soetwas kann man üben, du musst es dir nur immer wieder ins Bewußtsein rufen.

A}ntigxone


Okay, Medizin ist echt viel zu lernen - und da muss man kontinuierlich dran bleiben.

Und es dauert leider länger als die normalen Bachelorstudiengänge.

bis jetzt habe ich jede Prüfung geschafft

Das ist doch super! @:)

Ich habe ein paar Semester Medizin studiert und immer gesagt, jeder Schauspieler kann das auch studieren. Es ist Auswendiglernen, Auswendiglernen und Auswendiglernen. Das braucht viel Zeit, die man sich nehmen muss.

k9isBir


Kann ich verstehen.

Es ging mir auch mal so und das waren die ersten Anzeichen dafür, dass ich auf dem falschen Dampfer war. Daraus entwickelten sich richtige Depressionen zum Teil. Die Noten waren sogar zum Teil noch gut, aber zu welchem Preis? Jedes Mal fühlte ich mich unwohl.

Ich bin nochmal tiiiief in mich gegangen und habe dann nochmal nachgedacht, was mir wirklich liegt. Das war dann zwar kein Massenfach und auch nichts, womit man reich wird...aber für mich der einzige Weg, glücklich zu werden.

Hab dann das Fach gewechselt und siehe da: Plötzlich hatte ich diese Zweifel nie wieder. War dann eine chillige Zeit :).

w<int[ersonXne 0x1


vorallem entspanne unbedingt in den Semsterferien. Da musst du zwar Famulaturen machen, aber nicht lernen und keine Hausarbeiten schreiben.

Und sage dir immer, wenn ich mal durchfalle auch nicht so schlimm...

Sich mehr Zeit lassen ist auch eine Option, ich kenne einige die echt zwei (eine sogar drei Jahre) länger gebraucht haben, heute sind sie gute Mediziner und kein Mensch fragt danach.

GsD sind die Abschlussnoten für eine Einstellung ja nicht entscheidend, jeder bekommt eine Stelle zur Zeit. Also auch da, sich nicht so unte Druck setzen.

Bis zum Physikum sind die Noten eh egal, da geht es doch nur ums bestehen.

Was dir aber klar sein muss, dass ist auch nach dem Studium ein sehr stressiger Job, lange Arbeitstage, viele Dienste... da soll man schon ehrlich zu sich sein, ob man das sich vorstellen kann.

Nur wegen dem: "mal gut verdienen", wirst du ja sicherlich nicht diesen Beruf ergreifen wollen. Sonst wäre es echt das falsche für dich.

L)u\ci3j2


Ich habe Psychologie und Medizin (nur klinischen Abschnitt, kein Physikum da nur Nebenfach) studiert.

Medizin wird später etwas "einfacher", mehr praktische Kurse. Mehr Wahlfächer. Habe natürlich viel Neurologie, Neurochirurgie und Phamakologie gewählt.

Wir hatten auch Med. Studenten in einiger unsere Kurse - Psychologie auf meine Uni war stark Anatomie und Medizin basiert.

Sobotka war Jahre lang mein beste Freund.

Mein Studentenjob involvierte viel Zeit mit MRT und EEG auswerten und benötigte viel anatomisch und pharmakologisches Wissen. Half im Studium enorm. Man setzt direkt ein was man lernt. Bleibt so besser hängen.

Neben PubMed ist Researchgate super, da man kostenlos ein Account kriegt und kein VPN braucht - läuft schneller .

Guck auf amerikanische Seiten. Da findest du viele Lernkarten (Flash cards) und auch Testfragen. Und plan immer 1 lernfreien Tag pro Woche ein.

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