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Einfach alles überfordert mich.

LLu\cyNRxW hat die Diskussion gestartet


Hallo,

Solche Forumseinträge gab es bestimmt schon hunderte male, aber mein "Fall" ist irgendwie kompliziert.

Ich bin 25 Jahre alt und mit allem überfordert.

Erst mal zu meiner Vorgeschichte:

Ich hatte eine schwierige Kindheit. Ich war immer gerne unterwegs. Irgendwann fing es an, dass ich mich heimlich zu Freunden geschlichen habe. Mit 14 bin ich aus meinem Elternhaus getürmt und landete bei einem Pädophilen. Damals habe ich Marihuana konsumiert, bin aber alleine schon nach kurzer Zeit davon los gekommen. Bei ihm lebte ich bis ich 18 war. Danach bin ich kurzzeitig wieder zu meinen Eltern gezogen. Aber da hielt es mich nicht lange und ich zog 300 km weit weg.

Ich war psychisch so angeschlagen, dass viele dachten ich wäre auf Drogen. Der pädophile (Nennen wir ihn M.) Hat mich manipuliert, kontrolliert und versteckt. M. trichterte mir ein wenn ich wieder zu meinen Eltern gehen würde, würden sie mich sobald ich 18 wäre entmündigen. (Heute weiß ich es natürlich besser) Er hat mir viel angetan. Damals dachte ich, ich würde es freiwillig tun. Aber was wusste ich schon.

Bevor ich zu weit aushole.

Ich bin 25, habe letztes Jahr erfolgreich meinen Realschulabschluss nachgeholt, worauf ich sehr stolz bin.

Ich wusste nicht wirklich was ich danach machen soll, also habe ich mich fürs Fachabi angemeldet. Da fing es auch schon an. Anfangs waren es nur kleinere Sachen die mir schwer fielen. Das bauschte sich aber so schnell auf, dass ich jetzt gar nichts mehr hin kriege.

Der Haushalt bleibt liegen, zum Einkaufen Schlepp ich mich mühselig, in der Schule war ich schon seit Monaten nicht mehr.

Ich bin auch vor 5 Monaten deswegen zum Arzt gegangen und hatte regelmäßig Termine. Ich habe Tabletten bekommen, mit denen ich wenigstens ein bisschen was auf die reihe bekomme. Im Dezember bin ich dann 25 geworden und ich hätte mich um eine eigene Krankenversicherung kümmern müssen. Das schiebe ich immer noch vor mir her. Seit dem War ich auch nicht mehr beim Arzt und habe entsprechend kein Attest für die Schule. Die hat mir auch schon eine Abmahnung geschickt. Aber was soll ich der Versicherung schon sagen?

Ich bin Schülerin oder auch nicht. Vielleicht arbeitslos, aber nicht arbeitslos gemeldet. Die abwertsspirale dreht sich immer schneller und ich schaffe es einfach nicht da raus zu kommen.

Dazu kommt noch, dass ich an meinem Verstand zweifle. Manchmal kommt es mir so vor, als hätte ich mir die ganze Geschichte mit M. nur eingebildet. Aber vor kurzem sagte meine Mutter mir er hat versucht bei ihnen an zu rufen. Das macht mich fertig.

Irgendwie finde ich es nicht so richtig "schlimm", dass er mir das angetan hat. Das erschreckt mich.

Viel schlimmer finde ich, dass ich wohl nicht die einzige war.

Ich wollte das ganze einfach mal los werden, ein bisschen von der Seele reden.

Vielleicht fällt euch ja ein guter Rat ein.

Danke, dass ihr alles gelesen habt.

Liebe Grüße

Lucy

Antworten
Nkordxi84


Ich schreib das jetzt mal ganz nüchtern von außen betrachtet: Sieh zu das du in Therapie kommst.

Überleg dir was wichtiger ist, deine Gesundheit oder ein Schulabschluss der (zur Zeit) in den Sternen steht. Meiner Meinung nach wäre es sinnvoll wenn du die Schule jetzt erstmal abbrichst, die Krankenversicherung vom Amt bezahlt wird und du dich um deine seelische Gesundheit kümmerst. Wenn du dann irgendwann wieder soweit fit und arbeitsfähig bist dann kannst du dir immer noch überlegen ob du die Schule weiter machst oder ob du eine Ausbildung o.ä. beginnst.

Das du es nicht so richtig schlimm findest was der Kerl mit dir gemacht hat kann reiner Selbstschutz sein. Ist auch völlig in Ordnung, trotzdem brauchst du eben professionelle Hilfe und nicht bloß ein paar blöde Tabletten, allein damit wird nichts besser.

MEilchmMannx76


Von der Seele reden ist gut! Nutze alle guten Möglichkeiten die sich dir bieten. Aber damit allein wird es denke ich nicht getan sein. Was du erlebt hast war offenbar krass, und all das Unverarbeitete bricht nun möglicherweise mit aller Macht durch die dünne Oberfläche die es bisher notdürftig unter Verschluss gehalten hat. Ich vermute dass sich das nicht beiseite wischen oder ignorieren lassen wird, sondern dass du dich nun längerfristig um die Aufarbeitung dieser Zeit kümmern musst. Sprich: professionelle Unterstützung, zusätzlich Aussprechen bei Freunden, in Foren etc., ggf. wieder medikamentöse Unterstützung.

Es ist nichts wofür du dich schämen müsstest, dass du es nicht schaffst so eine krasse Zeit auf Dauer in dir wegzuschließen. Wie weit können dir deine Eltern mit Behörden, Krankenversicherung, künftigen Arztbesuchen usw. helfen?

P\lüs chbiReswt


Wenn du 14 warst, als das mit ihm passiert ist, dann ist er NICHT pädophil.

Pädophil ist man dann, wenn man auf Kinder steht die noch nicht in der Pubertät sind.

Er wird Hebephil veranlagt sein, dass heißt er steht auf Kinder die in der Pubertät sind.

Was du brauchst ist dringend Unterstützung in jeglicher Form.

Geh zum sozialpsychiatrischen Dienst deiner Stadt und hole dir Hilfe.

Du scheinst massiv traumatisiert und depressiv zu sein.

Alleine kommst du da nicht raus.

Lass dir helfen.

Hast du Freunde? Dann offenbare dich denen.

Notfalls nimm eine Freundin mit zum sozialpsychiatrischen Dienst.

Sag ihr, sie soll dich zu Hause abholen und begleiten.

E<hemaxlige{r Nut+zer (#5780(69)


Du scheinst ziemlich viel an "Schuld" für deine Situation auf diesen Mann abzuwälzen. So schlecht kann er dich allerdings nicht behandelt haben, sonst wärst du nicht so lange bei ihm geblieben. Es gibt immer zwei Seiten der Medaille: Jemand, der einen anderen manipuliert und ausnutzt und ein anderer, der das mit sich machen lässt.

Eine Therapie wäre sicher sinnvoll, um das Ganze aufzuarbeiten.

N'umjber O f Tqhe xBeast


@ Antfortas

Du kannst doch nicht ernsthaft eine Jugendliche nach denselben Maßstäben bewerten wie einen Erwachsenen.

Echemaliger @Nutze`r (#5o78x069)


Das tue ich nicht. Aber Jugendliche sind auch keine kleinen Kinder mehr, die anderen hilflos ausgeliefert sind und nicht die nötige Entwicklung besitzen um Situationen richtig einzuschätzen.

Menschen, die anderen Menschen die ganze Schuld für ihre persönliche Situation zuschreiben, geben auch in Zukunft das Ruder ihres Lebens an andere ab.

N}umBber 'Of~ Thex Beast


Ja, da gebe ich dir schon einerseits recht. Es kommt aber natürlich auch darauf an, welche Werte man bisher vom Elternhaus mitbekommen hat oder wie viel Rückhalt man in der Familie/Freundeskreis bekommen hat. Auch ist es sehr unterschiedlich, wie gut die eigene Menschenkenntnis in dem Alter schon ist. Jemand, der zb mit 14 kaum Freundschaften gepflegt hat, hat einfach noch nicht das Gespür für andere Menschen. Die Hintergründe der TE kennen wir nicht wirklich, deshalb finde ich es etwas heikel sowas wie "selbst schuld" zu schreiben.

EOhemMaligeWr Nut2zer <(#578069x)


Ja, da gebe ich dir schon einerseits recht. Es kommt aber natürlich auch darauf an, welche Werte man bisher vom Elternhaus mitbekommen hat oder wie viel Rückhalt man in der Familie/Freundeskreis bekommen hat.

Das müsste dann aber - unabhängig von Alter - immer ein Faktor sein.

Auch ist es sehr unterschiedlich, wie gut die eigene Menschenkenntnis in dem Alter schon ist. Jemand, der zb mit 14 kaum Freundschaften gepflegt hat, hat einfach noch nicht das Gespür für andere Menschen.

In diesem Fall ging es mE auch nicht um Erfahrungswerte. Selbst wenn die TE damals kaum soziale Kontakte gepflegt hat, wird sie durchaus mitbekommen haben, wie es in der Welt so abläuft.

Ich habe derzeit viel mit Jugendlichen aus dieser Altersgruppe zu tun. Natürlich fehlt es da an Reife, Weitsicht und Erfahrungen. Aber sie sind durchaus in der Lage, Situationen kritisch zu hinterfragen und Vergleiche zu ziehen.

Die Hintergründe der TE kennen wir nicht wirklich, deshalb finde ich es etwas heikel sowas wie "selbst schuld" zu schreiben.

Ich schrieb mit keinem Wort, dass die TE selbst Schuld sei. Es geht mir darum, dass sie sich ihrer Eigenverantwortung bewusst wird und nicht alle anderen bzw. diesen Mann für ihre Situation verteufelt.

EdheumaligerI NuDtzeKr (#578_0x69)


Um auf den Punkt zu kommen: Hätte er sie manipuliert, wird er es sehr subtil gemacht haben. Gleichzeitig schreibt sie aber davon, dass er ihr viel angetan hätte.

Das sind zwei Punkte, die für mich nicht wirklich zusammen passen.

P+lüshch biesnt


Ich frage mich die ganze Zeit, was für Zustände in einem Elternhaus sein müssen, bzw. wie Eltern drauf sein müssen dass ein Kind lieber "freiwillig" bei einem Mann wohnt, der sie missbraucht, als im Elternhaus zu leben.

Liebe, Wärme und Geborgenheit wurde offensichtlich woanders gesucht und vermeintlich gefunden. Und jetzt wird realisiert dass man sich das Zuckerbrot mit der Peitsche erkauft hat.

Der Mann wird genau gewusst haben, was er da tut.

So jemand müsste auch in Therapie, damit er weiß was er angerichtet hat und in Zukunft anders handelt.

Mbilch^mann7x6


Antfortas, du bist ganz schön schnell mit deinen Vermutungen. Ein einzelner kurzer Lebensabriss der TE, und du findest schon jede Menge Argumente für ihre vermeintliche Mitschuld. Wenn du die letzten Zeilen des Eingangsbeitrags aufmerksam liest wirst du wahrscheinlich bemerken dass die TE Hilfe sucht. Was sie nicht sucht sind Verurteilungen im Schnellschuss die auf ganz ganz dünnem Eis stattfinden. Du weißt praktisch nichts von der TE.

Zwar schreibst du zwischendurch dass eine Therapie sinnvoll wäre, gleichzeitig besteht der halbe Faden aus deinen Argumenten mit denen du doch noch irgendwie recht behalten willst. Die Botschaft die du ausstrahlst ist ganz klar: fass dir auch an die eigene Nase. Was DIR nicht bewusst ist, dass viele Menschen die Hilfe suchen oder brauchen könnten sehr unsicher sind. Mit deiner Argumentationsaxt zerstörst du mal eben ein vielleicht zartes Pflänzchen Mutes, sich Hilfe zu suchen, gleich mit dem ersten Hieb. Wie wär's mit erstmal weiter fragen, mit Mut machen, mit Unterstützung anbieten, statt gleich aburteilen?

Ehrlich, wenn du immer so gedankenlos und offensiv in einen Faden startest dann wäre es für die Leute hier die wirklich Hilfe brauchen besser wenn du dich künftig aus dem Psychologie-Forum fernhältst. Damit hilfst du dann wesentlich mehr als mit solchen Beiträgen. %:|

LWucoyNxRW


Meine Eltern wohnen weit entfernt. Mein Vater spricht nicht einmal darüber, ich weiß nicht wie er darüber denkt. Meine Mutter versucht mir so gut es geht zu helfen. Sie hat mir angeboten wieder bei Ihnen ein zu ziehen, was aber nicht in frage kommt. Die Situation dort ist sehr angespannt, weil meine Mutter sich trennen will und mein Vater nur Stress mit meinem Bruder hat.

Ich konnte noch nie Menschen richtig einschätzen. Schon in der Grundschule wurde ich gemobbt, weil ich etwas dicke als die anderen War und ich eben nie die hippen angesagten Klamotten hatte.

Was er mir angetan hat habe ich erst viel später gemerkt. Damals dachte ich er wolle mir tatsächlich helfen. Kurz bevor ich 18 wurde hat er gesagt wir müssten heiraten damit ich sicher wäre. Davor hatte ich angst. Ich wollte nicht Einen 30 Jahre älteren Mann heiraten.

Genau an meinem 18 Geburtstag sind wir zur Polizei gegangen, weil ich immer noch als vermisst gemeldet War. Also musste ich zwangsläufig Kontakt mit meinen Eltern aufnehmen. Meine Mutter hat sofort diesen Kerl durchschaut. Später erzählte sie mir er hat gedroht mich für immer verschwinden zu lassen wenn sie ihn anzeigen würde. Das hat sie eingeschüchtert. Aber sie bot mir an, dass ich wieder bei Ihnen wohnen könnte und mir auch nichts passieren würde. Diese Sicherheit hat mir irgendwie gereicht und ich bin geflohen als er arbeiten war.

Ich glaube schon, dass er irgendwie mit Schuld daran hat wie es mir psychisch geht.

Ich habe keinerlei Freunde, die mir irgendwie helfen können. Um ehrlich zu sein habe ich überhaupt keine Freunde.

Die Nummer vom sozialpsychiatrischen Dienst habe ich mir schon raus gesucht. Ich muss nur den Mut finden da an zu rufen.

Ich wusste nicht, dass es einen Unterschied gibt in welchem Alter die Kinder sind.

Und noch etwas.

Ich mache mir selbst genug Vorwürfe wie ich so dumm sein konnte damals. Es hilft mir trotzdem nicht mir ausdrücklich zu sagen, dass ich Mitschuld habe.

Nhumber( Owf Th%e Beas)t


@ Lucy

Das wichtigste ist doch, dass du nun erkannt hast, dass damals viel schief gelaufen ist. Jetzt hast du die Möglichkeit, deine Lebensqualität wieder zu verbessern. Es wird vielleicht ein langer Weg und ja, es kostet Überwindung und Kraft sich Hilfe zu holen, aber du schaffst das!

Es kann nur besser werden :-)

Mwilch~mann7x6


LucyNRW

Die Nummer vom sozialpsychiatrischen Dienst habe ich mir schon raus gesucht. Ich muss nur den Mut finden da an zu rufen.

Du kannst ja erstmal anonym anrufen. Und niemand zwingt dich, mehr zu sagen als du sagen willst. Vielleicht probierst du es einfach mal mit dem Gedanken ein kurzes anonymes erstes Telefonat zu führen, und wenn du ein gutes Gefühl hast kannst du mehr Infos preisgeben und doch länger sprechen. :)_

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