» »

Panikattacken, Angstzustände, Depressionen

CDhris<1987 hat die Diskussion gestartet


Hallo liebes Forum,

kurz zu meiner Person: Ich bin männlich, 28, single, keine Kinder und von Beruf Maschinen-und Anlangenführer in Vollzeit (meist keine Schicht)

Seit ca. April 2015 leide ich unter verschiedenen Symptomen. Begonnen hat alles mit Depressionen in Form, dass mir in der Arbeit schnell alles viel zu viel wurde und ich morgens nach dem Aufstehen bereits ziemlich nervös war. Außerdem sehe ich oft alles immer viel zu schwarz. Einen wirklichen Grund oder Auslöser dafür, kann ich aber bis heute nicht erkennen - dies hat einfach so angefangen. Vielleicht habe ich einfach "nur" Versagensängste.

Es ging weiter, dass ich den ganzen Tag über völlig unkonzentriert und unruhig war und ständig ein Kribbeln im Bauch hatte. Desweiteren waren meine Hände ziemlich zitterig. Nachts lag ich häufig wach, bzw. wachte oft auf (Alkohol trinke ich übrigens kaum).

Ich ging dann nach ca. drei Wochen zu meinem Hausarzt, der mir dann 20mg Escitalopram für den Morgen und 25mg Quetiapin für Abends verschrieben hat. Zu Beginn der Tabletteneinnahme, merkte ich durch die Espcitalopram keinerlei Veränderung und auf die Quetiapin verspürte ich immer kurz nach der Einnahme den Drang, sofort ins Bett zu müssen. Alles begann sich zu drehen, mir wurde schwummrig und ich schlief mehr oder weniger an Ort und Stelle ein. Am nächsten Tag war es dann häufig so, dass ich kaum aus dem Bett kam und den ganzen Tag nicht richtig in die Gänge gekommen bin. Ich würde fast sagen, dass sich mein Zustand dadurch sogar verschlimmert hatte.

Nach etwa acht Wochen der Einnahme, beschloss ich zusammen mit meinem Hausarzt, die Quetiapin abzusetzen, da mir die Nebenwirkungen zu krass waren. Ich kam wirklich kaum noch aus dem Bett, schlief häufig bis zu 14 Stunden.

Während des Sommers und Herbstes, nahm ich dann nur noch die 20mg Escitalopram morgens und fühlte mich wieder ausgeschlafen und soweit fit. Mein ursprüngliches Problem, das mir alles schnell zu viel wird, ich mich schnell gestresst fühle und diese Grundnervosität blieb aber. Somit helften aigentlich auch die Escitalopram nicht wirklich.

Anfang Dezember war dann der "Höhepunkt" meiner Krankheit erreicht: Da kippte ich schließlich zuhause um, ich bekam Schreikrämpfe, Wutausbrüche, dieses "Unruhig" sein wurde immer schlimmer und ich bekam richtige Panikattacken, bei dem Gedanken irgendetwas tun zu müssen (sei es nur einkaufen zu gehen, oder zur Arbeit zu gehen). Ich suchte dann noch vor Weihnachten meinen Hausarzt auf, der mich daraufhin bis 10.01.16 krank schrieb. Anstatt mir ein neues Mediakament zu geben, verschrieb er mir aber eine höhere Dosis des Escitaloprams (jetzt 30mg) auch auch wieder des Quetiapins (50mg).

Seit ich das Quetiapin wieder nehme, sind die Nebenwirkungen zurück, zudem habe ich noch sehr starke Träume bekommen, die ich so noch nicht kannte (z.b. Träume ich häufig, dass mich irgendjemand würgen will - ich spüre das richtig) - und bei den Escitalopram merke ich einfach gar nix. Weder Besserung noch Nebenwirkungen. Ich war diese Woche zwei Tage in der Arbeit - habe meinem Vorgesetzten das auch alles erzählt und er hat mich auch erstmal beruhigt. Aber am zweiten Arbeitsttag, wurde mir wieder schwarz vor Augen, ich bekam Schweißausbrüche, Panik und wollte einfach nur wegrennen.

Und das obwohl ich eigentlich Arbeitstechnisch (nüchtern betrachtet) kaum Stress und Kollegentechnisch keine Probleme habe. Meine Panik tritt aber (wie ich nun festgestellt habe) hauptsächlich auf, wenn ich unter Leuten bin (vor allem in der Firma). Die Pausen sind am schlimmsten. Ich kann einfach mit keinem mehr Kommunizieren, ohne Panik zu bekommen. Das legt sich dann erst wieder, wenn ich zum Feierabend mein Auto starten und wegfahren kann.

Aktuell bin ich wieder bis Ende Januar krank geschrieben, wegen dieser Panikattacken. Der Hausarzt hat mir jetzt als Akutmittel Lorazepam 2,5mg verschrieben (für den Notfall, wenn ichs gar nicht mehr in meiner Umgebung aushalte). Die Quetiapin nehme ich (zum Glück) nicht mehr, Escitalopram aktuell 30mg morgens (auch wenns meiner Meinung nach nix bringt). Desweiteren hat mir mein Hausarzt eine Überweisung zum Psychologen mitgegeben. Habe jetzt an die 40 Psychologen durchtelefoniert - ohne Erfolg. Keiner hat Termine frei, manche erst ab Sommer, manche erst nächstes Jahr. Der HA hat gemeint, wenn ich bis Ende Januar keinen Psychologen gefunden habe, müsste man mich stationär behandeln.

Ich weiß, das war jetzt viel Text.

Aber was würdet ihr jetzt machen? Die Medikamente weiter nehmen? Bekomme ich in meinem Fall überhaupt die richtigen Medikamente? Wie komme ich am besten an einen Psychologen?

Aktuell bin ich ziemlich verzweifelt. NOCH hat mein Arbeitgeber Verständnis, aber wer weiß wie lange noch? Aber ich bin einfach aktuell nicht in der Lage zu arbeiten, obwohl ich so gerne wieder ein "normales" Leben führen würde. Ohne Angstzustände und Panikattacken.

Vielen Danke und liebe Grüße,

Christian.

Antworten
D(anny60409


Hallo Chris,

Ich habe selber über 5 Jahre unter Angst und Panikattcken gelitten. Allerdings was du beschreibst hört sich das für mich eher nach Burnout an.Ich würde einen guten Psychotherapeuten oder Psychologen aufsuchen. Der Hausarzt kann dir mehr oder weniger nur Medikamente verschreiben. Ich habe es ohne Medikamente geschafft aber War allerdings auch alles anders ... :)* :)*

f4alc%o pelbegriDnoi&des


Hallo Chris,

solche Medikamente sollte dir sowieso nur ein Fachmann verschreiben. Ich bekomme meine von meinem Psychiater. Die haben das studiert und kennen sich damit viel besser aus als ein Hausarzt. Dann würde ich an deiner Stelle begleitend noch eine Therapie bei einem Psychologen machen aber das hast du ja vor.

Die wenigsten Arbeitgeber haben Verständnis, wenn einer der Arbeiter krank ist. Aber versuche jetzt nicht an die Arbeit zu denken, so wenig wie möglich. Beschäftigen dich mit etwas, was dir Spaß macht. Gehe raus spazieren. Versuche regelmäßig und gesund zu essen. Versuche einen geregelten Tagesablauf zu haben. Ich weiß, das ist leicht gesagt und schwer, wenn man eine Depression hat. Es ist aber wirklich wichtig. Ich liege dann meist im Bett aber das verschlimmert das ganze nur noch.

Wenn du merkst, dass du eine Panikatacke bekommst, versuche gleichmässig ein und auszuatmen. Konzentrieren dich auf deine Atmung.

Psychologen, Psychotherapeuten und Psychiater können dir dabei helfen, wie du dich im Fall einer Panikatacke verhalten kannst oder besser gesagt, was du machen solltest, wenn du merkst, dass es losgeht.

Ich hoffe, es geht dir bald wieder besser. :°_

N$umbjer OfT The QBexast


@ Chris

Was hast du deinem Chef eigentlich konkret gesagt? Ich meine, weiß er, dass dir das zu viel auf der Arbeit geworden ist? Hat dein Chef irgendwas in der Richtung gesagt, dass sich was an den Arbeitsbedingungen ändern wird? Ich weiß ja nicht, ob es bei dir auf der Arbeit mehrere Leute gibt, denen es so geht wie dir. Seid ihr unterbesetzt? Ist deine Tätigkeit zu einseitig?

Jetzt ist es natürlich erstmal wichtig, dass du mithilfe eines Psychologen wieder auf die Beine kommst. Allerdings solltest du dir auch schon mal Gedanken darüber machen, ob es so sinnvoll ist, wieder zu der Wurzel allen Übels zurückzukehren, oder ob du dir nicht eine neue Arbeitsstelle suchst.

nranch\en


Lieber TE,

mir geht es ähnlich wie du. Am Donnerstag bin ich noch auf der Arbeit zusammen geklappt.

Mein Tipp: suche dir zuerst einen Psychiater. Der kann dir auch die passenden Medikamente verschreiben. Vielleicht kann dir dein HA auch dabei helfen möglichst schnell einen Termin zu bekommen. An die Krankenkasse wenden... vielleicht können die dir da weiterhelfen.

Mein Psychiater hat mir den Tipp gegeben. Eher in Großstädten nach Psychotherapie nachzusehen. Da bekommt man wesentlich schneller einen Platz. Er gab mir die Information eines Netzwerkes von Psychiologen die Therapieplätze vermitteln. Da kam ich schnell an einen Platz.

CwhrijsU19x87


Vielen Dank schon mal für Eure Hilfe. Ab morgen werde ich sofort wieder die (weitere) Suche nach einem Psychologen aufnehmen. Bei der Krankenkasse werde ich auch anrufen, vielleicht können die mir auch weiterhelfen. Danke für den Tipp!

@ Number Of The Beast:

Ich habe "nur" mit meinem Vorgesetzten gesprochen, der ist aber nicht der oberste Chef. Er kann mich voll und ganz verstehen, meinte sogar wörtlich zu mir "er kann es nachvollziehen, dass man in dieser Firma einen Schaden bekommt". Sein Glück sei es, dass er nur noch 1,5 Jahre bis zur Rente hat, meinte er weiter. Mein Vorgesetzter war auch der Erste, der vermutet hat, dass es eher ein Burnout ist. Die Frage ist jetzt nur, wie lange er mir vor dem Oberboss den Rücken frei halten kann. Wundern würde es mich ehrlich gesagt nicht, wenn innerhalb der nächsten Tage die Kündigung käme. Der "Oberste" kann meine Situation wohl kaum nachvollziehen, denke ich. Für den bin ich halt nur eine Nummer...

Eigentlich gefällts mir ja in der Arbeit auch, die Tätigkeit an sich liegt mir auch, aber ich bekomme einfach immer diese Panik, sobald ich in eine Stresssituation komme oder mehr als zwei Leute um mich rumstehen. Dann wird mir schwarz und ich bekomme Schweißausbrüche. Wie gesagt...die Pausen sind daher tatsächlich am schlimmsten.

Zur Firma selber: Unterbesetzt sind wir massiv, Überstunden sind eher die Regel als die Ausnahme. Dazu muss "Jeder Alles können" (so bleibt zwar die Tätigkeit abwechslungsreich, aber es entsteht dadurch auch mehr Arbeitsdruck).

Trotzdem versuche ich nun, nicht weiter darüber nachzudenken, was kommen oder passieren könnte...sonst werde ich entgültig verrückt.

Die Quetiapin habe ich nun eigenhändig abgesetzt - davon wurde ich eh nur müde. Und wenn ich wach war, war ich zittrig und noch nervöser. Hoffentlich finde ich einen Psychologen, der mir die richtigen Medikamente verschreibt und mich bei einer Therapie begleitet.

Trotzdem vielen Dank an Alle nochmal!

P{e.ddi


Willkommen im club. Ich habe auch Burnout. Mir geht es genauso. Nur, dass ich halt nur Medikamente auf pflanzlicher Basis bekomme.

Das mit den langen Wartezeiten für Psychater kenn ich. Ruf bei Deiner Krankenkasse an. Es gibt Gesetze, die Krankenkasse kann Dir helfen, eher einen Termin zu bekommen. (Wartezeitenmanagemant... die Mitarbeiter wollen sich auch gern davor drücken, aber die müssen Dir helfen, eher einen Termin zu kriegen) Für eine Akuteinweisung in eine "normale" Klinik hört es sich nicht so an, als ob es für Dich das richtige wäre. Nimm Kontakt zu einer guten psychatrischen Klinik auf. Lass Dich auf Liste setzten. Suche Dir einen guten Therapeuten, falls du keinen hast, lass dich auf Warteliste setzen. Ich muß auch den normalen Weg gehen und auf einen Termin bei einem Psyhater warten. Schlimm. Meine Ärztin hat mir geraten, einen Urlaub zu machen. Falls Du das kannst, such Dir ein Wellneshotel. nimm Dir 2 Wochen, gönn Dir was. Raus aus dem Überlegen, geh ins Kino, Theater, aber sitz nicht zu Hause rum. Das sind alles nur Tips von mir, soll also bitte nicht als Befehl gesehen werden. Alles gute.

ltaurxa60


@ chris

Mir erscheint die Dosis 30mg schon ein wenig hoch. Ich nehme 15mg und hatte schon schlimme NW. Hast du langsam erhöht oder gleich volle Dosis. Bei mir war damals der Weg vom Hausarzt zum Neurologen. Der ist doch eigentlich der Facharzt für diese Krankheit. Ich wuensche dir alles Gute :)*

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH