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Sich am Ende des Tages nicht entspannen können - was hilft?

kIr`illxe2 hat die Diskussion gestartet


Seit einigen Monaten plagt mich das Problem, dass ich mich abends, wenn im Haus endlich Ruhe einkehrt und Arbeit, Familienchaos und Stress des Tages hinter mir liegen, kaum und vor allem in letzter Zeit gar nicht entspannen kann.

Früher waren die Abende meine geliebte und oft dringend notwendige "Energie-Tankstelle", mal zusammen mit meinem Mann mit einem Glas Wein auf dem Sofa, mal alleine mit einem Buch und einer Tasse Tee im Bett. Abzuschalten und mich zu entspannen war nie ein Problem, sehr oft habe ich an besonders stressigen Tagen den ruhigen Abend herbeigesehnt.

Ich mache zwar weiterhin die Dinge, die mir Spaß machen (lesen, telefonieren, joggen, eine Serie schauen, malen, töpfern), aber ich kann mich dabei einfach nicht richtig entspannen.

Inzwischen wird das zu einer richtigen Belastung für mich, weil ich mich fast nie ausgeruht und erholt fühle. Das wirkt sich mittlerweile auch schon auf meinen ganzen Körper aus. Meine Anspannung und Verkrampfung kann ich direkt spüren, ich habe oft Kopfschmerzen, Muskelverspannungen im Nacken und Rücken und bin dann im Alltag auch viel gereizter und weniger belastbar. Das wirkt sich nicht gerade positiv auf den Alltag aus, so wird es oft noch stressiger als es eh schon ist und schon befinde ich mich in einem "tollen" Hamsterrad.

Ich würde mich über eure Tipps freuen, wie ihr euch speziell abends entspannen könnt und es schafft, auch einmal abzuschalten!

Was ich schon versucht habe: wenn die Anspannung durch Ablenkung oder Beschäftigung nicht gelöst werden kann, einfach ins Bett gehen und versuchen zu schlafen, mit und ohne ruhiger Musik. Das hat leider nur dazu geführt, dass ich mich noch unruhiger gefühlt habe. Mich sportlich auszupowern hat auch nicht viel gebracht, ich bin körperlich dann zwar erschöpft und müde, aber gedanklich trotzdem weiterhin unruhig und angespannt.

Antworten
Daream7s201x5


Ich würde als erstes alle aufputschenden Dinge wie Kaffee, Zigaretten, schwarzer Tee etc. Am Tag vermeiden bzw. drastisch reduzieren.

Was mir immer hilft, ist eine heiße Badewanne! Aber auch Wärmeauflage für den Rücken tut gut. Dann ggf. den Schlaf-Pensum generell erhöhen - Schlafmangel verhindert auf Dauer das euhige Einschlafen.

Hast Du vielleicht erhöhten Blutdruck? Ist auch ruhestörend.

EVhemalGiger Nuctzer J(#5X7806x9)


Gibt es derzeit etwas, dass dich gedanklich auf Trab hält? Oder hast du derzeit viel Stress?

k!rilxle2


Danke für eure Antworten!

Ich würde als erstes alle aufputschenden Dinge wie Kaffee, Zigaretten, schwarzer Tee etc. Am Tag vermeiden bzw. drastisch reduzieren.

Das fällt bei mir bereits weg. Ich rauche nicht und trinke wenn's hoch kommt, vielleicht zwei Tassen Kaffee (mit vieeel Milch) pro Woche. Ausschlaggebend sollten die nicht sein.

Was mir immer hilft, ist eine heiße Badewanne! Aber auch Wärmeauflage für den Rücken tut gut. Dann ggf. den Schlaf-Pensum generell erhöhen - Schlafmangel verhindert auf Dauer das euhige Einschlafen.

Ein heißes Bad tut mir auch gut, ich merke dann auch, wie ich mich körperlich entspanne (vor allem rund um die Schultern ist das gut spürbar), aber um gedanklich "runterzukommen" hilft es auch nicht. Wenn ich danach im Bett liege, bin ich zwar schön müde und warm, aber wieder angespannt. :-/

Schlafpensum erhöhen ist sehr schwierig. Wenn ich zu früh ins Bett gehe, werde ich noch unruhiger und kann noch schwerer einschlafen.

Meinen Blutdruck werde ich wohl messen, danke für den Tipp. Ich habe keine Ahnung, wie der ist.

Gibt es derzeit etwas, dass dich gedanklich auf Trab hält? Oder hast du derzeit viel Stress?

Alltagsstress habe ich eigentlich immer. Wie das eben so ist, mit drei kleinen Kindern und diversen Neben"belastungen". Das letzte Jahr (2015) war nicht so einfach aus diversen Gründen, aber seit einiger Zeit läuft es im Großen und Ganzen wieder besser. :-)

kkriPllex2


Mein Blutdruck ist okay (122/73), das schließe ich als Ursache also aus. Die kenne ich ja auch, es ist bei uns meistens einfach chaotisch, stressig, turbulent. Das ist aber gar nicht so schlimm, es passt sehr gut so.

Belastend ist nur, dass ich es eben nicht schaffe, abends runterzukommen und mich zu erholen, um am nächsten Tag wieder durchstarten zu können.

R4ege'nmädcxhen


Wie wäre es mit Sport? Wenn du dich anstrengst, hört dein Kopf auf zu denken. Auch dein Körper wird müde.

Das ist zwar mit einer großen Anstrengung verbunden, aber 20 Minuten reichen eigentlich schon vollkommen aus, um dich zu entspannen.

Mir hilft auch ein Spaziergang oder ein gutes Buch.

n<ulli&p^ries]emuxt


Wenn es tatsächlich "nur" der Alltag ist, der dich nicht runterkommen lässt: Wie wäre es mit aufschreiben? Du könntest dir To-Do-Listen machen und diese nach Priorität einteilen. Alltägliche Sorgen schreibst du auch auf und die Lösung direkt dahinter - Beispiel: Kind 1 muss morgen um X Uhr von der Schule abgeholt werden, du musst aber auch noch einkaufen. Schreibe auf, wie du deine Wege koordinieren musst, um beides ohne Streß zu schaffen.

Auch weniger konkrete Dinge solltest du einfach mal notieren. Zum Beispiel, wenn du dir Sorgen machst, ob Kind 2 den Schulweg allein schafft oder Kind 3 endlich lernt, allein aufs Klo zu gehen, oder ob du genügend im Haushalt schaffst und so weiter. Solche Sachen, die sich nicht sofort lösen lassen, weil du meist auch nicht die Zeit oder Geduld hast, darüber richtig nachzudenken. Schreib's auf, und dir wird vermutlich dann einfallen, wie du die Sache in den Griff kriegst.

k#ri l#le2


Wie wäre es mit Sport?

Sport half mir bei diesem Problem bis jetzt leider noch nicht. Ich gehe ab und zu joggen und fast allabendlich noch eine große Runde mit dem Hund. Vielleicht müsste ich mich mehr auspowern oder etwas ganz anders machen, als das Gewohnte?

Wie wäre es mit aufschreiben?

Das werde ich ausprobieren, danke! Vielleicht bin ich dann gedanklich sortierter und freier, wenn ich das, was mich beschäftigt, notiert habe und kann mich davon besser lösen, um auch mal abzuschalten. :)^

D_ie jSaehe3rixn


mir hat es sehr geholfen, mir meine kleinen rituale zu erschaffen. die letzte tätigkeit im büro ist - losgelöst von der uhrzeit - immer die gleiche. mein abstecher in meinen supermarkt auf dem heimweg ist wichtig für die "brücke" zwischen job und daheim. und das heimkommen gestalte ich fast immer gleich.

dass das mit drei kleinen kindern anders aussehen muss, ist mir vollkommen klar, aber gibt es eine uhrzeit, um die alle drei im bett liegen? was machst du dann? was macht dein mann dann?

Rpegenpmädkchnen


Wie wäre es denn mit Yoga? Ich bin auch ein Mensch, der nur schwer loslassen kann, aber Yoga und meditieren entspannen mich sehr, lassen mich zur Ruhe kommen. Ich habe danach das Gefühl, dass ich näher bei mir stehe.

Diese Entspannungsmomente, die ich mir gönne, dienen ausschließlich meiner Erholung. Man tut sich etwas Gutes. Man es ist wert, seine Seele zu pflegen. Das ist ein sehr schönes Gefühl! :)z

Wie wäre es mit einem Tagebuch? Mache ich auch ab und zu. Die To-Do-Listen finde ich auch super. So hat man nicht mehr das Gefühl, dass einem alles über den Kopf wächst, sondern kann alles strukturiert angehen und es abhaken, wenn es erledigt ist.

Könnte dein Mann (stellverstretend gerne auch jemand anderes, dem du deine Kinder anvertrauen könntest) dir ein paar Aufgaben abnehmen, sodass du entlastet bist?

kHr\illxe2


gibt es eine uhrzeit, um die alle drei im bett liegen? was machst du dann? was macht dein mann dann?

Unser Tagesablauf ist durch den Autismus von unserem großen Sohn mehr oder weniger kompromisslos durchstrukturiert.

In der Zeit nach dem gemeinsamen Abendessen teilen wir uns auf, mein Mann beschäftigt sich bis zum Schlafengehen mit dem Großen und übernimmt auch das Waschen und ins Bettbringen. Ich mache in der Zeit die zwei Kleinen bettfertig und lege sie hin. Das ist phasenweise sehr anstrengend und kann dauern, aber in der Regel schlafen die zwei zwischen 19:00 und 19:30.

Ich habe dann eine gute Stunde für mich, in der ich diverse Kleinigkeiten erledige (die Küche schnell in Ordnung bringen, die Kleidung für den nächsten Tag rauslegen und so weiter). Danach gehe ich mit unserem Hund raus. Wenn ich zurück bin, hat mein Mann den Großen bereits ins Bett gebracht. Je nach Lust und Laune machen wir es uns dann zu zweit im Wohnzimmer gemütlich oder jeder macht sein eigenes Ding. Ich telefoniere abends gerne mit Freundinnen oder gehe gleich ins Bett, um zu lesen oder im Internet zu surfen, mein Mann sieht sich manchmal etwas im Fernsehen an, das mich nicht interessiert, liest Zeitung, werkt in seiner Werkstatt oder ist zum Sport verabredet.

Die Abende sind bei uns also eigentlich sehr angenehm und ruhig, vor allem, weil unsere Kinder seit einiger Zeit in 99% der Fälle wirklich schlafen, wenn sie erst einmal schlafen. :)^

Könnte dein Mann (stellverstretend gerne auch jemand anderes, dem du deine Kinder anvertrauen könntest) dir ein paar Aufgaben abnehmen, sodass du entlastet bist?

Mein Mann macht und übernimmt bereits sehr viel. Aber er ist bei uns eben der Vollverdiener, er verlässt das Haus bevor wir anderen aufstehen und kommt am frühen Abend nach Hause. Am Wochenende beschäftigt er sich schon sehr viel mit allen drei Kindern, da kann ich mich wirklich nicht beschweren.

Wie wäre es denn mit Yoga?

Das klingt gut und daran habe ich auch schon gedacht! Würdest du einen Kurs empfehlen oder kann man das auch eigenständig mittels Buch/DVD erlernen?

Wie wäre es mit einem Tagebuch?

Witzig, mir fällt gerade etwas ein: früher habe ich sehr regelmäßig Tagebuch geführt, aber in den letzten Jahren wurde das mit den Kindern immer weniger bis ich es irgendwann (ich kann nicht einmal sagen, wann genau!) komplett eingestellt habe. Offen gestanden glaube ich auch, dass mir auch wirklich die Energie und vor allem die Muse dazu fehlt, obwohl es mir früher immer wichtig war und vor allem auch gut getan hat. Ich werde mir das mal durch den Kopf gehen lassen, schon möglich, dass das auch einen Zusammenhang zu meiner Situation jetzt hat.

B7irkeknzwxeig


"Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden."

das als "gebetsmühle"?

kKr8ilSle2


Ist nicht so meines, aber danke!

B~lecJh7pirxat


Vielleicht wär [[http://www.med1.de/Forum/Neurologie/716477/#p22072982 das hier]] eine Möglichkeit?

g8auloUisxe


Mir hat es sehr geholfen, als ich mich irgendwann dazu entschloss, den gesamten Alltagskrempel da zu lassen, wo er hingehört. In meinem Fall ist das mein Schreibtisch. Da lasse ich abends alles liegen, sowohl im tatsächlichen als auch im übertragenen Sinne: wenn ich das Licht und den Rechner ausmache, ist Feierabend. In mein Bett nehme ich nur angenehme Gedanken mit. Alles andere muss bis zum nächsten Morgen warten. Klar, das klappt nicht immer, aber ich mache das jetzt seit einpaar Jahren und werde immer besser.

Ich brauche Leerstellen, ich brauche Zeiten, wo einfach mal niemand was von mir will. Ich habe auch drei Kinder, wenn mir jemand damit gekommen wäre, ich sollte doch noch diesen oder jenen Kurs belegen, wäre ich durchgedreht. Das musst du selbst wissen: wenn du denkst, dass du abends nochmal raus möchtest, dann mach das. Ganz grundsätzlich finde ich eine Trennung von Alltag und Entspannung, die auch im Kopf stattfindet, perfekt.

Für dich: die abendliche Hunderunde wäre doch perfekt, den Tag hinter dir zu lassen, wäre das eine Idee? Beim Rumlaufen nochmal nachdenken...und dann jedesmal, wenn der Hund das Bein hebt, denken, so, das wäre jetzt auch erledigt. ;-D

Dann könntest du mit aufgeräumtem Kopf nach Hause kommen, noch eine Runde nett mit deinem Mann schnacken und dann ins Bett gehen mit dem Bewusstsein, für heute ist alles getan, was ich tun musste. Morgen gehts weiter. Für heute ist Schluss.

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