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Sich am Ende des Tages nicht entspannen können - was hilft?

DDie JSeherixn


Für dich: die abendliche Hunderunde wäre doch perfekt, den Tag hinter dir zu lassen, wäre das eine Idee? Beim Rumlaufen nochmal nachdenken...und dann jedesmal, wenn der Hund das Bein hebt, denken, so, das wäre jetzt auch erledigt.

genau das habe ich mir auch gedacht! das war bei mir auch immer ein gutes ritual um nochmal über das nachzudenken, was am tag so los war, kurz nachzudenken, was morgen auf mich zukommt... aber dann heimzugehen und ganz im hier und jetzt zu sein.

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Mir hat es sehr geholfen, als ich mich irgendwann dazu entschloss, den gesamten Alltagskrempel da zu lassen, wo er hingehört.

Aber wie hast du das geschafft? Sich bewusst dazu entschließen ist sicher der erste Schritt, aber hat das bei dir wirklich funktioniert?

Vielleicht hast du mich damit auf die Spur gebracht und ist genau das mein Knackpunkt. Es stimmt nämlich, ich grüble und denke viel nach, mache mir wegen diesem und jenem Sorgen und schaffe es einfach nicht, auch einmal zu sagen: Schluss jetzt, genug für heute. Ich merke das beim Lesen, ich schaffe es gar nicht, mich in mein Buch zu vertiefen und in die Geschichte einzutauchen, weil meine Gedanken alle paar Zeilen doch wieder abschweifen und ich ihnen nachlaufe. :-/

Früher war die letzte Runde mit dem Hund für mich eigentlich genau das, was du beschriebst: ein Ausklang des Tages und zugleich Schlusspunkt für diverse Gedanken, danach wurde nur noch entspannt und genossen.

Sicher war die letzte Zeit recht stressig, aber das war es früher auch immer mal wieder. Warum mir das jetzt so schwer fällt, kann ich nicht sagen, aber ich muss wirklich noch viel bewusster versuchen, die Dinge auch einmal ruhen zu lassen. Die fehlende Entspannung wirkt sich vor allem körperlich immer unangenehmer aus und da muss und möchte ich unbedingt gegensteuern.

Danke für eure Ideen! @:)

g~aul1oisxe


Aber wie hast du das geschafft? Sich bewusst dazu entschließen ist sicher der erste Schritt, aber hat das bei dir wirklich funktioniert?

Ich kann dir nicht genau sagen, wie ich das gemacht habe. Ich habe mir abendliche Rituale geschaffen: nach Hause kommen, mit den Kindern quatschen, Küche aufräumen, dann duschen gehen (sehr wichtig für mich! In meinem Kopf spüle ich damit den Tag weg!), Tee kochen. Dann aufs Sofa, Kerzen an, Tee trinken, ganz bewusst Musik hören, gerne auch laut. Musik pustet mir auch ganz viel aus dem Kopf. Oder einen netten historischen Roman lesen, bloß nichts, was heute und hier spielt. Später noch eine Runde online gehen - und dann nicht, um online-Banking oder sonstwas ärgerliches zu machen, sondern nur zum Rumsurfen. ;-D

Wenn ich dann ins Bett gehe, ist mein Kopf schläfrig und angenehm leer.

Ich mache das nicht alles jeden Abend, aber, wie ich schon sagte, ich versuche wirklich jeden Tag, mir abends kleine Inseln für mich selbst freizuschaufeln. Und ich bin im Laufe der Jahre da auch wirklich gnadenlos geworden: meine Kinder wissen, dass sie mich unter der Woche ab 20:30 nur noch küssen, aber nicht mehr belatschern dürfen. ;-D

Und meine schwatzhaften Freundinnen haben auch verstanden, dass ich häufig einfach nicht mehr ans Telefon gehe. Ich hab sie alle herzlich gerne, aber ich nehme mir eben auch heraus, dass es Tage gibt, an denen ich nicht mehr sprechen mag - ich habe einen Job, in dem ich ununterbrochen labern muss.

Das waren jetzt meine ganz persönlichen Wege, abzuschalten. Deine familiäre Situation ist natürlich eine andere, aber vielleicht kannst du für dich passende Strategien finden?

Und: nein, es klappt nicht immer. Es gibt immer wieder Tage, da hilft gar nichts, weil alles im Chaos versinkt. Ist also kein Königsweg. Aber vielleicht hilft es dir, wenn du das Bild mit den Inseln für dich selbst in deinen Kopf pflanzt. @:)

STunflo&wer_7x3


Es scheint ja weniger der Punkt sein, dass Du keine Strategien hast - sondern dass Du Gedanken nicht abstellen kannst. WAS und WIE beschäftigt Dich denn? Sind es nur unendlich viele ToDo-Punkte? Oder auch Ängste, Unsicherheiteh etc.? Kommst Du beim Denken/Nicht-abschalten zu Lösungen, oder sind es eher Grübelspiralen, die zu nichts führen?

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Wenn ich dann ins Bett gehe, ist mein Kopf schläfrig und angenehm leer.

Dieses Gefühl ist das, was ich im Moment sehr vermisse. Wenn ich das Licht ausmache und schlafen möchte, spüre ich zwar, dass ich körperlich müde genug bin, aber ich spüre auch die starke Anspannung. Ich finde kaum eine angenehme Position, weil meine Schultern und Arme so verkrampft sind und kriege es nicht hin, aus dem Gedankenkarussel auszusteigen. :-(

Ich habe überlegt, wann ich mich das letzte Mal am Ende des Tages müde, aber auch entspannt gefühlt habe und das war, als ich einer Freundin vor kurzem beim Umzug geholfen habe. Der Tag war zwar sehr anstrengend, aber es gab keine Zeit, für Gedanken und zum Teil auch nicht einmal, um auf's Handy zu schauen und eine schnelle Sms nach Hause zu schicken, ob dort alles okay ist. Das war super!

WAS und WIE beschäftigt Dich denn? Sind es nur unendlich viele ToDo-Punkte? Oder auch Ängste, Unsicherheiteh etc.? Kommst Du beim Denken/Nicht-abschalten zu Lösungen, oder sind es eher Grübelspiralen, die zu nichts führen?

Definitiv beides. Auf der einen Seite sind es rein organisatorische Abläufe und Planungen, über die ich nachdenke und die ich im Kopf durchspiele. Mit unserem autistischen Sohn ist bei uns alles sehr genau durchstrukturiert und geplant, aber es kommen auch immer wieder neue und nicht gut vorplanbare Situationen auf uns zu. Ich denke dann darüber nach, was ich mache, wenn Situation A anders verläuft als gedacht und wie wir dann damit umgehen, entwickle gedanklich Plan B, C und D.

Ängste und Sorgen nehmen aber sicher den weitaus größeren Raum ein. Die drehen sich überwiegend um meinen großen Sohn, der es sehr schwer und gerade in letzter Zeit noch schwerer als sonst hat, um meine Schwester, die psychisch krank ist, und um meinen Schwiegervater, der altersbedingt nicht mehr bei bester Gesundheit ist.

Es sind viele konkrete Sorgen, die sich auf aktuelle Schwierigkeiten beziehen, aber auch unbestimmte Zukunftsängste. Wie wird es mit meinem Schwiegervater weitergehen? Wie wird es der Schwiegermutter ergehen, wenn ihr Mann einmal nicht mehr ist? Wie wird sich mein Sohn weiterentwickeln? Wird meine Schwester es schaffen, irgendwann auf eigenen und stabilen Beinen zu stehen?

Es wirkt jetzt sicher ganz anders, aber eigentlich bin ich ein optimistischer und positiver Mensch. Ich denke oft, wir werden das schon irgendwie schaffen, aber irgendwie hat sich das in letzter Zeit zu einem Mantra entwickelt, das ich gar nicht mehr richtig spüren und noch weniger umsetzen kann.

k(rillTex2


Ich werde nächste Woche wahrscheinlich zum Hausarzt gehen, weil mich die körperlichen Beschwerden stören und ich davon ausgehe, dass sie direkt mit der Angespanntheit zusammenhängen bzw. davon kommen. Alles nicht schlimm, aber in Summe belastet und beeinträchtigt es mich. Ich habe fast täglich Kopfschmerzen und Rückenprobleme, die sich immer mehr ausweiten. Das trägt auch nicht gerade zur Entspannung bei und so beißt sich die Katze in den Schwanz.

S#unflo4wer(_`73


Klingt nach einem guten Plan. Und ja, Deine Annahme ist durchaus realistisch. Aber an irgendeinem Punkt muss der Ausstieg aus dem Teufelskreis gelingen. Reagiere die Tage nochmal auf Deine vorletzte Antwort. Alles Gute!

kKril=lxe2


Ich hole den Faden wieder hoch, weil es mir leider nicht gut geht. Körperlich und seelisch.

Noch einmal kurz zusammengefasst, was mein Problem ist: ich habe aus verschiedenen Gründen einen anstrengenden Alltag und schaffe es einfach nicht, mich zwischendurch davon zu erholen und zu entspannen.

Körperlich ist es gerade sehr übel, ich habe schlimme Rückenprobleme, in den letzten Wochen vermehrt Migräneanfälle und seit 10 Tagen Tinitus. Der Tinitus setzt immer wieder aus, dann aber auch wieder ein, in keiner bestimmten Reglmäßigkeit. Mich bringt das meiner Belastungsgrenze noch näher, mein Hausarzt sagt, dass ich mit hoher Geschwindigkeit auf ein Burnout zusteuere und dringend etwas für meine Seelenhygiene tun muss. Ganz so schlimm ist es nicht, aber ich merke schon, dass ich immer weniger belastbar bin und schneller die Nerven wegschmeiße.

Einmal pro Woche gehe ich zur TCM-Behandlung, die dauert an die 3h und tut mir auch sehr gut und hilft mit der Migräne und dem Rücken, ist auch entspannend, aber am nächsten Tag geht es mir was die Angespanntheit betrifft wieder genauso mies wie vorher.

Hat jemand vielleicht Erfahrung mit Autogenem Training oder anderem gemacht? Inhwischen glaube jch, dass ich Entspannung gezielt lernen muss, aber ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht, weiß nicht, was sich für mich gut umsetzen lässt und zu mir passt. Techniken und Möglichkeiten gibt es ja genug, eigenltich. Ich freue mich über eure Erfahrungen und Tipps.

EBheumaligerr Nutzer m(#5813x00)


Tja, da fehlt mir jetzt meine ehemalige Partnerin, eine Schwarzwälder Kräuterhexe. Die kannte so etliche Tricks und Kniffe um mich herunter zu holen, wenn die Nenndrehzahl im Kopf überschritten wurde.

Kenne diesen Zustand. Weiß jetzt aber manchmal auch nicht vor oder Zurück. Shit happens to many times!!!

N4ailoxuga


Hast du mal Hörbücher ausprobiert? Ich weiß nicht, ob das bei dir wirklich noch etwas hilft, weil sich deine Situation schon ziemlich angespannt ließt. Für mich ist es aber die ultimative Einschlafstrategie geworden (Zeit bis zum Einschlafen ohne: 30min in guten, 1-4h in schlechten Zeiten, Gedankenkreisen um völligen Nonsens. Zeit bis zum Einschlafen mit: 30sek - 5min). Alles was einigermaßen monoton ist, wie TV-Dokumentationen, Ted-Talks, Hörbücher etc. Ich denke das funktioniert, weil der Kopf dann einfach mit etwas beschäftigt ist und dann nicht nachgrübelt. Und dann eben einschläft. Ist aber eben eine Einschlafstrategie und nichts, was nachhaltig "den Kopf aufräumt" oder so.

Autogenes Training kenne ich nur von meiner Mutter, die hat das gelernt, als ihre drei (liebenswerten und absolut pflegeleichten) Kinder klein waren. Hat für sie wohl gut funktioniert. Ich kenne sie jedenfalls nur tiefenentspannt ;-D Ich weiß aber nicht, ob man dafür nicht zumindest einen Kurs besuchen sollte oder ob das auch über Youtubevideos funktioniert (ausprobieren?). Auf jedenfall muss man das auch "lernen", auf anhieb klappt das bei den meisten nicht (zumindest nicht bei denen, die Probleme beim entspannen haben)

b"iene0[07


Vielleicht helfen Dir "dysto loges" aus der Apotheke zumindest beim Einschlafen? Das ist ein homöopathisches Mittel, das bei innerer Unruhe helfen soll (und mir in einer schwierigen Phase schonmal sehr sehr gut geholfen hat). Mit mehr Schlaf hast Du dann hoffentlich auch mehr Kraft für den Alltag. :)*

Unterschätze nicht, was Dein Arzt bzgl. Burnout gesagt hat!

@:) Alles Gute,

ujnabhänegiget_Varixable


also für mich als angehende Psychologin klingt das danach als würde ziemlich viel Verantwortung im zwischenmenschlichen, pflegerischen Bereich an dir hängen bleiben und besonders das Nicht-Abschalten-Können kann schon der Beginn eines Burnouts sein - ich würde eher am Gesamtsystem etwas versuchen zu ändern als an dir als Inviduum etwas zu optimieren- was könnte das Leben für dich leichter machen? ich denke an sowas wie Umverteilung der Arbeit, Familienhilfe, Betreeuung etc.? oder auch einfach einen Ort, jemanden mit dem du neutral reden kannst?

SKaldxo


Ich empfehle Dir ein Gespräch mit jemandem, der sich Zeit für Dich nimmt. Denn Nackenverspannungen, Tinnitus, Migräne und übrigens auch Rückenschmerzen sind auch für mich ein klares Zeichen, dass Dir all die Sorgen des Alltages Probleme bereiten. Mit Seelenhygiene meint Dein Arzt, dass hier nicht mehr hilft, den Körper zu stärken, hier hilft ein Blick auf Dein Inneres.

Da finde ich Deine Aussage

Ganz so schlimm ist es nicht,

leider bezeichnend. Ich meine, warum willst Du warten, bis es schlimm wird? Und es wird nicht von alleine besser. Du hast jetzt ein Problem und Dein Körper möchte, dass Du Dir etwas Zeit für Deine Seele nimmst. :)*

aduVgeknHixe


Ich finde "Progressive Muskelentspannung" (PMR) auch ohne Anleitung leicht anwendbar. Meist steht noch "nach Jacobsen" dabei. Gibts auch auf KK-Seiten. "Autogenes Training" find ich da schwieriger.

Bis so etwas seine Wirkung zeigt, kann es etwas dauern und sollte täglich angewendet werden. Versuchen würde ich es. Z.B. immer abends vorm Schlafen.

k8riWllLe2


Danke für eure Antworten und Ratschläge! @:)

Hast du mal Hörbücher ausprobiert?

Das ist an und für sich ein super Tipp, den ich selbst auch schon anderen gegeben habe. :)^

Früher war das mein "Schlafmittel Nummer 1", inzwischen hilft es mir aber nicht mehr. Ich bin einerseits zu müde, um mich auf das Hörbuch zu konzentrieren, andererseits schlafe ich aber auch nicht ein, sondern meine Gedanken schweifen wieder ab, ich steige wieder ins Gedankenkarussell ein und bin dann doch wieder hellwach, was es noch schwieriger macht, einzuschlafen.

Vielleicht helfen Dir "dysto loges" aus der Apotheke zumindest beim Einschlafen?

Das werde ich mir notieren und mal googlen. Im Moment versuche ich Kapseln mit Hopfen und Melisse, die sollen auch bei Angespanntheit und Unruhe helfen.

ich würde eher am Gesamtsystem etwas versuchen zu ändern als an dir als Inviduum etwas zu optimieren- was könnte das Leben für dich leichter machen? ich denke an sowas wie Umverteilung der Arbeit, Familienhilfe, Betreeuung etc.?

Das Gesamtsystem, in meinem Fall das Familienleben + Vollzeit-Stelle von meinem Mann + mein bereits auf 8h reduzierter Job, ist eigentlich bereits auf das Äußerste optimiert und an unsere Umstände angepasst. Viel mehr können wir nicht mehr rausholen, aber es ist sicher nicht verkehrt, sich noch einmal Gedanken zu machen, ob man Kleinigkeiten verbessern könnte.

oder auch einfach einen Ort, jemanden mit dem du neutral reden kannst?

Ich empfehle Dir ein Gespräch mit jemandem, der sich Zeit für Dich nimmt.

Ich habe gute Freundinnen, die definitiv immer ein offenes Ohr für mich haben, aber ich muss ehrlich sagen, dass ich, WENN wir mal ohne Kinder, Männer,... Zeit zusammen verbringen, ich auch ganz bewusst einmal nicht über den Stress zu Hause reden will, sondern auch einfach mal Spaß haben und das "Chaos" zu Hause kurz vergessen. Das ist schon schwer genug, aber auch einmal nicht darüber reden, tut mir eigentlich auch ganz gut.

Ich meine, warum willst Du warten, bis es schlimm wird? Und es wird nicht von alleine besser.

Genau das will ich eben nicht, deswegen suche ich nach Impulsen und Strategien, die mir helfen, mich besser abzugrenzen, zu entspannen,...

Die TCM-Behandlungen sind für mich eine ganz wichtige Auszeit, die meiner Seele und meinem Körper gut tun. Was mir fehlt, ist die "Selbsthilfe" im Alltag.

Ich finde "Progressive Muskelentspannung" (PMR) auch ohne Anleitung leicht anwendbar.

Okay, danke, das werde ich mir mal anschauen.

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