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Ich werde meine Depression einfach nicht los...

HAaru'Marxu hat die Diskussion gestartet


Hallo liebes Forum,

Lang ists her, dass ich hier etwas geschrieben habe...

Es handelt sich um meine Depression, die überaus lange schon anhält.

Ich kann mich daran erinnern, dass ich vor 5-8 Jahren noch ein strahlendes Kind war, alles war super, Familie war ein Traum und wirklich jeder Tag war für mich ein Abenteuer. Alles lief prima bis zu der Zeit, als es anfing mit meinen Eltern: mittlerweile bin ich 20 Jahre alt und mein Leben könnte nicht besch***ener laufen. Es fing an, als ich gerade 15 war und mitten in der Pubertät feststeckte. Es gab Streitereien, es gab Beschuldigungen, es gab auch verbale Gewalt (niemals physische, ehrlich) und da ich schon immer als Vaterkind galt, war ich das Schandkind für meine Mutter schlechthin. Dieser gesamte, nenne ich ihn mal "Trennungsprozess", mündete in seinem Höhepunkt als ich gerade 18 wurde und noch immer Abitur und Schule machte. Es gab zwischenzeitlich mehrere Rauswürfe von zu Hause und schließlich warf mich meine Mutter nach erneuten Streitigkeiten raus, doch dieses Mal ging ich endgültig und bestreite seit nunmehr 2 Jahren mein eigenes Leben in einer eigenen Wohnung, welche staatlich finanziert wird. Es ist sehr anstrengend...

Seitdem bin ich einfach nicht mehr der selbe... Ich bin mürrisch, ich habe Launen, ich gehe selten aus dem Haus, ich sehe wirklich ALLES negativ und habe vermehrt das Gefühl ich würde niemanden mehr um mich herum haben, der etwas gutes für mich will... So als gäbe es keine guten Menschen mehr. Ich habe immer das Gefühl die Güte der Menschen sei nur aufgesetzt, mehr nicht. Auch sehe ich mich unfähig darin ein gutes Leben zu führen, weil die mich umgebende Welt einfach nicht gut ist, ich fühle mich oftmals fehl am Platz...

Als Ergebnis dessen vermute ich bin ich auch so einsam und allein geworden, bis auf die 1-2 mal die Woche, dass ich jemanden sehe. Ich befinde mich stetig in einer Art surrealen Welt, ich erkenne mich inmitten von Menschen nicht mehr wieder und fühle mich oft fremd, bis hin zu einer verzerrten visuellen Wahrnehmung, ähnlich dem Zustand als würde man bekifft sein, so als hätte man einen Schleier aufgesetzt...

Auch was Pflichten angeht bin ich sehr nachlässig geworden. 1. überfordere ich mich selbst ungemein, sprich ich nehme mir in den wenigen euphorischen Momenten, die ich habe so viele Dinge vor, dass ich am Ende nur daliege und so viel Druck habe, dass ich selbst nicht mehr weiß was ich machen soll und 2. bleibe ich eben aufgrund dessen nur noch im Bett liegen und gehe nicht mal mehr regelmäßig zur Schule (12. Klasse Abitur), so als würde mir jemand eine Wand vorhalten. Dabei weiß ich ganz genau, dass es sich hierbei nicht um eine Art Schweinehund handelt, nein, es geht sogar so weit, dass ich manchmal nicht mal aufstehe um etwas zu trinken, so sehr überfordert es mich...

Meine Lebensqualität ist eingeschränkt, ich fühle mich nicht mehr lebendig. Ich vegetiere einfach vor mich hin...

Eine Therapie besuche ich auch seit gut einem halben Jahr schon. Es handelt sich hierbei um eine tiefenpsychologische Therapie, ich habe aber das Gefühl nichts, außer minimalste Veränderungen, wie die Erkenntnis, dass ich Dinge annehmen muss, wie sie sind, weil ich sie nicht verändern kann, zu spüren...

Was sagt ihr dazu? Wie wirkt es auf euch?

Ich weiß keinen Rat mehr. :-(

Danke vielmals,

HaruMaru

Antworten
ffalco p"elegrxinoidexs


Hallo HaruMaru,

vielleicht solltest du auch Antidepressiva einnehmen. Versuche einen Termin bei einem Psychiater zu bekommen. Wenn man eine richtige Depression hat, hilft eine Therapie alleine nicht mehr. Ich weiß auch nicht, ob eine Verhaltenstherapie besser wäre.

Aber Medikamente halte ich für sinnvoll bei dir, denn wenn dir das Trinken schon Kraft kostet, geht es dir wirklich nicht gut.

Gute Besserung und Lg.

nzottYran qhuilizexd


Hey alles Gute!!!! Ich stecke auch schon lange in diesem Zustand, alles erfordert extreme Anstrengung und für was überhaupt? Quäle mich jeden Tag aus dem Bett und zur Arbeit. Das Wort Freude oder Spaß sind mir Fremdbegriffe. Ich habe aufgegeben.

Aber du bist 20, vielleicht kannst du mit viel Willenskraft noch etwas verändern, je länger der Zustand andauert, desto festgefahrener wird es.

P>SschJbiesxt


Körperliche Ursachen für deine Zustand wurden ausgeschlossen?

HUaruMajrxu


@ Plüschbiest:

Wurde niemals getestet...

s@chnecDke]198x5


Persönliche Meinung:

a) körperliche Ursachen (z.B. Schilddrüse) abklären lassen

b) Versuch von Medikamenten mit neurologischer / psychiatrischer Begleitung

c) Andere Therapieform suchen. Ich habe fast zwei Jahre mit psychoanalytischer Begleitung rumgequarkt, nach einem Wechsel zur Verhaltenstherapie (und Medikamenten) erreichte ich in sechs Monaten richtig, richtig viel und fühlte mich deutlich besser

d) es kann auch nicht nur an der Methode liegen, mitunter ist auch einfach der Therapeut der falsche.

Hharu=Marxu


Danke schneke! Auf jeden Fall eine sehr aufschlussreiche Antwort.

Zu a) Also das habe ich schon lange vor, nur ist das glaube ich sehr wahrscheinlich auszuschließen, da die typischen Symptome nicht wirklich auf mich zutreffen (habe keine gelbliche Haut oder plötzliche Gewichtszunahme zu verzeichnen...)

b) Das versuche ich so gut wie zu verhindern. Ich habe einfach Angst als eine Chemieleiche zu enden, die am Ende an den Medikamenten einzugehen droht.

c) Ich habe erstens ein wenig Scham davor dem Therapeuten zu sagen, dass ich die Therapie beenden möchte und zweitens wird das glaube ich nicht von der KK übernommen wenn ich mit einer Depression von einem zum anderen Therapeuten wechsle... Da war glaube ich sowas wie "mit einer Diagnose nur ein Mal übernahmefähig."

Und ganz allgemein: Kann diese Depression auch daran liegen, dass man ganz einfach eingeschränkt ist aufgrund von plötzlich veränderten Lebensumständen? Ich bin seit nunmehr 2,5 Jahren aufgrund einer Operationswunde, die nicht zuwächst (alles medizinisch mögliche schon versucht, es ist eine Immunreaktion des Körpers) nicht voll im Leben, kann dem Leistungssport den ich so geliebt habe nicht mehr nachgehen, da ansonsten noch schlimmeres mit der Wunde droht und zudem habe ich meine 3-jährige Beziehung aufgrund von Differenzen beenden müssen, da meine Freundin ganz einfach mein seelisches Problem nie im vollen Ausmaße verstanden hat und mich nur oberflächlich für voll nahm, ganz allgemein aber auch lebensphilosophische Ansichten auf Dauer sehr ambivalent wurden... Man lebt sich halt manchmal auseinander, das soll hier aber nicht so das große Thema werden bitte! :)^

s%chnecVke19x85


Zu a) Also das habe ich schon lange vor, nur ist das glaube ich sehr wahrscheinlich auszuschließen, da die typischen Symptome nicht wirklich auf mich zutreffen (habe keine gelbliche Haut oder plötzliche Gewichtszunahme zu verzeichnen...)

Gelbliche Haut ist Hepatitis, keine Schilddrüsen-Erkrankung. Zudem gibt es ja noch die Möglichkeit von Mineral- und Vitaminmangel usw. usw.

b) Das versuche ich so gut wie zu verhindern. Ich habe einfach Angst als eine Chemieleiche zu enden, die am Ende an den Medikamenten einzugehen droht.

b.1) Du dramatisierst. Unzählige Menschen nehmen Medikamente und haben eine normale Lebenserwartung (z.B. HIV-Patienten)

b.2) Die wenigsten Menschen nehmen solche Medikamente aus Spaß. Ich habe chronifizierte psychische Probleme vielerlei Art, und lieber lebe ich etwas kürzer, als mir noch ein Jahr diese Depressions-Scheiße anzutun. Ehrlich. Ich kann das einfach nicht mehr.

c) Ich habe erstens ein wenig Scham davor dem Therapeuten zu sagen, dass ich die Therapie beenden möchte und zweitens wird das glaube ich nicht von der KK übernommen wenn ich mit einer Depression von einem zum anderen Therapeuten wechsle... Da war glaube ich sowas wie "mit einer Diagnose nur ein Mal übernahmefähig."

Du hast Angst, du "glaubst"...

Wenn du psychische Probleme hast, dann ist das einzige Instrument zur Besserung dein Kampfwille. Auch an psychischen Erkrankungen kann man sterben.

Die Frage ist: Willst du alles tun und wissen, was in deiner Macht steht oder willst du es bequem haben? Glauben ist kein Wissen! Anrufen, nachfragen, informieren, belesen. Das wird dir keiner abnehmen.

Und ganz allgemein: Kann diese Depression auch daran liegen, dass man ganz einfach eingeschränkt ist aufgrund von plötzlich veränderten Lebensumständen? Ich bin seit nunmehr 2,5 Jahren aufgrund einer Operationswunde, die nicht zuwächst (alles medizinisch mögliche schon versucht, es ist eine Immunreaktion des Körpers) nicht voll im Leben

Natürlich. Selbstzweifel oder psychische Probleme erwachsen oft aus Ereignissen, die uns vom geplanten Lebensweg abbringen oder uns aus der Bahn werfen oder hart ans Selbstbild hämmern. Vice versa heißt das aber nicht, dass die psychischen Baustellen von selber wieder verschwinden, wenn der ursprüngliche Trigger gelöst ist. Ängste, Verunsicherungen, Traurigkeit bleiben häufig weiter bestehen.

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