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Mein Freund ist in der Psychiatrie, was erwartet einen dort?

Alias 717587


Wir sind in den 30gern. Mein Exfreund wollte sich eigentlich nicht wirklich trennen, er wollte noch eine Freundschaft aufrecht erhalten. Aber das hätte ich zu dem Zeitpunkt nicht gekonnt. Darum habe ich es beendet. Ich habe schon Monatelang gelitten gehabt, weil ich wie gesagt wusste wohin es uns führen wird.

Lliebeumvit5x0


Das kann ich verstehen! Eine Freundschaft käme für mich auch nicht direkt nach einer Trennung infrage, das hat bei mir noch nie direkt danach geklappt, nur bei meinem Ex-Mann.. aber nach zwei Kahrwn began dann der "Rosenkrieg", mittlerweile Geschichte. Mein Partner und ich sind Kollegen - wir sind bei den Kollegen aus Glas, haben immer eine offene Beziehung gezeigt, mal ein Kuss auf auf demFlur, Händchenhaltend während einer Feier etc. Das erschwert alles, wenn es zur Trennung käme und das mein Freund in der Psychiatrie ist, wissen nach dieser langen Zeit auch alle Kollegen, wobei ich damit sehr ofensiv umgehe. Ich bin in guter Gesellschaft, mein Chef war auch 1 Jahr in diversen Kliniken, Krankheitsbild Depression... Man könnte meinen es liegt an mir ??? ? Ich sollte mir darüber mal Gedanken machen, oder? LG

Alias 717587


Was meinst du liegt an dir?

Eine Freundschaft könnte ich mir eventuell jetzt nach 2 Monaten vorstellen. Sicher ist das aber nicht. Dazu müsste ich ihm begegnen. Liegt aber auch daran das ich schon einen weiteren Mann kennengelernt habe und dadurch etwas abgelenkt bin.

LRiebSemitp50


Das war eher ein Spass....! Es liegt an niemandem, wenn jemand psychische Probleme hat. Ich finde es aber schön, dass Du eine "Ablenkung" gefunden hast und wünsche Dir von Herzen alles Gute!

W0M .2014


Aber die Menschen werden dort so dermaßen verändert, das es den Therapeuten ein leichtes ist, den einfachsten Weg vorzuschlagen, ein neues Leben zu beginnen. Das ist deren Therapieerfolg. Nichts auseinandersetzen mit dem alten Leben, sondern neu starten.

Das halte ich für absolut falsch und unfair den Therapeuten gegenüber. Für die Therapeuten geht es darum, dass es dem Patienten am Ende der Behandlung besser geht. Deine Worte klingen so, als sei Ihnen eher dran gelegen eine bestimmte "Heilungsquote" zu erfüllen. Und das ist definitiv nicht so. Therapeuten raten einem im Normalfall überhaupt nicht zu irgendwelchen Dingen, sondern liefern durch gezielte Fragestellungen an den Patienten lediglich Denkanstöße, woraus der Patient selbst Dinge erkennen kann, und sich Klarheit in seinen Gedanken einstellt.

Als Depressionspatient ist ein häufiges Symptom das Gedanken-Karussel, was man fährt. Man kommt nicht zur Ruhe, weil man sich selbst Dinge fragt, daraus dann weitere Fragen entstehen und so kommt man aus diesem Gedanken-Wirrwarr nicht mehr raus. Ein Therapeut sagt einem jedoch niemals, ob etwas falsch oder richtig ist. Eine Wertung nimmt er definitiv nicht vor. Das widerspricht vollkommen der Therapie.

Ich war selbst auch wegen Depressionen in stationärer Behandlung. Und die Ärzte haben dabei nicht im Ansatz darauf "hingearbeitet", ich solle mein altes Leben aufgeben, und neu anfangen. Eher genau das Gegenteil. Ich sollte alles aus der Vergangenheit aufarbeiten, verstehen und mich damit auseinandersetzen. Um anschließend bewusst zu sein, wie ich mein Glück wiederfinde und meine Zukunft positiv erleben kann. Meine Beziehung ist durch die Therapie nicht kaputt gegangen. Und ich verdanke es den Ärzten, dass vieles so gekommen ist, wie es gekommen ist. Allein wäre ich zu Grunde gegangen, weil ich den Ausweg aus dem ganzen Kummer und Schmerz, der in mir war, nicht gefunden hätte.

L$iebvemit,50


@ wm94

Ich stimme Dir zu, aber frage Dich als Betroffener und bitte um eine ehrliche Antwort: Hast Du schon einmal gehört, das während einer stationären Therapie eine 4-monatige Kontaktsperre zur Partnerin angestrebt und durchgeführt wird, die so ohne Erklärung und ohne Chance bleibt, sich vielleicht partnertechnisch mit einzubringen? Ich meine, er ist seit 10.01.16 in der Klinik und wir haben seit dem 12.02. keinen persönlichen Kontakt mehr.. ich wohne 2km entfernt von der Klinik... Das ist wohl eher unwahrscheinlich, wahrscheinlicher ist, dass währen der langen Zeit nicht die richtigen Handwerkszeuge bekommen hat, um mit der Krankheit umgehen zu können, denn das Verhaltensmuster hat sich Null verändert... Er hat mich in den letzten Jahren aus seinem Leben ausgespert und auch wieder eingesperrt, wenn es ihm gepasst hat. Wenn er etwas während diesem Aufenthalt gelernt hätte, hätte er es jetzt anwenden und mit Hilfe der Therapeuten bei Problemen üben können. Für mich gilt es jetzt mich zu schützen, denn ich bin selber dabei zu erkranken - ich habe mich heute von ihm getrennt, leider nur schriftlich, aber eine andere Möglichkeit hat er mir nicht gestattet. Ich wünsche ihm nur das Allerbeste und merke wie schwer es ist, jemanden loszulasen, den man liebt - das wünsche ich nicht meinem ärgsten Feind. Aber ich konnte nicht mehr, vielleicht versteht Ihr mich.

Alias 717587


@ liebemit50

Ehrlich gesagt glaube ich nicht an diese mehrmonatige Kontaktsperre, wahrscheinlicher ist es, das er Schluss gemacht hat. Niemand von der Klinik wird eine so drastische Kontaktsperre verhängen über mehrere Monate, de Mann ist doch ein mündiger Bürger und entscheidet dies selbst. Ich weiss nicht wie es aussieht wenn jemand stark Selbstmordgefährdet und richtig in der geschlossenen Sitz, aber selbst da halte ich es für unwahrscheinlich, wenn man nicht grade eine Gefährdung für die Allgemeinheit darstellt wie Hannibal Lecter.

Alias 717587


sorry für die Fehler.. :°(

LBiebe3mixt50


Mein Alias, ich glaube da auch nicht mehr dran, es ist ohnehin vorbei und ich schaue mach vorne. Jetzt kann ich wenigstens um diese Beziehung trauern und weiss, warum ich weine - das war vorher nicht klar.

WMM 729014


...zur Partnerin angestrebt und durchgeführt wird, die so ohne Erklärung und ohne Chance bleibt, sich vielleicht partnertechnisch mit einzubringen?

Ich bin mir sicher, dass diese "Sperre" nicht angestrebt wurde seitens der Klinik bzw. Ärzte, sondern dass dein Freund sich diese Auszeit genommen hat. Für ihn zählte wohl erstmal nur er selbst und sein Weg ist der, den er gehen muss. Es ist ja auch sein Leben, welches er leben muss.

Dass du dadurch vor eigene Probleme gestellt wurdest, ist ein anderes Thema. Ich verstehe vollkommen, dass du jetzt für dich die Reißleine gezogen hast, weil du die Situation nicht mehr hinnehmen konntest, ausgeschlossen zu sein, und in dieser Warteposition zu verharren. Entsprechend ist dein Handeln absolut legitim und nachvollziehbar.

Evtl. hast du dadurch aber auch ihm wieder Probleme geliefert, mit denen er jetzt umgehen muss (das ist NICHT wertend gemeint). So ist es nunmal; man handelt für sich und um sein eigenes Leben auf die Kette zu kriegen. Und was "von außen" dann an Einfluss auf das Leben einprasselt ist das, womit man klarkommen muss.

Wünsche dir viel Glück und Kraft, ich stelle mir das auch sehr schwierig vor. @:)

Bwerlla1p80x2


Hallo ihr,

ich habe ein ganz ähnliche sorgen. Mein Freund ist seit etwa 4 Wochen in einer psychiatrischen Klinik. Die ersten 2-3 Wochen war der Kontakt regelmäßig da und er konnte mich sogar über den 3 Oktober über Nacht besuchen. Dann hatte er seine 2 einzel Sitzung bei seinem Therapeuten und der Kontakt brach fast komplett weg. Wir sind seit 3 Jahren zusammen und haben schon einiges durch gemacht. Ich wusste auch von Anfang an um seine Depression ( er hatte keine schöne Kindheit Mutter hat sich nicht gekümmert und Vater hat ihn in jungen Jahren verlassen.) Er kam schon sehr früh mit Drogen und Alkohol in Kontakt und nahm auch bis kurz vor Eintritt in die Klinik Marihuana.

Ich mache mir sehr oft Vorwürfe das ich vll mehr hätte tun können. Mehr für ihn da sein ihn besser verstehen. Hinzu kommt noch das ich die letzten Monate viel um die Ohren hatte stand vor meiner Abschlussprüfung war unzufrieden mit der ganzen Situation zu hause. Habe es leider oft an ihm ausgelassen indem ich einfach keine Nähe mehr zulassen konnte oder meine Sorgen nicht angesprochen habe. Das war natürlich falsch. Ich habe mich für das Verhalten der letzten Monate oft entschuldigt. In August sind wir dann für 2 Wochen in den Urlaub gefahren er hatte auch da wieder seine Phasen wo es ihm schlecht ging konnte sich aber auch selbst darauf wieder befreien. Was ich sehr toll fand.

Das war jetzt ein kleiner Einblick in die letzten Wochen aus unseren leben. Ich hab jetzt einfach die Frage wie kann ich ihn unterstützen, ihm zeigen das ich an seiner Seite stehe ohne ihn zu nerven?

Ich hoffe das ihr mir ein wenig folgen konntet ;-)

lg Bella

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