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Aktivsein gegen die Angst

CxinnaEmon4 hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe Foris!

Ich weiß, dass es bereits einen Leitfaden zum Thema Angstbewältigung gibt, den ich zumindest überflogen habe :=o und auch einen zum Thema Achtsamkeit. Es gibt dort meinem Eindruck nach sehr wertvolle Tipps, die aber viel mit Übung und Zeit verbunden sind. Außerdem gibt es einige Übungen, die hohe Konzentration und die Auseinandersetzung mit den eigenen Gedanken bedeuten. Ein innerliches "Stopp" zu setzen braucht viel Kraft, so meine Erfahrung, sich nur Zeitfenster zum Grübeln zu geben, braucht viel Disziplin, was auch wieder Energie verschlingt. Un Energie fehlt mir zumindest besonders, wenn Alles in mir im Panik-Modus läuft, ich nur noch grüble, mich sorge und verspanne.

Das Nachdenken mit der Kraft der Gedanken bekämpfen zu wollen, führt bei mir nur zu noch mehr Gedanken.

Ich habe die bisher leider nur sehr rare Erfahrung gemacht, dass Aktivsein mir am Besten hilft. Und damit meine ich nicht zwangsläufig Sport, aber auch. Ich meine außerdem eine aktive Veränderung der eigenen Gedankenwelt. Quasi kein Kampf, kein Entgegentreten gegen die Angstwelt im Kopf, sondern ein Umformen dieser Welt.

In meiner Psychotherapie habe ich bisher leider wenige solcher Tipps erhalten, weswegen ich hierzu eine Sammlung von Ideen starten möchte. Die Dinge, die mir helfen, möchte ich im nächsten Beitrag gerne aufführen.

Ich würde mich sehr über eure Beteiligung freuen, kennt ihr auch Tipps, die als "Sofort-Hilfe" funktionieren. Tipps, die einem sofort ein besseres Gefühl geben. Eben etwas, was man aktiv tun kann ohne zu kämpfen.

Denn kämpfen tun wir Menschen mit unseren Ängsten schon genug @:) !

Antworten
C}inna8mon4


So, nun wie versprochen ein Beitrag über Techniken, die ich kenne und die mir helfen:

- Wenn die Anspannung zu groß wird, hilft es wunderbar, in ein Kissen zu schreien. Gut, wenn man gerade unterwegs ist, ist das wohl schwer realisierbar, aber Zuhause ist das eine tolle Sache. Manchmal möchte man etwas so gerne tun und kann sich einfach nicht überwinden, weil sich Alles im eigenen Kopf dreht. Dann empfinde ich es als hilfreich, durch das Rauslassen der Anspannung dieses Karrusell mal kurz anzuhalten, auszusteigen, und dann genau das zu tun, was ich im Moment zuvor gerade wollte, aber nicht "konnte". Es hilft mir, mal kurz nicht nachzudenken, sondern ins Handeln zu kommen.

- Ähnliche hilfreich empfinde ich es, prinzipiell in Bewegung zu kommen. Das verändert nichts im Kopf, möchte man meinen, tut es aber doch. Wenn ich mal wieder grüble und mich im Kreis drehe, kommt dadurch auch mein Körper zur Ruhe. Ich sitze da und denke; alle Energie fließt vom Körper ins Gehirn. Wenn man dieses körperliche Verharren durchbricht, und sei es nur, indem man schnell mal den Geschirrspüler aus- und einräumt oder einen kleinen Spaziergang unternimmt, unterbricht man automatisch auch das geistige Verharren.

- Ich habe auch mal von einer Frau gelesen, die gegen die Angst Trampolin gesprungen ist und dabei auch geschrien hat, so weit ich weiß. Wer ein eigenes Haus oder taube Nachbarn hat, kann es ja mal ausprobieren und berichten ;-D . Klingt aber zumindest nach nem guten Tipp!

- Was mir zumindest auch ein Gefühl von Kontrolle über meine eigenen Gedanken zurückgibt, ist, mich mit positiven Gedanken zu beschäftigen. Nicht willkürlich und wahllos, sonst grübelt man ja doch wieder, sondern mit einer Liste. So eine Liste kann man sich super neben den Schreibtisch oder sonst wohin hängen und wenn man mal wieder merkt, dass nix mehr geht, die Liste abarbeiten. Ich habe da mal eine gute Liste von Doris Wolf gefunden, die ich jetzt aber leider nicht mehr finde... Drauf stand aber zum Beispiel:

- An welchem Ort wären sie gerne mal wieder?

- Wer liebt/schätzt/mag Sie und wen lieben/schätzen/mögen Sie?

Es geht dabei weniger um den Inhalt an sich, sondern mehr darum, dass dadurch konkrete, positive Gedanken entstehen, die einen aus den negativen Gedanken automatisch rausreißen. Danach muss man dann nur wieder ins Handeln kommen, aber das geht dann auch fast wie von selbst...

- Auch sehr gut hilft mir, Tagebuch zu schreiben, aber ein spezielles Tagebuch. In dieses Tagebuch schreibt man täglich drei Dinge, die gut an dem Tag waren, jeden Tag. Und sei es nur, dass man aufgestanden ist. Das soll man für mindestens ein Jahr durchziehen und es soll so das Denken von Angst und Depressivität hin zu einer positiveren Weltsicht verändern. Quasi, dass jeden Tag Gutes passiert. So merkt man, dass auch mal etwas passieren darf, was scheiße ist, und man davor keine Angst haben muss. Denn die guten Dinge passieren ebenso - jeden, einzelnen, Tag. Das ist zwar eher eine Langzeitübung, aber meist recht schnell gemacht und gibt einem in dem Moment, wo man es tut, auch ein Gefühl der Kontrolle und Positivität zurück.

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