» »

Wer kennt sich mit Depressionen aus?

s!ing/enxde hat die Diskussion gestartet


Hallo, ich brauche einen Rat :-(

Vor ca. 6 Wochen habe ich einen "alten" Freund wiedergetroffen. Wir kannten uns damals sehr gut. Ziemlich schnell entwickelte sich wieder etwas zwischen uns. Wir verbrachten Zeit mit Kochen, ausgehen, sind 5 Tage gemeinsam weggefahren, Kino, Theater...was man halt so macht.

Wir haben viel miteinander geredet, was in unser beider Leben in den letzten Jahren passiert ist...

Leider hat er sehr viel gearbeitet, dadurch ging seine Ehe in die Brüche. Zudem hat er auch noch zeitgleich seinen Job durch ein burnout verloren. Er arbeitet zwar noch für die gleiche Firma, allerdings als "normaler" Angestellter, nicht mehr als Vorgesetzter. Es macht ihm täglich zu schaffen, an die Arbeit zu gehen. Er hat innerhalb kurzer Zeit alles verloren, Ehefrau, Job, Haus verkauft, Kind ist selbstständig und sitzt nun allein in seiner Wohnung. Dadurch hat er eine Depession bekommen, die auch therapeutisch und medikamentös behandelt wurde. Die Tabletten hat er abgesetzt bevor wir uns wiedergetroffen haben. (Es ist eine Form der Depression, bei der Medikamente nicht zwingend eingesetzt werden müssen)

Da ich Angst habe, verletzt zu werden und auch seine Lebensumstände nicht vollständig geklärt sind (er lebt seit ca. 2 Jahren in Trennung, Scheidung steht an, ist aber noch nicht eingereicht, kein Kontakt zur Frau), habe ich ihm zwar gezeigt, dass ich ihn sehr gern habe, bin aber mit Verbindlichkeiten zurückhaltend umgegangen. Er dagegen machte bereits Pläne, will mit mir in den Urlaub verreisen (wir haben gemeinsam geplant, er wollte unbedingt buchen, das habe ich bisher aber nicht getan), den Skiurlaub hätte er auch am liebsten gleich fest gemacht...er hat in jeder Hinsicht erkennen lassen, dass es ihm ernst ist. Er geht sehr liebevoll mit mir um, freut sich, wenn wir uns sehen (nimmt dafür auch einiges in Kauf), schreibt...telefoniert..ist fürsorglich...alles perfekt bisher...

Wenn ich ihn erlebt habe, dann immer froh und munter, also "ganz normal". Manchmal hat er am Telefon gesagt, dass er sich allein fühlt, gerade wenn ich oder sein Kind da waren, fällt er in ein Loch und ist einfach nur traurig. Er hängt seinem alten Leben hinterher, grübelt über Vergangenes, wird traurig...Er weiß, er muss abschließen, kann es aber nicht. Zurück haben möchte er das Leben nicht, auch nicht seine Frau. Er trauert um die schöne Zeit, sieht aber auch die Probleme dieser Zeit. Er kann seine momentane Situation nicht annehmen. Er weiß aber, dass er das muss. Er weiß nicht wie, er weiß nicht was er will und wohin er gehen soll.

Da jetzt der Druck auf ihn ziemlich hoch ist, muss er sich dringend um verschiedene Dinge kümmern, die er aufgeschoben hat und nun definitiv erledigt werden müssen. Als ich ihm meine Hilfe anbot, kamen dann die Worte...er sagte mir plötzlich, dass ich ihm schon so nahe bin, dass er mich sehr mag, mir aber im Moment nicht das geben kann, was er glaubt, das ich von ihm erwarte. Noch ist er nicht so weit, eine neue feste Beziehung einzugehen. Er weiß nicht was er mahen soll.

Und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll...

Antworten
m9cfuUndbaxe


Zieh dich zurück, erkläre ihm, dass jetzt nicht eure Zeist und wenn es sein soll, werden sich eure Wege wieder kreuzen und kümmer dich um deine Sachen. Er soll erst mit sich im Reinen sein, er hat überhaupt keine Ressourcen für eine Beziehung. Wirklich, das wird euch zermürben. Zieh dich zurück ist mein Ratschlag. Ich hab die Weisheit natürlich nicht mit Löffeln gefressen, aber so sehe ich das.

sKing@enxde


Danke mcfundae für Deine Antwort. Ich habe mich zurück gezogen, keine SmS, kein Anruf (er hat eh meist angerufen). Es fällt mir ziemlich schwer, weil wir mehrmals täglich telefoniert und zig SmSen geschrieben haben. Aber ich hoffe, dass er die Zeit nutzt, um mich zu vermissen.

Du hast recht, es sieht so aus, als hätte er keine Ressourcen. Aber ich habe mich immer gewundert, was er in Bewegung für mich setzt, um mich zu sehen, zu sprechen... Das gab mir die Zuversicht, dass wir doch zusammen gehören. Nun kommt sein Zusammenbruch. Für mich steht alles so im Widerspruch. ":/

Z$waqck4x4


Hallo singende, das Wichtigste für Deinen Freund ist - pardon -nicht, dass er lernt, Dich zu vermissen, sondern aus seiner Talsohle wieder herauszufinden. Als jemand, der in jungen Jahren eine schwere Depression rein medikamentös (3 Monate Psychiatrie) hinter sich gebracht hat, stehe ich dem Absetzen seiner ADs kritisch gegenüber. Oft sind ADs nötig, um den Patienten überhaupt therapierfähig zu machen. Vom Erfolg der Psychotherapie hast Du nichts geschrieben, auch nicht, ob sie noch weitergeführt wird.

Was die meisten Patienten ratlos macht: Sie wissen nicht, wie sie sich die Depression eingefangen haben, und folglich auch nicht, wie sie sie wieder loswerden. Die Ärzte versichern zwar, dass sie den Patienten heilen werden, aber wenn man nach der Zeitdauer fragt, bekommt man keine verläßliche Antwort - einfach, weil jeder Depressivpatient anders reagiert. Wenn dann dazu kommt, dass man Familie, Haus und Beruf verloren hat, wird das ehemals sicher vorhandene Selbstbewußtsein rasch weggeblasen. Jemand, der so verunsichert ist, weil er nicht weiß, ob er nicht durchs soziale Netz rutscht, fehlt die Sicherheit, die man in Mitteleuropa als Mann, aber auch als Frau erwartet, wenn eine neue Beziehung theoretisch möglich wäre. Wer morgens vor dem Schrank steht und eine halbe Stunde überlegt, ob er die grüne oder die rote Krawatte tragen soll, wird durch komplizierte Gedankengänge (wie "Passen wir für immer zueinander?") überfordert.

Ich hatte bessere Voraussetzungen: über 10 Jahre verheiratet, Kind in die Welt gesetzt, Haus gekauft, und einen Beruf, in den ich nach 3 Monaten ohne Schwierigkeiten wieder einsteigen konnte. Trotzdem sage ich: Ohne meine Frau und ohne ADs würde ich hier nicht mehr schreiben.

s-ingexnde


Lieber Zwack44, vielen Dank für Deinen Beitrag. Ich kenne mich mit Depressionen nicht so aus und hatte geglaubt, dass seine Zuneigung zu mir, ihm hilft, zuversichtlich zu sein. Vielleicht naiv.. ":/ Es sah auch alles danach aus, er machte Pläne, er war fröhlich und ausgeglichen, wenn wir zusammen waren. Er weiß, dass er mit mir rechnen, ich ihm aber bestimmte Dinge nicht abnehmen kann.

Es stimmt, was Du schreibst. Er sieht sich als Versager, sein Selbstbewusstsein ist noch immer nicht besonders hoch. Soziale Sicherheit hat er aber, durch seine Familie, Freunde, mich und auch finanziell. Manchmal glaube ich, dass er an sich selbst zu hohe Ansprüche stellt und glaubt, mir nicht zu genügen oder zu wenig für mich zu tun. Ich hab ihm immer wieder gesagt, dass er ein toller Mann ist und dass er alles richtig macht.

Die Therapie bei einem Psychologen ist seit dem Sommer beendet. Er soll wieder kommen, wenn es ihm schlechter geht. Im Oktober hat der die Medikamente abgesetzt und wollte sehen, ob es auch ohne geht. Es geht eigentlich ganz gut, dachte ich. Wir hatten viele Gespräche über alles, was ihn belastet und er ist immer sehr zuversichtlich danach gewesen. "Du hast recht, so muss ich es sehen.", sagte er dann meist. Das hält eine Weile an, dann braucht es nur einen Blick oder Gestik von Kollegen an der Arbeit und er zweifelt wieder an sich selbst und verfällt ins Grübeln. Jetzt kommt noch das Schlimmste für ihn: er muss mit seiner Frau in Kontakt treten, um Dinge klären zu können.

Ihm ist vieles bewusst, aber er kann es nicht umsetzen. Er kann seine Gedanken an die Vergangenheit nicht abstellen, er weiß aber, dass er es muss, schafft es aber nicht. Er weiß nicht wie. Ich auch nicht. Erst recht nicht, seit diesen Worten von ihm. Ich möchte ihm jetzt erst mal Zeit geben und ihm nicht auf die Nerven fallen, damit er das mit sich ausmachen kann. Vielleicht war es das jetzt auch zwischen uns? ich kann absolut nicht einordnen, ob das von seiner Traurigkeit heraus kommt oder ob er das grundsätzlich so sieht. :°( Eigentlich möchte ich ihn gerade jetzt nicht im Stich lassen und für ihn da sein. Ich hab ihm gesagt, dass ich immer für ihn da bin, egal wie es ihm geht. Aber er sagt dann sowas... :-/ Ich weiß nicht, was er fühlt, wenn es ihm schlecht geht. Er ist traurig, ja. Aber was geht alles durch seinen Kopf? Wie denken dann depressive Menschen? Ein Stück weit hast Du es mir ja beschrieben. Das hilft ir schon mal weiter :)^

Ich würde ihm aber später, wenn er sich bei mir melden sollte, gern eine Pro u Contra Liste vorschlagen. Er soll aufschreiben, was es ihm für einen Vorteil bringt, der Vergangenheit nachzutrauern und was es ihm bringt, es nicht zu tun. Ist das doof? (so eine Liste mache ich mir immer im Kopf, wenn Entscheidungen anstehen ":/ Zudem glaube ich, er sollte die Therapie wieder aufnehmen.

Die Depression kam quasi mit dem Verlust des Jobs und der gewohnten Lebensumstände (die Trennung wäre auch ohne den Jobverlust gekommen). Er sehnt sich dann nach seinem gewohnten Umfeld, sein Kind wohnte noch zu Hause (er ist aber in einem Alter, wo er eh ausgezogen wäre).

Z7wackx44


Wie Depressivpatienten denken, kann man nicht in einem einzigen Beitrag unterbringen. Das Wichtigste ist die Entscheidungsschwäche. Anhand der beiden Krawatten erklärt, kann man darüber lachen, wenn man nicht selbst involviert ist. Aber das ist ja leider nicht alles. Es kann passieren, dass man unbedingt ein Telefonat führen müßte, aber die Kraft dazu nicht aufbringt. Wenn Du z.B. gebeten würdest, ein solches Telefonat für ihn zu erledigen, gefährdet das den Heilungsprozess in keiner Weise. Ein weiterer Punkt sind abrupte Stimmungswechsel. Das kann zu großen Schwierigkeiten führen. Du lädst ihn ins Kino ein und er sagt erfreut zu. Wenn sich zwischen Zusage und Kino das selbst eingeschätzte Vermögen wandelt, kann daraus eine nachträgliche Absage werden. Das ist leider eines der Symptome, unter denen auch der Patient sehr leidet: Er kann nicht mehr zulässige Verabredungen treffen. Er weiß selbst nicht, weshalb. ER WILL, KANN ABER NICHT. Dabei ist ihm sehr wohl bewußt, dass Du das als Affront betrachten könntest. Aber er ist eben nicht gesund. Wenn Du versuchst, ihn mit den Mäßstäben gesunder Menschen zu messen, wirst Du Schiffbruch erleiden. Vielleicht ist ihm danach, statt ins Kino zu gehen sich die Bettdecke über den Kopf zu ziehen und nur seine Ruhe zu haben.

Neben dem, was Du äußerlich siehst, läuft in ihm eine ganze Kaskade von Gedanken ab. Wie wird das mit seinem Job weitergehen, in dem er sich selbst heruntergestuft hat? Wird er das Vertrauen in sich selbst haben zu zeigen, dass er wieder als Vorgesetzter arbeiten kann? Die möglichen Winkelzüge einer Scheidung können schon gesunde Menschen zur Verzweiflung bringen. Erst recht jemanden, der z.Zt. zum Denken in komplizierten Kategorien gar nicht in der Lage ist. Wenn Du behutsam den Flickenteppich mit viel Einfühlvermögen aufrollst, kann daraus etwas werden. Es gehört aber viel Geduld dazu.

Paß gut auf Dich auf. @:)

s)injgendxe


...ich würde gern den Flickenteppich aufrollen, nur weiß ich nicht wie. Vor einer Weile haben wir quasi eine "Prioritätsliste" erstellt, welches Vorhaben am Wichtigsten ist. Leider lässt er sich nicht wirklich helfen. Ich glaube, er fühlt sich durch Hilfe auch unter Druck gesetzt, dass es eben dann gemacht werden muss. Nach der Arbeit hatte ich ihm eine schöne Unternehmung in Aussicht gestellt. Hat nix gebacht.

Z?w]acrk44


Sei nicht enttäuscht; das ist normal. Den gleichen Fehler machen Psychiater auch immer wieder, wenn sie Patienten, die mit Sport sonst nichts am Hut haben, Sport verschreiben (jaja, man weiß ja: die Endorphine). Bei mir ist das nur auf einer ungeliebten to-do-Liste gelandet, die ich sowieso nicht abarbeiten wollte. Aber der Druck verstärkt sich dadurch, und was man unbedingt braucht, ist Stressfreiheit. Am besten geht es noch, wenn er sich mal stark fühlt (kann auch vorkommen) und sich die Arbeit selbst holt. Vielleicht geht das auch erst in einem fortgeschrittenen Behandlungsstadium. Bei beendeter Psychotherapie (die anscheinend wenig gebracht hat) und abgesetzten Medikamenten sieht man da natürlich nicht allzu rosig in die Zukunft.

Das mit dem helfen-lassen ist kritisch, weil sich unter den Burn-outern gerade viele Menschen finden, die akkurat, selbstbewußt und Kollegen gegenüber kritisch sind, die alles gerne selbst machen, weil sie der Meinung sind, nur dann wird es optimal erledigt.

sEingbende


Ja, er ist sehr perfektionistisch :)z

Das mit dem Sport ist ein super Beispiel!! Danke ;-D Das kann ich nachvollziehen! Ich muss mich auch ewig dazu durchringen, wenigstens mal schwimmen zu gehen. Okay, also ist es so als würde man mich zum Sport animieren. ":/

Der Tip mit "Arbeit selbst holen" ist auch super.

Aber wenn ich da bin (wir wohnen in verschiedenen Städten), steht ihm der Sinn nicht nach Arbeit |-o

Am Arbeitsplatz arbeitet er alles "mechanisch" ab. Zu Hause fällt es ihm unglaublich schwer, einen Anfang zu finden. Er sucht dann immer Möglichkeiten der Flucht, z.B. muss er jetzt unbedingt in den Baumarkt o.ä.

Ich hab es jetzt nicht mehr ausgehalten und habe ihm nach 3 Tagen ohne Kontakt eine Sms geschrieben. Ich hab ihn gefragt, wie es ihm geht und dass ich ihn vermisse. Hoffentlich kein Fehler ":/

Z]wtac$k44


Ja, welcher Mann fühlt sich im Baumarkt schon unwohl? Mein Erlebnis: Ich wollte eine Maschine kaufen, zum Schluß standen zwei zur Auswahl, aber ich konnte mich nicht entscheiden. Also nichts gekauft und beim nächsten Mal die Frau mitgenommen, die dann die schwerwiegende Entscheidung gefällt hat.

Es ist übrigens nicht so, dass Vorlieben aus der Vergangenheit während der Depression hilfreich sein müssen. Beispiel: meine Wenigkeit, Liebhaber klassischer Musik, ABER während der depressiven Phase keine CD angerührt. Am liebsten habe ich aus dem Fenster in den Garten geguckt. Ein geselliger Typ, aber keine eigenen und keine externen Einladungen. Am liebsten war ich alleine.

sbin6genxde


Ja, Männer und ihr Baumarkt ;-D

Er liest seit dem nicht mehr. Sein Motorrad fährt er nicht mehr. Am liebsten liegt er auf der Couch. Inzwischen schaut er wieder Fernsehen und schläft auch am liebsten auf der Couch, wenn ich nicht da bin.

Er braucht auch ewig, um sich zu entscheiden, das ist mir bisher nie so aufgefallen, weil ich auch so bin :)z Beim Einkaufen ist es auch so, dass er hin und her geht und weiß nicht, was er nehmen soll. Dann fragt er mich, was ich möchte, dann verwirft er wieder alles. Es dauert, ehe wir wissen, was wir zum Abendessen kochen :=o und die Zutaten dafür zusammen haben.

Überhaupt fragt er mich immer 1000 Sachen und sagt, er muss vieles neu lernen.

Sein Freundeskreis ist toll. Sie wissen von der Krankheit und haben ihn sehr unterstützt. Fast täglich kommt irgendeiner oder er wird spontan dazu gerufen und dann reden sie und trinken mal einen Wein oder Bier. Das ist nicht immer lang. Aber ich habe das Gefühl, es gefällt und hilft ihm.

Wie gesagt, ich dachte, er wäre auf einem guten Weg. Nun bricht er wieder ein, weil wirklich wichtige Dinge zu erledigen sind.

ZKwCack4x4


Dann ist er noch nicht gesund. Das ist ja das, was mir Kopfzerbrechen macht. Keine Psychotherapie, keine Medikamente, woher soll es denn dann besser werden? Niemand ist an seiner Depression schuld. Wenn man krank wird und die Familie darunter leidet, hat man allerdings die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, für möglichst schnelle Heilung zu sorgen. Das darf man auch einem Depressivkranken sagen. Das wird er schon verstehen, denn er ist ja nicht geisteskrank. Wenn er sich keine professionelle Hilfe holt, sehe ich für seine Zukunft schwarz.

Sind denn die entscheidungsreifen Sachen wirklich so wichtig? Normalerweise kann man doch bei begründeter zeitlich begrenzter Unfähigkeit (Krankheit) eine Fristverlängerung beantragen.

s|iingendxe


Er hat mir gestern auf meine Sms geantwortet. Ich hatte ihn gefragt, wie es ihm geht und ihm geschrieben, dass ich ihn vermisse.

In seiner Sms klingt er immer noch sehr traurig und überfordert. Er hat natürlich nicht das geschafft, was er schaffen wollte und macht sich ständig über alles (?) Gedanken und ist irgendwie (?) blockiert.

Die entscheidungsreifen Sachen sind die Steuererklärungen der letzten 3 Jahre (2 Jahre sind vorerst relevant). Er muss sie abgeben, denn er ist schon in Verzug. Zudem ist ein warmer Geldregen ja auch nicht schlecht :)= Aber beim Raussuchen der Unterlagen, so schreibt er, ergibt sich das absolute Chaos (natürlich). Ich hab ihm geraten, er soll sich eine gemütliche Atmosphäre schaffen und dann Stück für Stück langsam alles ordnen.

Zack44 kann ich dich mal was fragen? (ich frag einfach mal ":/ )

Ich bin sehr lebenslustig, habe einen großen Freundeskreis, bin beliebt |-o , reise viel, habe im Ausland auch mehrere Jahre gelebt, habe einen guten Job usw.

Kann es sein, dass er, wenn er das ständig quasi so unter Nase hat, was alles im Leben möglich ist, nicht so gut erträgt? Er möchte vieles auch machen, was ich tue. Er findet das toll, aber er kann eben im Moment nicht.

Ich hätte diese Woche eigentlich in einer anderen Stadt sein sollen (Freunde besuchen, schon lange geplant), konnte aber aus beruflichen Gründen doch nicht frei nehmen. In seiner Sms schreibt er (wehmütig- meine Interpretation) davon, dass er diese Stadt auch gern mal bereisen würde und er fragt, ob ich Spaß habe und ob ich es genieße, dort zu sein.

Oder höre ich da Flöhe husten?

Hätte ich ihn fragen sollen, worüber er sich Gedanken konkret macht (er schreibt: ich mache mir über ALLES (?) Gedanken)?

Er muss definitiv wieder in eine Therapie gehen. Ich habe nur Angst, ihm es jetzt vorzuschlagen. :-/ Vielleicht wäre auch eine Gruppentherapie hilfreich, damit er sieht, er steht nicht allein da?

Momentan ist unser Kontakt eingeschränkt (siehe oben im Eingangsbeitrag). Ich würde ihm so gern so viel sagen und vorschlagen, habe aber Angst, dass er sich dann überfordert oder unter Druck gesetzt fühlt und sich ganz zurückzieht. Ich bin mir seiner Gefühle für mich im Moment so unsicher, das macht mich sehr traurig, denn bisher gab es bei uns nie den leisesten Zweifel.

scin=genxde


Nachtrag:

Einen Teilerfolg hat die vergangene Therapie gebracht. Er denkt nicht mehr an Suizit.

s7ingepndxe


NachNachtrag:

Ich habe ihm doch heute vorgeschlagen, die Therapie fortzusetzen. Ich mache mir Sorgen um ihn. Keine Reaktion, still ruht der See. :-/

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH