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Wer kennt sich mit Depressionen aus?

lSuoImarxen


Der Tritt in den Hintern ist auch nicht die Lösung. Ehrlich gesagt, sehe ich eher als Herausforderung für den Partner, dass alles viel langsamer geht als vielleicht erwartet. Dennoch kann das immer noch das Schnellstmögliche sein.

Alles braucht während einer Depression enorm viel Kraft. Unter Umständen sind die Aktivitäten eines Tages länger als die vorhandene Kraft. Wenn schon vieles draufgeht, damit ich zum Beispiel arbeite, dann ist nicht mehr so viel Kraft für anderes da.

Z,wacxk44


@ nanchen

Hast Du eine Depression oder eine Depression gehabt? Es sieht nicht so aus, denn sonst hätte Dir der Ausrutscher mit dem vorgeschlagenen "Tritt in den Hintern" nicht passieren dürfen. Das könnte sehr gefährlich sein. Jeder depressive Patient wünscht sich seine gesunde Vergangenheit zurück, und das so rasch wie möglich. Er weiß meistens nur nicht, wie. Aufforderungen wie "Stell dich nicht so an, andere haben das auch überwunden", "Mir ist es schon viel schlechter gegangen" oder "Reiß dich doch einfach mal zusammen, dann wird das schon" können der letzte Auslöser zum Suizid sein, nämlich dann, wenn der Kranke erkennen muß, dass ihn nicht einmal mehr seine Nächsten verstehen. 15 % depressiver Menschen, vergiß das bitte nicht, nanchen, nehmen sich aus Verzweiflung das Leben. Etwas anderes ist es, wenn man als Angehöriger mit Nachdruck (nicht mit Tritt in den Hintern) darauf dringt, dass sich der Kranke mit Rücksicht auf sein Umfeld, das ja mitleidet, professionelle Hilfe holt.

sPingeende


Noch mal: Ich bemitleide ihn in keinster Weise. Ich lobe ihn für Dinge, die gut bei ihm gelaufen sind, ich stehe ihm bei, aber ich bemitleide ihn nicht. Das erledigt er schon selbst ":/ . Er würde ja noch tiefer fallen, wenn ich ihn darin noch bestärken würde. Ich weise ihn darauf hin, dass ich mir Sorgen mache und dass ich es für eine gute Idee halte, die Therapie fortzusetzen. Ich helfe ihm auch nicht übermäßig. Weder wasche ich seine Wäsche, noch mache ich bei ihm sauber. Wir wohnen nicht zusammen. Ich bin einfach, so wie ich es kann, für ihn da. Ich höre ihm zu und lasse ihn reden und sage ihm meine Sicht der Dinge.

Die ADs braucht er für den Neubeginn der Therapie, das hatte Zwack44 hier schon erläutert...

Wenn ich ihm Druck mache oder den "Tritt in den Hintern" gebe, macht er zu und den Rest dazu hatte Zwack44 auch bereits erörtert...

Natürlich schreibe ich viel, weil mich das Ganze beschäftigt. Ich habe auch Zweifel, wie es weiter gehen soll. Es kostet Kraft, Dinge die er sagt, nicht persönlich zu nehmen. Die Kraft schöpfe ich aus den Dingen, die er für mich tut.

sring-enBdxe


....

Ich bin ein Stück weiter gekommen in meiner Frage, ob er als Mann, der eventuell kalte Füße bekommen hat oder als depressiver Mensch denkt und sich zurück gezogen hat.

Den Anstoß hat mir heute meine Freundin gegeben, morgen werde ich ihn anrufen und fragen, ob es so ist... Aber nun macht die ganze Sache Sinn...

Heute kam meine Freundin mit ihrem Selbstverständnis der Sachlage um die Ecke...

nun leuchtet mir alles ein..

Für ihn war es eine feste Beziehung und damit war der nächste Schritt fällig, sonst bin ich weg.

Ich habe die Ansage am Anfang gemacht und habe mir aber keine Termine dazu gesetzt ;-D ...Ich dachte halt, ok, er weiß woran er bei mir ist und was er daraus machen kann... Es scheint aber so zu sein, dass er dem Druck nicht standhalten konnte und deshalb geschrieben hat, er könne meine Wünsche und Erwartungen nicht im Moment erfüllen. Und ich habe gegrübelt, welche Wünsche und Erwartungen ich geäußert habe... ":/

ERGO: REDEN!!!

Noch mal: Er sagte ja, dass er meinen Wünschen und Erwartungen im Moment nicht entsprechn kann und er auch deshalb momentan keine feste Beziehung möchte. Das tut ihm sehr weh.

Ich habe ihm von Beginn an gesagt, dass, wenn aus uns etwas werden soll, er sich scheiden lassen muss. Das habe ich sehr klar und unmissverständlich gesagt und mit ihm Möglichkeiten diskutiert.

Das möchte er auch und er kann mich verstehen. Wir haben lange darüber gesprochen und für mich war das Thema damit abgehakt. Ich dachte mir, dass er den richtigen Zeitpunkt, erste Schritte in diese Richtung zu unternehmen, schon finden würde. Ich habe es ihm unter der Nichtberücksichtigung seiner Depression (weil ich sie nicht gespürt habe) gesagt.

Nun kam für ihn der Zeitpunkt, an dem für ihn unsere Beziehung wohl schon so eng und fest war, dass er für sich entschieden hat, er muss nun den nächsten Schritt tun, sonst bin ich weg (so hatte ich es ihm gesagt "leitest du nicht die Scheidung ein, bin ich weg"...alles ohne dem Hintergrund der Depression, weil ich es für mich mit einem "normalen" Mann zu tun hatte)...

Bei mir kam dann also die Info an: Ich kann momentan nicht...

Und ich bin aus allen Wolken gefallen. Man liest ja auch so viel im Internet, dass Männer nach der ersten Gefühlsduselei kalte Füße bekommen (man sollte es nicht lesen und sich besser auf sein Bauchgefühl besinnen)...

Für ich fühlte sich alles so widersprüchlich an. Wenn wir uns gesehen haben, war alles wunderbar, er war hin und weg und danach kam wieder Kopfkino bei mir (bei ihm auch)...

Obwohl wir regelmäßig Kontakt hatten, kam es mir vor, als würde er Spielchen spielen. Oder ist es doch das Tief in dem er sich befindet?

Gestern habe ich alles auf eine Karte gesetzt, weil ich wusste, wenn es so weiter geht, verliere ich das Interesse..Dafür ist alles einfach noch zu frisch...Ich kann so nicht mehr...

Ich schrieb ihm eine Sms, in der ich ihm erklärte, dass ich glaube, er spielt mit mir.. Ich habe mich quasi schon mal verabschiedet (nicht die feine englische, ich weiß, aber ich habe die letzten 14 Tage die Hölle mitgemacht).. Er rief dann an und er erklärte mir, dass er froh sei, den Tag zu überleben und dass er Verständnis bräuchte. Ich hätte ihm Aufgaben gegeben und er wäre dabei diese abzuarbeiten und sein Leben zu ordnen (es dämmerte immer noch nicht bei mir... %:| ) Ich sagte ihm, dass ich sehr wohl bereit bin, Verständnis entgegen zu bringen, aber auch selbst welches bräuchte...

Lange Rede, kurzer Sinn...wir haben lange geredet und er hat sich rückversichert, ob ich zu ihm stehe...Das tue ich.

Im Winterurlaub hat er das Buch gelesen, das ich ihm geschenkt habe..es ist von Watzlawick (Eingeschworene kennen ihn mit Sicherheit, er ist genial).

Ich habe nun, nach dem langen Gespräch gestern, meine Sicherheit wieder, die er mir immer gegeben hat und kann nun beruhigt der Dinge harren, die kommen. Ein schönes Gefühl. :)z Und nun kann ich ihn wieder unterstützen und sehe positiv in die Zukunft, auch wenn wir einen harten Weg vor uns haben..

s?inKgesnde


Wie es gerade so läuft...

Bei uns hat sich eine überraschende Wende ergeben. Wir telefonieren nun wieder täglich stundenlang, wie vor seinem Einbruch.

Allerdings bleibt ein Stück Angst schon bei mir zurück.

Am Wochenende will er zu mir kommen... wir haben uns jetzt 2 Wochenenden nicht gesehen :°(

Er erzählt viel, von dem was seine Depression ausgelöst hat und das tut ihm sehr gut, sagte er. Ein Mal hat er sogar einen Freund, der an der Tür stand, wieder heim geschickt, weil er lieber mit mir weiter telefonieren wollte...

Nun bin ich ja nicht so die Geduldige und es "nervt" mich schon etwas, wenn er aufzählt, was er alles tun muss, aber keinen Anfang und keinen Sinn darin sieht. Nun habe ich ihm einfach Aufträge erteilt (realistische, er nimmt sich immer zu viel, schafft dann gar nichts und ist frustriert) und siehe da! Er bewegt sich und setzt es um :)= Ich staune wirklich!

Er ist auf einem guten Weg und arbeitet tatsächlich Stück für Stück "meine Liste für seine Aufgaben" ab. Irgendwie habe ich das Gefühl, er fühlt sich sicherer, wenn ich entscheide, was er wann machen soll. Für ihn habe ich den Überblick, der ihm fehlt..Jeden Tag bekomme ich Bilder seiner getanen Arbeit.

ZVw@ack24x4


Vielleicht braucht er überhaupt eine dominante Partnerin, vielleicht aber nur übergangsweise. Bis jetzt scheint es ja gut zu laufen.

sXing*ende


...er braucht es nur übergangsweise.

Wir haben uns heute darüber unterhalten und er sagte, dass er das allein im Griff haben muss. Das sehe ich auch so. (Ich komme mir schon manchmal vor, wie seine Domina ;-D ;-D ;-D ...wir schärtzen darüber, auch wenn es eigentlich nicht witzig ist..)

Im Moment tut es ihm aber scheinbar gut, dass jemand immer noch mal nachhakt. Er würde es sonst schleifen lassen, weil er keinen Sinn sieht, aber weiß, es muss erledigt werden.

sLin;g,ende


Kurzes Update:

Bei uns läuft es sehr gut. Vor einigen Wochen hatte er noch einmal einen kurzen Zusammenbruch, da war ich gerade bei ihm. Er hat mich so sehr festgehalten, dass ich Angst hatte, blau anzulaufen 8-) . Wir haben dann sehr lange miteinander gesprochen und er hat mich voll einbezogen, das war ja mein Wunsch.

Ich bat ihn noch mal, die Therapie wieder aufzunehmen, auch wenn es ihm in den letzten Monaten gut ging. Er hat sich dann umgehend darum gekümmert, mir zuliebe. Er sagte, es geht ihm sehr viel besser als vor einigen Monaten. Aber er geht auf jeden Fall hin.

Wir haben in der letzten Zeit einiges gemeinsam abgearbeitet u dadurch geht es ihm auch besser. Ich habe vieles aus seinem Sichtfeld verbannt, was ein ungutes Gefühl auslöst und ihn daran erinnert, was er alles noch erledigen muss. Im Kopf hat er es ja, da muss es nicht täglich vor seinen Augen sein. So arbeitet er zunächst den wichtigen Schreibkram ab und nach und nach die nötigen Bauarbeiten im Haus...

Er freut sich sehr auf unseren gemeinsamen Urlaub und schmiedet Pläne.. :-D

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