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Passivität in der Lebensgestaltung

u vgx41 hat die Diskussion gestartet


Ich stelle immer wieder fest, dass ich nicht besonders aktiv bin, was die "Lebensgestaltung" angeht. Andere Leute scheinen Wünsche, Träume, Pläne zu haben, die sie anpacken und in die Tat umsetzen. Ich reagiere immer nur. Ich verharre meist in der gegebenen Situation, bin irgendwie frustriert, würde gerne "irgendwas tun" aber ich habe keine Ahnung was, habe auch keine Ideen, und so tue ich immer das, was halt gerade naheliegend ist.

Ich denke, das ist nicht gut, man sollte sein Leben lieber aktiv gestalten und in die Hand nehmen.

Ich frage mich allerdings auch, ob mein Eindruck, bei anderen Leuten wäre das anders, nicht eh nur eine Illusion ist, die meisten einfach planlos vor sich hin leben und die Möglichkeiten, die sich von selber naheliegend ergeben, nutzen, ohne dabei viel zu planen.

Wie ist das bei anderen Leuten hier so?

Antworten
NworBdi8#4


Naja, gewisse Ziele hat man ja meistens schon, egal ob es jetzt darum geht mit 40 Haus und Familie zu haben oder möglichst viele Länder zu sehen und ne Zeit lang im Ausland zu leben oder auch nur nächstes Jahr drei Wochen ans andere Ende der Welt zu fahren. Hast du da überhaupt nichts wo du sagen würdest "das will ich in den nächsten 2, 5 oder 10 Jahren gerne machen, darauf arbeite ich hin" ? Lebst du wirklich einfach nur so vor dich hin, arbeitest, packst Geld aufs Sparbuch und lässt es da vergammeln ?

uAvYg41


ich hatte mal Ziele.. die hab ich auch tatsächlich alle in Erfüllung gebracht, aber das hat auch nicht geholfen, und nun sind sie weg, da erfüllt.

Also gibt so Mikroziele.. dieses und jenes Projekt, dieser und jener Urlaub. Aber so "was Großes".. hm.

Chomraxn


und so tue ich immer das, was halt gerade naheliegend ist.

Und was ist das so?

Aber so "was Großes".. hm.

Und was wäre das so?

Die Maßstäbe, von denen wir reden, sind mir noch nicht klar. Ein "Projekt" ist bei mir kein Mikroziel, sondern dauert auch mal paar Monate bis Jahre. Unter Mikroziel verstehe ich, mal wieder einen Termin mit Freunden zu finden oder paar gute Lautsprecher auszusuchen. Eine Urlaubsplanung ist für mich auch ein Vorgang, der einige Tage in Anspruch nimmt (Ziel, Region, Hotelvergleich, Preisvergleich).

u@vg4x1


Naja andere Leute wandern aus, ziehen in andere Städte, bauen Häuser, lassen sich scheiden etc., sprich, betreiben "große Veränderungen" aus eigener Initiative. Ich verharre mehr oder weniger und handle gemäß den Anforderungen des "Alltagsgeschäft". Keine Inspiration für derartige "große Veränderungen".

CGo7mrxan


lassen sich scheiden

Da wäre ich eher froh, wenn ich passiv bleiben darf ;-D .

Wenn du dich in deinem Alltag wohl fühlst ... warum nicht? So ein Vorhaben muss ja einen Sinn haben und vor allem persönliche Verbesserung mit sich bringen. Sonst ist es nur Aufwand, den ich auch scheuen würde.

uivg4x1


tu ich aber nicht ;-)

eher das Gefühl "das Leben rauscht an einem vorbei, man müsste dringend was tun, nur WAS ??? ?"

wobei, wie gesagt, es eine Illusion sein kann dass es anderen Leuten da so viel anders geht.

s'icklqittle>monkxey


keine Ahnung, obs dir hilft uvg, aber mir gehts genau wie dir.

Die klassischen Ziele (Hochzeit, Haus, Kinder, eigene Firma, bla..) hab ich alle nicht und andere fallen mir auch nicht ein. Ich hatte nie einen Plan. Mein Studium hab ich nach Ausschlussverfahren ausgesucht (und dabei zum Glück was getroffen, dass mir passt ;-)).

Ich beneide schon immer Menschen, die ein längerfristiges Ziel haben. Und ich habe nicht die geringste Ahnung, wie man das anstellt ":/ :-/

C9yXtex


Ich sehe darin kein Problem. Früher habe ich mich jeweils auch unter Druck gesetzt, bzw unter Druck setzen lassen. Unserer Gesellschaft und Kultur verlangt es so. Angeführt wird es von Hollywood, im Stil: Man kann alles erreichen, wenn man es sich nur wünscht. Nun, es hat meistens nicht geklappt.

Seit einer Weile reagiere ich nur noch. Wenn mir etwas gefällt, dann steige ich ein, sonst nicht. Ich bin zufriedener seither. Und es passiert so viel. Und wenn ich zurück schaue: Die guten Dinge sind mir passiert, zu mir gekommen.

Kzlexio


uvg41

Ich stelle immer wieder fest, dass ich nicht besonders aktiv bin, was die "Lebensgestaltung" angeht. Andere Leute scheinen Wünsche, Träume, Pläne zu haben, die sie anpacken und in die Tat umsetzen. Ich reagiere immer nur. Ich verharre meist in der gegebenen Situation, bin irgendwie frustriert, würde gerne "irgendwas tun" aber ich habe keine Ahnung was, habe auch keine Ideen, und so tue ich immer das, was halt gerade naheliegend ist.

Aber dann tust Du ja etwas, oder?

Ich denke, das ist nicht gut, man sollte sein Leben lieber aktiv gestalten und in die Hand nehmen.

Ich kann mir darunter noch nicht vorstellen, wie Du das meinst. Was ist für dich eine aktive Handlung was eine passive? Eine nicht-Handlung gibt es ja nicht, oder siehst Du das anders?

ich hatte mal Ziele.. die hab ich auch tatsächlich alle in Erfüllung gebracht, aber das hat auch nicht geholfen, und nun sind sie weg, da erfüllt.

Was sind das für Ziele? Es ist ja oft so, dass viele Menschen nur gewohnt sind, hinter irgendwelchen Zielen hinterherzuchecheln und nicht wirklich wissen, was sie tun sollen, wenn sie es erreichen, also es zu genießen, damit zufrieden und glücklich zu sein, dass sie es erreicht haben.

Ich habe einige Ziele erreicht, die es zu erhalten oft wieder Aktionen nach sich gezogen haben.

Also gibt so Mikroziele.. dieses und jenes Projekt, dieser und jener Urlaub. Aber so "was Großes".. hm.

Wie schon erwähnt, ich weiß noch nicht genau, wie Du das genau meinst, aber ich hatte glaube ich nie ein Ziel, das ich groß bewerten würde oder hätte. Ich habe ein paar Ziele, einige, die ich erreicht habe, andere, an denen ich arbeite, aber wenn nicht, dann nicht. Es gibt nur ein Ziel, das ich für mich als ausschlaggebend ansehen würde, zufrieden und glücklich zu sein und das nicht erst irgendwann. Alles andere ist verzichtbar, aber jetzt kein Grund es nicht zu verfolgen. Aber zufrieden und glücklich zu sein zieht natürlich Aktionen nach sich. Wenn ich eine Arbeit habe, mit der ich unzufrieden bin, so kündige ich, wenn ich dazu neige unzufrieden zu sein, ändere ich das, wenn ich Menschen um mich habe, in deren Nähe ich mich nicht wohl fühle, also unzufrieden werde, ändere ich das, usw.

uCvgx41


Hmm.. also die Inspiration von diesem Faden war ein Foto, welches mir durch Zufall beim rumsurfen im Internet begegnet ist, welches ganz banal einen Küstenwald am Meer zeigte. Ich hatte so ein Gefühl von "da ist es schön" (was ich weiss, ich war schon oft an solchen Orten) und dann "hm, warum wohnst Du dann nicht da, wo es schön ist, wo es Dir gefällt, sondern da, wo Du wohnst?".

Und dann hab ich gedacht, andere Leute gestalten ihr Leben aktiv, ziehen dann ggf halt z.B. um. Ich tue das nicht, ich bleibe wo ich bin. Eine Freundin ist z.B. mal nach Irland ausgewandert (mit dem Fahrrad ^^). Ich tue gar nix derartiges, ich verharre.

Ein anderes Beispiel wäre noch z.B. beruflich.. ob man einfach nur in den Tag hinein lebt und die Projekte annimmt, die halt so von selber kommen (weil Kunden von sich aus bei mir anfragen), oder aktiv Akquise betreibt und neue Dinge eigeninitiativlich entwickelt.

Die Ziele die ich hatte bezogen sich auf Partnerschaft, Wohnort, Job.. es kam alles wunschgemäß aber glücklich hats mich auch nicht gemacht, eher sogar unglücklicher, weil nun halt auch noch die Ziele fehlen.

Wenn ich eine Arbeit habe, mit der ich unzufrieden bin, so kündige ich, wenn ich dazu neige unzufrieden zu sein, ändere ich das, wenn ich Menschen um mich habe, in deren Nähe ich mich nicht wohl fühle, also unzufrieden werde, ändere ich das, usw.

Das klingt aber auch eher nach "Reaktion". Basierend auf dem was der Alltag Dir so bietet entscheidest Du zwischen den zwangsläufigen, naheliegenden Dingen, die da halt so des Weges kommen. Das tue ich auch.

Frage am Rande allerdings - wie änderst Du denn das unzufrieden-sein konkret?

CRytAex


Frage am Rande allerdings - wie änderst Du denn das unzufrieden-sein konkret?

Selektiver sein. Nein sagen, wenn es nicht passt. Das braucht Nerven. Aber wenn man ja sagt, weil "man muss", dann ist man absorbiert mit Beschäftigungen, die man nicht mag.

L~ichtAdmHorizon[t


Ich lebe auch ereignislos und reagierend vor mich hin. Stört mich nicht. Wenn mir kein tolles Ziel einfällt, warum soll ich mich unter Druck setzen und auf Krampf eines basteln - nur weil's 'n besseren Eindruck macht? Mir geht es so drucklos ganz gut.

wqinte3rs<onne 0x1


Naja andere Leute wandern aus, ziehen in andere Städte, bauen Häuser, lassen sich scheiden etc., sprich, betreiben "große Veränderungen"

ob diese Leute gkücklicher sind ":/ ich empfinde dieseTypen oft als ewig suchend, Getriebene...denn wenn man genau hinguckt, scheitern sie oft.

Ein genanntes bodenständiges, ruhiges Leben kann auch glücklich und zufrieden machen.

N(ord&i8x4


Ein genanntes bodenständiges, ruhiges Leben kann auch glücklich und zufrieden machen.

Das vergessen viele. Gerade wenn Bekannte auf Facebook was von Veranstaltungen, Umzügen, Urlauben oder Geschäftsreisen posten kommen einige Menschen ins Zweifeln ob ihr 9 to 5 Job bei dem sie abends in ihre Wohnung zu ihrer Familie zurück kommen wirklich so toll ist. Und dabei wird übersehen das die Menschen mit dem "actionreicheren" Leben vielleicht genau diese Ruhe und Sicherheit gerne hätten.

Man muss nicht zwanghaft durch die Gegend eiern nur weil man glaubt damit glücklicher zu sein. Wenn einem ein solches Leben besser gefällt ok, wenn man aber mehr der Typ für ein stabiles und festes Umfeld ist ist das auch kein Problem, man muss nur die guten Seiten daran sehen.

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