» »

Passivität in der Lebensgestaltung

Cvomrxan


kommen einige Menschen ins Zweifeln ob ihr 9 to 5 Job bei dem sie abends in ihre Wohnung zu ihrer Familie zurück kommen wirklich so toll ist. Und dabei wird übersehen das die Menschen mit dem "actionreicheren" Leben vielleicht genau diese Ruhe und Sicherheit gerne hätten.

Es ist eine eherne Lebensregel, dass man immer genau das will, was man nicht hat, aber die eigenen Vorteile des Lebens dafür nicht aufgeben will ;-D .

Kqlxeio


uvg41

Hmm.. also die Inspiration von diesem Faden war ein Foto, welches mir durch Zufall beim rumsurfen im Internet begegnet ist, welches ganz banal einen Küstenwald am Meer zeigte. Ich hatte so ein Gefühl von "da ist es schön" (was ich weiss, ich war schon oft an solchen Orten) und dann "hm, warum wohnst Du dann nicht da, wo es schön ist, wo es Dir gefällt, sondern da, wo Du wohnst?".

Aus meiner Sicht, weil Du es bisher nicht wolltest. Wie siehst Du das?

Und dann hab ich gedacht, andere Leute gestalten ihr Leben aktiv, ziehen dann ggf halt z.B. um. Ich tue das nicht, ich bleibe wo ich bin. Eine Freundin ist z.B. mal nach Irland ausgewandert (mit dem Fahrrad ^^). Ich tue gar nix derartiges, ich verharre.

Wärst Du denn so jemand? Ich kenne das aus meiner Jugend: Auswandern, nach Australien, Amerika, etc. ;-D Dann habe ich mich ein bisschen damit beschäftigt. Ich hasse Hitze, was also soll ich in Australien? :-o Ich finde es nach wie vor toll, wenn es Leute gibt, die die Welt bereisen, oder auswandern, etc. Nur – ich bin das nicht, es entspricht überhaupt nicht meinen Bedürfnissen.

Ist für mich so wie mit Kleidung, Beziehungsformen, etc. es gibt tolle Sachen, die mir gefallen, aber ich nie haben wollen würde. Eben auch die Sachen, die ich an anderen toll finde, wie sie leben, es aber nichts für mich wäre.

Ein anderes Beispiel wäre noch z.B. beruflich.. ob man einfach nur in den Tag hinein lebt und die Projekte annimmt, die halt so von selber kommen (weil Kunden von sich aus bei mir anfragen), oder aktiv Akquise betreibt und neue Dinge eigeninitiativlich entwickelt.

Hängt es nicht davon ab, welchen Beruf man hat? Ein Außendienstmitarbeiter geht ja auf Kunden zu und wartet nicht. Ein – keine Ahnung – Assistentin, wie ich z. B., die geht nicht auf Kunden zu. Es ist weder Bestandteil des Jobs, noch entspricht es meinem Bedürfnis, anderen etwas zu verkaufen. Ich habe es mir ausgesucht. Würde ich auf Kunden zugehen wollen und ihnen etwas verkaufen, würde ich in den Außendienst gehen.

Die Ziele die ich hatte bezogen sich auf Partnerschaft, Wohnort, Job.. es kam alles wunschgemäß aber glücklich hats mich auch nicht gemacht, eher sogar unglücklicher, weil nun halt auch noch die Ziele fehlen.

Ist Partnerschaft nicht etwas, das man genießt und sich freut, wenn sie gut ist? So etwas ähnliches habe ich gemeint. Hängt natürlich auch davon ab, wie das Ziel war. Einen Partner haben – ja, aber wenn die Partnerschaft nicht gut läuft, dann ist der ja wieder weg. Das Ziel ist ja nur erreicht, wenn Du den Partner dann auch behälst, oder?

Es kann ja sein, dass man sich nicht das richtige Ziel gesucht hat. Warum setze ich mir ein Ziel? Was verspreche ich mir davon? Was mache ich dann damit, wenn ich es erreicht habe? Was ist mein Bedürfnis?

Ich denke, dass das ein Lernprozess ist herauszufinden, was das eigenen Bedürfnis ist. Für mich war das relativ früh klar. Zufrieden und Glücklich zu sein war bevor ich 20 war formuliert. Schwer z. B. war mir egal. Das ist schon von Mensch zu Mensch recht verschieden, welche Kriterien er aufstellt.

Das klingt aber auch eher nach "Reaktion". Basierend auf dem was der Alltag Dir so bietet entscheidest Du zwischen den zwangsläufigen, naheliegenden Dingen, die da halt so des Weges kommen. Das tue ich auch.

Okay, sehe ich nicht so. Ich habe mir die Arbeit selbst gesucht. Es ist ein Vertrag zwischen zwei Parteien, die sich über ihre Bedürfnisse, Rechte und Pflichten geeinigt haben. Wenn es nicht so läuft, dann will ich sie nicht. Das ist für mich aktiv und zwar von beiden Seiten. Beide gehen aufeinander zu und einigen sich und betreiben es so lange, so lange sie diese Vereinbarung Tag für Tag bestätigen. Es geht nur mit Zustimmung beider Parteien. Scheinbar siehst Du das anders, oder? Wie denn?

Frage am Rande allerdings - wie änderst Du denn das unzufrieden-sein konkret?

Ich stelle realistische Erwartungen auf, ich habe realistische Ziele, ich bin dankbar für die Dinge, die ich habe und komme auch nicht in einen Status der "Selbstverständlichkeit". Ich versuche bewusst wahrzunehmen. Beispiel: Ich freue mich jedesmal aufs Neue, wenn ich jemanden sehe, den ich mag oder liebe, oder auch materielle Dinge, wie z. B. meine Bücher. Jedesmal, wenn ich sie sehe, bin ich glücklich, erfreue mich an ihrem Blick, genieße es, oder meine Möbel. Ich habe lange gespart, dass ich mir mal überhaupt neue Möbel habe leisten können und seit ich sie habe, liebe ich es und find es jedesmal genial, wenn ich sie sehe – das seit Jahren. Vorher hatte ich andere Möbel, da war ich glücklich und zufrieden, dass ich überhaupt Möbel hatte und arbeitete an dem Ziel mal neue zu haben, die mir gefallen. Da gab es unterbrechungen, denn es kann etwas passieren, das diesen Blick trübt und diese Einstellung ist futsch. Sie wieder zu erlagen dauert dann wieder. Jetzt bin ich wieder sehr nah an diesem Zustand. Das wie ist also, die Einstellung entweder aufrecht zu erhalten oder sie wieder zu gewinnen. Es liegt ja an mir, ob ich zufrieden bin, in den Dingen, die ich tue etwas Besonderes sehe oder nicht. Wenn ich nichts Besonderes an einem Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, Regen, Schnee sehe, oder was auch immer, also die Dinge, die ich wahrnehme, dann wird mein Leben auch nicht besonders sein und sehr ereignislos oder auch fad. Wenn ich ein Ereignis darin sehe, dass mir meine Katzen jedesmal entgegenlaufen, wenn ich nach Hause komme, weil sie sich jedes Mal darüber aufs Neue freuen, dass sie mich sehen, dann ist es so, ansonsten werden sie zu einer Selbstverständlichkeit und nichts Besonderem. Das gilt aus meiner Sicht für alles in meinem Leben.

gBrauxm


Hast du den Eindruck du wuerdest im Publikum sitzen und sozusagen Betrachter deines eigenen Lebens sein?

bzw. alle wuerden mehr 'leidenschaftlich' ihr Leben leben und du selbst hast keine Wuensche die dir das Gefuehl geben wirklich am 'grossen Ganzen' teilzunehmen.

s9weeEtx-soSccerxfreak


Kleio :)^ :)^

Ich für meinen Teil habe schon noch einige Ziele, das wird aber daran liegen, dass ich erst Mitte 20 bin und noch nicht einmal ganz fertig mit meiner Ausbildung.

Da wären ganz unterschiedliche Dinge wie

- 2. Staatsexamen so gut abschließen, dass damit mein Wunschberuf möglich ist

- meine Beziehung erhalten und in Zukunft so etwas wie in die gleiche Stadt ziehen, möglichst zusammen ziehen, vielleicht die Möglichkeit, auch mit anderen Leuten, in einem größeren Haus, auf einem größeren Grundstück zu wohnen, ein Wunschkind

- mir selbst und ggf. meiner Familie die Bereicherung durch Haltung eines Haustieres ermöglichen

- Spanisch (weiter) lernen, sodass ich mich gut und einigermaßen sorglos verständigen kann

- Akkorde auf der Akkustikgitarre spielen lernen

- evtl. Nähen lernen

- gewisse Erfahrungen machen, die ich noch machen möchte

- möglicherweise die ein oder andere Reise, bei der man etwas ganz Neues kennenlernen kann

- möglicherweise eine Promotion neben dem Job als persönliches Projekt

- Patentante werden oder irgendwie einen "Schützling" bekommen

Ich finde nicht, dass man sich und sein Leben an dem messen sollte, was man bei anderen Menschen sieht. Ich glaube auch, dass es natürlich ist, dass mit steigendem Lebensalter die spannenden, aufregenden, großen Veränderungen im Leben abnehmen. Deshalb entsteht bei vielen Menschen so etwas wie eine Midlife-Crisis.

Wie wären Dinge, wie ein Fallschirm- oder Bungeesprung? Eine Sprache lernen? Ein Bau-, Bastel- oder anderes Hobbyprojekt. Ein Ehrenamt, um Neues kennenzulernen... Auch ein paar neue Menschen um einen herum können ja schon eine Veränderung bedeuten. *:)

s{weet-s@occerMfxreak


Ups, Kleio, da waren eigentlich zwei "Daumen hoch"-Smilies hinter deinem Namen! Ich finde deinen Beitrag sehr gut. :)^

Der Rest richtet sich an den TE.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH