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Leere im Kopf und keine Perspektive

M-ausBeh.exrz hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

bislang habe ich immer nur mitgelesen und mich dann wieder anderen Dingen in meinem derzeitigen Alltag gewidmet. Heute ist es anders. Der ganze Tag ist schon komisch und es funktoniert einfach gar nichts.

Seit 8 Wochen bin ich Zuhause und "müsste eigentlich nur Bewerbungen schreiben" um endlich einen neuen und besseren Job zu bekommen. Der jetzige hat mich kaputt gemacht. Kollegen, die sich nicht für andere interessieren. Prozesse, die nicht funktionieren. Viel zu viel Arbeit für zu wenig Personal. Chef, der kaum anwesend ist und dann auch nur Hinhalte-Parolen kennt. Früher war ich diszipliniert, konnte 1000 Sachen gleichzeitig machen. Mein Schreibtisch war abends weitestgehend leer oder zumindest ordentlich, und ich wußte immer, wie der Status einer Angelegenheit aussieht. Nun weiß ich gar nichts mehr. Prioritäten gab es bei der Arbeit nicht, es war alles wichtig.

Wir spielten Feuerwehrmann (bzw. frau). "Nebenbei" haben mein Mann und ich im Sommer noch mit allem Tammtamm geheiratet und waren im Nov. für 4 Wochen auf Hochzeitsreise. Alles super, aber auch anstrengend. Ich träumte seit August fast jede Nacht von der Arbeit, von den bissigen Kommentaren der Kollegen, ging mit Fieber und Magenschmerzen zur Firma.

Nach dem langen Urlaub gab es dann Vorkommnisse bei der Arbeit, die ich einfach nicht mehr ertragen konnte. Meine Blume wurde wohl während meiner Abwesenheit nicht wirklich gegossen, meine Arbeit wurde an 5 Werktagen von einer "kollegin" aufgenommen, die eigentlich in Elternzeit ist und extra zurückgeholt wurde. Diese Person mag mich nicht, da ich ihr den "Arbeitsplatz weggenommen" habe. Sie strich mir immer wieder unter die Nase, wie viel sie in den wenigen Tagen geschafft hat. Und dass der Chef mich "auf dem Kieker" hat,...

Kurz vor dem Urlaub hatte man mir schon gesagt, dass ich nicht mehr entfristet werde, sondern nur noch 5 Monate bleiben "darf". Danach sei aber alles offen und man könne mich "mit ein bißchen Glück" doch noch weiter verlängern. Fr mich klang das nach "Lückenbüßer", bis die Mutti wieder da ist. Und es klang nach "lebenslänglich".

Ich weinte innerlich, als ich die Verlängerung unterschreiben musste (Chef blieb daneben stehen, bis ich meine Unterschrift drunter hatte).

Eigentlich wollten mein Mann und ich dieses Jahr eine Familie gründen, aber ich bin so durcheinander / traurig / niedergeschlagen / kraftlos / unmotiviert /... da wäre ein Kind nicht richtig.

Meine Ärztin meinte sogar, dass ich derzeit gar nicht schwanger würde. Eigenschutz des Körpers.

Wenn ich daran denke, kommen mir schon wieder die Tränen. Ich bin knapp über 30. Derzeit wnsche ich mir nichts sehnlicher, als Normalität. Zur Arbeit gehen, nette Kollegen um mich rum, richtig was schaffen, Ideen austauschen, nach Feierabend ums Private kümmern, Hobbies, Haushalt, Familie und Freunde.

All das hab ich derzeit nicht. Ich sitze Zuhause und schmeiße den Haushalt, aber es ist nicht genug. Überall leigt etwas rum, muss gespült oder gewaschen werden, ... überall lauern Aufgaben.

Ständig suche ich Sachen, dabei begegnen mir wieder neue Aufgaben "Ach ja, dass müsstest du ja auch mal wieder machen!" und ganz oben auf meiner langen To-Do-Liste stehen: die Bewerbungen.

Ich weiß, dass ich den Job wechseln muss. Aber wer will mich denn?

Bewerbungens schreiben heißt, sich selber anzupreisen. Derzeit würde ich jede Bewerbung am liebsten mit einem "Tut mir leid, wenn ich Sie störe..." anfangen, und mit einem "Nicht schlimm, wenn Sie mich nicht haben wollen" enden. Oder ich bekomme gar nichts aufs Papier.

Letzte Woche hat mich mein Mann ins Auto gepackt und wir waren eine Woche in den Bergen. Mal was anderes sehen, frische Schneeluft. Das tat mir gut. Sowohl mein Psychiater als auch meine Therapeutin befürworteten diesen Kurzurlaub ebenfalls, sogar mit Attest. Meine Krankenkasse sieht das anders, für die Woche erhalte ich kein Geld. Widersruch kann ich einlegen, aber dazu fehlt mir wieder die Motivation. Der Anfang ist so schwer.

Und immer wieder fließen Tränen.

Und ich sehe meine Zukunft mit zufriedenstellendem Job und eigener Familie dahinschwimmen...

Weiß nicht, wie ich aus diesem Loch wieder herauskommen soll.

Gestern fragte mich mein Mann, was ich eigentlich den ganzen Tag machen würde. Warum ich keine Bewerbungen schreibe? Warum ich mich nicht um eine bessere Zukunft kümmere? Ob ich überhaupt einen Plan, eine Vorgehensweise habe? Ewig können es ja nicht so weiter gehen...

Ich sagte nein, versuchte noch kurz zu sagen, was ich tagsüber alles zuhause erledigt habe, aber es war "nicht viel".

Wieder Tränen, Leere im Kopf.

Antworten
K=lei%o


Mauseherz

Du hast ja eine ganz schön schwierige Zeit gehabt.

Seit 8 Wochen bin ich Zuhause und "müsste eigentlich nur Bewerbungen schreiben" um endlich einen neuen und besseren Job zu bekommen.

Heißt es, dass das Arbeitsverhältnis beendet ist?

Wie hast Du Deine Tage verbracht? Hast Du etwas für Dich getan, Dinge, die Dir Energie geben?

All das hab ich derzeit nicht. Ich sitze Zuhause und schmeiße den Haushalt, aber es ist nicht genug. Überall leigt etwas rum, muss gespült oder gewaschen werden, ... überall lauern Aufgaben.

Wie lange hast Du unter diesem beruflichen Druck gestanden?

Ich weiß, dass ich den Job wechseln muss. Aber wer will mich denn?

Warum soll Dich niemand wollen?

Sowohl mein Psychiater als auch meine Therapeutin befürworteten diesen Kurzurlaub ebenfalls, sogar mit Attest.

Weswegen bist Du beim Psychiater und bei der Therapeutin?

Ich sagte nein, versuchte noch kurz zu sagen, was ich tagsüber alles zuhause erledigt habe, aber es war "nicht viel".

Wieder Tränen, Leere im Kopf.

Wozu soll der Faden dienen?

P)lüscMhbi:est


Schade, dass hier niemand geantwortet hat.

Du bist zur Zeit nicht wirklich gesunde.

Da könnte dein Mann ruhig mal etwas Rücksicht drauf nehmen.

Mbauseh)erxz


Hallo zusammen, guten Abend.

Danke für eure Antworten. bislang fehlte mir die Kraft darauf zu antworten, da fast jeden Tag immer wieder etwas passiert ist, das mich "aus der Bahn" geworfen hat. Zum Beispiel wurde mir seitens meiner Krankenkasse 2mal bestätigt, dass ich für die 8 Tage Erholungsurlaub kein Krankengeld erhalte. Mein Widerspruch war sinnlos.

Krankengeld kann derzeit gar nicht berechnet werden, da sich mein Arbeitgeber "weigert" der Krankenkasse einen Gehaltsnachweis zukommen zu lassen. :°(

Inzwischen habe ich es irgendwie geschafft 2 Bewerbungen zu schreiben - ich glaube zwar nicht, dass ich den Job bekomme, aber mal abwarten.

Mein Selbstbewußtsein ist im Moment total down und ich traue mir einfachste Sachen nicht mehr zu. Anrufe beinhalten eine Vorbereitungszeit von mehreren Stunden, Bewerbungenschreiben dauert mehrere Tage. Manchmal so lange, dass die Bewerbungsfrist abgelaufen ist und alles umsonst war. :(v

Meine Tage vergehen, und ich komme nicht weiter.

Mein Vertrag läuft im April aus, eine Verlängerung werde ich wohl nicht bekommen. Mir kommen schon wieder die Tränen, weil ich einfach nicht mehr weiter weiß...

M+au|seFherz


Ach, habe eure Fragen gar nicht beantwortet... tut mir leid.

Der berufliche Druck fing schon vor 2 Jahren an, wurde aber vor 1 Jahr immer schlimmer.

Wegen dieses Drucks, der vielen Vorwürfe, bösen Anschuldigungen, erfolglosen Arbeitserlebnisse, der Missgunst unter den Kollegen, .... bin ich seit 8 Woche in Therapie. Ich kann nachts nicht mehr durchschlafen, träume von Arbeitssituationen, habe Angst auf Kollegen zu treffen, erschrecke mich wenn das Tel klingelt, ...

Allein wenn ich daran denke, dass ich wieder dort hin muss, dreht sich mein Magen um und ich bekomme Herzrasen.

Mein Mann unterstützt mich, wo er nur kann. Allerdings denkt er anders. ER lässt sich nicht kleinkriegen oder haut auch mal auf den Tisch, wenn jemand dreist ist oder ihm was will. Ich war/bin dann eher zurückhaltend, sage nichts und nehme den Kommentar persönlich.

Er möchte einfach, dass es mir besser geht und dass ich wieder lachen kann. Leider weiß er aber nicht, wie er mir noch helfen kann und das macht ihn auch unglücklich.

LaichtIAmHeorixzont


Er könnte Dir an den Wochenenden helfen, Bewerbungen zu schreiben.

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