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Depression definitiv unheilbar?

SXavidoxur hat die Diskussion gestartet


(Urspr. Titel: "Depression definitiv unheilbar")


*:)

Anstatt ständig bei anderen zu schreiben, eröffne ich ein eigenes Thema. Ich habe mich hier im Forum registriert, um zu bestimmten Themen Stellung zu beziehen, die mir wichtig sind. Dabei ist mir immer deutlicher die eigene Minderwertigkeit bewusst geworden. Man könnte es als Rückschritt bezeichnen. Ich leide unter Depressionen seit meiner Kindheit. Ich war bei vielen Therapeuten und habe viel gesprochen, viele Medikamente genommen, aber mir konnte man nicht helfen. Ich leide unter dieser gesellschaft bzw. unter der eigenen (von ihr bestätigten) Minderwertigkeit. Wer von euch führt ebenso ein sinnloses Leben (wer kann sich mit mir wirklich vergleichen) ? Was tut ihr gegen die Depressionen?

Antworten
MuiXtterwn8ch<t


Wenn du an dieser Stelle so verhältnismäßig wenig von dir/über dich schreibst, wie soll man sich dann mit dir vergleichen können um dir zu sagen ob man ein ebenso "sinnloses Leben" führt wie du?

Allgemein denke ich, dass es eher kontraproduktiv ist, wenn man sich als "Betroffener" Themen zu sowas durchliest, denn sowas zieht dann zu 99% mit runter, da man sich stellenweise damit indentifizieren kann.

Zu mir:

Ob ich selbst depressiv bin kann ich nicht genau sagen, zumindest auf dem Papier bin ich chronisch suizidal, aber eine wirkliche Therapie habe ich nie gemacht, bzw war der Start dazu SO erschwert, dass ich gesagt habe "Danke, reicht".

Zumindest kann ich sagen, dass ich mich zeitweise so fühle, als wäre ich in einer akuten depressiven Phase, aber was ich dann genau tue ist schwer zu sagen....früher habe ich mir dann meinen Hund geschnappt und bin raus, aber da mein Hund im August 2015 verstorben ist fällt das nun aus und zieht mich dann noch weiter runter....meist sitze ich das depressive einfach aus, versinke in Selbstmitleid, heule, denke über div. Arten Schluss zu machen nach und warte bis ich mir selbst sage "Stell dich nicht so an, Arsch hoch und weiter", denn grade wenns mir richtig schlecht geht tue ich mich unheimlich schwer zu reden, selbst mit meinem Freund.

Was mir auch meistens sehr hilft, ist meine Arbeit (Altenheim, Demenzstation), da dort auch viele immer mal wieder depressive Phasen haben und ich mich da nicht noch mit reinsteigern kann, sondern eher selbst versuche sie da raus zu holen und mich das so ablenkt, dass ich garnicht über mich selbst nachdenken kann.

ugvg4h1


hier ist ein Kollege

[[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/716714/]]

s,c+hnegcke1=98x5


Ich habe auch gleich an unseren Kollegen Borlag gedacht ;-D

Mal ehrlich, sollten sich - entsprechend dieser Geisteshaltung - alle Behinderten gleich umbringen? :-X

sJchnecHk(e19x85


Und heilbar oder nicht hängt auch stark von den eigenen Erwartungen ab. Wenn heilbar bedeutet "so, als ob nie was passiert wäre", dann finde ich das schlichtweg unrealistisch.

Ich kann ja auch keinen Sprint laufen und mich dann mit einem Olympia-Sieger vergleich (naja, können tut man das schon, wenn man auf Selbsterniedrigung steht). :=o

SHpiTnn4erxin


Ein lieber Freund würde jetzt sagen: "Wenn du ein Problem hast, das du nicht lösen kannst, dann such dir doch einfach ein neues!"

Muss mich denn das, was "die Gesellschaft" von mir denkt, wirklich interessieren? Muss ich davon mein Wohlbefinden abhängig machen?

Ich habe eine anerkannte Schwerbehinderung aufgrund meiner psychischen Krankheiten, aber ob das mit "heilbar" oder "unheilbar" betitelt wird, das ist mir ehrlich gesagt egal. Ich freue mich über jeden stabilen Tag, jeden kleinen Erfolg, und ich klopf mir auch schon mal auf die Schulter, wo "die Gesellschaft" keine Leistung sehen würde.

Was wir psychisch Schwerkranken jeden Tag auf's Neue leisten, das ist nichts wofür wir uns schämen müssen oder was unser Leben nur schwer und sinnlos macht. Sondern es bedeutet, dass wir so stark und mutig sind, der Krankheit zu trotzen.

Kleine Freuden, kleine Schritte, sich nicht von der Meinung anderer abhängig machen, mehr im Hier und Jetzt leben und einfach mal loslassen können, und vor allen Dingen: geduldig mit sich selbst sein, sich selbst verzeihen, wenn etwas nicht glatt läuft, dankbar sein, demütig sein... ach, es gibt so vieles, was man der Krankheit entgegenzusetzen hat.

Wieso soll ich mich dann an "heilbar" oder "unheilbar" aufhängen? Ich bin ich, und das ist schon okay so. Niemand kann so gut ich sein wie ich selbst.

SKavNiour


hier ist ein Kollege

Ich weiß. Er hat vollkommen recht. Auch ich bin (laut Gesellschaft) minderwertig. Auch mich hat sie fertig gemacht.

Mal ehrlich, sollten sich - entsprechend dieser Geisteshaltung - alle Behinderten gleich umbringen?

Das finde ich gar nicht so lustig. Vor ein paar Tagen hat sich ein behinderter Nachbar umgebracht.

Wenn heilbar bedeutet "so, als ob nie was passiert wäre", dann finde ich das schlichtweg unrealistisch.

Nein, ich glaube du verstehst das nicht. Bei mir ist die absolute Dunkelheit ausgebrochen (Depression) - hast du soetwas überhaupt? Ich denke nicht, also kannst du es gar nicht verstehen. Ein "normaler" Mensch fühlt sich schlecht, tut irgendetwas dagegen und schon geht es ihm besser. Ein depressiver Mensch kämpft den ganzen Tag.

Muss mich denn das, was "die Gesellschaft" von mir denkt, wirklich interessieren?

Nein, wenn du nicht Teil der Gesellschaft sein willst, dann nicht. Ich möchte auch nicht Teil der Gesellschaft sein, aber es besteht irgendwo noch ein Zwang. Ich hasse die meisten Menschen, aber es gab in meiner Vergangenheit doch ein paar Leute, mit denen ich mich austauschen konnte. Das fehlt mir und auch die Zukunftsperspektive.

Muss ich davon mein Wohlbefinden abhängig machen?

Bist du in die Gesellschaft integriert - mit Freunden, Job, usw. ? Dann machst du dein Wohlbefinden auch davon abhängig - mit dem Unterschied, dass es bei dir funktioniert.

Ich habe eine anerkannte Schwerbehinderung aufgrund meiner psychischen Krankheiten

Mir wollen sie diese nicht anerkennen, weil ich narzisstisch veranlagt bin und immer wieder (mit Hilfe bestimmter Substanzen) meinen Arsch hochbekomme und mich nie vor anderen Menschen so richtig fallen (gehen) lasse. Diesen Triumph möchte ich ihnen nicht gönnen, weil die sadistische Seite des Durchschnittsmenschen leider diejenigen trifft, die Schwäche zeigen.

Sondern es bedeutet, dass wir so stark und mutig sind, der Krankheit zu trotzen.

Du, wenn du meine Meinung wissen möchtest, leisten psychisch Kranke sowieso viel mehr, als der Durchschnittsbürger mit seinen Luxusproblemen. Ansonsten verzeihe ich mir selbst so gut wie alles. Ich bin ein guter Mensch (besser als der edle Durchschnittsbürger), aber leider auch ein soziales Wesen. Das ist auch ein großes Problem. Ich habe mich seit Jahren komplett abgekapselt und nun fehlen mir die guten Freunde von früher. Die Gespräche, das Lachen, die "Unbeschwertheit", alles futsch ...

Wieso soll ich mich dann an "heilbar" oder "unheilbar" aufhängen?

Wegen den Suizidgedanken, welche von der Depression bzw. den düsteren Zukunftsaussichten auftreten. Wenn es nie besser wird, kann man sich wegen "unheilbar" schon mal leicht aufhängen.

L9aure*n |B.


Dabei ist mir immer deutlicher die eigene Minderwertigkeit bewusst geworden.

Irrtum. Es ist keine Minderwertigkeit, sondern du glaubst, dass es eine ist. In deinem eigenen Wertesystem ist ein depressiver Mensch minderwertig. Dieses Denken lässt sich aber verändern, es braucht dazu nur dringend einen neuen Ansatz. Damit will ich endogene Depressionen nicht kleinreden, aber wenn eine Stoffwechselursache ausgeschlossen wurde, kannst du am eigenen Glaubenssystem - Denksystem - ansetzen und dies verändern. Dauert und ist eventuell mühsam, aber du wärest nicht der erste, der das schließlich schafft.

M8issulsMixa


Mir wollen sie diese nicht anerkennen, weil ich narzisstisch veranlagt bin und immer wieder (mit Hilfe bestimmter Substanzen) meinen Arsch hochbekomme und mich nie vor anderen Menschen so richtig fallen (gehen) lasse. Diesen Triumph möchte ich ihnen nicht gönnen, weil die sadistische Seite des Durchschnittsmenschen leider diejenigen trifft, die Schwäche zeigen.

Damit lieferst Du eine - für mich - recht wahrscheinliche Ursache dafür, dass die bisherigen Therapieversuche gescheitert sein könnten. Wenn Du die Karten nicht offen auf den Tisch legst, weil Du niemandem diesen Triumph gönnst, kann Dir auch nicht geholfen werden. Wie soll jemand Deine tatsächlichen Probleme erkennen und dafür Lösungsansätze finden, wenn Du permanent eine Maske trägst?

GjejagtTesTiexr


Allgemein denke ich, dass es eher kontraproduktiv ist, wenn man sich als "Betroffener" Themen zu sowas durchliest, denn sowas zieht dann zu 99% mit runter, da man sich stellenweise damit indentifizieren kann.

Ich finde es ehr hilfreich, Menschen zu kennen, denen es geht, wie einem selbst.

Dann ist man nicht so allein.

Aber ab wann ist ein Leben sinnlos?

Ich finde, es ist nie sinnlos, egal, wie reduziert man sein Leben lebt.

sJch.neXckez19x85


Wenn heilbar bedeutet "so, als ob nie was passiert wäre", dann finde ich das schlichtweg unrealistisch.

Nein, ich glaube du verstehst das nicht. Bei mir ist die absolute Dunkelheit ausgebrochen (Depression) - hast du soetwas überhaupt? Ich denke nicht, also kannst du es gar nicht verstehen. Ein "normaler" Mensch fühlt sich schlecht, tut irgendetwas dagegen und schon geht es ihm besser. Ein depressiver Mensch kämpft den ganzen Tag.

Ich sage nur: 50% Behinderung wegen Depressionen und Borderline. 8-)

Und nu?

NJotMi~chaelCxaine


hier ist ein Kollege

Ich weiß. Er hat vollkommen recht. Auch ich bin (laut Gesellschaft) minderwertig. Auch mich hat sie fertig gemacht.

Tut euch doch zusammen?! Da entfällt das Verständnisproblem und ihr könnt gleich tiefer in die Diskussion einsteigen.

uDvg4x1


Auch ich bin (laut Gesellschaft) minderwertig. Auch mich hat sie fertig gemacht.

Das ist aber eine deutlich differenziertere Aussage als das was der Kollege so über sich sagt.

Ich denke auch, dass ein Integriert-sein in die Gesellschaft wichtig ist,ja. Ausgestoßen sein ist schlimm. Allerdings gibt es auch nicht "die Gesellschaft", sondern diese besteht ja aus vielen Untergruppen, und eigentlich gibt es da für jeden eine "mikro-Gesellschaft"; die passend ist (was ja z.B. bei Behinderten auch Wohnheime und Behindertenwerkstätten sein können).

Aber theatralisch in Selbsthass baden ist überhaupt nicht hilfreich wenn man am Zustand des nicht-integriert-seins was ändern will. Wobei Du das meinem Eindruck nach auch gar nicht tust.

Skavioxur


Es ist keine Minderwertigkeit, sondern du glaubst, dass es eine ist. In deinem eigenen Wertesystem ist ein depressiver Mensch minderwertig.

Es tut mir leid, aber ich habe nie behauptet, dass ich minderwertig bin. Wenn ihr alle eines Tages tot umfallen würdet, dann wäre ich glücklicher. Ich, allein, auf dem Planeten Erde wäre eine Option, die für Überraschungen sorgen könnte. Mein Selbstbild ist mehr das Ergebnis dessen, das die Gesellschaft zu mir sagt bzw. sich über mich denkt.

Wenn Du die Karten nicht offen auf den Tisch legst, weil Du niemandem diesen Triumph gönnst, kann Dir auch nicht geholfen werden.

Es gibt einen anderen Hindernisgrund, aber es ist nicht mangelnde Offenheit. Das Einzige, wo ich bzgl. Selbsthass einhaken könnte: ich wäre gerne ein anderer in dieser Gesellschaft.

50% Behinderung wegen Depressionen und Borderline

Ich nehme alles zurück. Für Borderline erfülle ich nicht genug Kriterien. Es gab bereits mehrere andere Diagnosen, aber jeder Psychiater sagt etwas anderes. Es gibt auch keine Medikamente dagegen. (Eigentlich gibt es gar nichts dagegen).

ihr könnt gleich tiefer in die Diskussion einsteigen.

Ja, das ist zwar ein guter Vorschlag, aber kann ich helfen? Kann er mir helfen? Sicherlich könnten wir uns gegenseitig bestärken.

und eigentlich gibt es da für jeden eine "mikro-Gesellschaft"

Es ist meine Verpflichtung, auch hier zu erwähnen, dass ich es niemals vergessen werde. Ich bedanke mich bei allen Personen von früher für diese Gesellschaft in der Gesellschaft.

theatralisch in Selbsthass baden

Ich bade mich meistens in Selbstmitleid, aber du wirst mich nicht sagen hören, dass ich mich hasse. Wenn dem so sein sollte, dann sind das die Worte anderer Menschen und weil diese Menschen da sind, habe ich Depressionen. Wären sie fort oder würde ich in dieser Gesellschaft genauso viel sein, wie andere, hätte ich keine Depressionen. So jedoch ist eine Lösung gar nicht möglich.

a|ugG233


Wie schön, dass der Titel mit einem Fragezeichen versehen wurde!

Nach den Schilderungen klingt es für mich nach Narzissmus in Reinkultur mit dem kleinen Schönheitsfehler, dass die Umwelt dies nicht zur Kenntnis nimmt und auf eine solche "Nicht-zur-Kenntnisnahme" ist Depression eine der Reaktionsmöglichkeiten.

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