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Suizid - möchte nicht sterben

A(lexyandrer?r hat die Diskussion gestartet


Hallo,

hier schreibt ein Mensch, der Hilfe sucht.

Kurz zu mir: Bin 25 und leide seit über fünf Jahren unter starken Depressionen, einer Sozialphobie und Persönlichkeitsstörung. Genau kann ich es inzwischen nicht benennen.

Ich stehe unter starker seelischer Belastung, die nur noch von meinen unzähligen, teils absurden psychosomatischen Beschwerden übertroffen wird, die den größten Teil des Tages meine Aufmerksamkeit fordern, und mir die Nerven und meine Konzentration rauben. Inzwischen sind es so viele, die sich gegenseitig ablösen.

Die Ursachen meiner Probleme liegen – wie so oft - höchstwahrscheinlich in meiner Kindheit

Ich war bereits insgesamt drei Jahre in zwei therapeutischen Behandlungen. Habe dort auch Handlungsansätze erarbeitet, aber nicht erfolgreich umsetzen können.

Meine Gedanken drehen sich fast ausschließlich um meine körperlichen Symptome und führen vor allem gegen Abend zu einer unglaublichen Todesangst und Panik, nicht mehr einschlafen zu können oder mich ewig mehrfach in der Nacht in den Schlaf quälen zu müssen und das jeden Tag auf's Neue. Früher habe ich nach vereinzelten schlechten Nächten immer wieder meinen alten Rhythmus gefunden. Doch inzwischen hat sich meine Angst verselbständigt, sodass ich sie überhaupt nicht mehr kontrollieren kann.

Es fühlt sich an wie vor einer Hinrichtung. Dieser Zustand ist einfach unerträglich.

Habe schon sämtliche pflanzliche Medikamente probiert, die nur Anfangs ein wenig geholfen haben. Auf Pharmazeutische Präparate möchte ich verzichten, um nicht abhängig zu werden bzw. um nicht als körperliches Wrack zu enden. Ein seelisches bin ich schon.

Außerdem gibt es kein Medikament, dass mich von meinen Gedanken auf bestimmte Symptome abbringen kann.

Nun habe ich immer wieder Suizid-Gedanken, seit Weihnachten fast täglich.

Um eines klar zu stellen: Ich suche keine Aufmerksamkeit und möchte wie jeder Mensch am Leben bleiben. Aber ich sehe einen Suizid als letzten Ausweg, um ein ewiges Leiden zu verhindern.

Für Organisationen wie die "Dignitas", die eine schmerzfreie Sterbehilfe versprechen, habe ich kein Geld. Für andere Wege fehlt mir (zum Glück) der Mut. Es würde auch absolut nix bringen, mich einweisen zu lassen.

Ich viel früher über mein Problem schreiben sollen. Nun hoffe ich, dass ich die nächste Nacht halbwegs ohne Qualen überstehe. Vielleicht ist es nur eine Überreaktion, weil mich die Angst wahnsinnig macht.

Meine Hoffnung ist, dass mir jemand hier irgendwie helfen kann.

****

Ich bin verzweifelt...

Antworten
nSimu{e8x8


Hallo Alexanderr!

Es tut mir Leid, dass es dir so schlecht geht :-(

Ich verstehe nicht ganz. Welche körperlichen Symptome hast du denn, kannst du die mal aufzählen? Sind es Schmerzen, Krankheitsängste, ist es was lebensbedrohliches?

Meine Gedanken drehen sich fast ausschließlich um meine körperlichen Symptome und führen vor allem gegen Abend zu einer unglaublichen Todesangst und Panik, nicht mehr einschlafen zu können oder mich ewig mehrfach in der Nacht in den Schlaf quälen zu müssen und das jeden Tag auf's Neue. Früher habe ich nach vereinzelten schlechten Nächten immer wieder meinen alten Rhythmus gefunden. Doch inzwischen hat sich meine Angst verselbständigt, sodass ich sie überhaupt nicht mehr kontrollieren kann.

Es fühlt sich an wie vor einer Hinrichtung. Dieser Zustand ist einfach unerträglich.

Was meinst du damit - dich in den Schlaf quälen zu müssen? Meinst du, du wachst nicht mehr auf? Was heißt "dein alter Rhytmus"?

Liebe Grüße,

nimue

i'sabellc1hexn


Hallo Alexanderr,

klingt jetzt vielleicht banal, aber wurde mal dein Vit-D-Spiegel gecheckt? Vit-D-Mangel kann zu Depressionen führen. Glutenunverträglichkeit ist vielleicht auch noch ein Stichwort. Hast du von der Ernährung her schon einiges unternommen?

y^uakumu


Hallo Alexander,

es ist gut, dass du hier schreibst.

Wie du selber schreibst, liegen die Gründe für deine psychischen Probleme sehr wahrscheinlich in der Kindheit.

Ich weiß nicht, was für Therapien es waren, die du gemacht hast.

Deinen Schilderungen nach würde ich sagen, dir könnte eine Psychotherapie helfen, die an die Gründe für deine für deine Probleme heranzukommen versucht.

Das ist aber nicht leicht.

Schon einen Therapeuten zu finden, der stark genug ist, mit dir zu teilen, auszuhalten, was die Quelle deiner Probleme ist, ist ziemlich schwer.

Wenn du nicht gleich Glück hast, bedeutet es nämlich, sich auf eine zermürbende, kraftraubende und lange Suche einzustellen - Rückschläge und Frust eingeschlossen.

Aber es ist vielleicht das Wichtigste, was du in der Situation für dein Leben tun kannst.

Lerider ist es so, dass niemand einen in die Hand nehmen und diese Suche für dich erledigen kann.

N=icolaAsE_Mus6kuär


depressionen können auch durch körperliche Sachen, wie zum Beispiel Kopfgelenkblockaden entstehen.

Weiß nicht inwieweit du damit vertraut bist.

AHl+exanldxerr


Hallo und vielen dank für eure schnellen Antworten.

Es fühlt sich gut an, gehört zu werden, auch wenn das meine Ängste leider kaum lindert.

Es sind keine außergewöhnlichen Symptome, sondern viel mehr, dass ich mich voll auf eigentlich ganz natürliche Vorgänge an meinem Körper fokussiere. Ein paar davon sind z.B.

Atmung, Herzschlag, Gribbeln auf der Haut, Augen blinzeln und noch viele mehr.

Krampfhafte Versuche, mich davon abzulenken funktionieren selten.

Die Symptome allein sind nicht lebensbedrohlich, aber die Angst daran, dass mir die Gedanken daran mir den Schlaf und damit mein Leben rauben, fühlen sich so an. Es ist schwer, auf andere (schöne) Gedanken zu kommen, die das Einschlafen erleichtern.

Mit alter Rhythmus meine ich, dass ich früher nach einer schlechten Nacht wieder lange Zeit normal schlafen konnte, was mich beruhigt und die Sicherheit gegeben hat, keine Angst zu haben, nicht einschlafen zu können. Aber nun ist diese Zuversicht vollkommen verloren gegangen und ich kämpfe jeden Tag auf's Neue mit der unerträglichen Angst.

Einen Nährstoffmangel oder körperliche Ursachen kann ich ausschließen. Ich ernähre mich sehr vitalstoffreich und gesund und bewege mich viel.

Ich schätze die meine Probleme haben irgend etwas mit Kontrollverlust oder so zu tun.

Ich habe eine tiefenpsychologische und eine verhaltenstherapeutische behandlung hinter mir. Meine Therapeutin war sehr gut und in der Zeit der Therapie war ich weitgehend stabil. Erst seit Weihnachten haben die Beschwerden schlagartig dramatisch zugenommen, ausgelöst wahrscheinlich durch meine starke Isolation während der Ferien, in der ich wieder mal allein mit meinen Gedanken war.

Leider ist die Therapie vorbei und eine neue kann ich momentan nicht aufnehmen bzw. finden.

Ich lebe von einem Tag zum nächsten, als wäre er mein letzter (aber im negativen Sinne).

Ich suche selbst täglich verzweifelt nach Lösungs- und Handlungsmöglichkeiten, die Probleme und die Angst in den Griff zu bekommen, bislang ohne Erfolg. Bin wie gelähmt.

Am meisten habe ich Angst, im äußersten Notfall nicht einmal schmerzfrei aus dem Leben scheiden zu können, sondern im Dasein gefangen zu sein... Die reine Höllenvorstellung für mich.

nnim~ue88


Hallo Alexanderr :-)

Okay, ich verstehe. Das klingt alles recht vertrackt und es ist ganz klar, dass du dir schwer tust, da wieder rauszukommen.

Ich denke, du solltest ganz dringend wieder einen Therapeuten aufsuchen. Gibt es denn garkeine Möglichkeit - woran scheitert es, am Geld? Wenn dir die Kasse keine Therapie mehr bezahlen will, dann gibt es noch die Möglichkeit, selbst zu zahlen. Hast du etwas Geld gespart oder kann dir jemand etwas leihen?

Alleine da rauszukommen stell ich mir sehr schwierig vor. In aktuen schweren Situationen hab ich persönlich mit der Telefonseelsorge mehrmals gute Erfahrungen gemacht. Es gibt auch den psychosozialen Dienst, hast du mal gegoogelt?

Liebe Grüße,

nimue

A)lexfand/erxr


Danke, nimue,

langfristig bemühe ich mich um eine neue Therapie, sofern sich eine Stelle findet. Regelmäßige Sitzungen selbst bezahlen wird allerdings schwierig.

Habe auch schon Seelsorge und psychosozialen Dienst in Erwägung gezogen.

Nur fürchte ich, dass mir kein Gespräch die akute Angst nehmen kann.

Habe für Montag einen außerplanmäßigen Termin mit meiner letzten Therapeutin vereinbart, sofern ich es körperlich und seelisch bis dahin aushalte. Die Angst vor der heutigen Nacht ist die bislang schlimmste.

Bis hoffentlich morgen.

PGlüsch#biexst


So wie es dir momentan geht, solltest du über unterstützende Psychopharmaka nachdenken.

Psychopharmaka können dafür sorgen, dass du wieder normal am Alltag teilnehmen kannst.

Und das würde dazu führen, dass du wieder deinen Hobbys und normalen Alltagstätigkeiten nachgehen kannst.

Und genau das sorgt dann dafür, dass dieses fokussieren auf den Körper nachlässt.

Ich selbst nehme in Zeiten, wo es mir seelisch schlecht geht Antidepressiva.

Ich bin dadurch weder zum körperlichen Wrack mutiert, noch extrem abhängig von den Antidepressiva.

P>VschAbiexst


Den psychosozialen Dienst in Anspruch zu nehmen halte ich für eine gute Idee.

Allerdings hat man auch dort Wartezeiten von mehreren Wochen.

Am besten gleich Montag morgen anrufen.

nHimuAe8x8


Guten Morgen!

Ich sehe das auch wie Plüschbiest. In einem überlasteten Körper kann die Seele sich nicht regenerieren. Du scheinst ja auch körperlich nicht mehr fit zu sein (klar, bei so wenig Schlaf) und genau da können Medikamente helfen (Antidepressiva zum Beispiel).

So hast du erstmal Ruhe und kannst dich regenerieren. Und dann so bald wie möglich eine Therapie anfangen. Das ist der Weg zum Ziel. @:)

e,stax1


So wie es dir momentan geht, solltest du über unterstützende Psychopharmaka nachdenken.

Psychopharmaka können dafür sorgen, dass du wieder normal am Alltag teilnehmen kannst.

:)^ Aus meiner eigenen Erfahrung heraus, kann ich bestätigen das Antidepressiva helfen können. Mir ging es ähnlich wie Dir, die psychosomatischen Probleme wurden immer schlimmer und meine Ängste auch. Ich nehme Citalopram und komme sehr gut damit zurecht.

ABlex@and_erxr


Habe die Nacht "überlebt". Aber die Angst vor der nächsten werde ich wohl nicht mehr los.

Die Nebenwirkungen und Langzeitfolgen von Antidepressiva und Psychopharmaka sind für mich ein zu großes Gesundheitsrisiko. Zudem habe ich die Befürchtung, dass die Medikamente meine Ängste verstärken. Werde morgen meinen Hausarzt aufsuchen, um mir höchstens für kurze Zeit eins verschreiben zu lassen. Aber ich bezweifle, dass ich die Probleme die nächste Zeit in de Griff bekomme. Und selbst wenn, kann ich mir – so blöd es klingt – nicht mehr vorstellen, die Gedanken an bestimmte Symptome jemals wieder ganz loszuwerden, wenn z.B. selbst autogenes Training, noch Hypnose die Wahrnehmung dieser nur noch verstärkt haben. Den Glauben an ein geregeltes, geschweige denn glückliches Leben habe ich schon längst begraben, da selbst kleinste "Glücksmomente" von langwierigen Depressionsphasen abgelöst werden.

Aber Jammern führt auch zu nichts. Daher werde ich umgehend den Psychosozialen Dienst aufsuchen, auch wenn ich wenig Hoffnung habe, dass er mir helfen können wird...

Vielen lieben Dank für eure Ratschläge und Hinweise.

n(idmIuxe88


Versuch es doch einfach (mit dem PSD), du hast nix zu verlieren.

zu diesem Thema:

Aber ich bezweifle, dass ich die Probleme die nächste Zeit in de Griff bekomme. Und selbst wenn, kann ich mir – so blöd es klingt – nicht mehr vorstellen, die Gedanken an bestimmte Symptome jemals wieder ganz loszuwerden, wenn z.B. selbst autogenes Training, noch Hypnose die Wahrnehmung dieser nur noch verstärkt haben. Den Glauben an ein geregeltes, geschweige denn glückliches Leben habe ich schon längst begraben, da selbst kleinste "Glücksmomente" von langwierigen Depressionsphasen abgelöst werden.

Ich hatte schwere Depressionen, ich kam damals nicht aus dem Bett. Ich habe im Studium nix weitergebracht, mein damaliger Freund musste alles für mich erledigen.

Hätte mir einer erzählt, dass ich auch nur 1/10 der Lebensqualität haben würde, die ich jetzt habe - ich hätte ihn ausgelacht, wenn ich noch lachen hätte können.

Es gibt einen Weg. Und dass du dich um eine Therapie kümmerst ist der erste Schritt! Sehr gut. Vielleicht fragst du mal deinen Hausarzt wegen der Medikamente - also was er davon hält. Ich hatte zwar selbst keine, aber ich kenne viele, die gut damit zurecht gekommen sind. Manchmal dauert es etwas, bis man das richtige hat - aber meine Freunde sind nun "neue Menschen". Jetzt, da sich alles etwas beruhigt hat, können sie mittels Therapie viel besser ihre Probleme angehen, als in dem Panikzustand, in dem sie vorher waren.

SfapiFecnt


Habe schon sämtliche pflanzliche Medikamente probiert, die nur Anfangs ein wenig geholfen haben. Auf Pharmazeutische Präparate möchte ich verzichten, um nicht abhängig zu werden bzw. um nicht als körperliches Wrack zu enden. Ein seelisches bin ich schon.

nunja. wie du selbst feststellst, wird es aber mit gut zureden und pflanzlichem krams nicht besser. ein körperliches wrack wirst du auf lange sicht sowieso werden, wenn du nicht auf deine seele hörst und ihr unterstützung bietest. :=o

"erst wenn der körper schreit, wird die seele erhört" ist nicht nur einblöder spruch. von daher... nicht jammern, sondern eine vernünftige medikation in erwägung ziehen. schlimmer als der zustand in dem du dich jetzt befindest wird und kann es nicht werden. und lieber mit medikation glücklich und lebensfroh als nur der tatsache "ich will keine tabletten" wegen dauernd in ängsten, panik und unruhe. vielleicht mal drüber nachdenken.

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