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Wenn man nur auf Schule & Beruf reduziert wird. Liebe & Wärme?

H/am{bsxa hat die Diskussion gestartet


Ist das bei euch in der Familie auch so? Seit ich denken kann, werde ich in meiner Familie von Eltern und Großeltern nur auf Schule und Beruf reduziert, also auf meine Leistung, meine Karriere. Niemals hat mich jemand aus der Familie gefragt, wie es mir geht, wie ich mich fühle, ob alles ok ist....

Selbst als ich Depressionen hatte, hat das keinen wirklich interessiert. Danach hat mich nie wer gefragt, ob es mir besser geht, ob ich die Depressionen gut überstanden hätte, ob mir was auf dem Herzen liegt. Einfach so, als hätten meine Depressionen nie existiert bzw. als wären sie eine Schwäche, über die man nicht reden darf.

In meiner Familie scheint sowieso eine pervertierte Form der calvinistischen Arbeitsethik und des Leistungsprinzips zu dominieren, getreu dem Motto "Du sollst produktiv sein!", Gefühle und familiäre Wärme irrelevant. Hauptsache man ist ein zuverlässiges Rädchen im System und bringt der Familie keine Schande.

In Sachen Pubertät & Liebe habe ich mich stets wie ein Gefangener gefühlt, hatte nie Privatsphäre, man gab mir stets das Gefühl, dass Sexualität etwas "Schlechtes" sei und ich ja die Finger davon zu lassen habe. Als ich mal mit 17 mal am Mittagstisch anmerkte, dass es ja Zeit für eine Freundin sei, sind denen fast die Augen rausgefallen und ich musste mir eine Schimpftirade anhören a la "Wage dich jaaa nicht! Freundin...? Konzentrier' dich lieber auf deine Bildung!"

Mittlerweile verspüre ich meiner Familie gegenüber nur noch Hass. Das macht mich geradezu depressiv.

Und die haben auch absolut kein Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten, egal um was es geht. Bestes Beispiel aktuell:

Ich studiere Produktionstechnik/Maschbau mit Schwerpunkt Fahrzeugtechnik und schreibe aktuell meine Masterarbeit, und trotzdem fragen meine Eltern lieber irgendwelche oftmals unfähigen Hinterhofschrauber um Rat als mich. Wenn ich dann frage, warum sie mich nicht mich gefragt haben bzw. mir mir Rat einholen, dann kommt oft sowas wie "Du weißt ja sowieso immer alles besser!" oder "Warum willst Du es immer besser wissen als die Experten!". Hääää? ??? Was glauben die was ich in meinem Studium und Nebenjobs bisher gemacht habe? Kaffeetrinken? Ich habe schon Autos auseinander und wieder zusammengebaut und war an der Projektierung von Autoteilen beteiligt :-/

Würde am liebsten den Kontakt für immer abbrechen und die Schweine nie wieder sehen, so kocht es in mir gerade >:(

Mir ist einfach nur zum Heulen deswegen und mein Bauch tut wir Wut weh. %:|

Ich sehne mich danach, dass mich meine Mutter liebevoll umarmt und fragt wie es mir geht :°(

Antworten
Hyamb`sa


Bei meiner Familie muss ich immer an diese beiden Family Guy Clips denken:

[[https://youtu.be/M_pfzYD1dXY]]

[[https://youtu.be/onIpx7VPAX8]]

H)ambsxa


Nachtrag: Nein, ich bin kein Asiate.

mmond+:sterxne


@:)

cTrieichar lie


Um Deine Frage zu beantworten: nein, ich kenne das nicht so. Bildung/Schule war eigentlich nur immer ein Thema, wenn es brenzlig wurde,

mir wäre es lieber gewesen, man hätte sich sonst etwas mehr gekümmert.

Ich habe nun eigene Kinder, u.a. eines, welches Richtung Schulabschluss marschiert. Und klar versuche ich, das richtige Maß zu finden. Ich würde nie sagen: hauptsache, glücklich, werde Hilfsarbeiter. Ich würde aber auch nie sagen: Du MUSST studieren oder Du MUSST nur das machen, was viel Geld bringt.

Ich versuche vorsichtig im Dialog mit dem Kind auszuloten, was ihm am besten passt und hoffe, dass es sich von den Alternativen dann die heraussucht, von der es gut leben kann.

Analog sind wir während der Schulzeit auch mit Schulwegsentscheidungen umgegangen.

Bezüglich Deiner Eltern:

kann es sein, dass diese nicht studiert haben? Dass sie Dich zwar in der Schulzeit getrietzt haben, aber nie aktiv geholfen, z.B. mal Vokabeln abgefragt, zu den Lehrern gegangen, Zusatzmaterial gekauft oder sogar mal Aufgaben erklärt, Aufsätze korrigiert?

Wenn Du das alles mit "ja" beantworten kannst, würde ich sagen, dass Du über Deine Eltern hinaus gewachsen bist und die eigentlich keine Ahnung haben, was Du so machst - und Dir deshalb keine Anerkennung zollen können;

denn sie wissen gar nicht, wovon sie reden.

Ich habe diesbezüglich auch einen schmerzlichen Prozess hinter mir (habe studiert);

meine Eltern waren immer so von sich überzeugt, waren immer so der Anleiter, den ich nie in Frage gestellt habe. Mittlerweile bin ich aber formal über ihr Bildungsniveau hinaus und das wurde an sich nie thematisiert, dass das "mehr" ist, als das, wsa sie erreicht haben, ABER ....

mittlerweile merke ich, dass sie tatsächlich von vielem, was mein jetziges Berufsbild angeht oder auch die Art der Denke, mit der ich mich im akademischen Arbeitsfeld herumschlagen muss, keine Ahnung haben. Sie sind da tatsächlich "dümmer". Etwas, was aber nie kommuniziert werden würde- dass sie eben doch auch Defizite haben.

Und es hat eine Weile gedauert,bis ich das kapiert habe,

weil sie sich selbst ja immer anders verkaufen. Mittlerweile kämpfe ich einige Schlachten gar niht mehr, weil ich genau weiß, dass wir standpunktmäßig einfach nicht mehr zusammen kommen. Ihnen fehlt da was und ich habe umgekehrt auch keinen Zugang zu dieser Art Denken mehr.

ckrinech{a=rWlixe


"Warum willst Du es immer besser wissen als die Experten!"//.

Sag' doch einfach:

Ich BIN der Experte. Normalerweise bekommt ich X an Stundenlohn, sei doch froh, dass ich Dir helfen will.

c`rimecharilie


vielleicht einfach mal offensiver, mit mehr Selbstbewußtsein und standing.

E2hemalig?er Nutazer (#5J7441x3)


Wohnst du noch bei deinen Eltern? Zieh aus und halte nach deinem Maß Kontakt. Für Liebe und Wärme gibt es tolle Menschen da draußen, eventuell kennst du ja schon ein paar. Leider hat nicht jeder eine verständnisvolle und warme Familie, nur werden sich diese Leute nicht mehr ändern.

H0amjbsa


@ mond+sterne

@:)

Danke :)

@ criecharlie

kann es sein, dass diese nicht studiert haben?

Das kann sein ;-)

Meine Eltern haben nur ganz einfache Ausbildungen im Ostblock gemacht (vergleichbar mit einer zweijährigen Lehre) und sind dann nach Deutschland rübergekommen und arbeiten hier seither als "Hilfsarbeiter".

Meine Großeltern haben studiert (Russisch Lehramt und Elektrotechnik/Chemie).

Dass sie Dich zwar in der Schulzeit getrietzt haben, aber nie aktiv geholfen, z.B. mal Vokabeln abgefragt, zu den Lehrern gegangen, Zusatzmaterial gekauft oder sogar mal Aufgaben erklärt, Aufsätze korrigiert?

Jein.

Meine Mutter hat mir bis zur 6./7. Klasse noch aktiv geholfen, aber danach kam sie nicht mehr mit.

Wenn Du das alles mit "ja" beantworten kannst, würde ich sagen, dass Du über Deine Eltern hinaus gewachsen bist und die eigentlich keine Ahnung haben, was Du so machst - und Dir deshalb keine Anerkennung zollen können;

denn sie wissen gar nicht, wovon sie reden.

Ich habe diesbezüglich auch einen schmerzlichen Prozess hinter mir (habe studiert);

Das Gefühl habe auch oft, vor allem was den Umfang des Studiums angeht.

Die denken oft, das wäre wie in der Schule, also 'ne halbe Stunde Hausaufgaben erledigen und gut ist :(

H,a=mbs>a


@ criecharlie

Ich BIN der Experte. Normalerweise bekommt ich X an Stundenlohn, sei doch froh, dass ich Dir helfen will.

Oder am besten in Zukunft bei gar nichts mehr helfen und sie auflaufen lassen.

Also keine Dienste mehr, egal um was es geht (Internet, PC, Papierkram).

Wenn sie dann hilflos sind, merken sie hoffentlich schnell....

@ Suppenfleisch

Wohnst du noch bei deinen Eltern? Zieh aus und halte nach deinem Maß Kontakt. Für Liebe und Wärme gibt es tolle Menschen da draußen, eventuell kennst du ja schon ein paar. Leider hat nicht jeder eine verständnisvolle und warme Familie, nur werden sich diese Leute nicht mehr ändern.

Hälfte Hälfte...

Bin von Montag bis Donnerstag im Wohnheim und von Donnerstag bis Sonntag zu Hause.

m*usicu9s_65


Bin von Montag bis Donnerstag im Wohnheim und von Donnerstag bis Sonntag zu Hause.

Vielleicht könntest Du den Aufenthalt zuhause reduzieren. Das wäre nichts "unnormales" - es gibt sicher viele Studenten, die ihre Eltern nur alle paar Wochen oder Monate sehen.

Um mit Deinen Gefühlen - bezüglich der Eltern und auch sonst - besser klar zu kommen, könntest Du eine Psychotherapie machen. Ein (eher anonymes) Internetforum kann wohl kein vollwertiger Ersatz für eine solche sein.

HTam{bsxa


@ criecharlie

würde ich sagen, dass Du über Deine Eltern hinaus gewachsen bist und die eigentlich keine Ahnung haben, was Du so machst - und Dir deshalb keine Anerkennung zollen können;

Ich habe diesbezüglich auch einen schmerzlichen Prozess hinter mir (habe studiert);

Es tut halt echt weh, wenn die eigenen Eltern z.B. bei einer PKW-Kauf-bzw. Reparaturberatung mehr Wert auf die Meinungen ihrer blonden Freundinnen bzw. ArbeitskollegenInnen von der Arbeit legen als auf die Meinung ihres technisch versierten und in dem Bereich studierten Sohnes, dessen Hobby Technik ist. Das reißt mir das Herz raus.

Halten die mich für so inkompetent und unfähig?

Mag zwar sein, dass die nicht wissen was ich im Studium und Beruf alles mache, aber können die sich nicht ansatzweise reindenken?

Ich habe diesbezüglich auch einen schmerzlichen Prozess hinter mir (habe studiert);

Und wie war das bei dir?

Wäre ganz interessant zu erfahren, falls es nicht zu privat ist.

mxond+sthernze


Halten die mich für so inkompetent und unfähig?

Ich kenne solche Situationen auch. Früher habe ich mich deshalb gehasst und abgelehnt gefühlt. Aber inzwischen denke ich, ich werde einfach nur nicht wahrgenommen.

Die Frage nach Deiner Kompetenz stellen sie sich in derartigen Situationen ganz sicher nicht (weil das ja schon ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit voraussetzt). Vielleicht ist es eher die Gewohnheit, dass Kinder sowieso nichts zu sagen haben.

Also, kurz gesagt, ich weiß es auch nicht.

D<ie 3Seherxin


Halten die mich für so inkompetent und unfähig?

oft hören eltern einfach nicht auf, ihre kinder als "kinder" zu sehen - da steckt gar keine böse ignoranz dahinter, sondern einfach nur undurchdachte gewohnheit!?

HTambsxa


@ mond+sterne

Vielleicht ist es eher die Gewohnheit, dass Kinder sowieso nichts zu sagen haben.

@ Die Seherin

oft hören eltern einfach nicht auf, ihre kinder als "kinder" zu sehen - da steckt gar keine böse ignoranz dahinter, sondern einfach nur undurchdachte gewohnheit!?

Ja, ich denke da ist durchaus was dran.

Allerdings habe ich seit einigen Jahren das Gefühl, dass man mir irgendetwas verschweigt... vielleicht werde ich auch paranoid O_o

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