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Starke Verlustängste: Angst vor jedem weiteren Geburtstag

M[arpie)Curxie


Wovor ich mich auch fürchte sind die Veränderungen die der Tod eines geliebten Menschen mit sich bringen.

zB der Gedanke, dass in der Wohnung meiner Großeltern iiiirgendwann mal jemand anderer wohnt.

Ich bin da zum Teil aufgewachsen und wer weiß, vielleicht laufen da dann fremde Menschen rum. :-|

Alias 718676


Ja, die Vorstellung macht mir auch zu schaffen! Vor allem auch, dass ich dann keinen Zugang mehr haben werde zu diesen Orten. Im Idealfall können wir das Haus dieser geliebten Person übernehmen, was ich sehr tröstlich fände.

Der Gedanke, dass dort andere Menschen einziehen und ich dann nie wieder im dazugehörigen Garten sitzen könnte. Nicht einfach hingehen kann, wenn mir danach ist...

Furchtbar :°(

P[echvIogelx80


Ich weiß was Du meinst.

Habe meinen Vater bereits vor 15 Jahren verloren.

Und ich habe sehr viel Angst davor meine Mutter auch zu verlieren.

H!udipmfupfx1


Ich kenne das auch sehr gut, je älter ich werde. Die Endlichkeit des Lebens, auch des eigenen wird einem immer bewusster und realer.

Meine Eltern sind beide über 80 und mein Vater war letztes Jahr sehr krank und fast gestorben. Er hat die Krankheit bezwungen, aber dadurch stark abgebaut. Jetzt sieht er aus wie ein Greis, was vorher nicht so war.

Ich denke jedes Jahr, vielleicht ist das die letzte Weihnacht, der letzte Muttertag, oder das letzte Ostern, das wir zusammen erleben können.

Wenn ich bei meinen Eltern im Haus bin, denke ich, wie traurig das wohl sein wird, wenn wir es räumen müssen, all die Erinnerungen und Dinge, die ihnen lieb sind und ohne sie keine Bedeutung mehr haben werden. Was alles erledigt werden muss, wenn sie sterben, wie man das alles schaffen soll, neben der Trauer.

Ich sehe in der Zeitung Todesanzeigen, von Leuten die ich kannte und die nicht viel älter wurden als ich jetzt bin.

Ich glaube, es sind nicht nur hormonelle Ursachen, wenn man in den Wechseljahren Depressionen bekommt.

Mein Bruder sagt immer, wenn ich Geburtstag habe: "Gratuliere, ....Jahre hast du auf sicher!"

So ist es.

L8iesXelottex40


Tja, was soll ich sagen...ihr kratzt da grad an etwas das ich seit Jahren versuche zu verdrängen! ":/

Meine Eltern sind 76 (Mama) und 73 (Papa) und mir ist eigentlich schon immer klar dass sie irgendwann einfach nicht mehr da sein werden....und man sieht dadurch dass wir drei Generationen in einem Haus wohnen natürlich auch viel deutlicher WAS Alles von Jahr zu Jahr nicht mehr geht.... die heissgeliebte Gartenarbeit meiner Mom verwandelt sich immer mehr in "könntest du bitte?"...und sie steht daneben und kann nicht mehr wie sie will. Autofahren wird auch immer schwieriger für Beide und und und...

Noch versorgen sie sich grösstenteils selber in der abgeteilten Wohnung...

Was mich tröstet ist dass der umgekehrte Fall viel schlimmer ist: Meine Oma musste mit 85 ihren 59jährigen Sohn begraben, den Bruder meiner Mutter....was das bedeutet war mir damals noch nicht klar - erst als ich selber Kinder hatte hab ich es wirklich verstanden! Sie starb ein paar Monate später....ihr Herz blieb einfach stehen ohne jede Vorwarnung, ohne jeden offensichtlichen Grund. Es konnte einfach nicht mehr....

Der Tod der eigenen Eltern ist unvermeidlich - darauf bereitet man sich irgendwie ein Leben lang vor. Darum hält man es dann doch irgendwie aus nehm ich mal an.... :)*

Lg lieselotte

H_udip\fupxf1


Der Tod der eigenen Eltern ist unvermeidlich - darauf bereitet man sich irgendwie ein Leben lang vor.

Das sollte so sein, aber die meisten, mich eingeschlossen, verdrängen das ein Leben lang, bis es dann soweit ist, dass man es nicht mehr verdrängen kann.

LYies]evlo6tte40


Deshalb ja "irgendwie"...denn bewusst tut man es ja nicht....

Und ich bin auch nicht religiös, meine Eltern auch nicht....

Also ein Wiedersehen irgendwann wäre eine schöne Überraschung - aber erwarten tu ich es nicht.... :=o

Meine Schwestern sind auch ein gutes Stück älter als ich...das ist die nächste Baustelle dann! Bei meinen Eltern kann ich es mir noch irgendwie vorstellen wie es wohl sein wird wenn sie nicht mehr da sind....bei meinen Schwestern so gar nicht! :-/

EHmmix92


Mein Vater starb letztes Jahr (Himmel wie die Zeit vergeht) ganz plötzlich mit 57 Jahren... :°(

Meine Mama ist letztes Jahr 50 geworden...

Ich habe nicht mal so sehr Angst vor ihrem Tod als vor meinem... :-/

Ermm;i92


Der Tod der eigenen Eltern ist unvermeidlich - darauf bereitet man sich irgendwie ein Leben lang vor.

Ja, aber in meinem Fall war es zu früh... Meine Oma lebt noch und sie musste ihren eigenen Sohn beerdigen... :(v

Alias 718676


Heute ist es wieder mal besonders schlimm. Heute ist der Todestag eines Elternteils von mir, aber ich merke, dass ich heute gar nicht so sehr um ihn trauere, obwohl er mir fehlt (aber es ist einfach schon so lange her), nein, ich beschäftige mich permanent mit dem Gedanke, dass es irgendwann auch ihren Todestag geben wird. Irgendwann wird dieser Tag gekommen sein. Irgendwann werde ich nicht einfach zum Telefon greifen oder zu ihr fahren können. Irgendwann ist der Tag gekommen, an dem ich zum letzten Mal mit ihr gesprochen habe. Es wird ein letztes Wort geben, eine letzte Umarmung, ein letzter Kuss auf die Wange und dann wird all das nie wieder möglich sein.

Ich weiß, dass ich aufhören sollte, mich mit diesen Gedanken zu quälen. Meist klappt es auch ganz gut, sie mir zu verbieten, aber heute nicht. Heute denke ich den ganzen Tag nur: Bitte geh du nie, bitte.

:°(

S#tatlusQu~oVaxdis


Ich weiß, dass ich aufhören sollte, mich mit diesen Gedanken zu quälen. Meist klappt es auch ganz gut, sie mir zu verbieten, aber heute nicht. Heute denke ich den ganzen Tag nur: Bitte geh du nie, bitte.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft :°_ :)-. Kannst Du sie heute noch sehen oder anrufen?

Ich frage mich, wie andere damit umgehen, die alte Eltern oder andere ältere Bezugspersonen haben.

Beschäftigt euch das?

Ja, sehr. Mich beschäftigt das schon ziemlich lange. Ich bin 30, habe aber relativ alte Eltern. Meine Mutter wird dieses Jahr 70, mein Vater ist 79 geworden. Eigentlich sind beide noch relativ fit, insbesondere mein Vater geht für jünger durch. Trotzdem merkt man ihnen das Alter an und man sieht die schleichenden Veränderungen über die Jahre.

Ich habe eine ganz grausame Angst davor, meinen Vater zu verlieren. Ich fange eigentlich jedesmal, wenn ich auch nur daran denke, zu weinen an. Es ist einfach unvorstellbar, wie es sein wird, wenn er nicht mehr da ist. Ich bin unfähig, mir das auszumalen. So undenkbar ist es :°( . Als ich gerade mal 3 oder 4 Jahre alt war, hat mein Vater Krebs bekommen und nur knapp überlebt. Er sagt immer, mich an seinem Krankenbett zu sehen, die kleinen Hände auf der Decke und ich, die kaum drüber schauen konnte, hat ihm die Kraft gegeben, durchzuhalten :°(. Deshalb erlebe ich umso mehr, die Zeit, die uns zusammen geschenkt wird, als Geschenk. Ich versuche, so wie es geht, neben meinem Leben mit Beruf und Ehe, möglichst viel Zeit mit meinen Eltern zu verbringen und diese auch bewusst zu genießen. Ich bin jedesmal dankbar, wenn wir einen schönen Nachmittag zusammen verbringen dürfen. Ich versuche, eben nicht daran zu denken, dass es der letzte sein könnte, sondern dankbar zu sein, und bewusst zu genießen und mir Zeit zu nehmen. Ich hoffe, dass ich später nicht bereuen muss, oder mir wenigstens nicht vorwerfen muss, ich hätte mir nicht genug Zeit für sie genommen :-(.

Ich versuche, mich gedanklich und emotional auf den Tag X vorzubereiten. Es ist, als ob ich versuchen würde, "vorzutrauern". Dennoch weiß ich, dass ich es mir nicht ausmalen kann. Wie es sich dann tatsächlich anfühlt. Ich weiß es nicht.

Ganz alleine bin ich nicht. Und ich hatte nie Angst vor dem Alleinsein. Ich habe noch eine 13 Jahre ältere Schwester, meinen Mann, ein paar Freunde. Trotzdem habe ich diese große Angst davor, dass mein Vater sterben könnte. Komischerweise denke ich nie an den möglichen Tod meiner Mutter. Bei ihr war es immer mehr so eine Art Hassliebe. Kann sein, dass es am Ende ihr Tod ist, der mich mehr aus der Bahn wirft?

Und ja, ich frage meine Eltern auch bei ziemlich vielem um Rat. Keine intimen Sachen, aber so der ganze Rest. Alltagsbewältigung. Kluge Ratschläge von älteren Menschen kann selbst Google nicht das Wasser reichen.

Alias 718676


Ich wünsche Dir ganz viel Kraft :°_ :)-

Danke! @:)

Kannst Du sie heute noch sehen oder anrufen?

Nein, leider nicht. Vielleicht trägt das auch noch mit dazu bei, dass ich heute so neben der Spur bin. Weil es so ein kleiner (makaberer) "Vorgeschmack" darauf ist, wie es mal sein wird. Dabei geht's ihr gut, sie macht gerade Urlaub am anderen Ende der Welt, irgendwo in der Pampa, ohne Kommunikationsmöglichkeiten. Gönne ich ihr von Herzen und ich weiß, dass alles ok ist. Aber heute spüre ich eben sehr deutlich, wie es mal sein wird. Wie es sich anfühlt, sie nicht erreichen zu können. Und mir macht Angst, wie sich das anfühlt, dabei wird sie diesmal ja zurück kommen. Es sind nur ein paar Wochen. Irgendwann wird's aber keine Rückkehr mehr geben. Irgendwann wird das Ende, das unabänderliche Ende da sein. Das ist so gewaltig und so groß, dass mir die Vorstellung regelrecht die Kehle zuschnürt.

Ich habe eine ganz grausame Angst davor, meinen Vater zu verlieren. Ich fange eigentlich jedesmal, wenn ich auch nur daran denke, zu weinen an. Es ist einfach unvorstellbar, wie es sein wird, wenn er nicht mehr da ist.

Ganz genau so geht es mir auch.

Ich hoffe, dass ich später nicht bereuen muss, oder mir wenigstens nicht vorwerfen muss, ich hätte mir nicht genug Zeit für sie genommen :-(

Ja, das ist wichtig. Die Zeit bewusst nutzen und genießen. Das habe ich in dem ein oder anderen Fall leider versäumt, weil ich damals noch sehr jung war und einfach nicht damit rechnete. Versuche da jetzt sicher einiges zu kompensieren, denn mir ist schon bewusst, dass es nicht gut ist, so auf sie fixiert zu sein. Aber sie ist gefühlt eben die einzige, die mir geblieben ist. Dabei bin ich auch nicht alleine, bin verheiratet, habe Freunde. Ich komme generell auch gut alleine klar, war immer eher Einzelgängerin. Aber "SIE" ist eben die einzige, mit der ich so etwas wie Heimat und Familie verbinde. Die einzige, die mich schon so lange kennt. Alle anderen kamen erst später dazu in mein Leben. Sie sind dadurch nicht austauschbar, aber irgendwie fühlt es sich einfach anders an bei ihr, weil sie von "Anfang an" da war, so wie es Großeltern oder Eltern eben auch sind.

Komischerweise denke ich nie an den möglichen Tod meiner Mutter. Bei ihr war es immer mehr so eine Art Hassliebe. Kann sein, dass es am Ende ihr Tod ist, der mich mehr aus der Bahn wirft?

Schwer zu sagen, möglich ist es schon. Bei mir war es übrigens ähnlich. Meinen Vater habe ich sehr geliebt und mich auch sehr geliebt gefühlt von ihm. Ihm war ich nah, aber er starb sehr früh. Das hat mich erschüttert, aber dadurch, dass wir nicht viel gemeinsam gelebtes Leben hatten, sondern der größere Teil meines Lebens inzwischen aus der Erinnerung an ihn besteht, komme ich damit mittlerweile ganz gut klar. Ich dachte manchmal schon, dass es sicher schwerer gewesen wäre, ihn später zu verlieren. Mir tut es zwar leid um die viele schöne Zeit, die uns nicht vergönnt war. Er hat so vieles nicht mitgekriegt von mir, weiß gar nicht was für ein Mensch aus mir geworden ist. Das schmerzt schon. Aber dadurch konnte ich ihn irgendwann auch "loslassen". Nicht vergessen, denn es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an ihn denke. Aber irgendwann habe ich mich einfach daran gewöhnt, dass er "nur" noch eine Erinnerung ist, auch wenn es mir gerade unglaublich weh tut, das zu schreiben.

Mit meiner Mutter hatte ich etwas mehr Zeit, aber mit ihr verband mich nicht viel. Sie zu verlieren hat mich trotzdem auch aus der Bahn geworfen, eben weil das Verhältnis nicht das beste war und ich das Gefühl hatte, dass man es hätte besser machen können oder sollen. Dass man mehr klären hätte sollen zu Lebzeiten. Denn jetzt geht es nicht mehr. Diese Endgültigkeit schmerzt, denn jetzt könnte ich es vielleicht besser machen, weil ich erwachsener und reifer bin, aber damals war es mir nicht möglich und das macht mich traurig. Ihr Verlust fühlt sich anders an als der meines Vaters. Ich vermisse sie auch in gewisser Weise, aber nicht so schmerzlich vom Herzen her wie meinen Vater, weil da einfach nie diese Nähe war zwischen uns. Bei ihr ist es mehr ein Bedauern, dass wir uns nie näher gekommen sind.

Kluge Ratschläge von älteren Menschen kann selbst Google nicht das Wasser reichen.

Ja und auch das Gefühl, dass da jemand ist, der dich versteht.

G2ejagte)sTier


Das Thema ist wirklich grausam und durchfrisst mich auch täglich seit ein paar Jahren. Der Tod anderer und irgendwann mein eigener stürzen mich in tiefe Angst und Depressionen, noch von der Tatsache untermauert, dass ab der Menopause ja eh kaum noch Leben kommt. Ok, man kann natürlich je nach Gesundheit noch spazierengehen, dies und das machen, aber nach hinten hin wird es immer ätzender mit dem Ziel -Tod-.

Nicht gerade erbaulich.

Früher war das Grundgefühl ganz anders. Ich verdrängte die Endlichkeit des Lebens und hatte unbewußt immer so ein Unsterblichkeitsgefühl und immer tolle Wunschziele als Erwartung für die Zukunft, die ich immer so vor mich hinschob. Das erfüllte mich.

Aber schlagartig mit der Menopause wurde alles anders.

Nun ist der Zustand Fakt, wie ich ihn oben im Beitrag beschrieb.

Und das Schlimme: man kann nichts dran ändern.

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