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Habe ich einen ernsten Vater-Sohn-Konflikt?

Lxigh8tfrxoxnt hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

erstmal - ich bin der Sohn der schreibt.

ich bin mitlerweile der Ansicht, das viele Probleme zwischen mir und meinem Vater - aber auch zwischen mir und

meiner Mutter mit einer Beziehungsstörung verbunden sind.

Wirklich darauf gestoßen bin ich eigentlich erst letztes Jahr...und dann wieder heute, ich begleitete meine Ex-Freundin zu einem Therapeutin...es war nichts ernstes - weshalb ich das erwähne:

Die "Dame" führte dann schließlich auch mit mir ein Gespräch - sie fragte mich nach meinen Eltern, meinem Verhältnis zu meiner Mutter/Vater...keine Ahnung wieso.

Dann irgendwann meinte sie: so, und nun sag es einfach: "ich vergebe dir" ...

(also im Bezug auf meinem Vater, das ich das sagen würde zu ihm - "ich vergebe dir Vater".

Und da brach es aus mir heraus...ich bekam einen Heulkrampf, Tränen liefen nur so raus, ich sank zu Boden...war auch danach noch Stunden später fertig mit der Welt.

und ich konnte nichtmal sagen wieso...ich weiß nicht was ich ihm genau vergeben sollte - nur was ich daran merkte war, das irgendetwas extrem schweres zwischen meinem Vater und mir lag - und liegt.

Nun...ich verdrängt das, wusste auch nicht mehr genau wieso und warum das passiert ist/war - nahm es auch nicht weiter wichtig.

Bis heute zumindest...

Denn heute passierte es wieder, es war diesmal in einem Film... vllt. hat ihn heute auch jemand gesehen :"Nur noch 1000 Worte" mit Eddie Murphy. :)

Ganz am Ende im Film sprach er zu seinem Vater "ich vergebe dir" - und wieder sank ich auf den Boden und konnte nicht mehr anders als loszuheulen - es war einfach nur krass... ich weiß nicht was da mit mir los ist, ich erinnerte mich dann natürlich wieder sofort an die Situation mit der Therapeutin.

Ich habe viele, viele Vermutungen, als ich 17 war verlies mein Vater meine Mutter...war aber immer für mich da.

Er tat alles für mich - bis heute.- vllt. sogar zu viel, weil er mir immer alles abnahm - evtl. damit verhinderte selbst erwachsen zu werden.

Auch bekam ich nie große Anerkennung von ihm. Zwar jeden Wunsch erfüllt - schon als Kind, aber nie Bestätigung oder sagen wir, "Liebe", das er mich in den Arm nahm oder was weiß ich ...eben emotional gesehen. (Obwohl er mich wahnsinnig liebt - das weiß ich ja...aber ich glaube ihr versteht was ich meine)

Das wären jetzt so meine Vermutungen...

Die Situation momentan ist einfach (allerdings beruflich bedingt-weil ich bei ihm momentan arbeite bzw. ihm helfe die Firma "umzustrukturieren") das ich meinen Vater sowohl "hasse" als auch "liebe" ...(wir geraten ziemlich oft aneinander)

ich glaube einfach das eine Menge an Sachen unterbewusst bei mir verborgen liegen die mich im hier und jetzt wahnsinnig beeinflussen,

obs mein Selbstwertgefühl ist, obs mein Umgang mit Frauen ist, oder die Tatsache das ich wie mein Vater meiner Mutter und mir gegenüber - nur sehr schwer Zuneigung andern gegenüber zeigen kann.

Auch wenn ich zum Beispiel daran denken müsste meine Mutter mal in den Arm zu nehmen oder sei es nu was liebes zu sagen...das könnte ich einfach nicht...selbst bei meinen besten Freunden fällt es mir sehr, sehr schwer.

Was würdet ihr mir raten?

Glaubt ihr ich solle einen Therapeuten aufsuchen?

Mit jemaden drüber sprechen? Hat jemand einen Rat?

danke erstmal allen fürs Lesen!

Antworten
B7adeIbär


Das klingt sehr plausibel, was Du da so schreibst. Außerdem klingt es so, als hättest Du wirklich gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche therapeutische Auseinandersetzung: Du scheint selbstreflexiv und es gibt sogar den offen erkennbaren emotionalen Zugang.

Die Idee mit der Therapie ist sicher gut. Achte einfach darauf, dass Du ein gutes Gefühl bei dem/der Therapeut/in hast :)z

m7ond$+s[ternxe


Wie geht es Dir?

Führst Du ein altersgemäß normales Leben?

Die Antworten auf diese Fragen können Dir als Entscheidungsgrundlage helfen, ob Du eine Therapie brauchst.

Deinem Eingangsbeitrag kann ich keinen ernsthaften Grund für eine Therapie entnehmen. Denn ich finde es selbstverständlich, dass Du etwas verdrängst, weil Du unter der Trennung Deiner Eltern gelitten hast.

Ich finde, man braucht schon einen ernsthaften Grund, um so etwas hervorzuholen, und sich damit auseinanderzusetzen. Hast Du einen? Was sollte es verändern, bzw. bewirken?

LUigh6tfronxt


Ich bin kein Psychologe, aber wenn einen diverse Sachen aufeinmal so aus der Bahn werfen, 3 einfache Worte - und mein Körper das wirklich versucht hat all die Jahre zu verdrängen - kann das nicht gut sein, oder? Irgendwelche Spuren muss es hinterlassen haben.

Ich führe ein gutes, relativ normales Leben.

Aber die Beziehung zwischen meinen Eltern und mir ist wirklich schwer,

wenn man Angst hat Gefühle zu zeigen, einen tiefen Groll gegen seinen eigenen Vater hegt und gar nicht richtig wusste "wieso"?

Wenn vllt. auch meine Unsicherheit, mein geringes Selbstwertgefühl damit zusammenhängen könnte - und vllt. lösbar wäre?

Ok, ich bewege mich relativ normal in der Öffentlichkeit, kann mit Menschen reden (auch mit dem anderen Geschlecht)

aber es fällt mir nicht gerade einfach - ich bin schon überdurchschnittlich "unsicher" - ja, so würde ich es bezeichnen, als andere Menschen in der Öffentlichkeit.

Und das es mir auch selbst immer schwer fiel Gefühle zu zeigen, ein unterschwelliges Gefühl der Angst vor Ablehnung usw.

Es sind alles Sachen mit denen ich leben "kann" - aber die mich schon seit meiner Kindheit belasten und meinen Alltag stören - und wer weiß, vllt. liegt es wirklich darin begründet? An der fehlenden Anerkennung meines Vaters (Stolz sein, den Sohn machen lassen, in den Arm nehmen etc.), und dann die Verlustangst begründet in der Trennung meiner Eltern...

ich erhoffe mir wirklich mehr Selbstbewustsein, mich von meinen Eltern lösen zu können, ja - meinen Weg gehen zu können.

L?ichqtAmHor!izont


Ich bin kein Psychologe, aber wenn einen diverse Sachen aufeinmal so aus der Bahn werfen, 3 einfache Worte - und mein Körper das wirklich versucht hat all die Jahre zu verdrängen - kann das nicht gut sein, oder? Irgendwelche Spuren muss es hinterlassen haben.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es keine Spuren hinterlassen hat. Ob Du Dich therapiebedürftig fühlst, musst Du allerdings wirklich selbst entscheiden. Es muss auch nicht zwingend eine ganze Therapie sein. Vielleicht ist es auch mit wenigen Stunden getan, um diese eine Sache hervorzuholen, wenn Du es willst. Je nach finanzieller Situation kann man dafür ja vielleicht auch einen Therapeuten privat bezahlen. Wenn sich dabei herausstellt, dass noch mehr im Argen liegt, steht Dir ja immer noch frei, eine ganze Therapie zu machen.

LKighttfr+onxt


Ich bin ja wie gesagt nicht komplett verrückt - habe gute Freunde und das sämtliche Partnerschaften schief gelaufen sind, hatte

einige andere Gründe -

Wobei mich im Alltag eben viele, viele Sachen stören,

die Kontaktaufnahme mit anderen Menschen,

Angst vor Ablehnung, fehlende Selsbtsicherheit,

Versagensangst,

Idealisierung oder Abwertung von Frauen.

Unsicherheit...

":/

evlt. könnte man da wirklich schon mit ein paar Sitzungen etwas hervorholen/aufbrechen womit ich dann selbst schon einen ganzen Schritt weiter bin.

L$iXchtAmHoorizonxt


Therapiebedarf zu haben heißt ja auch nicht verrückt zu sein… ;-D

Ich an Deiner Stelle wäre sicher neugierig auf diese Vater-Geschichte. Und eventuell beschert Dir die Erkenntnis schon genug Aha-Effekt, um Dir danach selbst Gedanken machen zu können und gar keine Therapie zu brauchen.

mbond+s!terxne


Ich führe ein gutes, relativ normales Leben.

Also, von daher gibt es keinen Therapiebedarf.

Wie ist es mit Deiner Befindlichkeit? Geht es Dir gut?

Ich bin kein Psychologe, aber wenn einen diverse Sachen aufeinmal so aus der Bahn werfen, 3 einfache Worte - und mein Körper das wirklich versucht hat all die Jahre zu verdrängen - kann das nicht gut sein, oder?

Drei einfache Worte wie beispielsweise "ich liebe Dich" können einen aus der Bahn werfen. Das rechtfertigt keine Therapie.

Es gehört zum Leben, dass man schlimme Dinge erlebt und sie hinterher verdrängt, weil es sich nunmal nicht mehr ändern lässt, was passiert ist.

Wenn man sich dazu entscheidet solche Dinge auszugraben (was die Therpeutin ansatzweise gemacht hat, als Werbung für eine Psychotherapie quasi), dann braucht man schon einen guten Grund dafür.

Denn Du wühlst dann in der Vergangenheit, lebst Dein Leben nach hinten gerichtet statt nach vorne.

Der natürliche Lauf der Zeit aber geht in die Zukunft.

Wie siehst Du das? Welche Rechtfertigungen gibt es, nach hinten zu sehen, sich mit den Geistern der Vergangenheit auseinanderzusetzen?

Aber die Beziehung zwischen meinen Eltern und mir ist wirklich schwer, wenn man Angst hat Gefühle zu zeigen, einen tiefen Groll gegen seinen eigenen Vater hegt und gar nicht richtig wusste "wieso"?

Ja, es gibt da offensichtlich einen Eltern-Sohn-Konflikt. Du hast im Titel nur den Vater-Sohn-Konflikt benannt. Ich schließe daraus, dass es noch vieles gibt, worüber Du Dir nicht so ganz bewusst bist.

Die Frage ist jetzt nur, ob Du in diesen Konflikt hineingehst, ob Du Dich nochmal (nochmal, weil der eigentliche Konflikt stattgefunden hat, als Deine Eltern sich getrennt haben) mit Deinen Eltern auseinandersetzt, oder ob Du es lässt.

Da Du Deinen Eltern auch in Zukunft noch öfter begegnen wirst, wirst Du Dich um eine Auseinandersetzung mit Deinen Eltern sowieso kaum herumdrücken können.

Die Frage sehe ich eher darin, worüber Du Dich mit Deinen Eltern streitest.

Wenn vllt. auch meine Unsicherheit, mein geringes Selbstwertgefühl damit zusammenhängen könnte - und vllt. lösbar wäre?

Kann man nicht wissen. Meine persönlichen Erfahrungen mit Therapie sind schlecht. Man verwendet viel Zeit darauf. Man verpasst statt dessen das wirkliche Leben, und der Erfolg ist am Ende des Tages minimal.

Andere haben gute Erfahrungen mit Psychotherapie gemacht. Ich sehe Dich da vor einer schwerwiegenden Entscheidung.

Es sind alles Sachen mit denen ich leben "kann" - aber die mich schon seit meiner Kindheit belasten und meinen Alltag stören - und wer weiß, vllt. liegt es wirklich darin begründet?

Ja, das halte ich für wahrscheinlich.

ich erhoffe mir wirklich mehr Selbstbewustsein, mich von meinen Eltern lösen zu können, ja - meinen Weg gehen zu können.

Ich halte es auf jeden Fall für richtig, wenn Du Dich von Deinen Eltern löst und Deinen Weg gehst.

LrighPtfxront


Wie ist es mit Deiner Befindlichkeit? Geht es Dir gut?

mir geht es absolut nicht gut.

Wie gesagt haben mein Vater und ich eine ziemliche Krise miteinander - beruflich bedingt. Das staut das ganze sehr auf.

Wie siehst Du das? Welche Rechtfertigungen gibt es, nach hinten zu sehen, sich mit den Geistern der Vergangenheit auseinanderzusetzen?

Wie gesagt erhoffe ich mir dadurch eine Erkenntnis um dann zu wissen wieso ich so bin wie ich bin - und dann auch etwas ändern zu können.

Aber du hast Recht, vllt. kann ich es auch ohne Therapie lösen. zum Beispiel wenn ich mich selbst damit beschäftige, lerne meinen Eltern zu verzeihen. Und einfach MEINEN Weg gehe.

Also mich loslöse von ihnen, selbst Verantwortung zeige.

Darin liegt vllt. auch ein unterschwelliger Hass - weil mein Vater immer alles für mich tat aber nie mich lehrte allein auf beiden Beinen zu stehen.

Und nun bin ich hier. Geh auf die 30 zu und bin noch immer "abhängig" von ihnen.

Ich muss hier raus - ja - schnell.

LEicht7AmHorixzont


(was die Therpeutin ansatzweise gemacht hat, als Werbung für eine Psychotherapie quasi)

(mond+sterne)

Denselben Gedanken hatte ich auch. ;-D Vielleicht ist dieser Satz "ich vergebe dir" so eine Art Schlüsselsatz, der auf 80% der Menschen zutrifft und wirkt, und das sollte Dich dann davon überzeugen, wie kompetent sie ist...

@ Lightfront

Vielleicht probierst Du es mal aus, indem Du ein Bild von Deinem Vater nimmst (sofern Du eins hast), Dich davor setzt und ihm dann sagst "ich vergebe dir" - und dann in Dich hinein horchst, was da mit Dir passiert. Und je öfter Du das machst, desto seltener werden die Zusammenbrüche und desto besser kannst Du fühlen, worum es eigentlich gerade geht.

(Ich habe so etwas selbst noch nicht probiert, aber so würde ich es wohl versuchen.)

m8ond+6sterxne


mir geht es absolut nicht gut.

Dann muss sich etwas ändern.

Darin liegt vllt. auch ein unterschwelliger Hass - weil mein Vater immer alles für mich tat aber nie mich lehrte allein auf beiden Beinen zu stehen.

Dann gehörst Du zu den Usern, die sich emanzipieren müssen. Hambsa und ich haben beispielsweise dasselbe Anliegen.

Ich muss hier raus - ja - schnell.

Wo musst Du raus?

BNadaebär


@ TE

Ich muss nochmal kurz was schreiben, denn dieser Beitrag hier ist dermaßen daneben (mit Verlaub), dass ich auf jeden Fall meinen Senf dazu geben will um zu verhindern, dass er Dich möglicherweise beeinflusst:

Drei einfache Worte wie beispielsweise "ich liebe Dich" können einen aus der Bahn werfen. Das rechtfertigt keine Therapie.

Es gehört zum Leben, dass man schlimme Dinge erlebt und sie hinterher verdrängt, weil es sich nunmal nicht mehr ändern lässt, was passiert ist.

Wenn man sich dazu entscheidet solche Dinge auszugraben (was die Therpeutin ansatzweise gemacht hat, als Werbung für eine Psychotherapie quasi), dann braucht man schon einen guten Grund dafür.

Denn Du wühlst dann in der Vergangenheit, lebst Dein Leben nach hinten gerichtet statt nach vorne.

Der natürliche Lauf der Zeit aber geht in die Zukunft.

Wie siehst Du das? Welche Rechtfertigungen gibt es, nach hinten zu sehen, sich mit den Geistern der Vergangenheit auseinanderzusetzen?

Eine Therapie heißt nicht, Dinge auszugraben. Die "Dinge" holen Dich sowieso ein, was Du an der Reaktion Deines Zusammenbruchs deutlich zu spüren bekommen hast. In seine Vergangenheit zu schauen bedeutet, die Gegenwart zu verstehen und die Zukunft auf gesunde Weise beeinflussen zu können. Deshalb lebst Du dein Leben sogar äußerst nach vorn gerichtet, wenn Du Dich mit seinem Fundament auseinandersetzt. Also nur Mut, Du kannst daran nur wachsen :)^

LRiZghtkfrxont


@ LichtAmHorizont

sowas ähnliches habe ich vor - also eine Art Selbsttherapie erstmal. Wollte mal alles aufschreiben wieso ich ihn hasse...das dann einem Freund vorlesen, dann verbrennen.

Dann das gleiche wofür ich ihm dennoch dankbar bin, auch meinem besten Freund vorlesen und einrahmen. (Habe diesen Ratschlag hier im Netz gefunden als Lösung für typische Vater-Sohn-Konflikte) ich bin gespannt ob es funktioniert..

Wo musst Du raus?

raus aus dem Elternhaus, raus aus der Firma (meines Vaters)

meine eigenen Weg gehen.

":/

@ Badebär

danke, ich bin dabei mich damit zu beschäftigen,

will nicht viel rumgrübeln aber evtl. finde ich eine Lösung durch ein eigenständiges Leben - das das schon eine Menge bewirken wird.

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