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Angst in Skilifte (Gondeln, Sesselliften)

P<rosxa hat die Diskussion gestartet


Hey hey ihr lieben,

Ich habe folgendes Problem: jedes mal wenn ich in einen Skilift - vorallem in einer Gondel - sitze bekomme ich richtige Angstzustände, diese zu 'beherrschen' braucht soviel Willenskraft das ich immer wieder Angst habe sie irgendwann nicht mehr kontrollieren zu können.

Zu mir: ich liebe es Ski zu fahren, wohne in der nähe der Alpen wodurch ich schon von Kind auf mit Gondeln Sesselliften konfrontiert wurde und eigentlich bis vor 2 Jahren absolut kein Problem damit hatte.

Begonnen hat die Angst letztes Jahr (2014) im Skiurlaub. Es lag nicht gerade viel Schnee wodurch wir mit der Gondel ca 15 Minuten zur Talstation fahren mussten. Ich saß mit dem Blick hangabwärts - ich sah also wie die gondel in die Tiefe rauschte und da bekam ich meine erste Art panik Attacke/Angstzustand, leider war ich mit lauter Fremden in einer Kabine wodurch ich mich niemandem anvertrauen konnte. Ich saß also 15 Minuten zitternd und tief durchatmend in der Gondel und versuchte mich mit einem Handy abzulenken.

Meine Angst hat meine Freude am Skifahren bis jetzt noch nicht genommen und ich nimm sie immer wieder in kauf um auf die Gipfel der Berge zu kommen. Ich war dieses Jahr wieder im Skiurlaub, das gondelfahren klappte die ersten zwei tage wunderbar, klar ein bisschen flau im Magen aber nicht so dass ich dachte 'verdammt ich muss hier raus!' Dann am dritten Tag blieb die gondel in schwindel erregender höhe stehen und sie wippt auf und ab - unglaublich! Und da war sie wieder, die starke Panik in der Höhe zu stecken und nicht rauszukommen. Mein Vater beruhigte mich erfolgreich allerdings ist diese Angst jetzt wieder umso schlimmer anwesend . Jedes mal wenn ich im Lift sitze spüre ich dieses Wippen und die Angst dass er gleich wieder stehen bleibt.

In den Sesselliften ist es nicht ganz so schlimm, in ihnen fühle ich mich nicht so eingesperrt und ich kriege genügend frische Luft - ein bisschen komisch immerhin wäre die Gondel eigentlich sicherer falls was passiert - naja seis drum.

Ich gehe morgen nochmalst mit meiner Familie Skifahren und am Samstag mit der Familie von meinem Freund, ich hoffe dass es morgen keine negative Erfahrungen gibt wodurch die Angst am Samstag vielleicht nicht so groß ist, gerade wenn kein Familienangehörigen dabei ist, wieder so Panik/Angst bekomme in der ich mich vielleicht verliere.

Jedenfalls wollte ich fragen wie ihr damit umgeht/umgehen würdet?

Was macht ihr damit ihr nicht die Kontrolle über euch verliert?

Was passiert wenn ich wirklich mal eine richtig starke panik Attacke in einem Lift bekomme?

Grüße Prosa

Antworten
M-ongatna


Jedenfalls wollte ich fragen wie ihr damit umgeht/umgehen würdet?

Immer wieder in die Situation gehen. Und das tust du! Das machst du richtig, richtig gut. Des Weiteren machst du dir Gedanken darum, wie du damit umgehen kannst. Auch das ist sehr, sehr gut.

Was macht ihr damit ihr nicht die Kontrolle über euch verliert?

Was heißt denn für dich, die Kontrolle über dich zu verlieren? Was ist denn das Schlimmste, das dir passieren könnte, wenn du die Kontrolle verlieren würdest?

Was passiert wenn ich wirklich mal eine richtig starke panik Attacke in einem Lift bekomme?

Du hast bereits Panikattacken. Und schlimmer wird das auch nicht. Die Panikattacke selbst IST dieses Katastrophendenken: Gleich wird das Schlimmste passieren, gleich werde ich die Kontrolle über mich verlieren (= "Gleich werde ich in aller Öffentlichkeit ohnmächtig/weinen/schreien/zusammenbrechen"), gleich werde ich eine "richtig starke Panikattacke" bekommen...

Die Situation ist folgende: Du scheinst vor allem die Fahrt in der Gondel als Verlust von Kontrolle zu empfinden. Du scheinst starke Ängste davor zu haben, dass die Gondel abstürzt oder in ein ähnliches Unglück gerät und du hilflos, machtlos und wehrlos sein wirst. Aus dieser Angst ist eine Panik geworden. Zum einen hast du nun Angst vor der Angst und in der Situation selbst steigst du in die Panikattacke ein und befürchtest und empfindest die Katastrophe.

Als Einstiegshilfe in die Bewältigung dieser Panikattacken in der konkreten Situation in der Gondel kann ich dir raten, dir im Kopf den Satz "Mit dieser Angst werde ich jetzt den Weg in dieser Gondel hochfahren" immer und immer wieder zu sagen. Auch gerne in Abwandlung:"Mit diesem flauen Gefühl im Magen/dieser Übelkeit/diese Zittern werde ich hier sitzen bleiben und in dieser Gondel den Berg hochfahren".

Wenn die Panik überhand nimmt und du in das Katastrophendenken kommst (= Wir werden abstürzen/Ich werde gleich weinen/Ich werde mich gleich übergeben/Ich werde gleich ohnmächtig/...), dann stehe das aus und versuche dich nicht abzulenken! Konfrontiere dich mit der Angst. Ich verspreche dir, dass allein schon aus physiologischen Gründen die Panik nach 20 Minuten abklingen wird. Irgendwann ist genug. Da kann der Körper nicht noch mehr Angst und Panik in Gang setzen und die Symptome lassen von alleine nach. Aber eben nur, weil absoluter Konfrontation.

Versuche auch, die Worst Case Szenarien durchzugehen. Was passiert, wenn du anfängst zu weinen? Dann werden dich Menschen (auch wildfremde) trösten. Ich gehe doch davon aus, dass du auch jemanden trösten würdest, wenn er neben dir in der Gondel das Weinen anfinge, egal warum er das tut!? Was passiert, würdest du ohnmächtig werden? Die Leute würden deine Beine hochlegen, dir Luft zufächeln und gucken, dass es dir besser geht. Auch wildfremde Leute. Was passiert, wenn die Gondel abbricht und in die Tiefe stürzt? Wie wahrscheinlich ist das Szenario? Welche Notsysteme gibt es in einem Liftsystem? Wie oft kommt sowas überhaupt vor? Warum sollte es ausgerechnet dich treffen?

Arbeite weiter so mit deinen Panikattacken. Du bist auf einem guten Weg. Weiche den Situationen NICHT aus.

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