» »

Meine Selbstbeherrschung ist nur noch ein Sieb – wie stopfen?

EeheAmaliger N]utzer (#x573x012) hat die Diskussion gestartet


Hallo :-)

ich spüre , wie ich mir so langsam entgleite , ich hab mich und meine Gefühle einfach nicht mehr im Griff und es macht mich traurig, wütend und dazu kommen noch ein paar große Schaufeln Schuldgefühle dazu .

Es geht um meinem Vater - er braucht immer mehr Pflege und ich komme nicht aus, auch ihn zu betreuen , bin für beide schon mehr als 10 Jahre da, anfangs neben der Arbeit und mittlerweile ganz.

Ich kann mir noch so zwei Tag in der Woche freischaufeln um einzukaufen , meinen Haushalt zu machen und Dinge zu erledigen die einfach sein müssen.

An der Situation kann ich derzeit nichts ändern, das ist eine längere Geschichte und ich kann da (noch )nicht aus. Ich weiß selber, dass Abstand /Urlaub das Beste für mich wäre ,

auch Unterstützung/ Hilfe von außen- nur das geht momentan einfach noch nicht, ist aber fest geplant von mir für dieses Jahr (wenn er es dann endlich zulässt)

Bis dahin muss ich einfach durchhalten.

Darum bitte ich um Tipps, wie ich das irgendwie auf die Reihe kriegen kann bis dahin.

Wie erkläre ich meinen Zustand , ich hab da ziemlich Mühe , es in Worte zu fassen also entschuldige ich mich schon mal für das holprige Geschreibsel.

Es ist eigentlich Wut auf seine Art ,wie er mit mir umgeht, wie ich mit mir umgehen lasse. Es ist ein Gefühl, dass ich von früher sehr gut kenne, wir zwei konnten es noch nie gut miteinander.

Diese Wut ist mir also nicht neu .

Allerdings habe ich das Gefühl, sie wächst zur Zeit täglich und das Erschreckende ist, dass ich ihn in letzter Zeit wirklich oft anschreie. Natürlich leidet meine Mutter darunter und versteht nicht , warum ich so bin – ich ja auch nicht.

Ich möchte mich beherrschen. Ich nehme es mir jeden Morgen vor, kaum gehe ich durch die Tür , sehe ihn, fängt es schon an zu köcheln und irgendwann im Laufe des Tages fühle ich mich wie ein Vulkan – es pfeift und brodelt aus allen Löchern bis zum Ausbruch (Schreien/Tränen )

Er ist noch so ein "Pascha" , gewohnt, dass alles nach seinem Kopf geht , er so wenig wie möglich beitragen muss, und wenn das nicht funktioniert dann ist er halt alt /krank und vergesslich .

Das ist er mittlerweile auch, nur diese Taktik kenne ich schon länger und kann oft nicht abschätzen an was es jetzt wirklich liegt - am Willen oder am Alter.

Das nur zur Information .

Ich brauche einfach eine Art Wutableiter - eine Taktik, die mir hilft mich wieder zu beherrschen .

Irgendeinen Trick , wie ich mich da selber runter holen kann. Die Situation kann ich nicht ändern - also muss ich was tun in mir , an mir .

Danke fürs Lesen - ungewohnt viel von mir 8-)

Antworten
wHintedrmsonzne x01


Vielleicht hilft dir rausgehen und durchatmen, wenn du merkst, dass die Wut in dir hochkommt ":/

Einfach raus aus der Situation, Pause einlegen.

MCaldame5Xmas


Auszeit nehmen, raus aus zu viel Gesellschaft und die eigenen Wuensche wieder finden.

f`alcEo upelegrCinoides


Vielleicht hat er ja zusätzlich zu seinem Charakter auch den Anfang einer Demenz. Viele alte Menschen können da sehr unausstehlich, sogar den engen Angehörigen fast grausam behandeln. Ist er zu deiner Mutter denn genauso? Wenn es an einer Demenzerkrankung läge, kann er nichts dafür. Außerdem ist es bei alten Menschen auch oft so, daß sich Charaktereigenschaften verstärken, sprich, wenn jemand schon immer gewohnt war, daß alles nach seinem Kopf geht, wird es sich im Alter noch mehr ausprägen.

Besteht denn die Möglichkeit, daß du jemanden jemanden stundenweise gegen Bezahlung anstellst? Hast du Geschwister die dich unterstützen könnten oder andere enge Angehörige?

Du brauchst Abstand, das ist klar. Wieviel Stunden bist du denn dort?

P.fschbiGesxt


[[http://www.sueddeutsche.de/geld/urlaubsanspruch-so-nehmen-sie-sich-eine-auszeit-von-der-pflege-1.2074735]]

EIhem#alig6er Nutxzer (#@5730x12)


Einfach raus aus der Situation, Pause einlegen.

wintersonne 01

ja, versuche ich :-) geht leider nicht immer .

E hemal(iger oNutzer (O#57x3012)


MadameXmas

Plüschbiest

Urlaub/Auszeit ist in Planung, Informationen hab ich - nur wie ich schon geschrieben hab, ist es derzeit noch nicht möglich, also suche ich einfach Tipps wie ich in der Situation selber, aus dieser Wut rauskomme, deshalb der Tread :-)

N\urarEihyoxn


In der Psychologie gibt es den Begriff des Erregungsniveaus. Dabei gibt es - einfach ausgedrückt - 3 Stufen. Stufe 1 (0 - 30%) beschreibt ein recht normales Gefühlsleben mit dem üblichen emotionalen Auf und Ab. Auf der zweiten Stufe (31% - 70%) ist man schon etwas "durch den Wind". Auf diesem Niveau helfen Ablenkung wie z.B. Sport, Spaziergänge und andere Dinge, die hier ebenfalls genannt wurden. Ab 71%, der dritten Stufe, wird es dann übel. Im Grunde läuft der Verstand auf Sparflamme und man handelt unkontrolliert, impulsiv und kommt da ganz, ganz schlecht wieder raus. Bei vielen psychisch kranken Menschen spielen sich in diesem Bereich Panikattacken ab, Wutausbrüche und Ähnliches.

Die Grenzen/Stufen mögen individuell unterschiedlich sein, aber du verstehst das Konzept, richtig? Wo würdest du dich da selbst einordnen?

Auf dem höchsten Erregungsniveau wird psychisch Erkrankten üblicherweise die Anwendung von sogenannten Skills empfohlen. Diese sollen etwa wie eine Orhfeige wirken und einen auf ein Niveau bringen, auf dem man wieder handlungsfähig ist und sich selbst aus der Situation befreien kann.

Skills sind z.B. etwas (sehr) scharfes Essen, einen Eiswürfel in der geschlossenen Hand halten, intensive Gerüsche... also starke, physische Reize. Skills können aber auch "milder" sein. Das Ganze ist extrem individuell und erfordert Bereitschaft, verschiedene Dinge auszuprobieren.

Bevor du das nächste Mal "ausrastest", probiere mal etwas in der Richtung. Iss eine Chilischote beispielsweise. Da bist du dann erstmal beschäftigt mit.

Übrigens will ich dich damit nicht pathologisieren. Es kann aber helfen, die eigenen Grenzen besser zu erkennen und dich aus der Situation zu ziehen, bevor etwas passiert.

Eohema+ligLer Nutze}r .(#57x3012)


falco pelegrinoides

Vielleicht hat er ja zusätzlich zu seinem Charakter auch den Anfang einer Demenz. Viele alte Menschen können da sehr unausstehlich, sogar den engen Angehörigen fast grausam behandeln. Ist er zu deiner Mutter denn genauso?

Den Verdacht hab ich auch, er läßt körperlich auch nach und wirkt oft vergesslich.

Mein Problem ist, dass es so eine Mischung ist zwischen wirklich vergessen und einer hm- ja erpresserischen Vergesslichkeit . Denn Sachen die ihm wichtig sind , vergißt er nicht.

Ich glaube , deshalb bin ich da oft so ohnmächtig-wütend. Ich kann es ja nicht beweisen und muß darauf eingehen - er weiß das auch.

Ich fühle mich manchmal so manipuliert .

Ich bekomme schon auch Unterstützung , die beiden sind jedoch arbeitstätig und ich weiß selber wie das ist, ich hab jahrelang neben meiner Arbeit meine Mutter betreut und versucht das Haus wenigstens halbwegs in Ordnung zu bringen.

War ein ständiger Kampf , sie hat es oft nicht zugelassen.

Meine Mutter hat sehr lange Zeit gekämpft mit der Diagnose, es war ihr bewußt und hat unglaublich gelitten. Mein Vater hat sie da nie unterstützt , im Gegenteil .

Er hat auch alles liegen und stehen gelassen, wenn sie etwas nicht mehr geschafft hat um es mir dann unter die Nase zu reiben - natürlich vor ihr.

Ich könnte da einen Roman schreiben. Da sind so viele Verletzungen - kleine, aber viele.

Und jetzt braucht er Hilfe und verlangt es in einer Selbstverständlichkeit .

Ich fahre fast täglich zu ihnen , mit Fahrt sind es so 8-9 Stunden , dazu kommt noch das Einkaufen, Arzt, Apotheke etca. was halt noch so zu erledigen ist. Er hat immer Wünsche . 8-)

E*heQmal)iger N_utzeUr (#a573012x)


Nurarihyon

ja genau- so etwas brauche ich.

Also ehrlich gesagt bin ich schon auf dem Weg zu Stufe drei, das hat mich ja so erschreckt - ging schleichend und ich sehe mich nicht gerne so.

Ich nehme den Eiswürfel ;-D

Ich fühle mich nicht pathologisiert , im Gegenteil, hab den Eindruck - dass du es ganz gut erfasst/verstanden hast.

Es ist mittlerweile schon ernst zu nehmen , also ich muß das an mir ernst nehmen und gut achten, dass ich es im Griff habe.

Deshalb auch dieser Thread, ich möchte es irgendwie aus mir rauslassen . Heute ging es viel besser, das Schreiben hilft scheinbar. :-)

N$urari(hyon


Ich nehme den Eiswürfel ;-D

Gerne empfohlen wird auch ein Gummiband am Handgelenk, das man dagegen flitschen lässt. Das grenzt zwar an Autoaggression, aber Skills sind eben nur als Werkzeug zu sehen, um Schlimmeres zu vermeiden. Einfach mal rumprobieren.

E!hemaligeZr Nutzer (#=573012)


Noch besser, da immer griffbereit bzw. spickbereit .

Danke :-) berichte dann, wie es geholfen hat .

N+urar!ihMyoxn


Wenn Schmerzreize nicht helfen, kannst du auch extreme Gerüche ausprobieren. Entweder beruhigende, z.B. eine Vanilleschote, oder etwas, das richtig die Rübe durchbläst, wie reine Mentholkristalle. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. ;-D

Danke :-) berichte dann, wie es geholfen hat .

Bin gespannt.

KAlei|o


Porzellanseele

Irgendeinen Trick , wie ich mich da selber runter holen kann. Die Situation kann ich nicht ändern - also muss ich was tun in mir , an mir .

Da hast Du ja schon einen guten Tipp zum runterholen. Am besten wäre natürlich, dass Du erst gar nicht da hinauf kommst.

Und jetzt braucht er Hilfe und verlangt es in einer Selbstverständlichkeit .

Das habe ich nicht ganz verstanden? Er ist krank und braucht Hilfe. Worin braucht er Hilfe? Wie alt ist er? Was ist mit Deiner Mutter? Leben sie nicht zusammen oder wie ist da ihre Rolle?

EPhemaliNger /Nutzer (#5b73012x)


Hallo Kleio :-)

Am besten wäre natürlich, dass Du erst gar nicht da hinauf kommst.

Ja, ich weiß. Ich befürchte da kommt ganz viel von früher hoch , dachte das hab ich alles schon weggewischt , scheinbar war es nur gut verpackt . Jetzt scheint es irgendwie überzuschwappen.

Aktuell brauche ich jetzt wirklich diese schnell zur Verfügung stehenden Maßnahmen.

Aber ich denke , dass ich da leider doch noch ein wenig zu tun habe in mir . Ich komme gar nicht mehr richtig runter , deshalb braucht es nicht mehr viel, um überzulaufen.

Zu deiner Frage.

Sie leben zusammen.

Vater 86, Mutter 81.

Meine Mutter hat Alzheimer schon mehr als 10 Jahre - damals bei der Diagnose schon mittleres Stadium .

Vater braucht mittlerweile Hilfe bei der Körperpflege, Wundversorgung .

Einkaufen, Haushalt und Pflege meiner Mutter mache ich schon seit Jahren , das hat sich natürlich abhängig von ihrem Zustand gesteigert.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH