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In was für einer kranken Welt leben wir?

J6uli[-S>onnxe_ hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich weiß nicht, ob das hierher gehört oder in Abschied und Trauer.

Bin gerade fix und fertig. Jeden Tag hört man etwas über zu Tode gequälte Kinder, Ermordungen usw.

Aber nun ist es nicht mehr fern, sondern sehr nah.

War heute meine Eltern besuchen. Irgendwann erzählte meine Mutter, dass ihre Schulkameradin von ihrem Mann erstochen wurde. Sie war lebensfroh und niemand kann verstehen, was mit dem Mann passiert ist. Es ging mir durch und durch. So etwas geschieht nur bei anderen, denkt man oft, nie trifft es Bekannte. Die Beerdigung dieser Frau war vor ca. 2 Wochen.

Dann erfahre ich von meinem Sohn, dass heute in der Schule eine Schweigeminute war. Ich fragte, weshalb und was passiert war. Er sagte, dass die ehemalige Schulkameradin meiner Tochter (20 bzw. 21) von ihrem Freund mit 15 Messerstichen getötet wurde, weil sie sich von ihm trennen wollte und heute die Beerdigung ist. Meine Güte, ich hatte noch an dem Tod von der Bekannten bzw. früheren Freundin meiner Mutter zu kämpfen und nicht einmal eine Stunde später der nächste Fall.

Ich bekomme das gerade nicht mehr aus dem Kopf. Diese Ängste, diese Schmerzen, die die beiden erleben mussten.

Und jeden Tag gibt es weitere ähnlich schlimme Schicksale.

Was ist los in dieser Welt, dass es sich so häuft mit der Kriminalität? Weshalb wird so etwas seinen eigenen Kindern oder Stiefkindern angetan, fremden Kindern, der Frau, der Freundin?

Was ist nur los in dieser Welt.

Antworten
s;chnec1ke1x985


Die Kriminalität häuft sich nicht, sie ist rückläufig. Die Menschheit hat noch nie so friedlich zusammengelebt, wie gerade

[[https://www.amnesty.ch/de/ueber-amnesty/publikationen/magazin-amnesty/2015-4/friedensprophet-mit-taschenrechner]]

R|ennZfloxh


Gute Frage, keine Antwort!

Warum werden Menschen immer skrupelloser? Gemeiner, hinterhältiger, verlogener?

Habe das mehr als einmal am eigenen Leib verspürt.

:°(

L=iebex8


Die Menschheit hat noch nie so friedlich zusammengelebt, wie gerade

:)z :)^

JtuliS-<S<onnxe_


schnecke, das kann ich, ehrlich gesagt, nicht glauben.

Rennfloh, du bist selbst betroffen? Mein Gott, das tut mir so leid. Möchtest du darüber schreiben? Falls nicht, wünsche ich dir auf jeden Fall viel Kraft, um das Erlebte zu verarbeiten.

R[ennf]loh


Naja....das sehe ich etwas anders. Was für Erhebungen sind das?

Mein Guthaben ist futsch, mein Handy streikt.

In meiner Heimatstadt gibt es seit diesem Jahr Einbrüche wie noch nie in der Geschichte unserer kleinen Stadt. Es wird vor nichts zurück gescheckt.

Es wurde aus Verzweiflung eine Bürgerwehr gegründet.

Soll das normal sein?

In was für einer Welt leben wir inzwischen?

Njordix84


Ich bekomme das gerade nicht mehr aus dem Kopf. Diese Ängste, diese Schmerzen, die die beiden erleben mussten.

Ich sags jetzt mal relativ hart: Dann bist du zu empatisch.

Geht mir allerdings manchmal nicht anders, man denkt darüber nach was andere Menschen in Extremsituationen gefühlt und gedacht haben und sicher kann einen sowas fertig machen. Die Fakten wurden aber schon genannt, es ist noch nie so wenig passiert wie in unserer Zeit.

Sjapi$ent


"Die Wahrscheinlichkeit, ermordet zu werden, war im Mittelalter und in der frühen Neuzeit um ein Vielfaches höher als im 20. Jahrhundert – so Steven Pinker. Quelle der Grafik: Eisner 2003" :=o

sAchneKckTe19x85


schnecke, das kann ich, ehrlich gesagt, nicht glauben.

Ich schon. Wo gibt's denn noch die Todesstrafe? In der Generation meiner Eltern war Gewalt gegen Kinder völlig normal, häusliche Gewalt sowieso. Kriege? Ja, überall, dauernd. Vergewaltigung? Ein Kavaliersdelikt, falls man der Frau überhaupt geglaubt hat, dass sie Opfer von sexualisierter Gewalt war.

Wir haben in der Schule Passagen aus Caesars "De Bello Gallico" übersetzt. Da reicht kein Horrorfilm an die historischen Gräueltaten ran.

Fakt ist: Durch die Medien hören wir mehr, de facto passiert aber immer weniger, d.h. wir leben sicherer. :-)

RDeWnnfgloh


Danke Juli-Sonne!

NIordi|84


Durch die Medien hören wir mehr, de facto passiert aber immer weniger

Genau so ist es. Natürlich "passiert" deswegen in der subjektiven Wahrnehmung mehr, objektiv allerdings nicht.

Vor 50 oder 100 Jahren wurden mit Sicherheit auch mehr Kinder entführt und/oder ermordet, man hat es bloß nicht mitbekommen. Auch heute werden fast keine Kinder Opfer eines Verbrechens, wenn es dennoch passiert (und jede Tat ist eine zuviel) wird es aber in jedem verfügbaren Medium breitgetreten.

J#uli4-Skonnex_


Im Mittelalter habe ich nicht gelebt, deshalb meine ich diese Zeit nicht. Ich sehe doch, was los ist, das viele Menschen aus Angst das Haus nicht mehr verlassen usw. Das gab es vor 20 Jahren noch nicht. Und nein, das hat nichts mit den Medien zu tun.

Nordi ja, das stimmt, was du über mich schreibst. Bei Kindern leide ich immer sehr mit und bei den beiden, die ja bekannt sind, denke ich, dass es anderen auch so gehen würde. Muss bei dem Mädchen auch sehr an die Eltern denken.

Shchild5kröxte007


Bei der verlinkten Statistik wäre ich vorsichtig, Steven Pinker ist ein Populärwissenschaftler, der für unwissenschaftliches Arbeiten bekannt ist.

R+en5nJflxoh


Ok, das mag ja sein.

Trotzdem behaupte ich, daß wir schon deutlich ruhiger und auch sicherer gelebt haben.

Genannte Fakten sind unumstritten.

c^lDairxet


In meiner Heimatstadt gibt es seit diesem Jahr Einbrüche wie noch nie in der Geschichte unserer kleinen Stadt. Es wird vor nichts zurück gescheckt.

Die Zahl der Einbrüche ist tatsächlich gestiegen. Gewalttaten gegenüber Personen aber eher gesunken. Und gerade sexuelle Gewalt wurde früher viel weniger angezeigt.

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