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In was für einer kranken Welt leben wir?

Hzudiptfupfx1


Aber noch als Nachtrag möchte ich anfügen. Wenn einen so ein Schicksal trifft, ist das ganz schlimm und ich möchte mit meinem Post nicht das eine gegen das andere aufwiegen.

moarip?osa


Ich habe Bekannte in ganz Deutschland verteilt und ich denke, was sie sagen, kann ich glauben. Und viele sagen eben, dass sie Angst haben, besonders wenn es dunkel ist, das Haus zu verlassen. Einige haben vor, sich Hunde, Schäferhunde, Dobbermänner usw. anzuschaffen, damit potenzielle Täter abgeschreckt werden. Und vieles mehr.

Bin gerade fix und fertig. Jeden Tag hört man etwas über zu Tode gequälte Kinder, Ermordungen usw.

Aber nun ist es nicht mehr fern, sondern sehr nah.

Und worauf führst Du das alles zurück?

LsiebPe8


Zu meiner Schulzeit waren keine Schweigeminuten angesagt.

Zu meiner auch nicht. Das liegt m.E. aber nicht daran, dass damals nichts passiert wäre. Der Umgang war ein anderer. Die Schwester meiner besten Freundin wurde Anfang der 70er z.B. kurz vor'm Abitur von ihrem Ex erwürgt. Das hat sich natürlich rumgesprochen, aber in der Schule wurde kein Wort darüber verloren. Ein Onkel von mir hat Ende der 80er einer älteren Frau am Rheinufer helfen wollen, als sie von einem Taschendieb überfallen wurde. Ergebnis: Messer im Bauch, verblutet. Kleine Randnotiz in der Lokalpresse. Keine medienträchtige Hochstilisierung zum Helden. Darüber hinaus kannte ich ein Mädchen, dass in den 90er Jahren in eine Schlägerei mit mehreren jungen Männern geriet und seitdem im Wachkoma liegt ("#mutigeTugce"). Aber damals gab es Twitter halt noch nicht...

@ Juli-Sonne_

Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass dich die beiden Nachrichten heute getroffen haben. Mir geht es mit Krankheiten z.B. so. Es gibt Phasen, da denke ich mir: Verdammte Axt, bekommt denn heute jeder Krebs?? Weil sich die Fälle in meinem Umfeld häufen. Wenn ich recht darüber nachdenke, dann wird es aber wohl so sein, dass die diagnostischen Möglichkeiten einfach besser geworden sind und das Bewusstsein für Gesundheit und Gesundheitsvorsorge gestiegen ist - deshalb höre ich heute öfter von solchen Diagnosen, die früher nie gestellt worden wären. Früher starb man halt irgendwann im Alter. Mein Großvater war seinerzeit sicher nie beim Urologen, um seine Prostata untersuchen zu lassen. Gut möglich, dass er nicht an "Altersschwäche" starb, wie man es früher gerne nannte, sondern an einem unbehandelten Prostatakarzinom.

Was Gewalt angeht, so war sowohl meine eigene Kindheit als auch die meiner Eltern (Kriegsgeneration) und Großeltern sehr viel stärker davon geprägt, als die unserer Kinder heute. Helikoptereltern gibt's heute aber freilich mehr als früher. Denn ja, die Angst hat zugenommen, das erlebe ich auch so. Gewalttaten in meinem direkten Umfeld gibt es heute aber weniger als früher und vor allem gibt es heute m.E. ein viel stärkeres Bewusstsein dafür, was Gewalt anrichtet und dass und weshalb sie (z.B. in der Erziehung) abzulehnen ist. Da hat sich viel getan, finde ich.

L"aoRucxola


Schopenhauer bietet Antworten, aber auch keine ermunternden.

L0ichxtAmtHorvixzont


@ Juli-Sonne_

Was mich an solchen Ereignissen am meisten ängstigt ist der Gedanke, dass man schwerlich verhindern kann, dass einem so etwas in Zukunft auch passiert. Ich könnte auch an den falschen Partner geraten, der mich später umbringt. Ich könnte auch in der falschen Gegend spazieren gehen und überfallen werden. Es passiert einfach - wie Schicksal.

Je weiter weg es ist, desto mehr kann ich mir einreden: "Es passiert nur den anderen." Je näher es herankommt - plötzlich trifft es Leute, die ich kenne! - desto größer wird die Angst.

So ist es auch mit Todesfällen durch Krankheiten. Je mehr Menschen in meiner Umgebung gestorben sind (und zwar nicht nur Alte, sondern bis an mein Alter heran, durch Krankheiten), desto unsicherer werde ich mir meiner eigenen Gesundheit. Wieder steigt die Angst. Stirbt "nur" irgendein Promi irgendwo - Gott ja, der ist ja wie in einer anderen Welt. Hat mit mir nichts zu tun. Hat wahrscheinlich eh zu viel geraucht/getrunken/Drogen genommen. Mache ich ja alles nicht. Oder viel weniger. Also alles gut.

Bis der erste aus dem Bekanntenkreis stirbt...

Dass es mehr Fälle werden, ist aber Irrglaube. Sie kommen - warum auch immer - nur näher.

L1icht-AmHqoYrizxont


@ LaRucola

Schopenhauer bietet Antworten, aber auch keine ermunternden.

Und welche?

NAo6ckqerxl


Mein Mann ist seit 35 Jahren bei der Polizei und er meint die Menschen entwickeln sich wieder zurück.

Mit was für einen Spaß viele gegen Einsatzkräfte vorgehen ist absolut krank.

Wie im alten Rom.

Brot und Spiele.

Z.B. das TV-Programm.

Ein beachtlicher Teil der Gesellschaft macht es auch möglich das sich unzählige Doku-Soaps wie "Leben im Gemeindebau" oder "Das Geschäft mit der Liebe", "Verklag mich doch!" seit Jahren halten und scheinbar so gefragt sind das es immer mehr werden und den ganzen Tag irgendwo ausgestrahlt werden.

Hier ein kleiner Einblick was ein großer Teil der Leute sehen will: [[http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_deutscher_Scripted-Reality-Sendungen]] und [[http://www.welt.de/themen/doku-soaps/]] und [[https://www.youtube.com/watch?v=e9E3-kgZQZI]] Tiefer geht es echt nicht mehr.

Eine sehr derbe Art von Unterhaltung aber sehr gefragt. Die Nachfrage macht das Angebot. Unter Tags diese Proleten-Doku-Soaps/Reality TV in fast allen Kanälen und Abends das Hauptabendprogramm sind unzählige Serien wo Morde oder sonstige Verbrechen aufgeklärt werden und das es nicht langweilig wird auf manchen Sendern wieder Doku-Soaps/Reality Shows.

Der Börner ist dann noch dieses Dschungelcamp, zusehen wie ein paar Verrückte ("Stars") Würmer fressen usw...also dümmer geht es wirklich nicht mehr.

Scheint aber auch gut zu gehen weil der Schmarrn setzt sich jedes Jahr aufs Neue durch mit glänzenden Einschaltquoten.

Herzlichen Dank auch.

Von einem guten und informativen TV Programm meilenweit entfernt.

ABER die Nachfrage macht das Angebot, es spiegelt die Art der Gesellschaft wieder...so und nicht anders mag es die breite Masse scheinbar haben...

Man nehme auch mal Conchita Wurst her.

Nichts gegen Homosexuelle, um Gottes Willen, aber der Trara der wegen diesem Mann eine Zeit lang veranstaltet wurde, wie der in den Himmel gejubelt wurde nur weil er seine sexuelle Neigung unter dem Deckmantel der guten Sache an die Öffentlichkeit getragen hat ist wirklich nicht mehr normal.

Und diese Brutalität und Bösartigkeit die wir durch Links- sowie Rechtsextreme hier nun haben...wir hatten vor 70 Jahren schon mal so einen radikalen Deppen hier aber scheinbar kommen D und Ö ohne solche kranken Idioten scheinbar nicht aus.

Weiter gehts mit einer der Sache wo einem Vater in sozialen Netzwerken vor kurzem Pädophilie unterstellt wurde, da er mit seiner 2 Jahren alten Tochter in der Badewanne gespielt hat.

Gut, so ein Foto zu veröffentlichen halte ich für nicht klug, sowas gehört ins private Familienalbum daheim im Schrank und nicht in ein soziales Netzwerk aber schon alleine nur der Gedankengang der Leute zeigt doch wie sehr schon der Bezug zur Realität verloren gegangen ist.

Ja, ich denke, diese Welt ist absolut krank und viele gehen wegen dem Internet und der sozialen Hängematte, der laschen Gesetze die eher schon nur noch lockeren Hausordnungen gleichen komplett an der Realität vorbei.

J&uliM-So9n+neO_


N O C H M A L : Es geht mir nicht um die Zeit vom Mittelalter, vom 1. u. 2. Weltkrieg, Hexenverbrennungen, Judenverfolgungen usw.

Es ging mir darum, dass heutzutage die Kinder nicht mehr sicher aufwachsen können. Das schon sehr viele diese Erfahrungen machen mussten, dass es immer brutaler, kälter, egoistischer usw. wird als noch vor 20-30 Jahren.

Wie geschrieben, es freut mich für (fast) jeden hier, der diese schlimmen Erfahrungen nicht machen musste, das meine ich ehrlich. Dennoch ist es schlimmer geworden als heute. Früher wurden Läden nicht ausgeraubt und die Täter blieben unbestraft.

Ich sehe ein, dass ich wohl falsch verstanden werde oder ich mich falsch ausdrücke. Es ist nur so, dass die Einsätze der Polizei viel höher sind als früher, wer möchte das bestreiten? Wahrscheinlich auch wieder viele.

Und auch wenn ich jetzt wieder paranoid bezeichnet werde. Ja, ich gehe in keine Großstadt mehr (selbst hier mit 7000 Einwohnern ist zu viel los, das reicht mir bei weitem aus) und ja, ich betrete kein Stadion mehr. Früher hätte ich keine Sekunde gezögert, jetzt hätte ich bedenken, da hinzugehen.

Das ist mein Gefühl und ich bleibe dabei. Und ich beneide euch, die sich ihren Freiraum, ihre Hobbys usw. nicht nehmen lassen. Davon gibt es schon zu viele Menschen.

LBaRgucoxla


@ LichtAmHorizont

Wikipedia:

Schopenhauer begründete ein System des empirischen und metaphysischen Pessimismus. Der blinde, vernunftlose Weltwille ist für ihn die absolute Urkraft und somit das Wesen der Welt. Die Vernunft ist nur Dienerin dieses irrationalen Weltwillens. Die Welt – als Erzeugnis dieses grundlosen Willens – ist durch und durch schlecht, etwas, das nicht sein sollte, eine Schuld.[15] Eine schlechtere Welt kann es überhaupt nicht geben.

"Nun ist diese Welt so eingerichtet, wie sie sein mußte, um mit genauer Not bestehen zu können. Wäre sie aber noch ein wenig schlechter, so könnte sie schon nicht mehr bestehen."[16]

Die Welt ist ein "Jammertal", voller Leiden. Alles Glück ist Illusion, alle Lust nur negativ. Der rastlos strebende Wille wird durch nichts endgültig befriedigt.[17]

"Denn alles Streben entspringt aus Mangel, aus Unzufriedenheit mit seinem Zustande, ist also Leiden, solange es nicht befriedigt ist. Keine Befriedigung aber ist dauernd, vielmehr ist sie stets nur der Anfangspunkt eines neuen Strebens. Das Streben sehen wir überall vielfach gehemmt, überall kämpfend. Solange also immer als Leiden: kein letztes Ziel des Strebens, also kein Maß und Ziel des Leidens.[18]"

Die Basis allen Wollens ist Bedürftigkeit, Mangel, also Schmerz.[19] Das Leben "schwingt also, gleich einem Pendel, hin und her zwischen dem Schmerz und der Langeweile".[18] Schon seiner Anlage nach ist das Menschenleben keiner wahren Glückseligkeit fähig. Jede Lebensgeschichte ist eine Leidensgeschichte, eine fortgesetzte Reihe großer und kleiner Unfälle.[20]

Mächtigster Ausdruck des Willens ist der nicht dauerhaft zu befriedigende Geschlechtstrieb.

R_ogerGRabbixt


Ich habe Bekannte in ganz Deutschland verteilt und ich denke, was sie sagen, kann ich glauben. Und viele sagen eben, dass sie Angst haben, besonders wenn es dunkel ist, das Haus zu verlassen. Einige haben vor, sich Hunde, Schäferhunde, Dobbermänner usw. anzuschaffen, damit potenzielle Täter abgeschreckt werden. Und vieles mehr.

Ich habe (zum Glück) keine derartigen Bekannten. Und nun?

Es ging mir darum, dass heutzutage die Kinder nicht mehr sicher aufwachsen können. Das schon sehr viele diese Erfahrungen machen mussten, dass es immer brutaler, kälter, egoistischer usw. wird als noch vor 20-30 Jahren.

Ist das so? Viele Kinder werden heute völlig überbehütet, aber bestimmt nicht, weil sie sonst nicht in Sicherheit wären.

Und auch wenn ich jetzt wieder paranoid bezeichnet werde. Ja, ich gehe in keine Großstadt mehr (selbst hier mit 7000 Einwohnern ist zu viel los, das reicht mir bei weitem aus) und ja, ich betrete kein Stadion mehr. Früher hätte ich keine Sekunde gezögert, jetzt hätte ich bedenken, da hinzugehen.

Ja, ich finde das tatsächlich nicht gesund und würde das als starke Einschränkung der Lebensqualität empfinden.

LhichtAQmtHoAriQzonxt


@ LaRucola

Ja, was soll man sagen? Genau so ist es.

J?uli-S4onne_


Roger Rabbit, klar ist es einschränkend. Aber wenn ich etwas nicht mehr genießen kann, dann ist es eben so und ich gebe kein Geld für etwas aus, wo ich mich unwohl fühle. Dafür gehe ich in Freizeitparks usw. Auch hier kann ich beklaut werden oder sonst etwas sein, aber das lasse ich mir nicht nehmen.

Hört sich unlogisch an, ist es wahrscheinlich auch. Sch... Tränen heute. Wisst ihr, Suizid betraf immer andere, war so weit weg. Dann war es mein Bruder und nicht mehr irgendwer. Ermordung waren immer andere, weiter weg, ist es hier leider nicht mehr. Eine verbrannte Frau im Wald vor 3 oder 4 Monaten in unserer Nähe, dann ein Mord ca. 10 km von hier. Da wurde die Angst schon groß. Es ist nicht mehr irgendwo. Nein, 4 und 10 km Luftlinie von uns entfernt. Und nun heute erfahren, dass es gleich zwei Frauen getroffen hat, die ich kannte. Der kleine Alessio und so viele Kinder mehr.

Ich würde gerne noch einmal in den 80er Jahren leben, wenn ich dürfte. Aber mir tun jetzt schon meine Kinder leid, weil ich nie weiß, ob ihnen nicht auch schlimmes passiert. Dennoch lasse ich sie frei aufwachsen. In einem Jahr wird der Kleine 6 Jahre alt und dann geht er alleine in den Kindergarten. Ich werde wahrscheinlich Angst haben, möchte aber, dass er und die anderen Kinder unbeschwert, so weit dies möglich ist, aufwachsen können. Ich kenne Mütter, die bringen ihre 10 und 11 jährigen Kinder noch zur Schule und holen sie wieder ab. Dies wird es bei mir wohl nicht geben. Aber dennoch habe ich auch für diese Eltern Verständnis, genau wie für diejenigen, die ohne Angst in die Zukunft sehen.

Es ist nun einmal so, Erlebnisse prägen. Und wer keine schlechten Erfahrungen gemacht hat, kann es lockerer sehen als Andere oder haben schlicht und einfach weniger Angst als andere . Jeder so wie er möchte.

Mir macht die Entwicklung Sorgen.

LTichbtAmHo<rizxont


Die Frage ist: Will man das als krank bezeichnen? Oder ist das einfach die Natur der Dinge? Und die Illusion des Guten dafür eigentlich krank?

L)ichAtAmHo8rizxont


(War noch an LaRucola)

NIordix84


Ja, ich gehe in keine Großstadt mehr (selbst hier mit 7000 Einwohnern ist zu viel los, das reicht mir bei weitem aus) und ja, ich betrete kein Stadion mehr.

Das ist echt gruselig und extrem übertrieben. Aber ok, du hast deine Erfahrungen gemacht und ich denke das du diese Einstellung auch schon als Kind vermittelt bekommen hast. Ist in meinen Augen nicht gesund aber es ist halt so.

Das hier allerdings:

Es ging mir darum, dass heutzutage die Kinder nicht mehr sicher aufwachsen können.

ist völliger Unsinn. Das ist schlicht falsch, natürlich können Kinder sicher und sorglos aufwachsen und natürlich passiert denen nix wenn sie im Wald oder im Bach spielen. Die Hand voll Kinder denen tatsächlich was passiert das kein Unfall ist ist natürlich tragisch aber ist es das Wert das hundertausende Kinder überbehütet werden, die Angst aufnehmen und fortsetzen, "nur" weil einer Hand voll was schlimmes passiert ist ?

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