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In was für einer kranken Welt leben wir?

v/ikvida


viele kinder können tatsächlich nicht mehr sorgenfrei aufwachsen, aber nicht wegen zunehmenden realen bedrohungen, sondern eher wegen derart übertriebener ängste.

N0ordxi84


Korrekt, die Gefahr für Kinder besteht darin das die Ängste der Eltern auf sie projeziert und verstärkt werden. Wenn du nem Kind vorbetest das die Welt schlecht und gefährlich ist und das es bei jedem Mann auf die andere Straßenseite gehen soll dann glaubt es da nunmal blind. Und ja, das ist tatsächlich extrem gefährlich.

L#ichktAmHoFrizxont


Ein Kind kann durch Überbehütung überhaupt erst ängstlich werden, das sehe ich auch so. Ist es später auf sich gestellt und das sichere Auto von Mutti und Vati nicht mehr da, das einen überall hin bringt, gehen die Probleme los.

JVuli-xSonnxe_


Und genau das möchte ich bei meinen Kindern nicht. Sonst gehen sie auch nicht mehr aus dem Haus und das wäre wirklich grausam.

Aber was ist so schlimm daran, wenn ich in kein Stadion mehr gehe? Was ist daran beängstigend. Oder in die nächste Großstadt, die 100 km von hier entfernt liegt? Habe ja nicht geschrieben, dass ich nur in unserer Kleinstadt bleibe.

Es tut mir leid, aber ich brauche jetzt Abstand von dem Thema. Es war heute wirklich zu viel für mich. Hoffe, ihr könnt das verstehen. Morgen kann es schon wieder anders aussehen.

LvichBtA%mHo/rizont


Es war heute wirklich zu viel für mich. Hoffe, ihr könnt das verstehen.

Natürlich!

Erhol Dich gut. :)*

h8ag-t#ysja


klar prägen erfahrungen, aber man darf dabei nicht den objektiven blick auf die welt vergessen.

in meinem umfeld gab es in den letzten 13 jahren erstaunlich viele suizide, schwer kranke, tödliche unfälle. dennoch weiß ich, dass das mein umfeld ist, nicht der repräsentative durchschnitt.

berliner no go areas? die würde ich gern benannt haben.

unbestrafte täter von raubüberfällen? wo, wann?

kinder, die nicht mehr sicher aufwachsen können? also zu zeiten dutroux's waren die deutlich unsicherer als heute...damals in den goldenen 90ern.

vergewaltigung in der ehe? seit 1997 strafbar.

dann fällt mir noch die raf ein. sicher war auch anders.

was das heute angeht:

die bunten gazetten reißen sich um jeden kriminalfall. es wird auf widerlich emotionale weise die wissensgier des lesers geweckt. was hatte der täter zum mittag? was sagen freunde, nachbar, eltern, ehemalige lehrer? wie sieht der ort aus und wie war der werdegang? diese informationen werden über tage und wochen zu titelschlagzeilen.

klar, dass man den eindruck gewinnt, ganz deutschland wäre eine einzige gefahr.

mein gefühl ist das nicht. ich gehe hier in der hauptstadt weg, auch in den "verruchten" bezirken, mein kind fährt allein zur schule, zu freunden, nach hause. in stadien und auf großveranstaltungen begebe ich mich genauso wie ich täglich über vermeindliche anschlagsziele laufe.

der mensch ist so sicher, wie noch nie zuvor in der geschichte, aber scheinbar wird dadurch das empfinden für abweichungen von der norm extremer und die gewöhnung daran, sich vor allem schützen zu können, trägt ihr übriges dazu bei.

hoag-t)ysjxa


Aber was ist so schlimm daran, wenn ich in kein Stadion mehr gehe? Was ist daran beängstigend. Oder in die nächste Großstadt, die 100 km von hier entfernt liegt?

in dem moment, wo du diese dinge aus angst meidest und dich somit in deinem leben unfreiwillig einschränkst ist das durchaus kritisch zu betrachten. denn deine aussage impliziert ja, dass du gern gehen würdest, wäre da nicht die angst.

LfaRucxola


@ Juli-Sonne_

Der Eindruck, der entsteht, ist, dass unsere vermeintlich demokratische, stabile, friedliche, aufgeklärte Gesellschaft, von der wir in der goldenen Nachkriegszeit ausgegangen waren, u.U. mehr eine Ilussion war als uns bewusst war. Wenn die Verhältnisse sich zuspitzen scheint der Rückfall in die Barbarei näher als man je für möglich gehalten hätte. Deprimierend finde ich das auch alles, aber so isses dann wohl anscheinend.

@ LichtAmHorizont

das positivste, was ich dem abgewinnen kann, ist eine gewisse ironische Distanz.. vor allem zu Leuten, die verbissen nach ihrem Wertesystem streben, ohne das je zu hinterfragen (Disziplin, Karriere, etc). Ansonsten ist "glück" und "krank" natürlich auch alles menschlich-subjektiv, und daran scheitert auch jede Beurteilung, weil man zwangsläufig mit Maßstäben, die erst im inneren entstehen, versucht, etwas von Aussen zu bewerten. Die Welt ist einfach neutral, Elektronen schwirren um Atomkerne, das reagiert alles chemisch, mehr passiert objektiv betrachtet nicht. Der Rest entsteht im Kopf des Betrachtes, aber die "Welt an sich" ist einfach neutral.

Das find ich auch immer wieder nett

[[https://www.youtube.com/watch?v=pRJ6Nihmdaw]]

L-ichtsAmHorizxont


Die Welt ist einfach neutral, Elektronen schwirren um Atomkerne, das reagiert alles chemisch, mehr passiert objektiv betrachtet nicht. Der Rest entsteht im Kopf des Betrachtes, aber die "Welt an sich" ist einfach neutral.

Sehr schön. Das drucke ich mir aus und klebe es an die Wand.

Das find ich auch immer wieder nett

[[www.youtube.com/watch?v=pRJ6Nihmdaw]]

Auch. :)^

hYeut~e_hixer


Es wäre sehr schön, wenn die Welt so einfach erklärbar wäre

Die Welt ist einfach neutral, Elektronen schwirren um Atomkerne, das reagiert alles chemisch, mehr passiert objektiv betrachtet nicht.

Deine (Sicherheits-) Gefühle sind neutral und drehen sich um Atome.

Sollte die Psychologie und Beziehungsparte besser in diesem Froum gestrichen werden?

Anderen Menschen ihre Wahrnehmung und die damit verbundenen Gefühle abzusprechen ... ohne Worte.

Vor einem Jahr konnte ich anders durch meine Umgebung gehen - ohne Sicherheitsvorkehrungen, wie ich meine wichtigen Dinge am besten beschütze.

Alles kam in eine Tasche und los ging es. Heute habe ich meine Dinge nah am Körper und checke alles nochmal, bevor ich das Haus verlasse. Von anderen Vorkehrungen ganz abgesehen.

Es ist gewaltätiger/aggressiver geworden. Meine eigene Erfahrung und auf nichts anderes spricht die TE an. Ihre Erfahrungen lassen sich nicht durch Statistiken wegdiskutieren.

Wrong place, wrong time ... ist nicht immer eine gute Erklärung.

Schicksal, Zufall ... man kann gern auf diese unspezifischen Hinweise zurückgreifen.

Hilft einem Menschen im Alltag nur wenig weiter. Darum geht es hier, denke ich.

L=icht^AmHorizonxt


@ heute_hier

Anderen Menschen ihre Wahrnehmung und die damit verbundenen Gefühle abzusprechen ... ohne Worte.

Tut doch keiner.

LaRucola schreibt doch:

Der Rest entsteht im Kopf des Betrachtes

Somit hat LaRucola bestätigt, dass es die Gefühle gibt. Sie sind nur nicht unabänderlich festgeschrieben, sondern beeinflussbar, und zudem noch bei jedem Menschen verschieden, was eine Objektivierung unmöglich macht. Und individuelle Gefühle beeinflussen eben die Sicht auf die Welt. Die Welt ist aber, wie sie ist, egal wer sie wie sieht.

L:ich:tAmHjorizxont


Hilft einem Menschen im Alltag nur wenig weiter. Darum geht es hier, denke ich.

Mir hilft es.

m4iri8x0


Hm, aber wenn sich die Fälle wie bei der TE plötzlich häufen kann ich schon verstehen, das einem das ein komisches Gefühl gibt. Auf der anderen Seite passieren aber auch viele positive und schöne Dinge. Es kommt also darauf an, auf was man sich persönlich fokussiert.

Eine Bekannte von mir braucht seit einiger Zeit einen Rollator und hatte ziemlich Angst vorm Busfahren in den Stosszeiten und ähnlichem. Aber nach kurzer Zeit hat sie festgestellt, dass die Mitmenschen erstaunlich hilfsbereit sind und das ganze überhaupt kein Problem ist, da Rücksicht genommen wird. Manchmal halten sogar Motorradfahrer oder Autofahrer an und fragen ob sie Hilfe braucht. Damit hätte sie nie gerechnet. Für Sie ist die Welt subjektiv also besser, freundlicher und hilfsbereiter geworden.

S]aldGo


Alles kam in eine Tasche und los ging es. Heute habe ich meine Dinge nah am Körper und checke alles nochmal, bevor ich das Haus verlasse. Von anderen Vorkehrungen ganz abgesehen.

Es ist gewaltätiger/aggressiver geworden. Meine eigene Erfahrung und auf nichts anderes spricht die TE an. Ihre Erfahrungen lassen sich nicht durch Statistiken wegdiskutieren.

Absolut. Oder anders ausgedrückt: wenn jemand sich absichern möchte, doppelt und dreifach, wenn er Angst hat und diese Angst ihn auffrisst, dann kann man da nichts machen. Dann diskutiere ich auch gerne mit ihm darüber.

Aber die beiden obigen Absätze sind zwei unterschiedliche Dinge. Das eine ist die Konsequenz aus der eigenen Angst und das zweite kann insgesamt nicht belegt werden.

Darum dreht sich aber eine Grossteil der Diskussion hier:

"Ja, aber man hört doch soviel!!" - Ja. Man hört soviel, weil die Leute soviel Angst haben und mehr darüber reden, möglicherweise. Aber wenn die Zahlen doch nunmal eine andere Sprache sprechen?

Ich spreche niemandem seine Erfahrungen ab. Fakt ist aber auch, dass wir als Kinder (ich bin 47) an Gefahren ganz anders herangegangen sind. Wir wurden eben nicht überallhin gefahren. Wir haben gespielt, uns wehgetan und sind wieder aufgestanden. Da wurde nicht der Spielkamerad über die Eltern verklagt. Den Fall gab es nicht, das soll jetzt ein Beispiel sein.

Deshalb finde ich gefährlich, die Angst noch dadurch zu schüren, dass ich den Eindruck erwecke, als ob tatsächlich eine erhöhte Gefährdung besteht und dann auch noch nach Konsequenzen rufe wie z.B. einer Bürgerwehr.

CLinnjamon4


Erstmal mein Beileid.

Es muss wirklich schlimm sein, wenn solche Dinge so nah an einen herankommen.

Ich kenne das nicht von Kriminalität (außer kleineren Delikten), aber von todbringenden Krankheiten. Das bringt einem zum Grübeln.

Trotzdem, glaube ich, darf man sich davon nicht sein Leben nehmen lassen.

Denn wenn man seinen Ängsten immer nachgibt, lebt man dann überhaupt noch? Mal, ganz extrem und übertrieben gesagt:

Wenn ich nur noch in meinem Bett liegen bleibe, weil ich Angst habe, beim Schritt aus dem Bett umzuknicken und mir das Genick zu brechen, bin ich doch eigentlich schon tot.

Klar ist das bei dir nicht so heftig mit der Angst, aber sowas kann sich halt ausbreiten (ich spreche aus Erfahrung) und wenn es einen belastet, sollte man dagegen etwas tun!

Du darfst natürlich Großstädte und Veranstaltungen meiden - sofern es dich nicht in deiner Lebensqualität behindert.

Das Gefühl der Sicherheit steht immer dem Bedürfnis nach Freiheit gegenüber und man muss selbst entscheiden, wie man da gewichtet, wohin die Waage ausschlägt.

Man sollte das aber selbst entscheiden dürfen und nicht die Angst in einem sollte einen unfrei machen und die Entscheidungen treffen.

Man sollte halt realistisch Risiken abschätzen können und dann entscheiden.

Das wäre halt das, was mich stören würde - dass Ängste mich einsperren und kluge Entscheidungen behindern, auch wenn sie einem etwas anderes vorgaukeln.

Ich finde es sehr gut, dass du deine Kinder mit deinen Sorgen und Ängsten nicht belasten willst und sie frei aufwachsen lassen willst - als Kind angstgestörter Eltern, die da nicht so reflektiert waren, finde ich das sehr lobenswert! So muss ich das heute ausbaden...

Ich will damit nicht sagen, dass du angstgestört bist - aber vielleicht solltest du dich, wenn der erste Schock abgeklungen ist, fragen, wie frei du noch bist. Du darfst dich immer gegen Risiken entscheiden, aber Ängste sind wie Taschenlampen, die kleine Mäuse anscheinen, wodurch diese an der Wand wie riesiege Monster aussehen.

Ich persönlich frage mich an dieser Stelle in diesem Thread noch drei Dinge:

1. Was sind No-Go-Areas und wo sollen solche, z.B. in Berlin, sein?

2. Ich frage mich weniger, warum die Welt immer grausamer wird, als viel mehr, warum so viele Menschen so zu empfinden scheinen. Ich glaube, jeder Mensch erlebt in seinem Leben mal schlimme Dinge, das war immer so und wird immer so sein. Warum aber scheint das heutzutage so viel mehr Angst zu machen als früher? Kommt das vielleicht durch die Wende und die Unsicherheiten, die damit einher gegangen sind? Den 2. Weltkrieg? Wobei es in den USA ja auch ganz schlimm sein soll mit der Zunahme der kollektiven Angst.

3. Wenn jetzt ganz viele Menschen erhöhte Sicherheitsvorkehrungen treffen wie "Kinder nicht mehr alleine lassen" oder "Nicht mehr abends aus dem Haus gehen", sind dann die, die das nicht machen, nicht gleich gefährdeter Opfer von Gewalt zu werden? Sinkt die Wahrscheinlichkeit, Opfer von Gewalt zu werden, vielleicht aufgrund erhöhter Sicherheitsvorkehrungen? Gibt es dazu Erhebungen?

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