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Keine Lust mehr auf irgendwas und Sorgen

Anlfi2x4 hat die Diskussion gestartet


Seit einiger Zeit plagen mich immer wieder Zukunftsängste und Sorgen. Ich habe mich sehr negativ entwickelt und bin sehr reizbar und raste schnell aus. Das fängt zum Beispiel schon damit an, wenn ich etwas verschütte oder mir etwas umfällt, dann werde ich richtig aggresiv und würde am liebsten alles aus dem Fenster werfen. Dann gibt es wieder momente wo ich einfach nur liege und nachdenke. Besonders Abends beim einschlafen grüble ich sehr viel über die aktuelle Situation wie es dazu kommen konnte und wie es weiter gehen könnte, aber finde nie eine Lösung und dann gehtes am nächsten Tag wieder los. Wenn ich mich ins Bett lege brauche ich teilweise 1-2 Stunden um einzuschlafen obwohl ich immer Müde bin. Morgens komme ich gar nicht aus dem Bett und habe auch keine Lust zur Arbeit zu fahren weshalb ich regelmäßig später zu Kunden komme, was aber nicht sooooo schlimm ist, da ich es einfach nachholen kann (Freelancer), dennoch ist es nicht schön. An meinem Job habe ich schon seit 2 Jahren keine Lust mehr obwohl ich es davor immer geliebt habe und sehr viel gearbeitet habe. Ich habe früher bis spät Abends gearbeitet auch an eigenen Sachen die mir Freude bereitet haben. Seit 2 Jahren lasse ich einfach alles schleifen, es fällt mir schon schwer täglich E-Mails zu lesen und einfache Fragen von Kunden zu beantworten. Ich habe keine Geldprobleme sondern genug Geld auf dem Konto aber zahle dennoch meine Rechnungen nicht pünktlich weil ich es oft einfach auch vergesse, selbst wenn schon Mahnungen kamen etc. habe ich es auf Seite gelegt und mir für später am selben Tag vorgenommen aber dann doch wieder vergessen wodurch ichs chon richtige Probleme hatte.... Ich habe meine ganzen hobbys aufgegeben (Motorrad, Ehrenamtliche Arbeit etc.) ich war 2 Jahre nicht mehr im Urlaub ausser mal eine Woche bei der Familie oder ähnliches, aber selbst dort arbeite ich dann noch vom computer aus und kann nicht abschalten.. Ich weiß auch gar nicht was ich für sorgen habe, denn eigentlich geht es mir gut. Ich habe eine Beziehung, eine Wohnung, einen Job mit gutem Einkommen habe mir auch Geld gespart und sogar einige Aktien gekauft. Finanziell und privat geht es mir also sehr gut, dennoch bin ich einfach nur genervt und würde am liebsten gar nichts mehr machen. Einfach den ganzen Tag schlafen und nicht mehr aus dem haus gehen.

Dann wiederum gibt es auch Tage da geht es mir richtig super ich bin richtig motiviert arbeite sehr gerne und auch gut, möchte viel Unternehmen in der Freizeit mache mir Gedanken über den nächsten Urlaub und freue mich darauf. Am nächsten Tag oder teilweise noch am selben Tag ist es aber plötzlich auch schon wieder anders.

Ich habe letztes Jahr im August schon einmal in der Apotheke einen rezeptfreien Stimmungsaufheller gekauft (Laif 600, Johanniskraut) und habe das ca. 2 Monate eingenommen aber es hat gar nichts gebracht, weshalb ich es gelassen habe.

Ich überlege eigentlich schon seit Monaten das ich zum Psychologen gehe und habe sogar an einem Tag wo es ganz schlecht war mal angerufen und wollte mir einen Termina usmachen, aber an dem Tag hatte die Praxis geschlossen und am nächsten Tag hatte ich auch wieder nur Bedenken dort anzurufen, weil ich der Meinung bin ein Psychologe kann sowieso nichts machen und ich möchte auch nicht vor meiner Freundin als "Psycho" darstehen.

Was soll ich machen?

An welchen Arzt soll ich mich wenden?

Online kann man zum Beispiel bei einem PSychologen ind er Nähe einen Termin ausmachen, hier muss man aber auswählen was für Beschwerden man hat aus einer Liste und da möchte ich ja auch nichts falsches angeben. Außerdem habe ich Angst wenn ich nun zu einem Psychologen gehe und sage: Hallo ich habe Depressionen oder was auch immer, dass er mich als simulanten abstempelt. Aber ich trage es nun schon mindestens 1 Jahr mit mir herum wo es wirklich schlimm ist und kann mir einfach nicht mehr selbst helfen.

Antworten
P"luüsch(bUiest


Medikamente verschreiben darf ein Psychologe nicht.

Hol dir einen Termin beim Psychiater.

Er wird dich ganz sicher nicht als Simulant abstempeln.

Er wird eine Anamnese machen und dann mit dir gemeinsam entscheiden was passieren soll.Wie sieht's aus mit Vitamin D und B 12?

Evtl. Schilddrüsenunterfunktion?

Lass mal beim Hausarzt ein großes Blutbild machen.

Halte dich so oft es geht draußen auf.

Depressionen werden durch Vitamin D Mangel begünstigt.

Und die Sonne wirkt einem Mangel entgegen.

AylfiP24


Ich war erst vor einiger Zeit im Krankenhaus wegen einer Lebensmittelvergiftung da wurde ein großes Blutbild gemacht und da war alles soweit wieder in Ordnung. Also nichts auffälliges... Wegen Schilddrüse: Ich hatte vor einigen Jahren mal Probleme damit die nie geklärt werden konnten. Dazu gibt es hier auch einen Thread... Damals waren meine Schilddrüsenwerte zu hoch und der Arzt vermutete eine Unterfunktion konnte aber nie abschließend geklärt werden, da bei weiteren Untersuchungen die Werte dann plötzlich wieder stimmten.

Psychiater hört sich noch schlimmer an als Psychologe. Wo genau ist da der Unterschied? Wir haben hier in der direkten Umgebung eine große Praxis für Neurologie und Psychiatrie da kann man auch online einen termin vereinbaren.. als privatpatient würde ich sogar schon in der nächsten Woche was bekommen... Aber man muss z.B. auch einen Grund angeben was man hat und woran man behandelt werden möchte. Aber das weiß ich ja gar nicht ???

P`lüsch9biest


Erzähl am Telefon was du hier geschrieben hast.

Kannst auch auf eine mögliche Depression hinweisen.

Lass dir in dieser Praxis einen Termin geben.

Je eher du handelst, umso besser.

A^lfNi2M4


Ich habe da echt noch sorgen, dass ich nicht ernst genommen werde. Vorallem wenn ich sage, dass ich es schon so lange Zeit habe (1-2 Jahre), dann kommt bestimmt die Frage warum ich nicht schon früher dahingegangen bin... Ich weiß auch gar nicht was genau passieren wird... Kann mir da echt wenig vorstellen, auch nicht wie mein Umfeld reagieren wird, denn PSychiater hat ja doch so einen negativen Beigeschmack finde ich. Und wie soll ich das meiner Freundin dann erklären? ich meine sie weiß auch, dass ich mich sehr verändert habe und sagt es mri auch immer, dass ich so schnell ausraste und so... aber dennoch komisch.

P;lüscThibiesxt


Niemand geht wegen nichts zum Psychiater.

Dort hinzugehen kostet Überwindung.

Die wissen dass manch einer eben etwas länger braucht, um sich zu überwinden.

Könnte bei dir auch ein Burn Out sein.

Du solltest mit deiner Freundin reden und ihr sagen, dass du dir wegen deinem verändertem Verhalten Hilfe suchst.

Ich denke, sie wird es verstehen und begrüßen.

Anderen gegenüber musst du es ja nicht an die große Glocke hängen.

f[alco\ pelGegrinoxides


Hallo Alfi 24,

ich habe viel länger als 2 Jahre gebraucht, um mir eine Überweisung für einen Psychologen zu holen. Psychiater wollte ich auf keinen Fall, eben aus den selben Gründen wie du. Die Psychologin hat mich aber dann doch zum Psychiater geschickt, wegen Medikamenten. Dann habe ich nach und nach erfahren, daß sehr viele Menschen, die mir bekannt sind selber in Behandlung sind. Es ist also nichts Unnormales. Je eher du dort hin gehst, desto schneller kann man dir helfen.

Lg

Avlfi2x4


So nachdem ich hier gepostet hatte war ich mir erstmal wieder nicht sicher ob es richtig ist. Gestern war es jedoch mal wieder ganz schlimm, ich war wegen jeder Kleinigkeit einfach nur kurz vor dem ausrasten und hatte eine richtige Wut angestaut. Im nachhinein ging es um ganz banale Sachen... Naja ich habe das nun zum Anlass genommen und einen Termin vereinbart für nächste Woche Montag...

Hoffe nur, dass ich es durchziehe und den Termin nicht kurzfristig wieder absage. Meiner Freundin habe ich noch gar nichts gesagt, ich werde das erste Gespräch nun erstmal abwarten.

A<lfix24


So ich war heute dort. Erst einmal es war nicht so schlimm wie erwartet. Es wurde ein Fragebogen ausgefüllt (BDI Fragebogen) und dann gab es noch ein ca. 1 stündiges Gespräch wo auch Reflexe etc. alles getestet wurden dabei wurde auch nochmal eigentlich alles aus dem Fragebogen gefragt, so als ob ich es noch nicht beantwortet hätte.... Naja egal.

Nach einiger Zeit meinte die Ärztin sie würde vermuten, dass ich mir eine Depression hätte. Sie würde aber in der Diagnose Anpassungs-Störung schreiben damit ich nicht stigmatisiert wäre ??? ??? ???

Nun habe ich ein Medikament verschrieben bekommen (Escitalopram 10mg) und soll davon täglich eine Tablette nehmen morgens. In 14 Tagen habe ich den nächsten Termin. Sie hat angedeutet, dass es dann zu Gesprächen kommen wird und es bestimmt so 15-20 Sitzungen nun werden.

Was mir etwas aufgefallen ist: Ich wurde gar nicht gefragt ob ich eventuell eine Krankschreibung benötige. Ich vermute auch sehr stark, dass mein Job mir sehr zu schaffen macht, da es dort immer sehr schlimm ist. Aber eventuell werde ich es das nächste mal ansprechen. Ich habe es heute nicht angesprochen, damit ich nicht als simulant dastehe, der nur krankgeschrieben werden möchte, denn das ist nicht der Fall.

P:)scXhbi`est


Berichte mal, was weiter passiert.

MAann0x42


Hallo Alfi24,

im ersten Beitrag von Plüschbiest hast du ihren Hinweis auf Vitamin D mit deinem Hinweis auf dein großes Blutbild quasi "abgeschmettert". Ich möchte dich darauf hinweisen, dass beim großen Blutbild alles mögliche getestet wird, nur nicht der Vitamin D-Spiegel. Darum nochmals mein Tipp: Ich an deiner Stelle würde mich um diesen Wert kümmern und wenn er zu niedrig sein sollte, was er bei deiner geschilderten Lebenssituation vermutlich ist, dann würde auch dort ansetzen und mich auch nicht von irgendeinem Arzt davon abbringen lassen.

Pzed>d#i


Ein Psychiater ist nicht irgendein Arzt. Sondern ein Spezialist.

Zusätzlich den Vitamin D Spiegel bestimmen lassen, ist aber nicht verkehrt.

Ich finde, Alfi macht das schon richtig so.

A[lf3ix24


Ich werde euch auf dem laufenden halten. Die Sache mit Vitamin D werde ich in einer der nächsten Sitzungen dann auch mal ansprechen. Ich nehme die Medikamente nun eine Woche aber konnte noch keine Besserungen feststellen. Nächste Woche habe ich wieder einen Termin, eventuell wird dann die Dosis auf 20mg erhöht wurde mir gesagt.

Ich bin gespannt ob die Medikamente helfen, es gibt a hierzu unterschiedlichste Erfahrungen... Von der Therapie die mir nun auch angeboten wurde die am Montag beginnt wo wir dann 1x wöchentlich oder alle 2 Wochen eine Stunde reden erwarte ich mir aber noch nicht viel. Ich habe denke ich gar nicht so viel Redebedarf, dass ich jeweils eine Stunde füllen kann.

Ich bereue es aber auf keinen Fall, dass ich es angefangen habe und würde jedem in meiner Situation raten ärztliche Hilfe aufzusuchen, schlechter kann es nicht werden :-)

P+eddxi


Man wird in so einer Sitzung angeregt, über das eigene Leben nachzudenken. Man findet auch so einiges über sich selber heraus, was man nie vermutet hätte. Kann auch schmerzhaft sein. Du bist schon auf dem richtigen Weg. *:)

Avlfix24


Escitalpram wurde nun auf 20mg erhöht (10 morgens, 10 abends) dazu habe ich noch Mirtazapin bekommen und soll davon 7,5mg nehmen zum einschlafen bei Bedarf da ich sehr schlecht einschlafe. Aber habe über Mirtazapin nur schlechtes gelesen, dass es sehr dick macht etc. daher habe ich es noch nicht hergenommen.

Nebenwirkungen keine bislang aber auch keine Wirkung nach 2 Wochen.

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