» »

Sind Borderliner wirklich so schlechte Menschen?

f,alco p`el!egrinoidEes hat die Diskussion gestartet


Mich erschrickt, was ich hier oder auch auf anderen Seiten über die Menschen, die eine BPS haben, teilweise da so lese. Leider bin ich selber davon betroffen. Ich wäre froh, wenn ich es nicht hätte aber ich habe es mir ja nicht ausgesucht (ich bin in Therapie ).

Manchmal komme ich mir da wirklich wie ein schreckliches Monster vor. :-(

Vermeide so gut ich kann zwischenmenschliche Kontakte.

Auf der Arbeit meinte einmal eine Kollegin über eine andere, daß sie psychophatisch, eben wie ein Borderliner wäre. Das hat mir weh getan und ich habe ihr gesagt, daß ich diese Störung hätte. Sie war total überrascht.

Schon alleine der Name, Persönlichkeitsstörung, finde ich so abwertend.

Ich weiß nicht, wie ihr das seht?

Danke fürs Lesen und vielleicht auch Antworten. :-)

Antworten
b@lade1U9


Borderliner sind keine schlechten Menschen, dafür aber schwierige Menschen. Die Krankheit bringt dies eben mit und nicht jeder (Mit-)Mensch hat die Kraft sich damit auseinanderzusetzen und die Geduld mitzubringen damit umzugehen.

LJichtAm(Horiszoxnt


Sind Borderliner wirklich so schlechte Menschen?

Nicht schlechter als der Rest der Menschheit auch.

So ein Unsinn.

cErKiechadrlie


Schlecht kann man nicht sagen. Allerdings muß ich gestehen, dass meine Toleranzschwelle für jegliche Form psychischer Krankheit, die die Umgebung mittragen muß, weil der kranke kein Einsehen hat, sehr niedrig ist.

Ich kenne mich mit Border nicht so aus, aber ich denke, dass es wohl Therpieansätze geben wird. ABer viele scheinen einfach "so" zu leben und zwingen die Umgebung dazu gleich mit.

Eines meiner Kinder hatte plötzlich Umgang mit Leuten, die sich geritzt haben und sie hat es dann auch mal probiert. Und mir war klar:

das nächste Mal kommt es zur Einweisung. Dieses Leid wollte ich mir nicht antun - von einem Kind kann ich mich nicht trennen, aber überleben. Bei einem Bekannten etc.. kann ich Sicherheitsabstand einhalten, bevor meine eigene Energie aufgesaugt wird, was schnell passiert, da ich mich normalerweise sehr auf mein Gegenüber einstelle und fast alles für denjenigen tue.

Insfoern sind für mich Border keine schlechten Menschen, aber für meine Persönlichkeitsstruktur gefährlich.

"Persönlichkeitsstörung" ist ein neutraler Begriff aus der Psychologie, er bedeutet nur, dass jemand ein Verhalten abseits der quantitativ festgelegten Norm hat.

FqinKo93


Deswegen halte ich mich von Leuten, die solche oberflächlichen Aussagen tätigen, fern. Wer lässt sich schon gern als gefühlskaltes Monster hinstellen? %-|

Snunf;lowyer_7x3


Das Problem ist halt, dass der Ottonormalverbraucher sich nur auf die sensationslüsternen Oberflächlichkeiten (Selbstverletzung, impulsives Verhalten) fokussiert. Ohne das Leid dahinter zu sehen. Vorurteile gibt es überall und sie machen auch nicht vor Borderline halt. Da sollte man versuchen, drüber zu stehen, solange man nicht persönlich und konkret angegriffen wird.

Der Begriff "Persönlichkeitsstörung" beschreibt zudem nichts anderes als eine umfassende Veränderung im Verhalten. Die sich halt - im Gegensatz zu einer Angststörung bspw. - viel tiefer auf die Persönlichkeit auswirkt. Auf viel mehr Bereiche im Leben, nämlich menschliche Interaktion.

Problematisch sehe ich die Diagnose nur, wenn vieles sehr demonstrativ stattfindet und auch geeignete Therapieansätze abgelehnt werden (oder man oberflächlich mitmacht, aber nicht wirklich aktiv ansich arbeitet). Wenn ein echter Krankheitsgewinn da ist und bspw. Selbstverletzung "zelebriert" wird.

Ich habe beruflich mit dem Bereich zu tun. Letztere Patienten finde ich schwierig. Aber diejenigen, die an sich arbeiten; die sich für Selbstverletzung eher schämen und noch weiter abwerten als ohnehin schon; die aber wirklich jede Strategie ausprobieren und vorwärts kommen: Das sind keine besseren oder schlechteren Menschen als andere. Aber ganz oft Menschen, die in ihrem Leben schon sehr viel Leid und üble Sachen aushalten mussten und letztlich bei dieser "dysfunktionalen" Strategie des Klarkommens gelandet sind. Das sind grundlegende Verhaltensmuster, die ihren Grund haben. Aber die umerlernt werden können, wenn man bessere Strategien findet, bspw. mit zu starken und bedrohlichen Gefühlen klarzukommen. Wenn man lernt, Trigger zu erkennen, Situationen anders zu bewerten, einfach mal durchzuatmen bevor man impulsiv reagiert. Oder auch, "Ausbrüche" hinterher kritisch zu sehen, zu analysieren, sich ggf. zu entschuldigen oder einfach eine neutrale Erklärung abzuliefern. So sehr die Umwelt unter dem "typischen Borderlineverhalten" auch leiden mag: Zumindest ein Teil der Betroffenen leidet noch mehr unter sich selber.

Aber diese Sichtweise setzt - wie in so vielen anderen Bereichen des Lebens - voraus, dass man hinter die Fassade blickt und nicht bei Oberflächlichkeiten bleibt. In unserer schönen neuen Medienwelt leider immer seltener werdend...

L8uci3x2


Finde ebenfalls uneinsichtige Borderliner schwierig aber uneinsichtige psychosomatische Patienten auch. Jede Patient ohne Einsicht ist schwierig.

Ein einsichtige Borderliner kann sich jedoch genau genau so Verhalten wie gesunde Leute. Jedes Mensch hat gute und schlechte Qualitäten. Wichtig ist selber zu reflektieren (oder das zu lernen).

Menschliche Kontakt zu vermeiden, ist nicht günstig. Verschlimmert wie bei jede psychische Erkrankung die Symptomen.

LwaR/ucolxa


Ich finde Borderliner teilweise auch besonders liebenswert - aufgrund der hohen emotionalen Tiefe, und eben daher der Fähigkeit, auch positive Emotionen, z.B. Freude oder die Tiefe einer zwischenmenschlichen Bindung, besonders intensiv empfinden und ausleben zu können. Ausserdem haben sie ihrerseits in der Regel auch überdurchschnittlich viel Verständnis für andere Leute mit psychischen Problemen.

Allerdings gibt es in der Tat auch die Uneinsichtigen, Manipulativen mit Krankheitsgewinn, was teilweise schwierig auszuhalten ist.

Also, pauschalisieren ist eh quatsch.

LHichtAmH+orizxont


Die Uneinsichtigen gibt's bei allen psychischen Störungen, das ist ja nicht nur bei Borderlinern so.

nLim5ue8x8


Ich würds anders ausdrücken - Leute, die unreflektiert sind und andere in ihre Probleme mit reinziehen, ohne an sich selbst zu arbeiten, sind eine gewissen Belastung für ihre Umwelt. Egal ob sie Borderliner, Narzissten, Histroniker oder auch zB Arschlöcher sind.

NMord4i84


Borderliner sind keine schlechten Menschen, dafür aber schwierige Menschen.

So hätte ich es auch ausgedrückt. Der Umgang mit Borderlinern ist eben nicht ganz einfach, gerade wenn sie nicht in Behandlung oder auch nur Einsichtig sind. Schwierig ist auch wenn man selbst nichts über diese Krankheit weiß und dann irgendwie in Kontakt mit Betroffenen kommt, dann lassen sich die Reaktionen, Stimmungsschwankungen usw. nämlich ganz schlecht verstehen und einschätzen.

Ich bin mit 16 oder 17 das erste Mal auf eine Person mit entsprechender Persönlichkeitsstörung getroffen, allerdings wusste ich das damals nicht und ich konnte auch nichts mit diesem Begriff anfangen. War für mich allerdings extrem schwierig denn die Reaktionen kamen mir damals schon sehr extrem und irgendwie "gestört" vor. Eine Situation ist mir da besonders im Gedächtnis geblieben: Die betroffene Person wurde in meinem beisein von einer dritten Person kritisiert, nichts unsachliches, nichts unter der Gürtellinie, garnichts, und da habe ich nichts zu gesagt bzw. die Betroffene nicht verteidigt weil für mich einfach kein Problem bestand. Dies wurde mir dann vorgeworfen, ich wurde deswegen zur Sau gemacht (ich wäre gegen sie usw. usf.) und der Kontakt wurde für mehrere Wochen abgebrochen. Jetzt versteh sowas mal wenn du weder die Krankheit noch das Krankheitsbild kennst.

PErada1Teuf4exl


Schlechte Menschen sind für mich Andere... Menschen, die bewusst berechnend sind, oder bewusst Dinge tun, die anderen Menschen schaden zum Beispiel.

Borderliner, oder Menschen mit anderen psychosomatischen Erkrankungen sind für mich keine schlechten Menschen - aber ich halte mich aus persönlichen Erfahrungen lieber von solchen Menschen fern, da sie mir nicht gut tun. Ok, das kann man nicht verallgemeinern. Ich denke, mit einem Menschen, der seine Diagnose kennt und an sich arbeitet, könnte ich deutlich besser umgehen als mit jemand, der selbst gar nicht merkt und wahrhaben will, dass etwas getan werden müsste.

Es stimmt, dass Borderliner eine sehr große emotionale Tiefe besitzen, damit manchmal aber gar nicht umgehen können, weil sie von den Gefühlen total überrannt werden und damit überfordert sind. So habe ich es jedenfalls erlebt, das mag bei anderen Borderlinern anders sein.

T+exas7x9


nimue88

:)^

Ich sehe Borderliner auch nicht per se als schlechte Menschen oder gar Monster!

Ich möchte in meinem (privaten) Umfeld keine unreflektierten oder emotionell instabilen oder ständig jammernde oder Spielchen spielende Personen. Nur schon zickende Personen möchte ich nicht in meinem Freundeskreis haben.

Für mich ist nicht die "Diagnose" oder die Benennung wichtig sondern wie die Person sich verhält.

Und da ist es mir dann egal ob dies ein Borderliner ist oder ein Narzisst oder eine Dramaqueen oder eine Zicke oder einfach ein Arsch ist.

Meine Schwägerin ist eine solche Person, mit der ich keinen Kontakt mehr haben.

Jedes Treffen glich einem Minenfeld, jedes Wort nimmt sie mehr als persönlich, wird auf die Goldwaage gelegt, alles muss sich um sie drehen und wenn es nicht ganz genau so läuft wie si möchte explodiert sie, schreit rum, ist eingeschnappt, zickt, macht ein Drama, heult, alle Anderen sind immer schuld usw.

Und egal was für eine "Diagnose" oder was für eine Kindheit sie hatte oder aus was für einem Grund sie so ist wie sie ist, ich brauche und möchte das in meinem Leben nicht und habe den Kontakt abgebrochen.

W&icxk


Kommt wohl drauf an welche Erfahrungen jemand mit einem Borderliner direkt gemacht hat. Meine Erfahrung sind da nicht gut. Ein Bekannter von mir hatte eine Beziehung zu einer Frau mit BPS und er landete innerhalb kurzer Zeit wegen einem Suizidversuch in der Psychiatrie. Diese Frau hat ihn fertig gemacht, es kam heraus das sie sehr oft fremdging-Videos drehte mit 3 Typen usw. das riss ihm den Boden weg. Noch 2 Jahre nach der Beziehung stalkte sie ihn.

Ich selber habe ebenfalls einen Freund der BPS hat, nicht intensiv ausgeprägt, aber eben vorhanden und ich muss sagen, dass es schon hart ist, ich muss sagen, ich denke nicht das man es ewig aushalten kann. Tue es jetzt 2 Jahre schon, in denen ich entweder im Himmel, oder in der Hölle lebe. Die Erdung gibt es nicht. Mich berührt es jetzt nicht so intensiv, ich lasse das nicht an mich heran, aber ich weiss auch, dass ich mit diesem Mann wohl keinerlei Zukunft sehen kann, aktuell ist er in Behandlung und ich warte natürlich ab..mache mir aber nicht allzuviel Hoffnung, habe sie aber auch noch nicht ganz aufgegeben. Aus Eigenschutz und um selbst glücklicher zu werden, sollte man sich das gut überlegen.

O^ranPgeC9anyxon


Schlechter Mensch würde ich jetzt nicht benutzen um einen Borderliner zu beschreiben.....aber für mich kommt es darauf an, wie der Betroffene damit umgeht.

Ich habe zwei Bekannte in meinem Umfeld....einer geht für mich sehr positiv damit um, die zweite würde ich am liebsten an die Wand klatschen.

Der erste hat gleich beim zweiten Treffen ganz klar ausgesprochen, dass er Borderliner ist, was das für ihn und sein Umfeld bedeutet und wie sein Umfeld am Besten damit umgeht. Das funktioniert für beide Seiten sehr gut.

Die zweite hat eine narzisstisch-hysterische Ausprägung davon und ist zwar ebenfalls in Therapie, hat aber offenbar einen beschissenen Therapeuten oder ist therapieresistent, wie auch immer. Die kann einem das Leben zur Hölle machen mit Lügen, Gefühlschwankungen, Manipulation, alles was so dazu gehört.......

Von der halte ich mich fern so gut wie nur irgendwie möglich.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH